Skeptisch war ich. Würde es möglich sein, das Gefühl der Achziger ins Jahr 2007 zu transportieren, ohne dabei bemüht zu wirken? Und der inzwischen fast 60-Jährige Sylvester Stallone, würde er sich lächerlich machen bei seinem Versuch, die legendäre Gestalt wieder auferstehen zu lassen? Wäre es ein unangenehmes Gefühl für mich, "meinen" Helden und Motivator in sämtlichen Lebenskrisen seit 1984 - ebenso gealtert wie ich selbst - wieder zu sehen?
JA! Nein. Nein.
Worauf ich mich nicht, auch nicht logistisch, vorbereitet hatte, war die Tränenflut, zu der dieser Film mich gerührt hat. Achtung, Insiderwissen! Dass Adrian gestorben war an Krebs, wußte ich bereits, auch, dass Rocky nun ein Restaurant in seiner alten Gegend hat und den Leuten Geschichten aus seiner aktiven Zeit erzählt, die sie bereits in- und auswendig kennen. Nicht gerechnet habe ich damit, dass ich selbst so berührt sein würde. Hat Mr. Stallone beabsichtigt, die ZuschauerInnen, die ja auch 23 Jahre älter geworden sind seit Rocky IV (Das war mein erster, den ich aber auch von Anfang bis Ende so großartig fand, dass ich ihn schon im Kino viermal innerhalb einer Woche gesehen habe.) an ihre eigenen nichtvollbrachten Heldentaten zu erinnern, an ihr eigenes Leben in der Vergangenheit? Als wäre er niemals fort gewesen... Und als hätte ich nicht mehrere Zeitspannen zwischen mir und möglichen Weggabelungen.
Und dann - der Kampf! Wie in seinen besten Zeiten, als er - Verzeihen Sie den Ausdruck! - 12 Runden lang in die Fresse bekommt und in der 13. beschließt, jetzt selbst austeilen zu wollen. Mit geballten Fäusten saß ich im Kino, und es fiel mir unglaublich schwer, mich nicht zu ducken und nicht zu punchen. Vorher Training. Das Hochgefühl, als er die Treppen in Philadelphia hochlief, natürlich im dicksten Schneetreiben, oben die Fäuste gen Himmel gereckt, wie er in seinen grauen, ausgeleierten Baumwollklamotten und dem albernen Hut wie ein Wilder Gewichte gestemmt hat, dazu die Musik. Hätte ich diesen Film nicht im Kino, sondern zuhause gesehen, das ganze Haus hätte ich vollgeschluchzt, so gerührt war ich.
Rocky, und zwar alle Teile bis auf den fünften, der ist irgendwie blöd und wahrscheinlich aus Geldnot entstanden, ist eine Filmreihe, die mich jedsmal aufs Neue motiviert hat und es immer noch tut. Wenn es mir nicht gutging und ich antriebslos war, habe ich mich früher auf die Couch gesetzt und mir die Teile I - IV angeschaut. Spätestens bei Teil II ging es mir wieder gut, ich hatte meine Kraft und Energie wieder und freute mich auf den nächsten Tag. Heute höre ich die Musik, bekomme Gänsehaut, punche ein wenig in die Luft und bin ebenso glücklich.
Und dieser Fastsechziger, zugegeben nach dem einen oder anderen Besuch beim Chirurgen, hat es geschafft, sich wieder so zu trainieren, dass man kaum einen Unterschied wahrnimmt. Klar, er ist älter geworden, aber allein damit, dass er diesen Film gedreht hat, beweist er, dass man alles tun kann, wenn man es mit Herz tut. Und wenn man bereit ist, eben auch ein bißchen für seine Ziele zu bluten. Im übertragenen Sinn. Wie groß war das hämische Echo, und jetzt verblassen all die jungen, wohltrainierten Block-Buster-Stars neben einem, der sich, wäre er ein deutscher Öffentlich-Bediensteter, schon seit 5 Jahren im Ruhestand befände. Und ich bin sicher: Es ist das Herz!
Noch bevor ich heute nachmittag ins Kino gegangen bin, habe ich gesagt, dass für bestimmte Ziele und Wünsche mein Zug abgefahren sei. Sylvester Stallone und Rocky Balboa haben mich eines Besseren belehrt. Herz habe ich genug, sogar ein zu großes, wenn ich dem Kardiologen, der es vor ein paar Jahren untersucht hat, Glauben schenken darf.
Eines allerdings würde ich für kein Ziel dieser Welt tun: Rohe Eier aus dem Glas trinken!
Naja, vielleicht doch, wenn es gar nicht anders geht...
JA! Nein. Nein.
Worauf ich mich nicht, auch nicht logistisch, vorbereitet hatte, war die Tränenflut, zu der dieser Film mich gerührt hat. Achtung, Insiderwissen! Dass Adrian gestorben war an Krebs, wußte ich bereits, auch, dass Rocky nun ein Restaurant in seiner alten Gegend hat und den Leuten Geschichten aus seiner aktiven Zeit erzählt, die sie bereits in- und auswendig kennen. Nicht gerechnet habe ich damit, dass ich selbst so berührt sein würde. Hat Mr. Stallone beabsichtigt, die ZuschauerInnen, die ja auch 23 Jahre älter geworden sind seit Rocky IV (Das war mein erster, den ich aber auch von Anfang bis Ende so großartig fand, dass ich ihn schon im Kino viermal innerhalb einer Woche gesehen habe.) an ihre eigenen nichtvollbrachten Heldentaten zu erinnern, an ihr eigenes Leben in der Vergangenheit? Als wäre er niemals fort gewesen... Und als hätte ich nicht mehrere Zeitspannen zwischen mir und möglichen Weggabelungen.
Und dann - der Kampf! Wie in seinen besten Zeiten, als er - Verzeihen Sie den Ausdruck! - 12 Runden lang in die Fresse bekommt und in der 13. beschließt, jetzt selbst austeilen zu wollen. Mit geballten Fäusten saß ich im Kino, und es fiel mir unglaublich schwer, mich nicht zu ducken und nicht zu punchen. Vorher Training. Das Hochgefühl, als er die Treppen in Philadelphia hochlief, natürlich im dicksten Schneetreiben, oben die Fäuste gen Himmel gereckt, wie er in seinen grauen, ausgeleierten Baumwollklamotten und dem albernen Hut wie ein Wilder Gewichte gestemmt hat, dazu die Musik. Hätte ich diesen Film nicht im Kino, sondern zuhause gesehen, das ganze Haus hätte ich vollgeschluchzt, so gerührt war ich.
Rocky, und zwar alle Teile bis auf den fünften, der ist irgendwie blöd und wahrscheinlich aus Geldnot entstanden, ist eine Filmreihe, die mich jedsmal aufs Neue motiviert hat und es immer noch tut. Wenn es mir nicht gutging und ich antriebslos war, habe ich mich früher auf die Couch gesetzt und mir die Teile I - IV angeschaut. Spätestens bei Teil II ging es mir wieder gut, ich hatte meine Kraft und Energie wieder und freute mich auf den nächsten Tag. Heute höre ich die Musik, bekomme Gänsehaut, punche ein wenig in die Luft und bin ebenso glücklich.
Und dieser Fastsechziger, zugegeben nach dem einen oder anderen Besuch beim Chirurgen, hat es geschafft, sich wieder so zu trainieren, dass man kaum einen Unterschied wahrnimmt. Klar, er ist älter geworden, aber allein damit, dass er diesen Film gedreht hat, beweist er, dass man alles tun kann, wenn man es mit Herz tut. Und wenn man bereit ist, eben auch ein bißchen für seine Ziele zu bluten. Im übertragenen Sinn. Wie groß war das hämische Echo, und jetzt verblassen all die jungen, wohltrainierten Block-Buster-Stars neben einem, der sich, wäre er ein deutscher Öffentlich-Bediensteter, schon seit 5 Jahren im Ruhestand befände. Und ich bin sicher: Es ist das Herz!
Noch bevor ich heute nachmittag ins Kino gegangen bin, habe ich gesagt, dass für bestimmte Ziele und Wünsche mein Zug abgefahren sei. Sylvester Stallone und Rocky Balboa haben mich eines Besseren belehrt. Herz habe ich genug, sogar ein zu großes, wenn ich dem Kardiologen, der es vor ein paar Jahren untersucht hat, Glauben schenken darf.
Eines allerdings würde ich für kein Ziel dieser Welt tun: Rohe Eier aus dem Glas trinken!
Naja, vielleicht doch, wenn es gar nicht anders geht...
