Es ist ein guter Vormittag, um meinen Fingern dabei zuzusehen, wie sie einen Text verfassen. Die Überschrift gibt es nachträglich, auch wenn die geschätzten LeserInnen sie dann trotzdem als Erstes zu sehen bekommen. Vielleicht sollte ich ausnahmsweise die Überschrift ans Ende meines Textes stellen und am Anfang nur "Überschrift" schreiben? Gestern wurde ich gefragt, wie es denn möglich sei, dass die Verbindung zwischen Fingern, Bauch und Kopf quasi "gekappt" sei, wenn ich schreibe. Keine Ahnung. Ich habe mich das noch nie gefragt, glaube auch nicht, dass die Verbindung nicht mehr da ist, während ich schreibe, sondern dass sich mein Verstand für die Zeit, die meine Finger und mein Bauch brauchen, etwas zurückhält, um die Gedanken, die da ins Unreine produziert werden, nicht schon im Vorfeld zu zensieren.
Das ist das Schöne am Zehnfingersystem: Ich kann so schnell schreiben, dass ich keine Zeit zum Denken habe. Sehe immer nur das Ergebnis auf dem Bildschirm. Sortiert wird später.
Was mich zu der Überlegung bringt, dass es durchaus sinnvoll sein kann, das zum "Lebensprinzip" zu erklären: Erst leben, dann sortieren. Wir machen es ja meist umgekehrt, und so geschieht es, dass wir viel zu häufig unser Leben mit Zeit füllen statt die Zeit mit Leben. Stammt nicht von mir, sondern von Raimund Harmstorf, der das in einem Interview, das er kurz vor seinem Selbstmord gab, gesagt hat. Ich stimme ihm zu. Wer möchte schon alt werden, nur um längere Zeit auf diesem zerfallenden Planeten zu lustwandeln? Ich hätte schon gern einen Sinn, vor allem würde ich gern Spuren hinterlassen, in welcher Form auch immer. Ob es möglich ist, auch in anderen Leben Spuren zu hinterlassen, zumindest so ein paar kleine, die den oder die SpurenträgerIn nicht stören?
Gerade muss ich an meinen Onkel Walter denken. In der Trauerrede, die ich für ihn gehalten habe, habe ich geschrieben: "Wer im Herzen seiner Lieben lebt, ist niemals tot. Er ist nur fern. Tot sind die, die vergessen werden." Auch das ist nicht von mir, sondern von Immanuel Kant. Ich habe ihn (meinen Onkel) niemals vergessen, denke bei jeder Schraube, die ich in die Hand nehme, an ihn, bei jedem Fußballspiel, von dem ich höre, und immer, wenn ich die Götter bitte, auf ihn und die anderen, die fern sind, zu achten.
Es gibt Menschen, die das Herz und die Seele berühren und die Spuren hinterlassen, die niemals ganz verblassen werden. Ich erweitere meinen Satz: Es gibt Lebewesen, die mein Herz und meine Seele berührt haben und für immer einen festen Platz behalten werden. Ihre Fuß- und Pfotenspuren habe ich gern in mir. Und ich wünsche mir irgendwann einmal eine Unsterblichkeit in dieser Form. Muss auch nicht lange sein, ein paar Jahre würden mir reichen... Die Vorstellung, dass nach meinem Tod der eine oder die andere sagt: "Weißt Du noch, das hat sie immer so und so gemacht." oder "Gerade muss ich an sie denken und habe ein deutliches Bild vor Augen." ist schön. Und wenn wir ehrlich sind, wollen wir doch alle ein kleines bisschen unsterblich sein. Oder?
Gerade habe ich gedacht, dass ich erstaunt bin, soviel über Tod und Sterben nachzudenken, wo ich doch so gern und so genießerisch lebe. Hat vielleicht mit Veränderung zu tun. Im Tarot gibt es eine Karte "Der Tod", und wenn man die zieht, heißt das nicht, dass man sich möglichst rasch aufs Sterben vorbereiten sollte, sondern auf Veränderungen, die anstehen. Ich verändere mich. Viele Dinge werden mir bewußter, so, dass ich das Bedürfnis habe, sie zu ändern, andere wieder möchte ich unverändert lassen, allerdings nicht, ohne ein großes Stück Dankbarkeit dafür zu spüren. Ich habe noch immer vor sehr vielem Angst, und ich bin mir klar, dass es noch sehr viel zu verändern, zu verbessern und neu zu beginnen gibt. All das kann ich aber sehr gut annehmen und mir die Zeit lassen, die ich brauchen werde.
Heute ist der Tag, an dem ich mir meiner Selbst-Verantwortung über alle meine Gedanken, Gefühle und Handlungen bewusst bin. Das ist ein sehr schöner, vor allem aber sehr tröstlicher Gedanke, denn er bedeutet Freiheit. ICH habe die Wahl, wie ich auf die Impulse meines Umfeldes reagiere! Alle Verantwortung liegt in mir, und damit habe ich alle Möglichkeiten, alles zu ändern, was ändernswert ist. Schön. Und hier schließt sich der Kreis zu Rocky Balboa, Henry Maske und Johannes Heesters. Es gibt nur die Grenzen, die ich mir selber setze. Und es gibt die Freiheit, alle Möglichkeiten auszuprobieren, die ich mir für mich und mein Leben vorstellen kann. Ohne Angst. Denn alles, was um mich herum geschieht, unterliegt meiner Verantwortung. Ich darf meinen Gefühlen nachgeben. Ich darf mich ändern. Ich darf mich mitten im Leben mit dem Tod auseinandersetzen. Ich darf lieben, wen ich will. Ich darf meine Träume leben. Ich darf tun, und ich darf lassen. Meine Hand darf schreiben, was sie will, und mein Kopf darf es hinterher sortieren.
Das ist das Schöne am Zehnfingersystem: Ich kann so schnell schreiben, dass ich keine Zeit zum Denken habe. Sehe immer nur das Ergebnis auf dem Bildschirm. Sortiert wird später.
Was mich zu der Überlegung bringt, dass es durchaus sinnvoll sein kann, das zum "Lebensprinzip" zu erklären: Erst leben, dann sortieren. Wir machen es ja meist umgekehrt, und so geschieht es, dass wir viel zu häufig unser Leben mit Zeit füllen statt die Zeit mit Leben. Stammt nicht von mir, sondern von Raimund Harmstorf, der das in einem Interview, das er kurz vor seinem Selbstmord gab, gesagt hat. Ich stimme ihm zu. Wer möchte schon alt werden, nur um längere Zeit auf diesem zerfallenden Planeten zu lustwandeln? Ich hätte schon gern einen Sinn, vor allem würde ich gern Spuren hinterlassen, in welcher Form auch immer. Ob es möglich ist, auch in anderen Leben Spuren zu hinterlassen, zumindest so ein paar kleine, die den oder die SpurenträgerIn nicht stören?
Gerade muss ich an meinen Onkel Walter denken. In der Trauerrede, die ich für ihn gehalten habe, habe ich geschrieben: "Wer im Herzen seiner Lieben lebt, ist niemals tot. Er ist nur fern. Tot sind die, die vergessen werden." Auch das ist nicht von mir, sondern von Immanuel Kant. Ich habe ihn (meinen Onkel) niemals vergessen, denke bei jeder Schraube, die ich in die Hand nehme, an ihn, bei jedem Fußballspiel, von dem ich höre, und immer, wenn ich die Götter bitte, auf ihn und die anderen, die fern sind, zu achten.
Es gibt Menschen, die das Herz und die Seele berühren und die Spuren hinterlassen, die niemals ganz verblassen werden. Ich erweitere meinen Satz: Es gibt Lebewesen, die mein Herz und meine Seele berührt haben und für immer einen festen Platz behalten werden. Ihre Fuß- und Pfotenspuren habe ich gern in mir. Und ich wünsche mir irgendwann einmal eine Unsterblichkeit in dieser Form. Muss auch nicht lange sein, ein paar Jahre würden mir reichen... Die Vorstellung, dass nach meinem Tod der eine oder die andere sagt: "Weißt Du noch, das hat sie immer so und so gemacht." oder "Gerade muss ich an sie denken und habe ein deutliches Bild vor Augen." ist schön. Und wenn wir ehrlich sind, wollen wir doch alle ein kleines bisschen unsterblich sein. Oder?
Gerade habe ich gedacht, dass ich erstaunt bin, soviel über Tod und Sterben nachzudenken, wo ich doch so gern und so genießerisch lebe. Hat vielleicht mit Veränderung zu tun. Im Tarot gibt es eine Karte "Der Tod", und wenn man die zieht, heißt das nicht, dass man sich möglichst rasch aufs Sterben vorbereiten sollte, sondern auf Veränderungen, die anstehen. Ich verändere mich. Viele Dinge werden mir bewußter, so, dass ich das Bedürfnis habe, sie zu ändern, andere wieder möchte ich unverändert lassen, allerdings nicht, ohne ein großes Stück Dankbarkeit dafür zu spüren. Ich habe noch immer vor sehr vielem Angst, und ich bin mir klar, dass es noch sehr viel zu verändern, zu verbessern und neu zu beginnen gibt. All das kann ich aber sehr gut annehmen und mir die Zeit lassen, die ich brauchen werde.
Heute ist der Tag, an dem ich mir meiner Selbst-Verantwortung über alle meine Gedanken, Gefühle und Handlungen bewusst bin. Das ist ein sehr schöner, vor allem aber sehr tröstlicher Gedanke, denn er bedeutet Freiheit. ICH habe die Wahl, wie ich auf die Impulse meines Umfeldes reagiere! Alle Verantwortung liegt in mir, und damit habe ich alle Möglichkeiten, alles zu ändern, was ändernswert ist. Schön. Und hier schließt sich der Kreis zu Rocky Balboa, Henry Maske und Johannes Heesters. Es gibt nur die Grenzen, die ich mir selber setze. Und es gibt die Freiheit, alle Möglichkeiten auszuprobieren, die ich mir für mich und mein Leben vorstellen kann. Ohne Angst. Denn alles, was um mich herum geschieht, unterliegt meiner Verantwortung. Ich darf meinen Gefühlen nachgeben. Ich darf mich ändern. Ich darf mich mitten im Leben mit dem Tod auseinandersetzen. Ich darf lieben, wen ich will. Ich darf meine Träume leben. Ich darf tun, und ich darf lassen. Meine Hand darf schreiben, was sie will, und mein Kopf darf es hinterher sortieren.
Überschrift: Rocky Balboa, Selbst-Verantwortlichkeit und das Zehnfingersystem.
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