Es war einmal, vor langer, langer Zeit, da lebte ein Mädchen in einer kleinen Stadt. Sie war zufrieden mit ihrem Leben und wünschte sich nur, dass es immer so weitergehen möge. Sie wollte nicht erwachsen werden, strebte nicht nach Erkenntnis. Doch das Universum verstand ihre Wünsche falsch, und eines Tages geschah es, dass das Mädchen in einer schlaflosen Nacht einen Blick in den Himmel warf und einen Stern sah, wie es ihn schöner noch nie gesehen hatte. Sie entbrannte in tiefer Liebe zu diesem Stern, und fortan bestimmte die Sehnsucht nach ihm ihr Leben. Sie wollte nicht mehr ihr kleines, unaufgeregtes Leben, sie wollte fliegen, in die unendlichen Weiten des Weltraums, wollte den Stern suchen und eins werden mit ihm. Nichts in ihrem Leben erschien ihr mehr erstrebenswert oder auch nur gut genug, alle, die ihren Weg kreuzten, verglich sie mit "ihrem" Stern und wies sie ab. Irdisches Glück erschien ihr nicht mehr möglich, ihr Glück befand sich Lichtjahre entfernt.
Doch der Stern wusste nichts von den Wünschen einer kleinen, unbedeutenden Erdenbewohnerin, und das Universum hatte nur gespielt. So blieb dem Mädchen nichts anderes übrig, als sein altes Leben weiterzuleben. Sie litt unsäglich darunter, denn eine unerfüllte Sehnsucht frisst früher oder später das Herz auf. Sie wusste das und suchte verzweifelt nach Wegen, zu ihrem Stern zu gelangen. Alle Kraft, alle Kreativität, alle Energie widmete sie fortan nur noch diesem einen Ziel. Sie beschäftigte sich mit Physik, mit Astrologie und Astronomie, um dem Stern, wenn schon nicht in Wirklichkeit, so doch gedanklich näher zu kommen, und während ihrer Studien musste sie erfahren, dass sie einen bisher unentdeckten Stern gesehen hatte. Sie fand seine Koordinaten in keinem Lehrbuch, studierte Astrophysiker verneinten seine Existenz. Und tatsächlich: Wenn sie einmal einem anderen Menschen den Stern zeigen wollte, den sie überdeutlich am Himmel erkannte, stellte sie fest, dass ihn ausser ihr niemand sehen konnte.
Das bestätigte sie jedoch nur in ihrem Glauben, dass dies ihr Stern war. Sie forschte, zergrübelte sich das Gehirn, fragte und suchte. Eines Tages lernte sie einen Meister der Zen-Meditation kennen, und der versprach ihr, ihrer Seele auf den Weg zu helfen. Die Voraussetzung war, sich für einige Jahre in sein Kloster mitten im tiefsten Himalaya zu begeben und zu meditieren. Dem Mädchen war jede Anstrengung recht, wenn sie nur Erfolg versprach und sie näher an ihr Ziel brachte. Sie reiste nach Tibet, entsagte allem, was ihr zuvor wichtig gewesen war, meditierte, arbeitete im Klostergarten, aß kaum noch, um ihren Geist freizumachen von allem Irdischen.
Sie sammelte viele neue Erkenntnisse, lernte, die Welt und ihr Leben aus ganz anderen Augen zu sehen, es sogar wieder zu lieben. Doch die Sehnsucht nach dem Stern blieb. Eines Tages war es soweit: Sie hatte sich tief in sich selbst versenkt, solange medititert, bis ihr Geist sich aus ihrem Körper entfernte und emporschwang in den Himmel. Er ließ die Erde hinter sich und schwebte durch die Weiten des Universums. Dort fand er wunderschöne Planeten, Sterne, sah Lichter, die noch nie ein Mensch zuvor gesehen hatte. Und dann erreichte er den Stern. Es war ein sehr kleiner Stern, auf dem höchstens zwei Menschen Platz gehabt hätten, es gab nichts Grünes, keine Blumen, keine Tiere, kein Meer, nur eine unglaubliche Hitze, weil er der Sonne so nah war. Ein Mensch wäre auf diesem Stern innerhalb kurzer Zeit unter Qualen gestorben.
Der Stern, dem noch nie zuvor ein Lebewesen, selbst wenn es in Gestalt seines Geistes reiste, begegnet war, fragte verwundert: "Wer bist Du?".
Der Geist des Mädchens antwortete: "Ich bin der Geist eines Menschen, der in tiefer Liebe zu Dir entbrannt ist. Nun bin ich glücklich, Dich gefunden zu haben. Wirst Du mich bei Dir bleiben lassen?"
"Nun, ich freue mich über Gesellschaft" sagte der Stern, "aber Du wirst bemerkt haben, dass ich nicht viel Platz und Möglichkeit biete, mit mir zu leben."
"Das ist mir egal," lächelte der Geist "ich habe Dich gefunden, jetzt will ich nichts anderes mehr, als für immer in Deinen Armen zu ruhen."
"Aber wie sollen ein Stern und ein Geist zusammen leben? Willst Du nicht zu Deinem Körper zurückkehren? Wirst Du keine Sehnsucht nach Deinem alten Leben haben? Möglicherweise wirst Du sterben, wenn Du bleibst."
"Seit vielen Jahren ist mein Leben von der Suche nach Dir bestimmt." sagte der Geist. "Und jetzt, wo ich Dich endlich gefunden habe, soll ich Dich wieder verlassen? Vielleicht werde ich Dich niemals wiedersehen, wenn ich in meinen Körper zurückkehre."
"Nun, es wird andere Sterne geben, denen Du folgen kannst, Sterne, die Dich nicht töten."
"Ich will keine anderen Sterne, ich will kein Mensch mehr sein, ich will nur Dich, und ich wollte Dich schon immer. Und wenn das bedeutet, dass ich in Deinen Armen sterben werde, dann soll es so sein."
Der Stern, der zwar nicht wußte, was Liebe war, sich jedoch über den Besuch freute, sagte dem Geist des Mädchens, dass er gern geliebt werden würde. Und so geschah es, dass dieser sich niederließ und zu Weltraumstaub verglühte, während unten auf der Erde das Mädchen mit einem glücklichen Lächeln im Gesicht seinen letzten Atemzug tat.
Doch der Stern wusste nichts von den Wünschen einer kleinen, unbedeutenden Erdenbewohnerin, und das Universum hatte nur gespielt. So blieb dem Mädchen nichts anderes übrig, als sein altes Leben weiterzuleben. Sie litt unsäglich darunter, denn eine unerfüllte Sehnsucht frisst früher oder später das Herz auf. Sie wusste das und suchte verzweifelt nach Wegen, zu ihrem Stern zu gelangen. Alle Kraft, alle Kreativität, alle Energie widmete sie fortan nur noch diesem einen Ziel. Sie beschäftigte sich mit Physik, mit Astrologie und Astronomie, um dem Stern, wenn schon nicht in Wirklichkeit, so doch gedanklich näher zu kommen, und während ihrer Studien musste sie erfahren, dass sie einen bisher unentdeckten Stern gesehen hatte. Sie fand seine Koordinaten in keinem Lehrbuch, studierte Astrophysiker verneinten seine Existenz. Und tatsächlich: Wenn sie einmal einem anderen Menschen den Stern zeigen wollte, den sie überdeutlich am Himmel erkannte, stellte sie fest, dass ihn ausser ihr niemand sehen konnte.
Das bestätigte sie jedoch nur in ihrem Glauben, dass dies ihr Stern war. Sie forschte, zergrübelte sich das Gehirn, fragte und suchte. Eines Tages lernte sie einen Meister der Zen-Meditation kennen, und der versprach ihr, ihrer Seele auf den Weg zu helfen. Die Voraussetzung war, sich für einige Jahre in sein Kloster mitten im tiefsten Himalaya zu begeben und zu meditieren. Dem Mädchen war jede Anstrengung recht, wenn sie nur Erfolg versprach und sie näher an ihr Ziel brachte. Sie reiste nach Tibet, entsagte allem, was ihr zuvor wichtig gewesen war, meditierte, arbeitete im Klostergarten, aß kaum noch, um ihren Geist freizumachen von allem Irdischen.
Sie sammelte viele neue Erkenntnisse, lernte, die Welt und ihr Leben aus ganz anderen Augen zu sehen, es sogar wieder zu lieben. Doch die Sehnsucht nach dem Stern blieb. Eines Tages war es soweit: Sie hatte sich tief in sich selbst versenkt, solange medititert, bis ihr Geist sich aus ihrem Körper entfernte und emporschwang in den Himmel. Er ließ die Erde hinter sich und schwebte durch die Weiten des Universums. Dort fand er wunderschöne Planeten, Sterne, sah Lichter, die noch nie ein Mensch zuvor gesehen hatte. Und dann erreichte er den Stern. Es war ein sehr kleiner Stern, auf dem höchstens zwei Menschen Platz gehabt hätten, es gab nichts Grünes, keine Blumen, keine Tiere, kein Meer, nur eine unglaubliche Hitze, weil er der Sonne so nah war. Ein Mensch wäre auf diesem Stern innerhalb kurzer Zeit unter Qualen gestorben.
Der Stern, dem noch nie zuvor ein Lebewesen, selbst wenn es in Gestalt seines Geistes reiste, begegnet war, fragte verwundert: "Wer bist Du?".
Der Geist des Mädchens antwortete: "Ich bin der Geist eines Menschen, der in tiefer Liebe zu Dir entbrannt ist. Nun bin ich glücklich, Dich gefunden zu haben. Wirst Du mich bei Dir bleiben lassen?"
"Nun, ich freue mich über Gesellschaft" sagte der Stern, "aber Du wirst bemerkt haben, dass ich nicht viel Platz und Möglichkeit biete, mit mir zu leben."
"Das ist mir egal," lächelte der Geist "ich habe Dich gefunden, jetzt will ich nichts anderes mehr, als für immer in Deinen Armen zu ruhen."
"Aber wie sollen ein Stern und ein Geist zusammen leben? Willst Du nicht zu Deinem Körper zurückkehren? Wirst Du keine Sehnsucht nach Deinem alten Leben haben? Möglicherweise wirst Du sterben, wenn Du bleibst."
"Seit vielen Jahren ist mein Leben von der Suche nach Dir bestimmt." sagte der Geist. "Und jetzt, wo ich Dich endlich gefunden habe, soll ich Dich wieder verlassen? Vielleicht werde ich Dich niemals wiedersehen, wenn ich in meinen Körper zurückkehre."
"Nun, es wird andere Sterne geben, denen Du folgen kannst, Sterne, die Dich nicht töten."
"Ich will keine anderen Sterne, ich will kein Mensch mehr sein, ich will nur Dich, und ich wollte Dich schon immer. Und wenn das bedeutet, dass ich in Deinen Armen sterben werde, dann soll es so sein."
Der Stern, der zwar nicht wußte, was Liebe war, sich jedoch über den Besuch freute, sagte dem Geist des Mädchens, dass er gern geliebt werden würde. Und so geschah es, dass dieser sich niederließ und zu Weltraumstaub verglühte, während unten auf der Erde das Mädchen mit einem glücklichen Lächeln im Gesicht seinen letzten Atemzug tat.
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