Im Ersten (einem der vom sich nicht auf Unterschichtenfernsehen beschränkenden wollenden Volk finanzierten öffentlich-rechtlichen Bezahlsender, der seine Telenovelas möglicherweise in den gleichen Studios herstellen läßt wie besagtes Unterschichtenfernsehen) gibt es gerade eine Kinderwoche. Kinder zu mögen ist gerade angesagt und gewünscht, Ursula von der Leyen sei dank. Und so spricht der Bundespräsident ein paar Worte darüber, wie wichtig es sei, dass Deutschland wieder ein kinderfreundliches Land wird, in den Tagesthemen darf eine Zwölfjährige den Kommentar sprechen und auf NDR Info unterhalten sich in einer Podiumsdiskussion Renate Schmidt, Jörg Pilawa, Rolf Zuckowski, irgendein Bischof, die Hamburger Familienministerin mit politisch korrektem und vermeintlich emanzipierten Doppelnamen und die Vorsitzende einer Handels- oder Handwerkskammer über die Zukunft unseres geliebten VATERlandes. Man war sich absolut einig darüber, dass Kinder etwas ganz Wunderbares sind, hat aber leider unterschlagen, dass die manchmal nicht so wunderbaren Eltern aus eben diesen kleinen Engeln nur allzuhäufig etwas ganz Fürchterliches machen. Ich habe wöchentlich mehrmals mit einigen durch Ignoranz der Erzeuger schlichtweg grauenhaften Exemplare zu tun. Und statt sich gegenseitig auf die Schulter zu klopfen, wie großartig doch die Kinderbetreuung in der katholischen, evangelischen oder sonst einer Kirche ist, hätte ich mir gewünscht, dass einer oder eine der Teilnehmenden das eigentliche Problem anspricht.
Ich persönlich glaube nicht daran, dass das Leben für Kinder durch mehr Kindertagesstätten lebenswerter wird, es sei denn, man entzieht sie dauerhaft ihren überforderten Eltern und überläßt die Erziehung Menschen, die eben nicht ein Kind in die Welt gesetzt haben, weil "man" eben nun einmal welche hat oder weil es eben irgendwie passiert ist. Ich bin für einen Wesenstest für werdende Eltern! Und ich würde als Grundstock die folgenden Fragen stellen:
Nicht politisch korrekt? Siebenjährige, die einen Hinweis ihrer LehrerInnen mit "Fick Dich!" beantworten und ihren Mitschülerinnen fünf Euro für Schwanzlutschen bieten, aus dem Fenster geworfene Neugeborene, zu Tode geprügelte, unter Mangelerscheinungen leidende und vergewaltigte Kleinkinder sind möglicherweise ein wenig politische Unkorrektheit und verstärkten Einsatz wert.
Ich persönlich glaube nicht daran, dass das Leben für Kinder durch mehr Kindertagesstätten lebenswerter wird, es sei denn, man entzieht sie dauerhaft ihren überforderten Eltern und überläßt die Erziehung Menschen, die eben nicht ein Kind in die Welt gesetzt haben, weil "man" eben nun einmal welche hat oder weil es eben irgendwie passiert ist. Ich bin für einen Wesenstest für werdende Eltern! Und ich würde als Grundstock die folgenden Fragen stellen:
- Wie häufig schauen Sie Talk-, Psycho- oder Gerichtsshows im Fernsehen an?
- Kennen Sie Tine Wittler?
- Wieviel Zeit können Sie realistischerweise mit Ihrem Nachwuchs verbringen?
- Wieviele Worte sind Sie bereit, täglich mit Ihrem Kind zu wechseln?
- Sind Sie in der Lage, Ihrem Kind Fragen zu beantworten?
- Glauben Sie, dass Höflichkeit, Toleranz, Disziplin und Respekt vor anderen wichtige Charaktereigenschaften sind?
- Wissen Sie, was Höflichkeit, Toleranz, Disziplin und Respekt bedeuten?
- Wissen Sie, was ein Charakter ist?
- Wieviel Nährstoffe und wieviel Fett enthält ein Fruchtzwerg? Eine Milchschnitte? Eine Fruchtbombe?
- Was ist ein Apfel, und wie sieht er aus?
- Können Sie kochen? Wollen Sie kochen?
- Haben Sie das Gefühl, mit Ihrem Leben zufrieden zu sein?
- Wenn nicht, brauchen Sie ein Kind als Lebenssinnersatz?
- Oder eher zur Finanzierung der nächsten DVD-Anlage durch das Sozialamt?
Nicht politisch korrekt? Siebenjährige, die einen Hinweis ihrer LehrerInnen mit "Fick Dich!" beantworten und ihren Mitschülerinnen fünf Euro für Schwanzlutschen bieten, aus dem Fenster geworfene Neugeborene, zu Tode geprügelte, unter Mangelerscheinungen leidende und vergewaltigte Kleinkinder sind möglicherweise ein wenig politische Unkorrektheit und verstärkten Einsatz wert.
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