Ist ein großer Bogen, aber nicht unlogisch. Ein Maulwurf sitzt in seinem Loch, hat über sich ordentlich gebuddelt, und alle können sehen, dass er da ist, auch wenn sie ihn nicht sehen. Ein Tiger jagt, frisst, streift durch den Dschungel, ist allein, unabhängig, frei von guten Manieren und wird von vielen Menschen verfolgt. Deshalb sterben Tiger aus. Der Maulwurf ist auch frei von guten Manieren (sonst würde er ja nicht des Hobbygärtners Garten aufbuddeln) und wird verfolgt. Wegen seiner Buddelei. Und dann gibt es Ostern. Ostern finden fast alle toll, denn man muss nicht arbeiten, darf Schokoladenostereier verspeisen, manchmal ist das Wetter schön, und die Familie kommt endlich einmal zusammen. Ostern ist also alles, was Maulwürfe und Tiger nicht sind. (Danke der Nachfrage, es geht mir gut. Bin vielleicht ein bisschen philosophisch heute und befinde mich nicht in Vergils Tonne, sondern auf meinem mit viel Energie und Ausdauer ersessenen ehemaligen Klavierhocker. Und ich finde meine Gedankengänge vollkommen logisch. Sie nicht? Mir doch egal!)
Also. Maulwürfe leben in der Erde, ich weiß zwar nicht, warum sie immer diese Haufen machen, aber sie werden ganz bestimmt ihre Gründe haben. Die Erde riecht feucht, vielleicht ist sie auch warm, je nachdem, wie tief man buddelt. Maulwürfe finden sich zwar im Dunkeln, also unterirdisch, gut zurecht, aber angeblich können sie sonst nicht besonders gut gucken. Daher auch der Ausspruch: "Blind wie ein Maulwurf". Ob Maulwürfe glücklich sind mit ihrem Leben, weiß ich nicht. Es würde mich aber brennend interessieren. Leider kann ich kein maulwürfisch.
Tiger leben oberirdisch, meist dort, wo es warm und grün und einigermaßen undurchdringlich ist. Auch das macht Sinn, denn die meisten Menschen haben entweder Angst und jagen sie deswegen oder sie wollen ihr Fell, was auf das Gleiche hinausläuft: Tiger werden sehr häufig erschossen. Was schade ist, denn Tiger sind wahrhaft majestätische Tiere, dabei wunderschön anzusehen. Ich würde ungern von einem totgespielt werden, aber das wäre mir immer noch lieber, als ihnen beim Aussterben zusehen zu müssen.
Maulwürfe und Tiger sind eher ruhige Zeitgenossen. Sie plappern nicht, sie nerven nicht, sie halten die Klappe, statt irgendeinen unqualifizierten Blödsinn von sich zu geben. Stattdessen tun sie, was zu tun ist: Buddeln, jagen, fressen. Und dabei sind sie ruhig, Knochenknacken und Erdeaufwerfen einmal ausgenommen.
Es scheint allerdings nur noch sehr wenige Menschen zu geben, die Stille aushalten können. Liegt vielleicht an Fernsehen, Radio und Rundumberieselung, wo auch immer in den Niederungen der Zivilisation man sich gerade aufhält. Im Solling gibt es ein Hochmoor, nichts Spektakuläres, aber ruhig, schöne Farben, Vogelgezwitscher und ein Holzsteg, der hindurch führt. Und während der ruhesuchende Mensch einfach nur sitzen, schauen und hören möchte, will der gemeine Osterausflügler sehr laut diese unerträgliche Stille beseitigen. Schön ist, dass die Stille wiederkommt, wenn er weg ist und andere Flecken beschallt.
Sauna. Zehn Minuten hält man sich durchschnittlich dort drinnen auf. Warum scheint es nicht möglich zu sein, während dieser zehn Minuten die Klappe zu halten? Was macht Stille so beängstigend? Was treibt soviele Zeitgenossen dazu, ihre Umwelt auf Teufelkommraus zu beschallen, ganz egal, ob die Umwelt Ruhe sucht oder nicht? Und warum wird es strafrechtlich verfolgt, wenn man diese Nervbolzen erschießt, vierteilt, massakriert, langsam umbringt eben? Warum darf ich nicht in diesen Momenten erst zwecks ordnungsgemäßem und sinnstiftendem Gemetzel zum Tiger werden und mich nach Wiederherstellung der für mich angenehmen Ruhe in einen Maulwurf verwandeln, der in der Lage ist, sich unter der Rasterfahndung hindurchzubuddeln? Lieber Gott, es ist Ostern! Zeit für Wunder! Mach mich bitte zum Tiger!
Also. Maulwürfe leben in der Erde, ich weiß zwar nicht, warum sie immer diese Haufen machen, aber sie werden ganz bestimmt ihre Gründe haben. Die Erde riecht feucht, vielleicht ist sie auch warm, je nachdem, wie tief man buddelt. Maulwürfe finden sich zwar im Dunkeln, also unterirdisch, gut zurecht, aber angeblich können sie sonst nicht besonders gut gucken. Daher auch der Ausspruch: "Blind wie ein Maulwurf". Ob Maulwürfe glücklich sind mit ihrem Leben, weiß ich nicht. Es würde mich aber brennend interessieren. Leider kann ich kein maulwürfisch.
Tiger leben oberirdisch, meist dort, wo es warm und grün und einigermaßen undurchdringlich ist. Auch das macht Sinn, denn die meisten Menschen haben entweder Angst und jagen sie deswegen oder sie wollen ihr Fell, was auf das Gleiche hinausläuft: Tiger werden sehr häufig erschossen. Was schade ist, denn Tiger sind wahrhaft majestätische Tiere, dabei wunderschön anzusehen. Ich würde ungern von einem totgespielt werden, aber das wäre mir immer noch lieber, als ihnen beim Aussterben zusehen zu müssen.
Maulwürfe und Tiger sind eher ruhige Zeitgenossen. Sie plappern nicht, sie nerven nicht, sie halten die Klappe, statt irgendeinen unqualifizierten Blödsinn von sich zu geben. Stattdessen tun sie, was zu tun ist: Buddeln, jagen, fressen. Und dabei sind sie ruhig, Knochenknacken und Erdeaufwerfen einmal ausgenommen.
Es scheint allerdings nur noch sehr wenige Menschen zu geben, die Stille aushalten können. Liegt vielleicht an Fernsehen, Radio und Rundumberieselung, wo auch immer in den Niederungen der Zivilisation man sich gerade aufhält. Im Solling gibt es ein Hochmoor, nichts Spektakuläres, aber ruhig, schöne Farben, Vogelgezwitscher und ein Holzsteg, der hindurch führt. Und während der ruhesuchende Mensch einfach nur sitzen, schauen und hören möchte, will der gemeine Osterausflügler sehr laut diese unerträgliche Stille beseitigen. Schön ist, dass die Stille wiederkommt, wenn er weg ist und andere Flecken beschallt.
Sauna. Zehn Minuten hält man sich durchschnittlich dort drinnen auf. Warum scheint es nicht möglich zu sein, während dieser zehn Minuten die Klappe zu halten? Was macht Stille so beängstigend? Was treibt soviele Zeitgenossen dazu, ihre Umwelt auf Teufelkommraus zu beschallen, ganz egal, ob die Umwelt Ruhe sucht oder nicht? Und warum wird es strafrechtlich verfolgt, wenn man diese Nervbolzen erschießt, vierteilt, massakriert, langsam umbringt eben? Warum darf ich nicht in diesen Momenten erst zwecks ordnungsgemäßem und sinnstiftendem Gemetzel zum Tiger werden und mich nach Wiederherstellung der für mich angenehmen Ruhe in einen Maulwurf verwandeln, der in der Lage ist, sich unter der Rasterfahndung hindurchzubuddeln? Lieber Gott, es ist Ostern! Zeit für Wunder! Mach mich bitte zum Tiger!
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen