Eigentlich wollte ich ja schon heute früh bloggen. Aber vorher wollte ich kochen, Frühstück und 5 Tibeter machen, meine Unterlagen von gestern durchlesen, Tagebuch schreiben, Wäsche waschen. Tja. Jetzt gerade will ich eigentlich ein Format üben, Tee trinken, lesen. Irgendwie mache ich IMMER ALLES dann, wenn ich es eigentlich nicht machen will, und alles andere mache ich dann, wenn ich es mir nicht vorgenommen habe. Zum Ausgleich tue ich das, was ich mir vorgenommen habe, überhaupt nicht, sondern etwas, das ich vorher (bevor ich mit dem angefangen habe, was ich nicht tun soll und das gelassen habe, was ich hätte tun wollen) überhaupt nicht im Programm hatte. Egal. Eines ist absolut und unumstürzlich sicher: Ich kann viel von mir behaupten, aber eines auf gar keinen Fall: Mir ist egal, ob ich vor dem Duschen oder nach dem Kaffee zur Toilette gehe!
Nein, das ist nicht witzig! Es gibt Menschen, deren kompletter Tagesablauf in sich zusammenbricht, wenn sie nicht vor dem Kaffee duschen können. Wieder andere können auf gar keinen Fall ohne Zeitung sch... (Da nehme ich mich nicht aus.) Alles Krücken. Denn wenn ich die Augen schließe und mir eine Zeitung vorstelle, meine geschwärzten Hände, die ich mir beim Umblättern eingefangen habe, gibt es keinerlei Probleme mit dem Stuhlgang. (Warum heisst das eigentlich "Stuhlgang"? Haben die Menschen früher, bevor es erst die Holzhäuschen mit dem Herz an der Tür und später dann Wasserklosetts mit Spülung gab, ihr Geschäft auf Stühlen erledigt? Igitt. Wer hat das dann weggemacht?) Ist möglicherweise ein anderes Thema. Kein NLP.
Die Frage ist, was ich mit einem Menschen tue, der erst duscht, dann liest, dann sch... Ist da schon eine Intervention notwendig? Muss ich grüne Fragen stellen, oder hat er möglicherweise überhaupt keinen Leidensdruck? Liegt vielleicht der Leidensdruck ganz allein bei mir, und ich muss nur ein wenig pacen? Möglicherweise tut er (oder sie) das, weil er (oder sie) ohnehin gerade im Bad ist? Aber wäre es dann nicht sinnvoller, erst zu sch... und dann zu duschen? Dann lohnt es sich wenigstens. Das Duschen.
Was hat dieses Wochenende mit mir gemacht? Meine Gedanken sollten beim Klientenerstgespräch sein, nicht beim Stuhlgang und dessen Terminierung. Ist es die Sonne? Der Frühling? Die vielen schönen Menschen, die Sonntagnachmittags um den Maschsee in Hannover toben? Ernsthaft - da sind depressionenerzeugende Mengen von schönen Menschen ohne Figurprobleme, mit echt voll schicken Sonnenbrillen und Lauf-, Skate-, Radoutfits. Mützen, Tüchern, Shirts. Ich kam mir recht schäbig vor in meinen ausrangierten Hüppeklamotten. Und dann noch diese nach Krampfadern aussehende Ansammlung von Wasweißich in meiner linken Wade... Muss ich dringend übertätowieren lassen. Bin immer noch nicht beim Erstgespräch. Aber glücklicherweise auch nicht mehr beim Stuhlgang.
Wollte ich stattdessen über Wöbber reden? Nein!!! Und trotzdem... Natürlich gab es auch zwei oder drei Menschen über dreißig, aber ALLE anderen waren jung und schön!
Übrigens habe ICH keine Rituale. Naja, kaum. Wenige. Natürlich mache ich nach dem Aufstehen Yoga, aber das ist kein Ritual, sondern ein Bedürfnis. Und dann koche ich mir Kaffee. Würde jeder machen nach Aufstehen und Yoga, oder etwa nicht? Natürlich gibt es auch ein paar Dinge, die ich jeden Morgen tue. Aber nicht jeden Morgen zur gleichen Zeit. Ich liebe es, mit meinem Kaffee am PC zu sitzen und Fahrtenbuch zu schreiben. Aber das spart die Zeit, wenn es dann endgültig an die Steuererklärung geht. Und dann schaue ich natürlich die diversen Trainerforen nach Neuigkeiten durch - ist aber kein Ritual, sondern Informationssammlung. So. Nein, ich habe keine Rituale, ich bin flexibel. Was ich allerdings wirklich hasse, ist der Versuch, meinen Tagesablauf durcheinanderzubringen mit irgendwelchen Spontanaktionen. Nicht mit mir! Ein wenig Planungssicherheit braucht jede.
Ich gebe eine Stunde Sensual Fighting pro Woche, die sehr viel mit Koordination zu tun hat. Meinen Teilnehmerinnen sage ich immer, sie sollen das Gefühl genießen, daß ihr Körper gerade überhaupt nicht das tut, was sie ihm gesagt haben, und es als Herausforderung sehen. Mein Körper macht in der Regel recht brav alles mit, Zerrungen, Grippe und sonstige Wehwehchen ausgenommen. Aber mein Kopf führt schon ein gewisses Eigenleben. Denkt Dinge, die ich ihm nicht aufgetragen habe. Stellt Überlegungen an über Menschen, mit denen ich eigentlich gar nichts zu tun haben möchte. Im Gegenteil zu den Körpern meiner Teilnehmerinnen kann ich den Blödsinn, den mein Kopf verzapft, nicht im Spiegel sehen und also auch nur schwer ändern. Ist gerade überhaupt nicht nlpisch, das ist mir klar.
Was wäre, wenn ich nur noch Kopf wäre? Unbeeinflusst von anderen Reaktionen? m = x hoch 2? Oder vielleicht sogar die dritte Potenz einer Idee der siebten Kategorie? Wir gehen auf den Vollmond zu, das könnte eine mögliche Erklärung sein. Oder Frühlingsgefühle? mxhoch3 in irgendeiner Potenz macht mir Probleme, und möglicherweise werde ich dann auch nicht mehr verstanden.
Egal. Ist der fast volle Mond nicht wunderschön? Die Vögel, die den Abend ansingen? Der rotgefärbte Himmel? Die Idee von Frühlingserwachen eben... Gestern habe ich ein Kaninchen am Straßenrand gesehen und mich gefragt, ob es weiß, dass dort die Straße ist und es Leib und Leben riskiert, wenn es versucht, sie zu überqueren. Wievielen Kaninchen haben wir den Weg abgeschnitten, weil wir schneller fahren wollen? Dieses ganz spezielle Kaninchen bedeutete Leben für mich, war ein großes Bisschen mystisch, ein schöner und berührender Anblick. Aber die Angst, dass eben dieses Kaninchen sein Leben in allernächster Zukunft beschließen könnte, bloß weil irgendein blöder Autofahrer seine Blechkiste wichtiger findet als ein Leben...
Dann gab es noch den leuchtenden Mond im Geäst, die bereits erwähnten Vögel, die Ruhe und das Gefühl, dass Verlieben oder Verliebtsein jetzt sehr gut passen könnten. Aufregung. Spannung. Spielen. (Nein, nicht das Spiel mit den jetzt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit assoziierten Überraschungseiern!) Annehmen, was gerade kommt. Den Sonnenuntergang auf dem Balkon genießen, die Erzählungen der Vermieterszwillinge und das Gespräch mit den Ex-Schwiegereltern.
Hatte ich bereits erwähnt, dass Leben großartig ist? Lebenswert? Traumhaft schön? Blau und sonnig? Ruhig? Verträumt? Breitgrinsend? Augenleuchtend? Blumenblühend und regenbogenbunt?
Gerade war ich versucht, irgendeine alberne LEBENSweisheit von mir zu geben. Ich lasse es. Leben ist Leben ist Leben ist Leben. Und Glück ist Glück ist Glück ist Glück. Und Zeit ist Zeit ist Zeit. (Einen herzlichen Dank an Sergey für diese und andere Erkenntnisse!)
Nein, das ist nicht witzig! Es gibt Menschen, deren kompletter Tagesablauf in sich zusammenbricht, wenn sie nicht vor dem Kaffee duschen können. Wieder andere können auf gar keinen Fall ohne Zeitung sch... (Da nehme ich mich nicht aus.) Alles Krücken. Denn wenn ich die Augen schließe und mir eine Zeitung vorstelle, meine geschwärzten Hände, die ich mir beim Umblättern eingefangen habe, gibt es keinerlei Probleme mit dem Stuhlgang. (Warum heisst das eigentlich "Stuhlgang"? Haben die Menschen früher, bevor es erst die Holzhäuschen mit dem Herz an der Tür und später dann Wasserklosetts mit Spülung gab, ihr Geschäft auf Stühlen erledigt? Igitt. Wer hat das dann weggemacht?) Ist möglicherweise ein anderes Thema. Kein NLP.
Die Frage ist, was ich mit einem Menschen tue, der erst duscht, dann liest, dann sch... Ist da schon eine Intervention notwendig? Muss ich grüne Fragen stellen, oder hat er möglicherweise überhaupt keinen Leidensdruck? Liegt vielleicht der Leidensdruck ganz allein bei mir, und ich muss nur ein wenig pacen? Möglicherweise tut er (oder sie) das, weil er (oder sie) ohnehin gerade im Bad ist? Aber wäre es dann nicht sinnvoller, erst zu sch... und dann zu duschen? Dann lohnt es sich wenigstens. Das Duschen.
Was hat dieses Wochenende mit mir gemacht? Meine Gedanken sollten beim Klientenerstgespräch sein, nicht beim Stuhlgang und dessen Terminierung. Ist es die Sonne? Der Frühling? Die vielen schönen Menschen, die Sonntagnachmittags um den Maschsee in Hannover toben? Ernsthaft - da sind depressionenerzeugende Mengen von schönen Menschen ohne Figurprobleme, mit echt voll schicken Sonnenbrillen und Lauf-, Skate-, Radoutfits. Mützen, Tüchern, Shirts. Ich kam mir recht schäbig vor in meinen ausrangierten Hüppeklamotten. Und dann noch diese nach Krampfadern aussehende Ansammlung von Wasweißich in meiner linken Wade... Muss ich dringend übertätowieren lassen. Bin immer noch nicht beim Erstgespräch. Aber glücklicherweise auch nicht mehr beim Stuhlgang.
Wollte ich stattdessen über Wöbber reden? Nein!!! Und trotzdem... Natürlich gab es auch zwei oder drei Menschen über dreißig, aber ALLE anderen waren jung und schön!
Übrigens habe ICH keine Rituale. Naja, kaum. Wenige. Natürlich mache ich nach dem Aufstehen Yoga, aber das ist kein Ritual, sondern ein Bedürfnis. Und dann koche ich mir Kaffee. Würde jeder machen nach Aufstehen und Yoga, oder etwa nicht? Natürlich gibt es auch ein paar Dinge, die ich jeden Morgen tue. Aber nicht jeden Morgen zur gleichen Zeit. Ich liebe es, mit meinem Kaffee am PC zu sitzen und Fahrtenbuch zu schreiben. Aber das spart die Zeit, wenn es dann endgültig an die Steuererklärung geht. Und dann schaue ich natürlich die diversen Trainerforen nach Neuigkeiten durch - ist aber kein Ritual, sondern Informationssammlung. So. Nein, ich habe keine Rituale, ich bin flexibel. Was ich allerdings wirklich hasse, ist der Versuch, meinen Tagesablauf durcheinanderzubringen mit irgendwelchen Spontanaktionen. Nicht mit mir! Ein wenig Planungssicherheit braucht jede.
Ich gebe eine Stunde Sensual Fighting pro Woche, die sehr viel mit Koordination zu tun hat. Meinen Teilnehmerinnen sage ich immer, sie sollen das Gefühl genießen, daß ihr Körper gerade überhaupt nicht das tut, was sie ihm gesagt haben, und es als Herausforderung sehen. Mein Körper macht in der Regel recht brav alles mit, Zerrungen, Grippe und sonstige Wehwehchen ausgenommen. Aber mein Kopf führt schon ein gewisses Eigenleben. Denkt Dinge, die ich ihm nicht aufgetragen habe. Stellt Überlegungen an über Menschen, mit denen ich eigentlich gar nichts zu tun haben möchte. Im Gegenteil zu den Körpern meiner Teilnehmerinnen kann ich den Blödsinn, den mein Kopf verzapft, nicht im Spiegel sehen und also auch nur schwer ändern. Ist gerade überhaupt nicht nlpisch, das ist mir klar.
Was wäre, wenn ich nur noch Kopf wäre? Unbeeinflusst von anderen Reaktionen? m = x hoch 2? Oder vielleicht sogar die dritte Potenz einer Idee der siebten Kategorie? Wir gehen auf den Vollmond zu, das könnte eine mögliche Erklärung sein. Oder Frühlingsgefühle? mxhoch3 in irgendeiner Potenz macht mir Probleme, und möglicherweise werde ich dann auch nicht mehr verstanden.
Egal. Ist der fast volle Mond nicht wunderschön? Die Vögel, die den Abend ansingen? Der rotgefärbte Himmel? Die Idee von Frühlingserwachen eben... Gestern habe ich ein Kaninchen am Straßenrand gesehen und mich gefragt, ob es weiß, dass dort die Straße ist und es Leib und Leben riskiert, wenn es versucht, sie zu überqueren. Wievielen Kaninchen haben wir den Weg abgeschnitten, weil wir schneller fahren wollen? Dieses ganz spezielle Kaninchen bedeutete Leben für mich, war ein großes Bisschen mystisch, ein schöner und berührender Anblick. Aber die Angst, dass eben dieses Kaninchen sein Leben in allernächster Zukunft beschließen könnte, bloß weil irgendein blöder Autofahrer seine Blechkiste wichtiger findet als ein Leben...
Dann gab es noch den leuchtenden Mond im Geäst, die bereits erwähnten Vögel, die Ruhe und das Gefühl, dass Verlieben oder Verliebtsein jetzt sehr gut passen könnten. Aufregung. Spannung. Spielen. (Nein, nicht das Spiel mit den jetzt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit assoziierten Überraschungseiern!) Annehmen, was gerade kommt. Den Sonnenuntergang auf dem Balkon genießen, die Erzählungen der Vermieterszwillinge und das Gespräch mit den Ex-Schwiegereltern.
Hatte ich bereits erwähnt, dass Leben großartig ist? Lebenswert? Traumhaft schön? Blau und sonnig? Ruhig? Verträumt? Breitgrinsend? Augenleuchtend? Blumenblühend und regenbogenbunt?
Gerade war ich versucht, irgendeine alberne LEBENSweisheit von mir zu geben. Ich lasse es. Leben ist Leben ist Leben ist Leben. Und Glück ist Glück ist Glück ist Glück. Und Zeit ist Zeit ist Zeit. (Einen herzlichen Dank an Sergey für diese und andere Erkenntnisse!)
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