16 April 2007

Sterne

Gerade habe ich eine Weile auf dem Balkon gesessen, der Wolbrechtshäuser Fanfarenchor hat Café del Mar, Volumen Cinco, übertönt, was schade, aber aushaltbar war. An diesem niedersächsischen Himmel leuchten eine Menge Sterne. Ich frage mich, welches der ist, in den sich das Mädchen verliebt hat, welches der ist, auf dem der Kleine Prinz lebt, welches der ist, von dem aus man die Erde sehen kann, ohne Sehnsucht nach ihr zu verspüren. Und gibt es den Planeten, auf dem sich die Graue Frau in einen Schmetterling verwandelt hat?

Sommer im Frühling. Irgendwie ist sehr viel gleichgültig. Ich schaue mir zu bei dem, was ich tue, frage mich, was ich da tue und mache einfach weiter. Die Sonne scheint. Die Sterne leuchten.

Meine Nachbarin hat mir heute einen Vortrag über ihr Leben und den Sinn oder Unsinn von Bio-Produkten gehalten. Ich habe versucht, geduldig zu bleiben. Möglicherweise braucht sie ein Ohr. Oder zwei. Und ich hatte gerade Zeit. Bin trotz Schlafentzug noch immer nicht müde, höre George Winston und frage mich, zu welchem Stern ich reisen würde, wenn ich könnte. Kein Geheimnis für die, die mich kennen: Ich reiste zu keinem Stern, ich flöge nach Kreta, um niemals mehr einen Fuß auf einen anderen Platz zu setzen. Dort ist dieses ganz spezielle Licht, dort ist die Inspiration, dort ist das, was ich hoffe, irgendwann einmal haben und leben zu können.

Vom Hundertsten ins Tausendste - Kritiker würden mir gerade mit Recht wildeste Herumschweifereien unterstellen. Meine Verteidigung: Nach durchwachten Nächten darf geschweift werden, angesichts dieses Sternenhimmels und der Wärme darf der Geist an einen anderen Ort wandern. Dieser Ort muss nicht weit entfernt sein von zuhause; wichtig ist, dass er leer ist und gleichzeitig offen für Gestaltung.

Die Rapsfelder blühen. Es ist unglaublich warm, und sehr viele Menschen sind schon so braun wie im tiefsten Sommer. Schön, das. Und mitten zwischen ihnen ich mit all meinem vollkommen ver - rückten Leben, das ich aber selbst verrückt habe. Was wäre, wenn meine Träume sich erfüllten? Wo wäre ich? Wer wäre ich? Was hätte ich? Wer wäre bei mir? Wäre jemand bei mir?

Die Rapsfelder blühen. Ich sollte mich darauf konzentrieren, nicht allzu viele Fliegen zu schlucken beim Weglaufen oder Fahrradfahren.

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