Da hängt ein riesengroßer Vollmond über dem Nachbarhaus. Er taucht mein Schlafzimmer in ein wunderschönes Licht und liefert mir die Erklärung dafür, warum ich trotz höchstens fünf Stunden Schlaf letzte Nacht, nach heftigsten Alkoholexzessen, einer Menge Sport, einem Saunabesuch und zwei Flaschen Bier überhaupt nicht müde bin. Vollmond macht wach.
Im Tarot ist der Vollmond (oder der Mond allgemein) Synonym für das Unterbewußte, die dunkle Seite, und diese Tiefe wird bewacht von Anubis und bevölkert von Skarabäen. Ein schönes Bild. Mondsüchtig. Ich hatte zum Mond, speziell zum Vollmond immer eine besondere Beziehung, das Gefühl, sein Wirken am Himmel könnte mein Schicksal auf der Erde beeinflussen, war immer da. In Ägypten hat er mir geholfen, die Tage und Wochen zu zählen, hat mich gestärkt und mir Mut gemacht. Heute inspiriert er mich und hält mich wach. Und wie könnte ein Planet, der in der Lage ist, das Wasser eines wesentlich größeren Planeten zu bewegen, nicht in der Lage sein, auch die BewohnerInnen zu beeinflussen, die immerhin zu ca. 70% aus Wasser bestehen? Diese Erklärung, die eigentlich für die unverbesserlichen Rationalisten und Naturwissenschaftler gedacht ist, wird wahrscheinlich vom nächsten Forscher im Eilzugtempo zerpflückt werden. Ich benutze hier ganz bewußt nicht die weibliche Form. Frauen zerpflücken nicht, Frauen leben, genießen und sind Mythen. (Jedenfalls für die meisten Rationalisten. Und das können durchaus auch Frauen sein. Wirklich.)
Bin abgeschweift. Das war der Mond, ich kann nichts dafür! Vor langer Zeit habe ich einmal eine Geschichte geschrieben über einen kleinen Jungen, der die Sonne putzen wollte. Dieser kleine Junge nahm eine lange Reise auf sich, um das zu tun, weil er der festen Überzeugung war, dass die Sonne noch lange nicht perfekt genug sei. Ich fand mich auch nicht perfekt, und so haben der kleine Junge und ich niemals zueinander finden können. Manchmal dauert es ein Weilchen, bevor Menschen herausfinden, dass Perfektion nicht der Zweck ist. Liebe ist es. Und damit meine ich nicht nur die Liebe zwischen zwei Menschen, sondern die Liebe zu allem. Dem Vollmond, der Schatten auf den Dielenboden malt. Zu den kleinen Mädchen, die sich ausgesperrt haben und recht früh morgens klingeln, dabei sehr wach und nahezu unwiderstehlich großartig sind. Ein liebevolles Gefühl während einer Fahrradtour mit Orientierungshilfen (Hi Anja, weißt Du den Weg noch???), Eis und schönen Gesprächen. Selbstliebe in der Sauna mit Vogelgezwitscher. (Bitte nicht falsch verstehen! Ich habe KEINE unsittlichen Berührungen geübt, ich fand mich einfach nur großartig!) Liebe eben. Auch eine unerfüllte Liebe ist schön. Finde ich. Sie macht leiden, sie bewegt, sie verändert. Und vielleicht erfüllt sie sich irgendwann?
Mein Kopf ist voller Geschichten heute. Eine Mutter und eine Tochter, deren Verhältnis sich ändert. Plötzlich kann die Tochter nicht mehr "die Kleine" sein, sondern ist gefordert, ihre Mutter zu unterstützen. Das ist der Moment, in dem die Kindheit endgültig endet. Der Moment, in dem der Tochter bewußt wird, dass sie jetzt Mutterqualitäten braucht, um helfen zu können. Gratwanderungen zwischen den Generationen
Verletzungen. Früher, als ich der Überzeugung war, ich sei die Einzige, die verletzt worden ist, war ich sicher, dass es schlimmer nicht kommen könnte, dass ich leide, sonst niemand. Inzwischen weiß ich, dass auch die Person, die die Verletzung zufügt, leidet. MITleidet und sich selbst neues Leid macht. Anderes. In verletzte Augen zu blicken ist ein Blick in den Spiegel, ein Blick in eine Zeit, die Weichen gestellt hat.
Trennungen. Und damit meine ich nicht nur die Trennung zwischen zwei Menschen, sondern auch die einer Person zum Rest. Die "Behalt-doch-deinen-Scheißhammer!"-Trennung. (Wem das nichts sagt: Paul Watzlawick: Anleitung zum Unglücklichsein"). Oder sogar die Trennung von sich selbst. Kopf und Bauch können sich trennen, Arme und Beine, Gehirn und Neuronen (heissen die so???).
Da ist immer noch dieses silbrige Licht auf meinem Schlafzimmerboden. Ich MUSS dahin! Werde George Winstons "Forest", weiterlaufen lassen, mich in mein Bett legen und Nähe suchen, zum Mond und allem anderen. Der Mond ist magisch, vielleicht gibt er mir, was ich will? Wenn nicht, werde ich den nächsten Vollmond abwarten und zaubern. (Heute geht das nicht mehr, weil man bei dieser speziellen Zauberei sehr laut werden muss, und ich hätte die Zwillinge gern mit soviel Konzentration wie möglich in meinem Kurs.) Aber ich kann ja erst einmal abwarten; Zaubern geht später auch.
Aber den Mond werde ich genießen, werde seine Arme um mich legen und mich in den Schlaf wiegen lassen.
Im Tarot ist der Vollmond (oder der Mond allgemein) Synonym für das Unterbewußte, die dunkle Seite, und diese Tiefe wird bewacht von Anubis und bevölkert von Skarabäen. Ein schönes Bild. Mondsüchtig. Ich hatte zum Mond, speziell zum Vollmond immer eine besondere Beziehung, das Gefühl, sein Wirken am Himmel könnte mein Schicksal auf der Erde beeinflussen, war immer da. In Ägypten hat er mir geholfen, die Tage und Wochen zu zählen, hat mich gestärkt und mir Mut gemacht. Heute inspiriert er mich und hält mich wach. Und wie könnte ein Planet, der in der Lage ist, das Wasser eines wesentlich größeren Planeten zu bewegen, nicht in der Lage sein, auch die BewohnerInnen zu beeinflussen, die immerhin zu ca. 70% aus Wasser bestehen? Diese Erklärung, die eigentlich für die unverbesserlichen Rationalisten und Naturwissenschaftler gedacht ist, wird wahrscheinlich vom nächsten Forscher im Eilzugtempo zerpflückt werden. Ich benutze hier ganz bewußt nicht die weibliche Form. Frauen zerpflücken nicht, Frauen leben, genießen und sind Mythen. (Jedenfalls für die meisten Rationalisten. Und das können durchaus auch Frauen sein. Wirklich.)
Bin abgeschweift. Das war der Mond, ich kann nichts dafür! Vor langer Zeit habe ich einmal eine Geschichte geschrieben über einen kleinen Jungen, der die Sonne putzen wollte. Dieser kleine Junge nahm eine lange Reise auf sich, um das zu tun, weil er der festen Überzeugung war, dass die Sonne noch lange nicht perfekt genug sei. Ich fand mich auch nicht perfekt, und so haben der kleine Junge und ich niemals zueinander finden können. Manchmal dauert es ein Weilchen, bevor Menschen herausfinden, dass Perfektion nicht der Zweck ist. Liebe ist es. Und damit meine ich nicht nur die Liebe zwischen zwei Menschen, sondern die Liebe zu allem. Dem Vollmond, der Schatten auf den Dielenboden malt. Zu den kleinen Mädchen, die sich ausgesperrt haben und recht früh morgens klingeln, dabei sehr wach und nahezu unwiderstehlich großartig sind. Ein liebevolles Gefühl während einer Fahrradtour mit Orientierungshilfen (Hi Anja, weißt Du den Weg noch???), Eis und schönen Gesprächen. Selbstliebe in der Sauna mit Vogelgezwitscher. (Bitte nicht falsch verstehen! Ich habe KEINE unsittlichen Berührungen geübt, ich fand mich einfach nur großartig!) Liebe eben. Auch eine unerfüllte Liebe ist schön. Finde ich. Sie macht leiden, sie bewegt, sie verändert. Und vielleicht erfüllt sie sich irgendwann?
Mein Kopf ist voller Geschichten heute. Eine Mutter und eine Tochter, deren Verhältnis sich ändert. Plötzlich kann die Tochter nicht mehr "die Kleine" sein, sondern ist gefordert, ihre Mutter zu unterstützen. Das ist der Moment, in dem die Kindheit endgültig endet. Der Moment, in dem der Tochter bewußt wird, dass sie jetzt Mutterqualitäten braucht, um helfen zu können. Gratwanderungen zwischen den Generationen
Verletzungen. Früher, als ich der Überzeugung war, ich sei die Einzige, die verletzt worden ist, war ich sicher, dass es schlimmer nicht kommen könnte, dass ich leide, sonst niemand. Inzwischen weiß ich, dass auch die Person, die die Verletzung zufügt, leidet. MITleidet und sich selbst neues Leid macht. Anderes. In verletzte Augen zu blicken ist ein Blick in den Spiegel, ein Blick in eine Zeit, die Weichen gestellt hat.
Trennungen. Und damit meine ich nicht nur die Trennung zwischen zwei Menschen, sondern auch die einer Person zum Rest. Die "Behalt-doch-deinen-Scheißhammer!"-Trennung. (Wem das nichts sagt: Paul Watzlawick: Anleitung zum Unglücklichsein"). Oder sogar die Trennung von sich selbst. Kopf und Bauch können sich trennen, Arme und Beine, Gehirn und Neuronen (heissen die so???).
Da ist immer noch dieses silbrige Licht auf meinem Schlafzimmerboden. Ich MUSS dahin! Werde George Winstons "Forest", weiterlaufen lassen, mich in mein Bett legen und Nähe suchen, zum Mond und allem anderen. Der Mond ist magisch, vielleicht gibt er mir, was ich will? Wenn nicht, werde ich den nächsten Vollmond abwarten und zaubern. (Heute geht das nicht mehr, weil man bei dieser speziellen Zauberei sehr laut werden muss, und ich hätte die Zwillinge gern mit soviel Konzentration wie möglich in meinem Kurs.) Aber ich kann ja erst einmal abwarten; Zaubern geht später auch.
Aber den Mond werde ich genießen, werde seine Arme um mich legen und mich in den Schlaf wiegen lassen.
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