Im NLP gilt die Annahme, dass ein Mensch verschiedene Persönlichkeitsanteile hat, die alle eine positive Absicht verfolgen. Einige von meinen kenne ich und finde sie größtenteils auch recht sympathisch. Allerdings mag ich mich nicht auf in meinem Kopf mäandernde Anteile beschränken, ich brauche Handfestes. Und so stehe ich in regem Dialog mit meinem Körper. Manchmal vertragen sich alle meine Körperteile, dann geht es mir gut, und ich tue mir Gutes. Manchmal tragen sie Konflikte untereinander aus: Eine meiner Hände greift zur Bierflasche, und während mein Kopf noch die Ansicht vertritt, dass ein alkoholfreier Abend uns allen besser täte, greift Hand Nummer Zwei zum Flaschenöffner, und der Mund öffnet sich wie von Geisterhand, um möglichst große Mengen des köstlichen Getränks auf direktem Weg in Richtung Leber zu befördern. Leber sagt "Örk!" und beschwert sich beim Kopf, dass er nichts dagegen unternommen hat. Kopf beschimpft die Hände, doch die geben die Beschwerde an die Füße weiter, die in den Schnapsladen gelaufen sind. Eigentlich fühlt sich niemand so richtig verantwortlich, fürchte ich.
Und wenn ich diesen Zustand erreicht habe, in dem sich eigentlich niemand mehr für mich verantwortlich fühlt, kann es geschehen, dass ich Dinge tue, die ich erst am nächsten Tag sehe. Essen zum Beispiel. Da wache ich morgens auf mit dem unglaublich guten Gefühl, das berühmte, nicht deutschsprachige und trotzdem vielzitierte "Dinner-Cancelling" betrieben zu haben, dessen Erfolg zwar nicht wissenschaftlich nachgewiesen ist; nichtsdestotrotz wird es von führenden Klappergestellen als DAS Mittel zum Abnehmen gepriesen. Habe aber gar nichts gecancelt, wie ich am Morgen danach in meiner Küche feststellen muss. Irgendeiner meiner wohlwollenden (oder soll ich sagen: verfressenen?) Anteile hat mich nach dem Genuss des einen oder anderen Bieres in die Küche geführt, meine Hand genommen, auf dass sie nach dem Knäckebrot fische und es mit Frischkäse belege, er hat mir einen Löffel gegeben, damit ich den Honig direkt aus dem Glas und ohne Umweg über ein Brot in mich hineinbefördern kann, vor allem aber hat mir dieser Mistkerl von einem Persönlichkeitsanteil, den ich nicht kenne und niemals in meiner Bande haben wollte, einen derart üblen Gedächtnisschwund beschert, dass ich wirklich erst anhand der noch in der Küche herumliegenden Utensilien herausfinde, was für ein Vielfraß ich bin. Kann er nicht wenigstens dafür sorgen, dass mein Aufräumteil den ganzen Kram wieder wegstellt und ich morgens nicht dieses unglaublich schlechte Gewissen mit mir herumschleppen muss?
Das Problem ist ja nicht das Essen an sich. Nein, die Tatsache, dass ich meiner armen, hilflosen Leber erst Alkohol in größeren Mengen einflöße und dann auch noch Magen und Darm plattmache, bereitet mir Sorgen. Meine Leber sollte sich inzwischen an das eine oder andere Getränk gewöhnt haben; aber was sollen diese Lücken in meinem Gehirn? Habe ich da schon den einen oder anderen vernunftbegabten Anteil im Schnaps ertränkt, oder haben die sich da von allein hineingestürzt?
Einen Trost habe ich: Erstens denke ich, und das bedeutet, das noch ein kleines bisschen Elektrizität in meinem Gehirn vorhanden ist, und zweitens hat meine rechte Hand gerade zur RiverCola gegriffen. Gut so! Andererseits - Bier unterliegt dem Deutschen Reinheitsgebot, Cola gehört der chemischen Industrie. Also ist Bier gesünder. Oder?
Ein Hinweis für empathische MitleserInnen: Es geht mir gut. Bier ist (m)ein Grundnahrungsmittel. Der recht geringe Alkoholanteil ist zu vernachlässigen. Die Welt, in der es Bier gibt, gibt es nicht. Das habe ich am letzten Wochenende hinreichend dargelegt.
Und wenn ich diesen Zustand erreicht habe, in dem sich eigentlich niemand mehr für mich verantwortlich fühlt, kann es geschehen, dass ich Dinge tue, die ich erst am nächsten Tag sehe. Essen zum Beispiel. Da wache ich morgens auf mit dem unglaublich guten Gefühl, das berühmte, nicht deutschsprachige und trotzdem vielzitierte "Dinner-Cancelling" betrieben zu haben, dessen Erfolg zwar nicht wissenschaftlich nachgewiesen ist; nichtsdestotrotz wird es von führenden Klappergestellen als DAS Mittel zum Abnehmen gepriesen. Habe aber gar nichts gecancelt, wie ich am Morgen danach in meiner Küche feststellen muss. Irgendeiner meiner wohlwollenden (oder soll ich sagen: verfressenen?) Anteile hat mich nach dem Genuss des einen oder anderen Bieres in die Küche geführt, meine Hand genommen, auf dass sie nach dem Knäckebrot fische und es mit Frischkäse belege, er hat mir einen Löffel gegeben, damit ich den Honig direkt aus dem Glas und ohne Umweg über ein Brot in mich hineinbefördern kann, vor allem aber hat mir dieser Mistkerl von einem Persönlichkeitsanteil, den ich nicht kenne und niemals in meiner Bande haben wollte, einen derart üblen Gedächtnisschwund beschert, dass ich wirklich erst anhand der noch in der Küche herumliegenden Utensilien herausfinde, was für ein Vielfraß ich bin. Kann er nicht wenigstens dafür sorgen, dass mein Aufräumteil den ganzen Kram wieder wegstellt und ich morgens nicht dieses unglaublich schlechte Gewissen mit mir herumschleppen muss?
Das Problem ist ja nicht das Essen an sich. Nein, die Tatsache, dass ich meiner armen, hilflosen Leber erst Alkohol in größeren Mengen einflöße und dann auch noch Magen und Darm plattmache, bereitet mir Sorgen. Meine Leber sollte sich inzwischen an das eine oder andere Getränk gewöhnt haben; aber was sollen diese Lücken in meinem Gehirn? Habe ich da schon den einen oder anderen vernunftbegabten Anteil im Schnaps ertränkt, oder haben die sich da von allein hineingestürzt?
Einen Trost habe ich: Erstens denke ich, und das bedeutet, das noch ein kleines bisschen Elektrizität in meinem Gehirn vorhanden ist, und zweitens hat meine rechte Hand gerade zur RiverCola gegriffen. Gut so! Andererseits - Bier unterliegt dem Deutschen Reinheitsgebot, Cola gehört der chemischen Industrie. Also ist Bier gesünder. Oder?
Ein Hinweis für empathische MitleserInnen: Es geht mir gut. Bier ist (m)ein Grundnahrungsmittel. Der recht geringe Alkoholanteil ist zu vernachlässigen. Die Welt, in der es Bier gibt, gibt es nicht. Das habe ich am letzten Wochenende hinreichend dargelegt.
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