04 Mai 2007

Mein Computer ist ein A... Ich hätte ganz viel zu erzählen, aber er spinnt. Er ist grottenlangsam, hängt sich auf, möglicherweise ein Virus? Wäre kein Wunder bei all den Spams, die ich täglich löschen muss. Ich wäre gern viel schneller, aber es geht eben nicht. Außerdem habe ich ein dickes Pflaster an meinem rechten Ringfinger, was die Schnelltipperei erheblich bremst. Und dann ist da noch dieses unglaublich leckere, vor allem aber günstige Nörten-Hardenberger Pils...

Egal. All diesen Unwägbarkeiten zum Trotz werde ich mich austoben. Schlimmstenfalls muss ich den einen oder anderen Satz zweimal schreiben.

Was will ich denn sagen? Fragen will ich: Warum fühle ich mich, nachdem ich etwas gemacht habe, was objektiv richtig ist, schuldig? Warum ist meine Stimmung so leicht von aussen beeinflussbar? Wo sind meine Geschichten? Ich zensiere mich selbst, sehe mich mit fremden Augen, die mich überhaupt nicht kennen, die mich nie kennenlernen durften. Traumfänger sind schön - nicht schön ist es, wenn ein Bericht über die Träume erwartet wird.

Es war einmal... Was war? Was wird sein? Wann wird es sein? Werde ich es sein? Nicht nur mein Computer ist ein A..., ich bin es auch. Nehme die Rolle immer wieder gern auf mich; sie ist bekannt, ich kann sie gut spielen, auch wenn ich der Ansicht bin, dass ich gern einmal "die Gute" wäre. Aber so ist das nun einmal mit Rollen: Bist Du einmal der Bösewicht, wirst Du für immer auf diese Rolle festgelegt. Was verständlich ist, denn Du kannst sie. Klaus Kinski könnte Auskunft geben. Er hat eine Menge Furore gemacht mit A...auftritten.

Heute ist eigentlich der Tag, an dem ich mir darüber bewußt bin, dass nichts von dem, was ich sehe, wirklich ist. Stimmt. Sehen ist nicht wichtig. Fühlen ist es. Heute ist der Tag, an dem ich fühlen kann, was wichtig ist. Gut so.

Also bin ich jetzt der Bösewicht. Ich bin diejenige, die anderen Menschen Schmerzen zufügt, bin diejenige, die auf Füsse tritt. Bin ich das? Wirklich? Vielleicht war ich das? Vielleicht muss ich auf Füsse treten, um mein Seelenheil zu finden? Vielleicht muss ich auf Füsse treten, um Grenzen setzen zu können? Was dann?

Will ich nett sein? Will ich kompatibel sein? Oder will ich leben? Egoistisch mit allem drum und dran? Sagen, was ich will und gehen, wenn ich es nicht bekomme? Oder irgendwie damit leben.

Ich schlage gerade einen sehr weiten Bogen von einer Person, die ich war und die ich möglicherweise nicht mehr sein werde zu einer Person, die vielleicht endlich wünschen kann. Wahrscheinlich findet mich der eine oder andere Mensch mit festgefügtem Weltbild dann nicht mehr nett. Ich werde damit leben, nicht nett zu sein. Ich muss es. Denn wenn ich weiter nett bin, werde ich mich verlieren.

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