Ich sitze auf der Mole, habe mich bis an die beängstigend ans Meer heranreichenden Steine getastet, die Sonne geht unter, fast Mittsommernacht. Das Wasser ist ruhig, wie ein Spiegel, ich kann den Mond und die Sterne erkennen, die sich auf der klaren Oberfläche spiegeln. Bin ruhig, bin bei mir, nehme wahr, sehe, höre, fühle, rieche, schmecke. Sehe tausend Sterne am Himmel, höre das leise Flüstern der Wellen an den Steinen, fühle die kühle Luft auf meiner Haut, den Stein unter mir, fühle, was kommen wird, rieche Meer, schmecke Salz. Wenn ich zum Himmel hinaufblicke, sehe ich tausende von Sternen, wenn ich Richtung Land schaue, sehe ich "Das Fenster", den beliebtesten Platz in der Kneipe nach Mitternacht, und wenn ich in mich hineinhorche, weiss ich, dass all das nicht von Dauer sein wird.
Es gibt Vampire hier. Einer hat es auf mich abgesehen. Er kommt jede Nacht, schlägt seine Zähne in meinen Hals und trinkt ein kleines Bisschen von meinem Blut. Er tötet mich nicht, denn ich scheine so eine Art Speisekammer für ihn zu sein. Er will mich nicht tot sehen, will mir auch nicht die Unsterblichkeit seines Bisses verleihen, nein, so wichtig bin ich nicht. Nichts weiter als ein abgehangenes Stück Fleisch bin ich, das er am Abend vorfindet und von dem er kostet. Immer wieder.
Ich flehe ihn an, mich zu töten. Bitte ihn auf Knien, all mein Blut zu nehmen und mich würdig sterben zu lassen. Versuche eine Verhandlung - wenn er mich schon nicht von meinen nächtlichen Qualen erlöst, könnte er mich doch wenigstens zu einer der seinen machen.
Aber ich bin ihm genauso gleichgültig wie mir mein Leben war, bevor er es mir zu nehmen begann. Dass ich es jetzt anders schätzen könnte, glaubt er mir nicht. Inkongruent sei ich, sagt er. Also werde ich als Vampirvorratskammer enden, schwach, trauernd um das, was hätte sein können, aber lebend. Werde keine Sonne mehr sehen, den Wind nicht auf meiner Haut spüren, mich nicht mehr fühlen, Licht und Dunkelheit werden ihre Bedeutung verlieren. Ich werde sein, ohne zu sein. Werde atmen ohne zu leben. Werde traumlos schlafen ohne eine Hoffnung auf Erlösung. Werde nichts weiter tun als auf meinem Bett zu liegen und auf seinen Biss zu warten.
Alles, was mir bleibt, ist die Hoffnung auf seinen Durst.
Es gibt Vampire hier. Einer hat es auf mich abgesehen. Er kommt jede Nacht, schlägt seine Zähne in meinen Hals und trinkt ein kleines Bisschen von meinem Blut. Er tötet mich nicht, denn ich scheine so eine Art Speisekammer für ihn zu sein. Er will mich nicht tot sehen, will mir auch nicht die Unsterblichkeit seines Bisses verleihen, nein, so wichtig bin ich nicht. Nichts weiter als ein abgehangenes Stück Fleisch bin ich, das er am Abend vorfindet und von dem er kostet. Immer wieder.
Ich flehe ihn an, mich zu töten. Bitte ihn auf Knien, all mein Blut zu nehmen und mich würdig sterben zu lassen. Versuche eine Verhandlung - wenn er mich schon nicht von meinen nächtlichen Qualen erlöst, könnte er mich doch wenigstens zu einer der seinen machen.
Aber ich bin ihm genauso gleichgültig wie mir mein Leben war, bevor er es mir zu nehmen begann. Dass ich es jetzt anders schätzen könnte, glaubt er mir nicht. Inkongruent sei ich, sagt er. Also werde ich als Vampirvorratskammer enden, schwach, trauernd um das, was hätte sein können, aber lebend. Werde keine Sonne mehr sehen, den Wind nicht auf meiner Haut spüren, mich nicht mehr fühlen, Licht und Dunkelheit werden ihre Bedeutung verlieren. Ich werde sein, ohne zu sein. Werde atmen ohne zu leben. Werde traumlos schlafen ohne eine Hoffnung auf Erlösung. Werde nichts weiter tun als auf meinem Bett zu liegen und auf seinen Biss zu warten.
Alles, was mir bleibt, ist die Hoffnung auf seinen Durst.
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