29 Juli 2007

Alice Schwarzer und die BILD

Aufgeregt habe ich mich ja schon letzte Woche. Meine genauen Worte waren: "Ich weiß nicht, wem ich noch etwas glauben soll, wenn sogar Alice Schwarzer sich auf diese Weise prostituiert." Ich habe es auch nicht geglaubt. Im Gegenteil, jeden Morgen habe ich GoogleNews nach einem Artikel durchsucht, der mich in meiner Überzeugung bestätigt hätte, das alles sei gegen ihren Willen geschehen. Dann kam ich auf die unselige Idee, mir die Website von Frau Schwarzer anzusehen und wurde eines Schlechteren belehrt: Alice Schwarzer prostituiert sich auf diese Weise und hat meine Haltung in Bezug auf Korruption und Korrumpierbarkeit, Publicitygeilheit um jeden Preis, Unehrlichkeit, genauer gesagt: größtmögliche Verlogenheit, Arroganz und Inkonsequenz auf das Allerscheußlichste bestätigt.


Sie wissen nicht, wovon ich rede? Schauen Sie an der nächsten roten Ampel mal nach rechts, dann werden Sie entweder den großen Kohl Hand in Hand mit dem kleinen Mitterrand abgebildet sehen oder aber Alice Schwarzer, Untertitel: "Jede Wahrheit braucht eine Mutige, die sie ausspricht."



Ich weiß nicht, ob ich das darf, aber ich denke, Frau Schwarzer hat genug Geld verdient, um mir gegebenenfalls einen oder mehrere Rechtsanwälte (Der Springer-Konzern soll gute haben und brauchen, nebenbei gesagt!) auf den Hals hetzen zu können. Also. Ich zitiere:


Zur Zeit läuft eine Plakataktion der BILD-Zeitung, die - nach vielen toten Männern - in diesen Tagen auch mit mir wirbt. Es heißt da: "Jede Wahrheit braucht eine Mutige, die sie ausspricht." Verständlich, dass viele glauben, dies sei ohne meine Zustimmung geschehen, denn mein kritisches Verhältnis zu BILD (und deren Wahrheitsgehalt) ist kein Geheimnis.

Doch ich habe zugestimmt. Ganz einfach, weil ich finde, dass es nicht schaden kann, wenn in so einer Runde - von Gandhi und Freud bis Einstein und Brandt - auch mal eine Frau auftaucht. Und eine sehr lebendige noch dazu.

Übrigens: Das Honorar geht direkt an drei Projekte, die muslimischen Mädchen in Not helfen.

Kommentar Tagesspiegel 18.7.2007
"Alice im Springerland"

Meine nächste Lesung mit der "Antwort" habe ich am 25. Juli in München. Wer dabei sein will: Sie beginnt um 20 Uhr im Literaturhaus.
Noch Fragen??? Rasch mal eben die neue Lesung beworben, sich selbst gelobt, weil im Gegensatz zu Gandhi, Einstein und Freud noch am Leben und außerdem die einzige Frau. GROßARTIG!!! Ich bin stellvertretend für alle ehemaligen EMMA-Leserinnen sehr stolz darauf, eine Frau zu sein, die ihr Geld weder in die EMMA noch in die Bild investiert.


Und trotzdem: Kann man diese Haltung an Zynismus noch überbieten?? Da geht eine ehemalige Vorreiterin von Emanzipation, Recht auf Abtreibung, Kampf gegen die Pornographie, gleichen Lohn für gleiche Arbeit usw. usw. hin, läßt sich von Deutschlands größtem Volksverblödungsorgan ablichten und an allen Litfasssäulen, die noch ein wenig Platz haben, aufhängen. Das Geld wird dann an muslimische Mädchen in Not gespendet. Ich wüßte gern, wieviele muslimische Mädchen in Deutschland schon in Not waren, weil die BILD wieder irgendwelche rassistischen oder sexistischen Schlagzeilen produziert hat. Brennend würde mich interessieren, wer definiert, welche muslimischen Mädchen in Not sind? Hat Frau Schwarzer das Honorar erhalten und nach Abzug der Kosten für Promotion, Eigenwerbung und Buchlayout die verbliebenen 10% selbst überwiesen? Oder hat sie die Aufgabe gleich der BILD überlassen, schließlich kennen die sich ja mit karikativen Projekten aus.


Ein paar Probleme hatte ich ja schon damit, als Alice Schwarzer ihre Popularität mit der Teilnahme an einem Rateteam zu steigern versuchte. Das war irgendsoein Remake von "Welches Schweinderl hätten'S denn gern?" auf Kabel. Peinlich fand ich das, aber noch aushaltbar. Inzwischen habe ich die ernsthafte Befürchtung, dass auch ehemalige Ikonen des Feminismus der Sucht nach Berühmtheit erliegen können. Andererseits entbehrt das auch nicht einer gewissen Ironie: Vor einigen Jahren, als Verona noch Feldbusch hieß, versuchte, einen gewissen Sex-Appeal auszustrahlen
und "Werbeikone" genannt wurde, trat Alice Schwarzer in einem Streitgespräch gegen sie an. Heute ist sie selbst eine Werbeikone. Gut, sie kann sicher nicht die Beinchen so schön ineinander verknoten wie Frau Pooth, und auch ihre Stimme hat nicht dieses Mädchenhafte, das Männer massenweise ihren Beschützerinstinkten erliegen lässt, aber ein Anfang ist gemacht. Und vielleicht soll ja Clementine wiederbelebt werden...
Sorry, Frau Schwarzer, als Feminismus-Ikone waren Sie mir lieber!


Jetzt bleibt nur abzuwarten, wann wir lesen dürfen, dass Frau Pauly von ihrer Kandidatur für den CSU-Vorsitz absieht und Alice Schwarzer den Vortritt, diese sich in lila Latex für die Park-Avenue ablichten
läßt, um unmittelbar danach als Zeichen ihrer Solidarität mit den in Not geratenen muslimischen Mädchen zum Islam überzutreten und fortan nur noch tiefverschleiert und gesenkten Kopfes für den Fall, dass ein Mann im Publikum weilt, zu uns zu sprechen.


Was bin ich froh, dass ich schon vor zwanzig Jahren mein EMMA-Abo gekündigt habe; jeder Cent, der auf direktem oder indirektem Wege diese unsägliche Selbstbeweihräucherung unterstützt, würde mir die Schamesröte ins Gesicht treiben!


Eine Bitte hätte ich an den Dalai Lama: Lassen Sie mich in der Illusion, dass zumindest das Oberhaupt einer friedlichen Religion nicht korrumpierbar ist! BITTE!

28 Juli 2007

Trauma in der Sauna

Alles schien gut - ich hatte mein Tagebuch auf den Knien, die Füße vor dem Kamin, Entspannung pur. Ich schrieb. Kurz. Dann hob ich meinen Blick. Und genau das hätte ich besser nicht getan, denn diese klitzekleine Bewegung führte dazu, dass ich richtig fies und gemein wurde (in Gedanken), häßlich und lästerlich schrieb ich in mein Buch und konnte überhaupt kein Ende finden.

Eben noch über einen mir nahen Menschen philosophiert, jetzt ins Monstrositätenkabinett katapultiert. Mein Blick konnte nicht mehr weg, er wurde festgenagelt, gekreuzigt, gefesselt, gefangen genommen. Sie hatte kleine Hände und Füße und lackierte Fußnägel. Warum nur? Marius Müller-Westernhagen spukt in meinem Kopf herum. Danke, lieber Marius für Deine Hymne! (Nein, ich sage nicht, welche! Meine Gegnerin wäre im Vorteil, weil schwerer, ich deswegen im Nachteil, weil nicht sumoringend.) Es hat mit einer der Todsünden zu tun, soviel zumindest wage ich zu verraten.



Blick mit Mühe abgewendet und weitergeschrieben. Ich versuche noch immer, über den mir nahen Menschen zu philosophieren.
Aber nach der visuellen Vergewaltigung sind jetzt meine Ohren dran.

Neben mir im Whirlpool wird Politik gemacht. Jugendlichen wird Disziplin beigebracht, Lehrstellen werden verteilt, die eigene Tätigkeit gelobt. Laut. Sehr laut. Ich mache drei männliche Stimmen aus, tippe auf 50plus, einer ist besonders engagiert dabei. Hören die sich zu? Oder warten sie nur darauf, dass der Gegenüber den Mund nicht mehr bewegt?


Oh, jetzt sind sie irgendwie bei der Russenmafia gelandet. Ich war anscheinend kurz unaufmerksam und habe den Weg vom faulen, Sozialhilfe bzw. Harz IV schmarotzenden Halbwüchsigen, der nur so geworden ist, weil seine Eltern eben auch Schmarotzer sind und er nichts anderes kennt, zur Mafia nicht nachverfolgt. Aber auch hier sind ganz klar Insiderkenntnisse vorhanden. Einer glaubt zu wissen, dass nicht die Mitglieder der Russenmafia selbst morden, sondern irgendwen, der nichts mit der Russenmafia zu tun hat, anheuern. Was ja nicht ganz unintelligent wäre.


Aha, Obdachlose! Er fängt das Saufen an, Frau haut ab, Job geht über den Jordan, schon isses passiert, und die arme Sau muss unter einer Brücke schlafen!


Die Erde bebt. Mein Gegenüber steht zwecks Nahrungsaufnahme auf.


Schnell weg. Ducken und rennen, sonst gehen sie noch auf die Tätowierten los, oder die Dame wird ohnmächtig und fällt auf mich drauf...

Welches Leben lebt mich heute?

Lebe ich das Leben?

Lebt das Leben mich?

Leben wir gemeinsam?

Oder eher nicht?



Das Leben fragt oft:

„Liebst Du mich?“

Ich sage meistens:

„Eher nicht.“

17 Juli 2007

Kampf mit dem Teufel

Böse! Da hat mich heute ein ganz gemeines Wesen angesprochen, hat mir geschmeichelt, mir Versprechungen gemacht, wollte mich überzeugen, dass ich alles tun kann und darf, wozu ich gerade Lust habe und mir dabei einflüstern, worauf ich Lust zu haben habe.

Ich nenne ihn (Ja, es ist ein ER, die Herren mögen mir das nachsehen!) Teufel. Nicht der Teufel aus der christlichen Mythologie, der unten sitzt, das Höllenfeuer anheizt und meine Seele will. Nicht der Gegenspieler von Gott, denn um an ihn zu glauben müsste ich auch an einen christlichen Gott glauben. Tue ich aber nicht.


Kurzer Exkurs: Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein einziger Gott alles in den Griff bekommen kann und habe darum mein Leben und meine Seele sicherheitshalber mehreren Göttern und Göttinnen anvertraut. Ich weiß nicht, wieviele es genau sind, das ist auch nicht wichtig. Sie sind da. Ich glaube an sie. Und sie wohnen an einem Strand, genau dort, wo die hohen Wellen des libyschen Meeres auf von Menschenhand behauenen Sandstein treffen. Glaube ist vielschichtig. Glücklicherweise. Und im Gegensatz zu meinen evangelischen Glaubensgeschwistern kann mir kein deutscher Papst erzählen, dass es meine Religion eigentlich gar nicht gibt. Er weiß nämlich nichts von meiner Religion. Oder? Lesen Sie Blogs, Herr Ratzinger???


Zurück zum Thema: "Mein" Teufel versucht mich zu ködern, indem er mit meiner Unabhängigkeit spielt. Er flüstert mir ins Ohr, dass alles meine freie Entscheidung sei und er mir nur ein paar Alternativen zeigt. Aber es sind alte Alternativen. Und ich weiß, dass er sofort seine Krallen in meinen Körper jagen wird, wenn ich ihm auch nur ein klitzekleines Stückchen entgegenkomme. Nicht einmal meinen Kopf darf ich in seine Richtung neigen, denn dann könnte ich sein Flüstern deutlicher verstehen, und mein Schicksal wäre besiegelt. Er hätte meine freie Seele. Vielleicht nicht für immer, aber für einige Zeit. Und mit jedem auch noch so kleinen Teil von Freiheit, die ich ihm opfere wird mein Spielraum geringer, bis ich eines Tages nicht einmal mehr weiß, dass ich einmal frei gewesen bin.



Heute begann er im Auto mit mir zu flüstern, auf der Nachhausefahrt. Ich wurde unruhig, das gebe ich gern zu. Ich habe ihm für einen kurzen Moment ein Ohr geschenkt, war mir aber die ganze Zeit bewußt, wer da mit mir redet, wer sich sowohl auf dem Beifahrer- als auch auf dem Rücksitz breit gemacht hat. Kurz bevor ich zuhause ankam, habe ich ihn angeschrien: "Nicht mit mir, mein böser Freund! Mich bekommst Du nicht!" Und ich danke jetzt, eine Stunde später, meiner Mutter, die mich zum Trotzkopf, zum "Jetzt-erst-recht-Kind" erzogen hat. Ich habe ihm all meine Kraft um die Ohren gehauen, und diese Kraft wird mit jedem Tag mehr. Oh nein, er wird mich nicht bekommen, nicht heute, denn heute habe ich ihn geschlagen! Ich weiß allerdings, dass er es immer wieder versuchen wird, an manchen Tagen stärker, an anderen weniger. Und ich weiß, dass ich mit jedem Bisschen Kraft, das ich hinzugewinne, ihm von seiner Stärke nehme, zumindest für einen wichtigen Moment. Wenn ich es jedoch zulasse, funktioniert diese Rechnung auch umgekehrt.


Heute konnte ich ihm sehr viel entgegensetzen. Stolz bin ich. Und dankbar. Die Götter und Göttinnen, die heute für mich zuständig waren, haben mir von ihrer Kraft geschenkt.

Neben ihnen gibt es noch einen Stern... Ich kann ihn deutlich am Himmel sehen, und wenn ich dort ankomme, möchte ich erhobenen Hauptes sein mit dem Bewußtsein, gekämpft und gewonnen zu haben.


Möglicherweise werde ich auch das eine oder andere Scharmützel gegen meinen Teufel verlieren. Aber er wird nicht einmal den Nagel meines kleinen Fingers kampflos bekommen. Nein, mein böser Freund, NICHT MIT MIR!

13 Juli 2007

Die rebellische Landrätin oder so

Gestern abend musste ich sehr lange über Gabriele Pauli philosophieren. Denken Sie jetzt auch: "War das nicht die Zicke mit den Latexklamotten?" Was auch immer wir von ihr halten, sie möchte für den Vorsitz der CSU kandidieren. Die Süddeutsche (möglicherweise das fast amtliche CSU-Organ) titelt "Bitte kein Latex mehr!". Verdammt, ertappt! Etwas in der Art habe ich nämlich auch gedacht. Dabei ist Frau Pauli nichts anderes als unser von vielen geliebter sogenannter "Medienkanzler" Gerhard Schröder. Auch er hat sich werbewirksam in Armani ablichten lassen; allerdings kam hier kaum jemand auf die Idee, ihn als Domina zu bezeichnen. Gut, er hatte keine Latexhandschuhe an, aber kann nicht eine fette Zigarre im Mundwinkel, gepaart mit diesem "Ich-bin-der-Größte-Blick" ebenso den Verdacht erwecken, es hier mit einem krankhaft geltungssüchtigen Selbstdarsteller zu tun zu haben? Nein, Gerhard Schröder durfte das! Darf ich den vorsichtigen Verdacht äußern, dass Gabriele Pauli das nicht darf, weil sie erstens eine Frau und zweitens Einwohnerin des Freistaates Bayern ist?

Horst Seehofer kehrt nach monatelangem Fremdgevögel und der Zeugung einer Tochter zu seiner Frau zurück, und Deutschland seufzt erleichtert auf. Ich nicht. Erstens frage ich mich, warum Frau Seehofer ihren hormongeplagten Angetrauten nicht in die Wüste geschickt hat und zweitens möchte ich gern wissen, warum der Papst sich dazu nicht äußert - immerhin vertritt doch die CSU mehr als jeder andere in diesem Land die katholische (und lt. neuesten Äußerungen aus Rom damit einzig wahre) Kirche. Geht denn das? Wieso wird der nicht exkommuniziert? Ich habe die stille Hoffnung, dass Frau Seehofer sich zumindest finanziell entschädigen lassen hat - wäre Horst "meiner", ich hätte diesem Kerl zwei Drittel seines fetten Abgeordnetengehalts plus Beteiligung an den Erträgen sämtlicher Nebenjobs aus der Tasche gezogen. Und auf gar keinen Fall würde ich mehr vögeln!


Aber wir waren bei Gabriele Pauli. Selbstdarstellerin? Rebellin? Blöde Ziege? Königsmörderin? Die schöne Landrätin? Was ist sie denn nur? War sie möglicherweise am Anfang dieses Medienhypes nicht mehr als eine Lokalpolitikerin, die die Nase voll hatte von den Altherrenzirkeln im Freistaat? Die fand, dass auch die CSU modernisierungsfähig sei? Oder hat sie in ihrem Fürther Landratsbüro gesessen und sich überlegt, wie sie am besten an einen Modelvertrag kommt? Mit etwas über vierzig wäre das ja ein verständlicher Wunsch, der möglicherweise auch Angela Merkel bewogen hat, sich gegen Intrigen, Männerbünde und die öffentliche Meinung durchzusetzen. Ich sehe gerade das Titelblatt von Vanity Fair vor meinem inneren Auge: "Angie und Gaby - Politik kann so schön sein!"

Ich werde jetzt einmal Birnen mit Äpfeln vergleichen und auf einen Haufen werfen: Friedrich Merz, Bundestagsabgeordneter und eingeschnappter Ex-Experte der CDU, Inhaber von ca. 21 lukrativen Nebenjobs und Kläger gegen die Offenlegung von Nebeneinkünften: Wurde er schon einmal gefragt, ob er noch weiß, wann er in wessen Namen was fordert? Hat man ihn schon einmal für Park Avenue abgelichtet, mit gefächerten Euroscheinen in jeder Hand und einem gierigen Lächeln auf den Lippen?

Oskar Lafontaine, Vorsitzender der Linken, abgehalfterter Ex-Wirtschaftsminister und Fahnenflüchtiger, als es darum ging, Verantwortung zu übernehmen, ähnlich eingeschnappt wie Friedrich Merz, aber mit einer gewissen göbbelschen Rhetorik gesegnet: Hat man von ihm schon einmal wissen wollen, wie er es vereinbaren kann, mit Stretchlimousine, 27 Bodyguards und großer Entourage anzureisen, um dem einfachen Volk dann Gleichheit für alle zu predigen? Ist er schon einmal darum gebeten worden, allen überflüssigen Besitz an die palästinensische Befreiungsorganisation zu spenden, um authentischer zu wirken?

Edmund Stoiber, stotternder und faselnder Welterklärer, verhinderter Bundeskanzler, abgesägter Parteivorsitzender der CSU und zukünftiger Ex-Ministerpräsident von Bayern, eingeschnappt, weil ihm niemand außer ein paar hinterwäldlerischen bayrischen Eingeborenen und Karin (bei der ich mir allerdings auch nicht wirklich sicher bin; vielleicht ist sie nur leidensfähig...) zugetraut hat, Deutschland repräsentieren zu können: Warum hat ihn niemand in die Pflicht genommen, als es darum ging, ernsthaft zu arbeiten, nämlich als Wirtschaftsminister mit einem Superministerium, dass er sich in seiner Eingeschnapptheit selbst erstritten hatte? Spricht noch irgendjemand davon, dass Edi sich schnellstens wieder in sein kuscheliges Bayern zurückgezogen hat, weil er auf einmal Angst vor der eigenen Courage bekam?

Ich habe keine Ahnung, was in Gabriele Pauli vorgeht, kenne ihre Ziele und Wünsche nicht und interessiere mich auch nicht dafür, wie sie nackt aussieht. Aber ich denke, es gibt so viele nackte Männer im grauen Zwirn, die mehr dass es nicht nötig ist, sich an einer Fürther Landrätin festzubeissen.

11 Juli 2007

Towanda!

In einem Online-Meeting nennt sich eine der Teilnehmerinnen Towanda. Insiderinnen wissen, dass es sich hier um die Hauptperson in einem wunderschönen und eigentlich nur für Frauen gedachten (Ja, die Herren, ich schließe Sie hier ganz bewußt aus - oder haben Sie schon einmal mit Ihrem besten Freund angesichts eines berührenden Films die Tempos geteilt?) Film handelt: Grüne Tomaten.

In einer Szene will die Hauptprotagonistin, eine übergewichtige und unglückliche, klassisch amerikanische Hausfrau gerade ihren Wagen einparken, als ihr eine junge, schlanke Dame mit VW Käfer den Parkplatz vor der Nase wegschnappt. Sie fragt "Warum haben Sie das getan?", und die junge Frau antwortet "Was willst Du denn, Du fette Kuh?" (Oder irgendetwas Unhöfliches in der Art.) Die Hauptdarstellerin setzt zurück, stößt ihren neu gelernten Kampfschrei "Towanda!" aus und rammt den Käfer mit Vollgas. Als die Fahrerin einigermaßen verstört aussteigt, erklärt sie ihr: "Ich bin vielleicht fett, aber ich bin garantiert besser versichert als Sie!", steigt in ihren amerikanischen Mittelklassewagen und rauscht von dannen. Großartig.


Wie ich darauf komme? Weil es keine Zufälle gibt. Weil irgendwie alles zu irgendetwas gut ist. Weil ich mit Klarheit im Kopf auf einmal wieder weiß, wo ich hin will und mich auch in diese Richtung bewege. Weil ich mich freue über die Kraft, die ich nach langer Zeit wieder spüre. Weil ich gerade überhaupt nicht kämpfen muss, obwohl ich ein "Lebensprojekt" angehe. Und weil ich in einer Gemeinschaft von Menschen, die sich nicht kennen, aber trotzdem verstehen, die sich nichts vorwerfen, aber trotzdem (mit-) teilen und die mir in 13 Tagen schon sehr viel Mut und Kraft gegeben haben, auf Towanda getroffen bin.


Es gibt keine Zufälle. Alles, was mir vermeintlich geschieht, habe ich gemacht. Und das ist einfach großartig.


Ich wünsche allen MitleserInnen gute 24 Stunden!

Klärungen

Klarheit.
Himmelsblau in meinem Herzen.
Ganzgefühl in meinem Bauch.
Sonnengeflecht umarmt mich sanft.
Bei mir.
Hier.
Jetzt.
Heute.