Böse! Da hat mich heute ein ganz gemeines Wesen angesprochen, hat mir geschmeichelt, mir Versprechungen gemacht, wollte mich überzeugen, dass ich alles tun kann und darf, wozu ich gerade Lust habe und mir dabei einflüstern, worauf ich Lust zu haben habe.
Ich nenne ihn (Ja, es ist ein ER, die Herren mögen mir das nachsehen!) Teufel. Nicht der Teufel aus der christlichen Mythologie, der unten sitzt, das Höllenfeuer anheizt und meine Seele will. Nicht der Gegenspieler von Gott, denn um an ihn zu glauben müsste ich auch an einen christlichen Gott glauben. Tue ich aber nicht.
Kurzer Exkurs: Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein einziger Gott alles in den Griff bekommen kann und habe darum mein Leben und meine Seele sicherheitshalber mehreren Göttern und Göttinnen anvertraut. Ich weiß nicht, wieviele es genau sind, das ist auch nicht wichtig. Sie sind da. Ich glaube an sie. Und sie wohnen an einem Strand, genau dort, wo die hohen Wellen des libyschen Meeres auf von Menschenhand behauenen Sandstein treffen. Glaube ist vielschichtig. Glücklicherweise. Und im Gegensatz zu meinen evangelischen Glaubensgeschwistern kann mir kein deutscher Papst erzählen, dass es meine Religion eigentlich gar nicht gibt. Er weiß nämlich nichts von meiner Religion. Oder? Lesen Sie Blogs, Herr Ratzinger???
Zurück zum Thema: "Mein" Teufel versucht mich zu ködern, indem er mit meiner Unabhängigkeit spielt. Er flüstert mir ins Ohr, dass alles meine freie Entscheidung sei und er mir nur ein paar Alternativen zeigt. Aber es sind alte Alternativen. Und ich weiß, dass er sofort seine Krallen in meinen Körper jagen wird, wenn ich ihm auch nur ein klitzekleines Stückchen entgegenkomme. Nicht einmal meinen Kopf darf ich in seine Richtung neigen, denn dann könnte ich sein Flüstern deutlicher verstehen, und mein Schicksal wäre besiegelt. Er hätte meine freie Seele. Vielleicht nicht für immer, aber für einige Zeit. Und mit jedem auch noch so kleinen Teil von Freiheit, die ich ihm opfere wird mein Spielraum geringer, bis ich eines Tages nicht einmal mehr weiß, dass ich einmal frei gewesen bin.
Heute begann er im Auto mit mir zu flüstern, auf der Nachhausefahrt. Ich wurde unruhig, das gebe ich gern zu. Ich habe ihm für einen kurzen Moment ein Ohr geschenkt, war mir aber die ganze Zeit bewußt, wer da mit mir redet, wer sich sowohl auf dem Beifahrer- als auch auf dem Rücksitz breit gemacht hat. Kurz bevor ich zuhause ankam, habe ich ihn angeschrien: "Nicht mit mir, mein böser Freund! Mich bekommst Du nicht!" Und ich danke jetzt, eine Stunde später, meiner Mutter, die mich zum Trotzkopf, zum "Jetzt-erst-recht-Kind" erzogen hat. Ich habe ihm all meine Kraft um die Ohren gehauen, und diese Kraft wird mit jedem Tag mehr. Oh nein, er wird mich nicht bekommen, nicht heute, denn heute habe ich ihn geschlagen! Ich weiß allerdings, dass er es immer wieder versuchen wird, an manchen Tagen stärker, an anderen weniger. Und ich weiß, dass ich mit jedem Bisschen Kraft, das ich hinzugewinne, ihm von seiner Stärke nehme, zumindest für einen wichtigen Moment. Wenn ich es jedoch zulasse, funktioniert diese Rechnung auch umgekehrt.
Heute konnte ich ihm sehr viel entgegensetzen. Stolz bin ich. Und dankbar. Die Götter und Göttinnen, die heute für mich zuständig waren, haben mir von ihrer Kraft geschenkt.
Neben ihnen gibt es noch einen Stern... Ich kann ihn deutlich am Himmel sehen, und wenn ich dort ankomme, möchte ich erhobenen Hauptes sein mit dem Bewußtsein, gekämpft und gewonnen zu haben.
Möglicherweise werde ich auch das eine oder andere Scharmützel gegen meinen Teufel verlieren. Aber er wird nicht einmal den Nagel meines kleinen Fingers kampflos bekommen. Nein, mein böser Freund, NICHT MIT MIR!
Ich nenne ihn (Ja, es ist ein ER, die Herren mögen mir das nachsehen!) Teufel. Nicht der Teufel aus der christlichen Mythologie, der unten sitzt, das Höllenfeuer anheizt und meine Seele will. Nicht der Gegenspieler von Gott, denn um an ihn zu glauben müsste ich auch an einen christlichen Gott glauben. Tue ich aber nicht.
Kurzer Exkurs: Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein einziger Gott alles in den Griff bekommen kann und habe darum mein Leben und meine Seele sicherheitshalber mehreren Göttern und Göttinnen anvertraut. Ich weiß nicht, wieviele es genau sind, das ist auch nicht wichtig. Sie sind da. Ich glaube an sie. Und sie wohnen an einem Strand, genau dort, wo die hohen Wellen des libyschen Meeres auf von Menschenhand behauenen Sandstein treffen. Glaube ist vielschichtig. Glücklicherweise. Und im Gegensatz zu meinen evangelischen Glaubensgeschwistern kann mir kein deutscher Papst erzählen, dass es meine Religion eigentlich gar nicht gibt. Er weiß nämlich nichts von meiner Religion. Oder? Lesen Sie Blogs, Herr Ratzinger???
Zurück zum Thema: "Mein" Teufel versucht mich zu ködern, indem er mit meiner Unabhängigkeit spielt. Er flüstert mir ins Ohr, dass alles meine freie Entscheidung sei und er mir nur ein paar Alternativen zeigt. Aber es sind alte Alternativen. Und ich weiß, dass er sofort seine Krallen in meinen Körper jagen wird, wenn ich ihm auch nur ein klitzekleines Stückchen entgegenkomme. Nicht einmal meinen Kopf darf ich in seine Richtung neigen, denn dann könnte ich sein Flüstern deutlicher verstehen, und mein Schicksal wäre besiegelt. Er hätte meine freie Seele. Vielleicht nicht für immer, aber für einige Zeit. Und mit jedem auch noch so kleinen Teil von Freiheit, die ich ihm opfere wird mein Spielraum geringer, bis ich eines Tages nicht einmal mehr weiß, dass ich einmal frei gewesen bin.
Heute begann er im Auto mit mir zu flüstern, auf der Nachhausefahrt. Ich wurde unruhig, das gebe ich gern zu. Ich habe ihm für einen kurzen Moment ein Ohr geschenkt, war mir aber die ganze Zeit bewußt, wer da mit mir redet, wer sich sowohl auf dem Beifahrer- als auch auf dem Rücksitz breit gemacht hat. Kurz bevor ich zuhause ankam, habe ich ihn angeschrien: "Nicht mit mir, mein böser Freund! Mich bekommst Du nicht!" Und ich danke jetzt, eine Stunde später, meiner Mutter, die mich zum Trotzkopf, zum "Jetzt-erst-recht-Kind" erzogen hat. Ich habe ihm all meine Kraft um die Ohren gehauen, und diese Kraft wird mit jedem Tag mehr. Oh nein, er wird mich nicht bekommen, nicht heute, denn heute habe ich ihn geschlagen! Ich weiß allerdings, dass er es immer wieder versuchen wird, an manchen Tagen stärker, an anderen weniger. Und ich weiß, dass ich mit jedem Bisschen Kraft, das ich hinzugewinne, ihm von seiner Stärke nehme, zumindest für einen wichtigen Moment. Wenn ich es jedoch zulasse, funktioniert diese Rechnung auch umgekehrt.
Heute konnte ich ihm sehr viel entgegensetzen. Stolz bin ich. Und dankbar. Die Götter und Göttinnen, die heute für mich zuständig waren, haben mir von ihrer Kraft geschenkt.
Neben ihnen gibt es noch einen Stern... Ich kann ihn deutlich am Himmel sehen, und wenn ich dort ankomme, möchte ich erhobenen Hauptes sein mit dem Bewußtsein, gekämpft und gewonnen zu haben.
Möglicherweise werde ich auch das eine oder andere Scharmützel gegen meinen Teufel verlieren. Aber er wird nicht einmal den Nagel meines kleinen Fingers kampflos bekommen. Nein, mein böser Freund, NICHT MIT MIR!
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