03 August 2007

Komm ick jetz inn Färnsähn?

Weiss nicht. Im Dorf hat tatsächlich jemand dieses Haus gekauft. Es liegt direkt in der ersten scharfen Rechtskurve, ist recht hässlich, vor allem aber wohnt gegenüber die Dame, die genau Bescheid weiss im Dorf. Das ist immer schlecht.
Als ich heute abend dort vorbeifuhr (Wie es sich gehört im Dorf, war um 22.15 Uhr das Straßenlicht schon fast ganz aus.), sah ich das klassische Fernseherflimmern.
Also. Verstehe ich nicht. Ich würde ja noch schrauben, Bilder aufhängen und Ideen ausleben, wenn ich denn jemals in diesem Leben das nötige Kleingeld für ein Haus hätte.


Übrigens: Noch vor ein paar Jahren waren kleine Häuser im kretischen Hinterland recht günstig zu bekommen.
Meines sieht so aus: Es liegt in Pitsidia (für Unwissende: Südkreta, die "Lehrerhauptstadt") an der Straße zum Kommos Beach, hat drei Zimmer, eine kleine Veranda und einen ebenso kleinen Garten. Und ein Schriftstellerinnenzimmer, hell, weit, klar, inspirierend eben. Und weil Kreta so magisch ist, kann ich wieder ganz normal laufen und tue es auch. Außerdem kann ich Yoga machen, jeden Tag, und tue auch das. Ich kann schreiben. Ich darf leben. Ich darf all das tun, was ich mir in meinem "normalen" Leben versage. Und inzwischen weiss ich auch, warum Kreta so wichtig für "sich Entscheidende" oder Kreative ist: Die Schwingungen sind dort anders. Wenn ich an die Melidoni-Höhle denke - ja, ich habe sie schreien hören. Und all die Menschen, die das spüren, aber nicht damit umgehen konnten, wurden sehr bald unerträglich laut.


Dann war da diese Schlucht, die ich nahezu fluchtartig verlassen habe. Und ich bin nun wirklich nicht so fürchterlich ängstlich veranlagt, jedenfalls nicht, wenn mir irgendwelche in die EU strebenden Jungtürken gegenüberstehen... Aber das ist eine andere Geschichte. In besagter Schlucht sagte mir eine innere Stimme "Lauf!". Habe ich gemacht. Schnell. (Damals war mein Knie okay.)


Jeden Tag danke ich den dort wohnenden Göttern dafür, dass ich die Insel finden durfte.
Jeden Tag danke ich Sven (WIRKLICH!), dass er vor 8 Jahren dort unbedingt hin wollte.
Und kein Tag vergeht, ohne dass ich die zuständigen GöttInnen bitte, mir dieses Jahr irgendwie wenigstens zwei Wochen zu schenken. Zwei Wochen am Red Beach. Zwei Wochen laufend. Nötigenfalls auch radfahrend. Zwei Wochen auf der Suche nach "meinem" Kraftort. Zwei Wochen, in denen ich SEIN darf. Zwei Wochen, aus denen vielleicht irgendwann der Rest meines Lebens wird...

Aber Wolbrechtshausen ist auch nett. Wirklich.

Achja, die Überschrift... Ich hatte Ingolf Lück vor meinem inneren Auge. Wochenshow, keine Ahnung, wie sein Alter Ego hieß, das, das "inn Fernsähn" wollte. Ich will jedenfalls nicht innn Fernsähn, ich will nach Kreta. Gern auch ohne Fernsehen. Dieses Blaugeflimmer kann auch nicht gesund sein...

Auch Simmershausen ist recht nett. Wirklich.

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