09 September 2007

Klaviertropfen auf herbstlichen Blättern

Das Klavier tröpfelt vor sich hin, ich kann den Waldregen hören und sehen. Möglicherweise sogar die kleinen, zarten Tropfen auf meiner Haut spüren, den Geschmack des klaren Wassers auf meiner Zunge.
Gleichklang mit dem leichten Sprühregen, der mein Fenster von aussen bespielt.
Wenn ich ganz genau hinhöre, ahne ich den Wetterwechsel in der Melodie, fühle eine Ahnung der sich durch die Baumwipfel kämpfenden Sonnenstrahlen auf meinem Gesicht. Ich verlasse mein Zimmer, meinen Körper, begebe mich an einen Ort, den nur ich finden kann, stehe auf einer Lichtung, den Kopf leicht in den Nacken gelegt, um keine Berührung zu verpassen, gleichgültig, ob es Wasser ist, Sonne oder Luft, was mich streichelt. Selbst Kälte kann zur Liebkosung werden, wenn ich sie dazu mache.
Und wenn ich dann die Augen wieder öffne und aus meinem Wald zurückkehre, sehe ich eine Andeutung von Blau zwischen all den Wolken. Zaghaft, klar, hell, hoffnungsvoll.
Möglicherweise verfährt auch das Leben so mit uns?

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