Es ist schön, nicht aufstehen zu müssen am nächsten Morgen. Von einem kurzen Intermezzo abgesehen, könnte ich den ganzen Tag im Bett bleiben. Oder nichts tun. Oder beides. Schlafen wäre auch möglich. Muss aber nicht sein. Ich zitiere Annett Louisan: "Ich bleib' präzis hier liegen - das muss ich heute fertig kriegen."
Es fühlt sich gut an, nach einer arbeitsreichen Woche Atem zu holen. Aber auch nur dann. Bin nicht die klassische Nichtstuerin; irgendetwas in mir findet, ich sollte mir meine FREIzeit verdienen. Habe ich, jedenfalls für diese Woche.
Ganz andere Dinge gehen mir seit zwei Tagen im Kopf herum, Träume, Ideen, Utopien.
Was wäre, wenn...?
Was wäre, wenn es Gleichbehandlung gäbe? Damit meine ich nicht das, was die Gleichstellungsbeauftragten in Unternehmen und der Öffentlichen Verwaltung verwalten. Ich denke an gleichen Lohn für gleichen Aufwand.
Was wäre, wenn jeder Einsatz gleich entlohnt würde? Wenn die Putzfrau mehr verdiente als der Manager, weil sie mehr und engagierter arbeitet, ihrem Unternehmen freiwillig zur Loyalität verpflichtet?
Was wäre, wenn diejenigen, die das Ehrenamt mit 5-prozentigen Nachlässen auf Theatervorstellungen entlohnen, selbst eines ausübten? Und was wäre, wenn sie darüber hinaus auf die Menge an bedruckten Papierscheinchen verzichteten, die sie nicht benötigen?
Was wäre, wenn der alte Herr mit den beiden kleinen Hunden, der in der Fußgängerzone sitzt und sich für jeden Cent bedankt, der in seinem Hut landet, für einen Tag die Geschicke unseres Landes bestimmen dürfte?
Was wäre, wenn die Erzieherin, die für wenig Geld viel Engagement zeigt, die Eltern auswählen dürfte, die eine Erlaubnis zur Fortpflanzung bekämen?
Was wäre, wenn die Praktikantin ihren nichtsnutzigen Chef entlassen dürfte?
Was wäre, wenn der Deutschland-Achter ungedopt die Weltmeisterschaft gewänne?
Was wäre, wenn junge Menschen mit ihrem Gegenüber kommunizierten, statt die Augen starr auf ein kleines Stückchen Technik zu richten?
Was wäre, wenn die alte Dame von nebenan sich wieder ein wenig mehr zuhause fühlen dürfte in dieser Welt?
Was wäre, wenn die Tageskarte für die Documenta 12 nicht 18 Euro kostete, sondern frei wäre?
Was wäre, wenn die nächste Documenta von Kindern gestaltet würde?
Was wäre, wenn die Öffentliche Verwaltung sich selbst auflöste und ihre Beamten und -innen einer sinnvollen Tätigkeit, z.B. freiwilliger Krankenpflege, Vorlesen im Seniorenheim, Kinderhüten bei Problemfamilien zuführte?
Was wäre, wenn wir das Leben wieder entdeckten? Die Jahreszeiten, den Himmel, die Sterne?
Was wäre, wenn wir den mit uns lebenden Tieren ihr Leben liessen?
Was wäre, wenn wir lächelten, statt zu prozessieren? Uns über den morgendlichen Hahnenschrei freuten, statt den Anwalt anzurufen? Eine afrikanische Tanzgruppe so laut sein liessen, wie es nötig ist, statt die Dezibel zu messen?
Was wäre, wenn ich einfach losliefe, ohne einen Blick zurück, wenn ich Orte aufsuchte, die ich schon als Kind sehen wollte, ohne Rücksicht auf das Vorhandensein der bereits erwähnten bunten Papierscheinchen? Wenn ich das Funktionieren einstellte und mich ins Leben stürzte? Wenn ich damit aufhörte, Dinge zu sammeln und Versicherungen zu zahlen? Wenn ich die Menschen, die mir etwas bedeuten, von ihren alltäglichen und ungeliebten Verrichtungen abhielte?
Was wäre, wenn wir aufhörten, zu tun und stattdessen begännen, zu leben?
Es fühlt sich gut an, nach einer arbeitsreichen Woche Atem zu holen. Aber auch nur dann. Bin nicht die klassische Nichtstuerin; irgendetwas in mir findet, ich sollte mir meine FREIzeit verdienen. Habe ich, jedenfalls für diese Woche.
Ganz andere Dinge gehen mir seit zwei Tagen im Kopf herum, Träume, Ideen, Utopien.
Was wäre, wenn...?
Was wäre, wenn es Gleichbehandlung gäbe? Damit meine ich nicht das, was die Gleichstellungsbeauftragten in Unternehmen und der Öffentlichen Verwaltung verwalten. Ich denke an gleichen Lohn für gleichen Aufwand.
Was wäre, wenn jeder Einsatz gleich entlohnt würde? Wenn die Putzfrau mehr verdiente als der Manager, weil sie mehr und engagierter arbeitet, ihrem Unternehmen freiwillig zur Loyalität verpflichtet?
Was wäre, wenn diejenigen, die das Ehrenamt mit 5-prozentigen Nachlässen auf Theatervorstellungen entlohnen, selbst eines ausübten? Und was wäre, wenn sie darüber hinaus auf die Menge an bedruckten Papierscheinchen verzichteten, die sie nicht benötigen?
Was wäre, wenn der alte Herr mit den beiden kleinen Hunden, der in der Fußgängerzone sitzt und sich für jeden Cent bedankt, der in seinem Hut landet, für einen Tag die Geschicke unseres Landes bestimmen dürfte?
Was wäre, wenn die Erzieherin, die für wenig Geld viel Engagement zeigt, die Eltern auswählen dürfte, die eine Erlaubnis zur Fortpflanzung bekämen?
Was wäre, wenn die Praktikantin ihren nichtsnutzigen Chef entlassen dürfte?
Was wäre, wenn der Deutschland-Achter ungedopt die Weltmeisterschaft gewänne?
Was wäre, wenn junge Menschen mit ihrem Gegenüber kommunizierten, statt die Augen starr auf ein kleines Stückchen Technik zu richten?
Was wäre, wenn die alte Dame von nebenan sich wieder ein wenig mehr zuhause fühlen dürfte in dieser Welt?
Was wäre, wenn die Tageskarte für die Documenta 12 nicht 18 Euro kostete, sondern frei wäre?
Was wäre, wenn die nächste Documenta von Kindern gestaltet würde?
Was wäre, wenn die Öffentliche Verwaltung sich selbst auflöste und ihre Beamten und -innen einer sinnvollen Tätigkeit, z.B. freiwilliger Krankenpflege, Vorlesen im Seniorenheim, Kinderhüten bei Problemfamilien zuführte?
Was wäre, wenn wir das Leben wieder entdeckten? Die Jahreszeiten, den Himmel, die Sterne?
Was wäre, wenn wir den mit uns lebenden Tieren ihr Leben liessen?
Was wäre, wenn wir lächelten, statt zu prozessieren? Uns über den morgendlichen Hahnenschrei freuten, statt den Anwalt anzurufen? Eine afrikanische Tanzgruppe so laut sein liessen, wie es nötig ist, statt die Dezibel zu messen?
Was wäre, wenn ich einfach losliefe, ohne einen Blick zurück, wenn ich Orte aufsuchte, die ich schon als Kind sehen wollte, ohne Rücksicht auf das Vorhandensein der bereits erwähnten bunten Papierscheinchen? Wenn ich das Funktionieren einstellte und mich ins Leben stürzte? Wenn ich damit aufhörte, Dinge zu sammeln und Versicherungen zu zahlen? Wenn ich die Menschen, die mir etwas bedeuten, von ihren alltäglichen und ungeliebten Verrichtungen abhielte?
Was wäre, wenn wir aufhörten, zu tun und stattdessen begännen, zu leben?
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