Kommt es mir nur so vor, als wäre der Sommer ausgefallen? Ich erinnere mich, dass ich häufiger fahrradfahrenderweise geschwitzt und textilfrei auf meinem Balkon gelegen habe. Aber die Erinnerungen an den Blick aus meinem Dachfenster auf einen grauen, verregneten Himmel sind intensiver. Tilgung? Gefilterte Eindrücke?
Außerdem hat der Herbsteinbruch auch einige Nachteile: In der Saunalandschaft ist es vorbei mit der schönen Ruhe des Sommers, als nur ein paar Freaks (ich eingeschlossen) das Schwitzen bei 90° dem Wochenendgrillvergnügen vorzogen. Jetzt wird wieder diskutiert, über den Bau des Rhein-Main-Donau-Kanals oder Aufregenderes, es werden die durch echte Leidensfähigkeit erlegenen Bikinistreifen präsentiert und die neue Blondierung. Unter der Schwalldusche muss frau sich wieder Blicke von jungen und weniger jungen Herren aussetzen, die zwar "ihre eigenen" Frauen gern verschleiert sähen, sich aber nicht daran hindern lassen, fremden ausgiebig auf den Hintern zu starren. (War das politisch nicht korrekt? Ich entschuldige mich NICHT!)
Aber warm war es, das Solebecken dampfte mehr oder weniger still vor sich hin, und die kühlen Tropfen von oben waren nach zehn Minuten Schwitzen durchaus angenehm.
Jetzt ist Sonntag, und der Blick aus meinem Dachfenster zeigt... Einen grauen Himmel. Ausnahmsweise. Selektive Wahrnehmung? Nö. Denn da sind noch die Regentropfen, die in einem ganz eigenen Rhythmus auf das Glas treffen.
Wozu bin ich phantasiebegabt? Ich kann mir die Sonne ja denken!
Doch noch einmal nach Kreta? Schnell zwischendurch? Erst gestern habe ich festgestellt, dass es mir mit Kreta so geht wie Morgane mit Avalon: Es scheint sich hinter Nebeln zu verbergen, und trotz meiner Sehnsucht beschleicht mich das Gefühl, es so bald nicht wiederzusehen. Dabei liegt es an mir. Ich könnte jetzt sofort starten, Verpflichtungen ausser Acht lassen, den Mangel an bedruckten Papierscheinchen ignorieren. Könnte ich.
Lasse ich aber lieber, weil ich mich dann nicht entspannen könnte. Kreta wird noch immer da sein, wenn ich meinen Verpflichtungen nachgekommen bin und wieder ein paar dieser Scheinchen gesammelt habe. Möglicherweise haben sich dann auch die Nebel gelichtet.
Jetzt folgt ein Themawechsel. Passt nicht zum Sommer. Auch nicht zum Herbst. Aber das schon eher. Passt zu besinnlichen Tagen bei Kerzenschein, wenn es schon um 16.30 Uhr dunkel wird und die Nachbarschaft die Weihnachtsdekoration anbringt. Zu gemütlichen Abenden zuhause in dem Bewusstsein, nicht durch überfüllte Läden jagen zu müssen auf der Suche nach dem ultimativen Weihnachstgeschenk. Passt aber auch zu einem in einer Tonne verbrachten Sommertag, vorausgesetzt, man ist PhilosophIn und wohnt drin. In der Tonne.
Wirre Gedankengänge? ICH? NIEMALS!
Manchmal frage ich mich, warum das Leben einen immer mal wieder aus der gemeinsamen Wohnung hinauswirft. Ich hatte mal eine Freundin, die ihrem Liebsten und Mitbewohner in regelmäßigen Abständen das Gepäck vor die Tür gestellt hat, immer in der festen Überzeugung, jetzt sei es aber wirklich endgültig. Irgendwann hat er kommentarlos seinen vor der Tür stehenden Koffer wieder in die Wohnung getragen und ist ins Bett gegangen. Ins gemeinsame.
Und mir scheint, als veranstaltete das Leben einen ähnlichen Blödsinn mit mir. Erst kürzlich hat es mich rausgeworfen, ich musste einige Nächte unter der Brücke schlafen, weil es mir kein Geld für ein Hotelzimmer gelassen hatte. Jetzt hat es mich wieder in die gemeinsame Wohnung gelassen, aber ich muss noch immer auf der Couch nächtigen.
Es könnte mir wenigstens erklären, was das soll! Ich bin mir jedenfalls keiner Schuld bewusst, und wenn ich denn doch etwas falsch gemacht, mein Leben möglicherweise mit der einen oder anderen Verhaltensweise verletzt habe, kann es mir das doch sagen! Es muss ja nicht immer warten, bis es nicht mehr geht und mich dann wieder vor die Tür setzen! Zumal es mir selten mein Gepäck herausgibt; in diesem Punkt war meine Freundin großherziger.
Jetzt bin ich jedenfalls erstmal wieder in der gemeinsamen Wohnung; die Kommunikation ist noch etwas schleppend, und ich bin ehrlich gesagt auch immer noch ziemlich verärgert. Immerhin hat mir mein Leben da einige Verletzungen zugefügt, die ich meiner Ansicht nach nicht verdient habe, und es darf nicht glauben, dass ich jetzt so tue, als wäre alles in Ordnung! Nein, ich bin sauer! Und das soll es auch wissen.
Aber wahrscheinlich wird es so sein wie immer in den langen Jahren unserer Beziehung: Irgendwann werden wir uns beide beruhigt, ausgesprochen und einen Haufen guter Vorsätze für unsere Zukunft gefasst haben. Dann liegen wir uns in den Armen, schluchzen und haben uns lieb. Aber bevor es soweit ist, erwarte ich mindestens ein Drei-Gänge-Menü bei Kerzenschein und einem guten, teuren Rotwein. ICH war es ja schließlich nicht, die mich rausgeworfen hat! Und solange mein Leben nicht mit der Sprache herausrückt, sondern es mir überläßt, sein seltsames Verhalten zu interpretieren, werde ich nicht einlenken. Ich will eine klare Ansage! So!
Außerdem hat der Herbsteinbruch auch einige Nachteile: In der Saunalandschaft ist es vorbei mit der schönen Ruhe des Sommers, als nur ein paar Freaks (ich eingeschlossen) das Schwitzen bei 90° dem Wochenendgrillvergnügen vorzogen. Jetzt wird wieder diskutiert, über den Bau des Rhein-Main-Donau-Kanals oder Aufregenderes, es werden die durch echte Leidensfähigkeit erlegenen Bikinistreifen präsentiert und die neue Blondierung. Unter der Schwalldusche muss frau sich wieder Blicke von jungen und weniger jungen Herren aussetzen, die zwar "ihre eigenen" Frauen gern verschleiert sähen, sich aber nicht daran hindern lassen, fremden ausgiebig auf den Hintern zu starren. (War das politisch nicht korrekt? Ich entschuldige mich NICHT!)
Aber warm war es, das Solebecken dampfte mehr oder weniger still vor sich hin, und die kühlen Tropfen von oben waren nach zehn Minuten Schwitzen durchaus angenehm.
Jetzt ist Sonntag, und der Blick aus meinem Dachfenster zeigt... Einen grauen Himmel. Ausnahmsweise. Selektive Wahrnehmung? Nö. Denn da sind noch die Regentropfen, die in einem ganz eigenen Rhythmus auf das Glas treffen.
Wozu bin ich phantasiebegabt? Ich kann mir die Sonne ja denken!
Doch noch einmal nach Kreta? Schnell zwischendurch? Erst gestern habe ich festgestellt, dass es mir mit Kreta so geht wie Morgane mit Avalon: Es scheint sich hinter Nebeln zu verbergen, und trotz meiner Sehnsucht beschleicht mich das Gefühl, es so bald nicht wiederzusehen. Dabei liegt es an mir. Ich könnte jetzt sofort starten, Verpflichtungen ausser Acht lassen, den Mangel an bedruckten Papierscheinchen ignorieren. Könnte ich.
Lasse ich aber lieber, weil ich mich dann nicht entspannen könnte. Kreta wird noch immer da sein, wenn ich meinen Verpflichtungen nachgekommen bin und wieder ein paar dieser Scheinchen gesammelt habe. Möglicherweise haben sich dann auch die Nebel gelichtet.
Jetzt folgt ein Themawechsel. Passt nicht zum Sommer. Auch nicht zum Herbst. Aber das schon eher. Passt zu besinnlichen Tagen bei Kerzenschein, wenn es schon um 16.30 Uhr dunkel wird und die Nachbarschaft die Weihnachtsdekoration anbringt. Zu gemütlichen Abenden zuhause in dem Bewusstsein, nicht durch überfüllte Läden jagen zu müssen auf der Suche nach dem ultimativen Weihnachstgeschenk. Passt aber auch zu einem in einer Tonne verbrachten Sommertag, vorausgesetzt, man ist PhilosophIn und wohnt drin. In der Tonne.
Wirre Gedankengänge? ICH? NIEMALS!
Manchmal frage ich mich, warum das Leben einen immer mal wieder aus der gemeinsamen Wohnung hinauswirft. Ich hatte mal eine Freundin, die ihrem Liebsten und Mitbewohner in regelmäßigen Abständen das Gepäck vor die Tür gestellt hat, immer in der festen Überzeugung, jetzt sei es aber wirklich endgültig. Irgendwann hat er kommentarlos seinen vor der Tür stehenden Koffer wieder in die Wohnung getragen und ist ins Bett gegangen. Ins gemeinsame.
Und mir scheint, als veranstaltete das Leben einen ähnlichen Blödsinn mit mir. Erst kürzlich hat es mich rausgeworfen, ich musste einige Nächte unter der Brücke schlafen, weil es mir kein Geld für ein Hotelzimmer gelassen hatte. Jetzt hat es mich wieder in die gemeinsame Wohnung gelassen, aber ich muss noch immer auf der Couch nächtigen.
Es könnte mir wenigstens erklären, was das soll! Ich bin mir jedenfalls keiner Schuld bewusst, und wenn ich denn doch etwas falsch gemacht, mein Leben möglicherweise mit der einen oder anderen Verhaltensweise verletzt habe, kann es mir das doch sagen! Es muss ja nicht immer warten, bis es nicht mehr geht und mich dann wieder vor die Tür setzen! Zumal es mir selten mein Gepäck herausgibt; in diesem Punkt war meine Freundin großherziger.
Jetzt bin ich jedenfalls erstmal wieder in der gemeinsamen Wohnung; die Kommunikation ist noch etwas schleppend, und ich bin ehrlich gesagt auch immer noch ziemlich verärgert. Immerhin hat mir mein Leben da einige Verletzungen zugefügt, die ich meiner Ansicht nach nicht verdient habe, und es darf nicht glauben, dass ich jetzt so tue, als wäre alles in Ordnung! Nein, ich bin sauer! Und das soll es auch wissen.
Aber wahrscheinlich wird es so sein wie immer in den langen Jahren unserer Beziehung: Irgendwann werden wir uns beide beruhigt, ausgesprochen und einen Haufen guter Vorsätze für unsere Zukunft gefasst haben. Dann liegen wir uns in den Armen, schluchzen und haben uns lieb. Aber bevor es soweit ist, erwarte ich mindestens ein Drei-Gänge-Menü bei Kerzenschein und einem guten, teuren Rotwein. ICH war es ja schließlich nicht, die mich rausgeworfen hat! Und solange mein Leben nicht mit der Sprache herausrückt, sondern es mir überläßt, sein seltsames Verhalten zu interpretieren, werde ich nicht einlenken. Ich will eine klare Ansage! So!
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