05 Oktober 2007

Leichtigkeit

Da ist diese leise Sehnsucht. Irgendwann einmal fühlte ich Leichtigkeit. Manchmal mit mir allein, manchmal mit einem geliebten Gegenüber. Leichtigkeit, das bedeutete, voreinander zu stehen, zu trampeln und zu lachen.

Leichtigkeit bedeutete, über nichts nachdenken zu müssen.

Leichtigkeit bedeutete Sicherheit. Ein Versprechen. "Ich werde Dich lieben, was auch immer geschehen mag, werde Dich halten, wenn Du zu fallen drohst, werde bei Dir sein, wenn Du mich brauchst, werde mit Dir aufwachen, einschlafen, essen, fernsehen, herumliegen, schlafen, kosen, arbeiten, streiten.


Leichtigkeit bedeutet heute für mich, bei mir bleiben zu können, während mein Gegenüber in sich selbst versinkt.


Wenn ich heute an Leichtigkeit denke, sehe ich einen rotgetigerten Kater, der bei strömendem Regen auf dem Rasen sitzt, den Blick auf das Küchenfenster gerichtet, hinter dem ich mit unglaublich schlechtem Gewissen die Käseverpackung aufreisse.

Ich sehe einen schwarzen Kater an einer vielbefahrenen Strasse sitzen und darauf warten, dass das bestellte Spaghettieis besorgt wird.


Ich sehe zwei Menschen, die sich möglicherweise belogen oder sich Wesentliches verschwiegen haben, sehe sie, wie sie endlich ehrlich all ihre Wünsche, Träume, Sorgen äussern können.


Ich sehe mich. Nicht hier, sondern auf einer Insel. "Meiner" Insel. Sehe meine Träume. Fühle meine Sehnsucht. Höre die Wellen. Spüre den Hauch der Götter auf meiner Seele.


Leichtigkeit.


Wie sehr wünschte ich, mit Dir diese Leichtigkeit leben zu dürfen!

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