Das hat inzwischen gute Tradition: Irgendwann zwischen Weihnachten und Silvester zurücklehnen, vielleicht in Tagebüchern blättern, alte Zeitungen tun es manchmal auch, und wer weder das eine noch das andere tun mag, blättert im Kopf. Kennen Sie dieses Gefühl beim Lesen oder Anschauen von Jahresrückblicken? Dieses "Achja, das ist ja auch passiert dieses Jahr!", "Das hatte ich vergessen!" oder "War das tatsächlich in diesem Jahr?" Und dann folgt unvermeidlich die Erklärung, bei der eine sehr alte und leider ebenso wahre Weisheit behilflich sein soll: "Irgendwie scheint die Zeit mit jedem Jahr schneller zu vergehen!" 2006 war mein Jahr des Aufräumens, Ausruhens und Atemholens. Was war 2007? Ein Jahr der neuen Wege, der Abschiede, der Brüche, ein Jahr, in dem ich mich vielen meiner Ängste gestellt habe und ihnen noch immer gegenüberstehe. Und so, wie 2006 viel Leichtigkeit hatte, jedenfalls im Nachhinein, spüre ich heute sehr viel Schwermut. Das kann allerdings auch mit Grippe, Wetter und eben Jahresende zu tun haben.
Viel herumgekommen viel gereist bin ich 2006, habe sehr viel Neues, Schönes, Beeindruckendes gesehen. 2007 bin ich auch sehr viel herumgekommen, bin gereist in meinem Inneren, manches habe ich mitnehmen können, manches und manchen habe ich zurückgelassen. 2007 ist das zweite Jahr ohne Kreta, und die Kraft, die Energie und die Inspiration der Insel fehlen mir mehr, als ich sagen kann. Vieles verklärt sich im Rückblick; je länger die Ereignisse zurückliegen, desto bunter färbe ich sie, desto wichtiger erscheinen sie mir. Die jüngere Vergangenheit gibt sich übermächtig, thront riesengroß über mir, droht mich zu erschlagen.
2007 war ein Jahr der Kreativität, teilweise erzwungen, weil ich ohne dieses Ventil möglicherweise an mir selbst verrückt geworden wäre. Alles, was 2006 spaßig, ironisch, augenzwinkernd war, scheint 2007 an Dramatik gewonnen zu haben. Satire wurde zu Lyrik, "Frauen denken. Männer nicht. Denken Frauen." wurde zu "Anna". Wertungsfrei. Veränderungen eben, manchmal erwünscht, geplant und herbeigesehnt, manchmal erzwungen, weil keine Alternative für mich sichtbar war.
Und hier ist er nun - mein privater und persönlicher Jahresrückblick 2007:
Viel herumgekommen viel gereist bin ich 2006, habe sehr viel Neues, Schönes, Beeindruckendes gesehen. 2007 bin ich auch sehr viel herumgekommen, bin gereist in meinem Inneren, manches habe ich mitnehmen können, manches und manchen habe ich zurückgelassen. 2007 ist das zweite Jahr ohne Kreta, und die Kraft, die Energie und die Inspiration der Insel fehlen mir mehr, als ich sagen kann. Vieles verklärt sich im Rückblick; je länger die Ereignisse zurückliegen, desto bunter färbe ich sie, desto wichtiger erscheinen sie mir. Die jüngere Vergangenheit gibt sich übermächtig, thront riesengroß über mir, droht mich zu erschlagen.
2007 war ein Jahr der Kreativität, teilweise erzwungen, weil ich ohne dieses Ventil möglicherweise an mir selbst verrückt geworden wäre. Alles, was 2006 spaßig, ironisch, augenzwinkernd war, scheint 2007 an Dramatik gewonnen zu haben. Satire wurde zu Lyrik, "Frauen denken. Männer nicht. Denken Frauen." wurde zu "Anna". Wertungsfrei. Veränderungen eben, manchmal erwünscht, geplant und herbeigesehnt, manchmal erzwungen, weil keine Alternative für mich sichtbar war.
Und hier ist er nun - mein privater und persönlicher Jahresrückblick 2007:
- Januar - Die Schlagzeilen des Monats: "Deutschland übernimmt EU- und G8-Vorsitz!" und "Sturmtief Kyrill wütet in Europa!" In meinem Tagebuch steht am 15.01.: "Ich habe das Gefühl, gleichzeitig anzukommen und weiterzugehen." Ein ruhiger, schöner Monat, fühle mich wohl mit mir und bin voller Tatendrang. Vom Sturm habe ich noch nichts gespürt.
- Februar - Der Weltklimabericht warnt vor der Erderwärmung, Britney Spears schneidet sich eine Glatze, Jan Ulrich tritt zurück und Deutschland wird Handball-Weltmeister. Ich treffe auf mein inneres Kind. Es meldet sich mit Wünschen, Träumen, noch mehr Ängsten. Es bleibt und hofft auf Beachtung.
- März - Knut ist da. Ein Schüler säuft sich tot, die Rente mit 67 wird beschlossen. Meine erste "öffentliche" Lesung und aufgrund der positiven Resonanz der Entschluss, endlich ein Manuskript einzusenden. Die üblichen guten Vorsätze hinsichtlich einer gesünderen Lebensweise, sinnlos wie eben alle guten Vorsätze. Erfolgreiches Umschiffen der "Wenn ich ein Buch veröffentlichen will, sollte ich auch eine Leseprobe an den einen oder anderen Verlag schicken!"-Klippe. Habe viele Erklärungen, warum es gerade jetzt nicht geht. Und ich komme noch einmal in den Genuss, ein für mich/wegen mir geschriebenes und komponiertes Lied zu hören.
- April - Nicolas Sarkozy wird französischer Präsident und Prinz William macht vorübergehend mit Kate Middleton Schluss. Ich habe Geburtstag, den ich - wie üblich - geflissentlich zu ignorieren versuche. Die Geschichte des Mädchens, das sich in einen Stern verliebt und an dieser Liebe verglüht, entsteht, direkt danach die von der Prinzessin, die gerettet werden will, sich aber nicht traut, nach dem Ritter zu rufen. Die Hexe in mir verzaubert den Ritter in Luft. Es ist unglaublich heiss, mehr als nur ein Vorgeschmack auf den Sommer. Glücklicherweise weiss niemand, dass der Großteil des Sommers damit auch vorbei ist.
- Mai - Der VfB Stuttgart wird Deutscher Meister, und Daimler trennt sich von Chrysler. Madeleine McCann verschwindet. Ich trenne mich für dieses Jahr von Kreta, muss schweren Herzens meinen Urlaub absagen, den ich eigentlich sehr dringend gebraucht hätte. Mache stattdessen Kurzurlaub in Deutschland bei freier Kost und Logis und Familienanschluss. Darf beim Modellklienten C sein und werde für meine Rolle gelobt. (Für Nicht-NLPlerInnen: C beobachtet und ist sozusagen ein "stummes Notizbuch auf Füßen".) Meine innere Göttin sagt mir: "Erhebe Dich aus Deinen Ängsten, breite Deine Schwingen aus und flieg nach oben! Du hast alles in Dir. Was Du brauchst, ist Konstanz und den Mut, Dein Werk zu vollenden." Mein Knie tut weh.
- Juni - Störfälle in den AKW Brunsbüttel und Krümmel, Klaus-Jürgen Wussow ist gestorben, G8-Gipfel in Heiligendamm. Ich gerate häufig in die Nähe meiner (Lebens-)Themen, mein Energiepegel befindet sich im freien Fall, und mein innerer Ritter verweigert die Gefolgschaft. Compulsion Blow Out.
- Juli - Tour de France geht im Doping-Sumpf unter, Sommer der Wetterextreme in Europa, erste Warnstreiks der Lokführer. Mein Onkel Walter hätte am 1. Juli Geburtstag gehabt. Mein Tagebucheintrag vom 2. Juli: "Erkenntnisse auf meiner Seite: Ehrlichkeit ist wichtig, Authentizität, das tun, was ich sage, das leben, was ich will!" Ich erhalte mein NLP-Master-Zertifikat. Meine Knie verabschieden sich und verabreden gleichzeitig mit dem Ilio-Sacral-Gelenk einen weiteren Ausstand. Damit bin ich gezwungen, eine andere Richtung zu suchen und schnellstmöglich einzuschlagen. Glücklicherweise hatte aber mein Kopf bereits vorbereitet, wozu mein Körper mich jetzt in Notwehr zwingt. Ich führe Wetteraufzeichnungen - an jedem zweiten Tag schreibe ich "Es kübelt."
- August - Waldbrände in Griechenland, die ersten Rauchverbote, US-Immobilienkrise. Ich beende eine knapp sechswöchige Abstinenz mit einem heftigen Paukenschlag, Selbstkasteiung inklusive. Erkenne kurze Zeit später, dass ich trotzdem über eine gehörige Menge an Willenskraft verfüge. Außerdem scheint Anfang August endlich einmal die Sonne, und es wird warm. Ich lese über Kraftorte auf Kreta, kenne einige. Für mich ist die ganze Insel ein Kraftort. Der Kraftort. Am 7. August ist der Tag der Erkenntnis gekommen: Ich sage alle meine Kurse ab, werfe mich ins Ungewisse und knüpfe erste zaghafte Kontakte mit der Sozialagentur. Erfolglos; die seltene Spezies des mitfühlenden Beamten hatte sich in meinem Fall leider hinter Aktenbergen verschanzt. Habe immer noch die irrwitzige Idee, gesund leben zu wollen...
- September - Angela Merkel empfängt den Dalai Lama, Tausende von Mönchen demonstrieren gegen Birmas Militärjunta, die deutschen Frauen werden Fussballweltmeisterinnen. Tagebucheintrag vom 8. September: "Die Tür ist zu. Endgültig und für immer. Sabine, die Hupfdohle, ist in Rente. Die neue Sabine hat sich noch nicht erfunden." Heute darf ich es verraten: Wesentlich weiter bin ich auch heute, 28. Dezember, noch nicht. Ich suche nach Sicherheit. Finde immer nur mich. Und ich laufe wieder, zaghaft, kurz, aber schmerzfrei. Am 28. September hatte ich meine zweite "öffentliche" Lesung, zusammen mit anderen Autoren. Ist gut angekommen, ich hoffe auf mehr. Meine beste Freundin hat geheiratet.
- Oktober - Evelyn Hamann ist gestorben. Schade, sie war eine großartige Schauspielerin. In meinem Kopf wirbeln die Ideen durcheinander, werden aber auf die große Warteliste gesetzt. Ich stelle verwundert fest, dass ich den Herbst mag.
- November - Müntefering tritt zurück, die Dresdner Waldschlösschenbrücke darf gebaut werden. Kleine Hufeisennase, zieh Dich warm an! Für mich ein sehr bewegter Monat, schwankend zwischen tiefen Depressionen, wildester Kreativität, Trotz, Mut, Zweifeln, Taumeln im luftleeren Raum. Mein Energiepegel sinkt stetig. Mein Kampf gegen vermeintliches Übergewicht gewinnt neue Dimensionen. Ich entdecke das Kerstlingeröder Feld wieder und damit einen Kraftort, für den ich nicht ins Flugzeug steigen muss.
- Dezember - Der Lotto-Jackpot wird geknackt, irgendwie gibt es überall tote Kinder, und die CDU beschließt ein neues Programm. Außerdem stirbt ein Mensch, den ich in sehr kurzer Zeit sehr liebgewonnen habe und von dem ich mich nicht verabschieden konnte. Ich kränkele vor mich hin, körperlich wie geistig. Finde mich auf einem Spaziergang wieder und bin entschlossen, meine Hand nicht mehr loszulassen. Es darf schön werden, das Jahr 2008!
Hallo Sabine,
AntwortenLöschenDanke für Deinen
lieben
"Antwort-Kommentar"!
Dein Jahresrückblick
ist lesenswert:
Ich finde es toll,
etwas aus der persönlichen
Beboachtung und mit
wortgewaltigen Formulierungen
zu lesen - einiges kann
ich sehr gut nachvollziehen, manches
schenkt mir ein Bild
von Dir!
In jedem Fall authentisch -
und das ist immer gut! :)
Ja, die Insel...Du bringst
mich zum Träumen, Sabine!
Ich träume gern - vielleicht
folgt die Realisierung?!
2008, ein schönes Jahr -
Gesundheit und Freude -
Zufriedenheit und Glück -
Entschlossenheit und mehr...
all das soll Dir geschenkt
sein!
FORTUNA WIRD DICH UMARMEN
liebe Grüße, Theo