03 Dezember 2007

Rocky IV

Dieser Film endet mit dem Satz (Sinngemäß, obwohl ich ihn eigentlich ja mitsprechen können sollte, so oft, wie ich ihn gesehen habe...)): "Wenn ich mich ändern kann, dann könnt Ihr Euch auch ändern, und dann kann sich auch die ganze Welt ändern!"
Vor vielen Jahren, als ich Rocky IV das erste Mal gesehen habe, fand ich das extrem kitschig, naiv und irgendwie schlicht, ganz davon abgesehen, dass ich der festen Überzeugung war, für die Veränderung der Welt zum Guten ganz allein zuständig zu sein.
Irgendwann später wurde ich zynisch, habe die Welt nur noch kommentiert und war sicher, dass es nichts zu ändern gäbe.
Ich glaube noch immer nicht, dass ich die Welt ändern kann. Ich glaube nicht einmal daran, dass ich in diesem Land etwas ändern kann. Aber ich kann MICH ändern. Das ist das Einzige, was in meinem Einflussbereich liegt. Ich kann meine Reaktionen auf andere ändern. Ich kann meine Haltung zu den Dingen ändern. Ich kann meine Umgangsformen ändern. Ich weiss nicht, ob ich das auch tun werde, denn es ist eine Form von Freiheit, Dinge sein zu lassen. Sich selbst sein zu lassen.

Abgesehen von diesem Ausspruch ist die Rocky-Reihe irgendwie ein sehr, sehr langer Film über das Leben. Finde ich. Jemand glaubt an sich, kämpft für seinen Traum und unterliegt. Bekommt eine zweite Chance. Gewinnt. Wird satt und bequem. Muss nicht mehr kämpfen und tut es auch nicht. Wird fürchterlich verprügelt, verliert die Achtung vor sich selbst. Findet sich neu und kämpft weiter. Gewinnt, seine Selbstachtung und die der anderen. Darf wieder in sich ruhen.
Dann gibt es neue Herausforderungen, Abschiede, nahestehende Menschen sterben, Beziehungen verändern sich, wachsen. Neuer Kampf, in fremdem Terrain. "Keine Schmerzen!", heisst es. Er gewinnt. Trotz Schmerzen.

Ich brauche und ich liebe diesen Film. Wenn ich müde und entmutigt bin, traurig, erfolglos, wenn ich versuche anzukommen
, ohne zu wissen, wo, wenn ich ausgelaugt bin, erschöpft vom Kampf um etwas, das ich nicht finden kann, zeigt mir Rocky IV auf eine sehr einfache Weise, dass es funktionieren könnte. Dass ich etwas bewegen könnte, und sei es nur meine eigene Person. Dass es Berge gibt, die selbst ich mit meiner Höhenangst besteigen kann.

Vielleicht gibt es auch ausserhalb dieses Films Träume, die gelebt werden wollen. Die ICH in die Realität umsetzen kann.

Silvester Stallone ist schon ziemlich großartig.

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