27 September 2007

Hochzeit

Meine beste und älteste Freundin heiratet! Übermorgen! Weil sie schwanger werden will. Da ist sie jetzt seit 20 Jahren mit diesem einen Mann zusammen, und nach all den Krisen, Dramen, Lieblosigkeiten und Gewohnheiten beschliessen sie jetzt, ein Kind haben zu wollen.

Heute vormittag habe ich "Ein Song für Dich" gesehen. Zwei Menschen mit ähnlichen Interessen haben sich gefunden und ein Lied geschrieben. Ist ja nichts anderes, als ein gemeinsames Kind in die Welt setzen zu wollen.

Das führt mich zu der Frage, was ich in die Welt setze. Morgen zwei kurze Geschichten, die keine Spuren hinterlassen werden. Und später?

Es ist immer ernüchternd, wenn man (oder frau, für die FeministInnen) sich vor Augen führen muss, dass nichts von Dauer ist. Es ist traurig, sich bewusst zu machen, dass man (oder frau - für die FeministInnen) nichts weiter ist als ein Fliegenschiss im Universum.

Möglicherweise ist es sogar deprimierend, mitten im Herbst herauszufinden, dass richtig genommen nichts wirklich interessant ist. Man (oder frau) lebt, stirbt, verwest. Übrig bleibt eine Inschrift auf einem mehr oder weniger hübsch aussehenden Stein und mit etwas Glück der eine oder andere Gedanke. Punkt.

Aber da war diese Hochzeit. Und dieser unglaubliche Mut, Kinder zu bekommen. Alles Gute!

24 September 2007

STAAT GREIFT AB

Die BILD titelt heute im bekannten Schwarz-Rot:



Netto-Löhne so niedrig wie vor 20 Jahren! Staat greift ab wie noch nie!



Ich bin zwar keine klassische Lohnempfängerin, aber nichtsdestotrotz dankbar für die Erklärung, warum ich trotz heftigsten Arbeitens noch immer um den Nullpunkt kreise.

"Staat greift ab" - ich bin auch keine Bild-Leserin, stelle aber fest, dass die Wortwahl erstens treffend und zweitens für jeden und jede verständlich ist. Man muss keinerlei intellektuelle Klimmzüge veranstalten, um zu wissen, wovon die Rede ist und der Autor unternimmt auch nicht den Versuch, eine schlichte Tatsache wortreich zu beschönigen.


"Staat greift ab". Da wurden mit drei fettgedruckten Wörtern gleich mehrere Delikte, für die ein Durchschnittsbürger umgehend hinter Schloss und Riegel wandern würde, zusammengefasst: Räuberische Erpressung (Steuerrecht, GEZ), Korruption und Bestechlichkeit (Gerhard Schröder - GazProm, Werner Müller - RAG, Friedrich Merz - div. Auftraggeber, das verwässerte Nichtraucherschutzgesetz in Niedersachsen - Sponsoring von niedersächsischen Großveranstaltungen durch die Tabakindustrie), Wegelagerei (KfZ- und "Öko-"Steuern, die dann zum Stopfen von Etat-Löchern an anderen Stellen verwendet werden), Unterschlagung und Vorteilnahme (missbräuchliche Nutzung der Bundeswehr-Flugbereitschaft durch S. Gabriel, Umweltminister, U. von der Leyen, Familienministerin und wahrscheinlich noch einige mehr), Vetternwirtschaft (Peter Glos, der seine Geliebte rasch in einen höheren Brüsseler Posten hievt), Anstiftung zum Mord (nämlich den Abschuss eines Passagierflugzeuges, den Verteidigungsminister Jung trotz fehlender gesetzlicher Grundlage befehlen will), Freiheitsberaubung (der BürgerInnen von Heiligendamm anlässlich des Besuches des Paten aus Amerika), Ladendiebstahl (Erhöhung der MwSt. auf 19%) und diverse Umweltdelike (begangen durch MinisterInnen, die sich weigern, Dienstfahrzeuge mit geringem Co2-Ausstoss zu benutzen).

"Der Staat greift ab" - Und als litte das deutsche Volk unter einem kollektiven Stockholm-Syndrom, kehren wir unsere Taschen nach aussen, um auch noch das letzte Hemd und den letzten Cent abzugeben, statt uns mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung aus dem Würgegriff der Gesetzesbrecher zu befreien.

Andererseits
sind wir ja nicht entführt worden, sondern haben uns - bildlich gesprochen - unseren Entführern per Wahlzettel an den Hals geworfen.

18 September 2007

Männer erklären die Welt

Bei allem Überdruss wegen der noch immer ausgeprägten und zum Teil massiven Selbstüberschätzung mancher Herren möchte ich doch auf diesem Wege einmal meiner Dankbarkeit Ausdruck geben:


Geschätzte Herren,

wären einige Ihrer Geschlechtsgenossen nicht so unglaublich ignorant, arrogant, dominant, dogmatisch, analytisch, logisch, intelligent, eloquent, ungehemmt,

woher nähme ich all die Inspiration?

Danke dafür!

Und denen, die sich jetzt nicht angesprochen gefühlt haben, weil sie sich der Tatsache bewusst sind, dass Frauen und Männer möglicherweise nicht über identische Denkstrukturen, wohl aber gleichermaßen über Intelligenz und Augenmaß verfügen, danke ich dafür, dass sie mir nicht auf die Nerven gehen.

Einem speziellen Herrn, den ich hier nicht nennen möchte, danke ich ganz besonders - er inspirierte mich zu diesem kleinen Gedicht:

Männermacht

Deutschland scheint in Frauenhand,

doch hinter den Kulissen,

da flüstert mann verbissen

und völlig ungenant:

„Wer ist der Wichtigste im ganzen Land?“


Da finden wir Entscheider,

Beamte, Banker, Neider.

Mann gibt sich gern durchschauend,

planend, wissend, darauf bauend,

dass Frauen blöd sind, leider.


Mann hastet, mailt und schwadroniert.

Mann liest, versteht, philosophiert.

Mann ackert, streitet, kämpft, gebiert

nach langem Kreissen

die berühmte Maus – frau gratuliert.

09 September 2007

Klaviertropfen auf herbstlichen Blättern

Das Klavier tröpfelt vor sich hin, ich kann den Waldregen hören und sehen. Möglicherweise sogar die kleinen, zarten Tropfen auf meiner Haut spüren, den Geschmack des klaren Wassers auf meiner Zunge.
Gleichklang mit dem leichten Sprühregen, der mein Fenster von aussen bespielt.
Wenn ich ganz genau hinhöre, ahne ich den Wetterwechsel in der Melodie, fühle eine Ahnung der sich durch die Baumwipfel kämpfenden Sonnenstrahlen auf meinem Gesicht. Ich verlasse mein Zimmer, meinen Körper, begebe mich an einen Ort, den nur ich finden kann, stehe auf einer Lichtung, den Kopf leicht in den Nacken gelegt, um keine Berührung zu verpassen, gleichgültig, ob es Wasser ist, Sonne oder Luft, was mich streichelt. Selbst Kälte kann zur Liebkosung werden, wenn ich sie dazu mache.
Und wenn ich dann die Augen wieder öffne und aus meinem Wald zurückkehre, sehe ich eine Andeutung von Blau zwischen all den Wolken. Zaghaft, klar, hell, hoffnungsvoll.
Möglicherweise verfährt auch das Leben so mit uns?

Verabschiedung eines selten dagewesenen Sommers und Beschwerde über das seltsame Verhalten meines Lebens

Kommt es mir nur so vor, als wäre der Sommer ausgefallen? Ich erinnere mich, dass ich häufiger fahrradfahrenderweise geschwitzt und textilfrei auf meinem Balkon gelegen habe. Aber die Erinnerungen an den Blick aus meinem Dachfenster auf einen grauen, verregneten Himmel sind intensiver. Tilgung? Gefilterte Eindrücke?

Außerdem hat der Herbsteinbruch auch einige Nachteile: In der Saunalandschaft ist es vorbei mit der schönen Ruhe des Sommers, als nur ein paar Freaks (ich eingeschlossen) das Schwitzen bei 90° dem Wochenendgrillvergnügen vorzogen. Jetzt wird wieder diskutiert, über den Bau des Rhein-Main-Donau-Kanals oder Aufregenderes, es werden die durch echte Leidensfähigkeit erlegenen Bikinistreifen präsentiert und die neue Blondierung. Unter der Schwalldusche muss frau sich wieder Blicke von jungen und weniger jungen Herren aussetzen, die zwar "ihre eigenen" Frauen gern verschleiert sähen, sich aber nicht daran hindern lassen, fremden ausgiebig auf den Hintern zu starren. (War das politisch nicht korrekt? Ich entschuldige mich NICHT!)

Aber warm war es, das Solebecken dampfte mehr oder weniger still vor sich hin, und die kühlen Tropfen von oben waren nach zehn Minuten Schwitzen durchaus angenehm.

Jetzt ist Sonntag, und der Blick aus meinem Dachfenster zeigt... Einen grauen Himmel. Ausnahmsweise. Selektive Wahrnehmung? Nö. Denn da sind noch die Regentropfen, die in einem ganz eigenen Rhythmus auf das Glas treffen.

Wozu bin ich phantasiebegabt? Ich kann mir die Sonne ja denken!

Doch noch einmal nach Kreta? Schnell zwischendurch? Erst gestern habe ich festgestellt, dass es mir mit Kreta so geht wie Morgane mit Avalon: Es scheint sich hinter Nebeln zu verbergen, und trotz meiner Sehnsucht beschleicht mich das Gefühl, es so bald nicht wiederzusehen. Dabei liegt es an mir. Ich könnte jetzt sofort starten, Verpflichtungen ausser Acht lassen, den Mangel an bedruckten Papierscheinchen ignorieren. Könnte ich.

Lasse ich aber lieber, weil ich mich dann nicht entspannen könnte. Kreta wird noch immer da sein, wenn ich meinen Verpflichtungen nachgekommen bin und wieder ein paar dieser Scheinchen gesammelt habe. Möglicherweise haben sich dann auch die Nebel gelichtet.

Jetzt folgt ein Themawechsel. Passt nicht zum Sommer. Auch nicht zum Herbst. Aber das schon eher. Passt zu besinnlichen Tagen bei Kerzenschein, wenn es schon um 16.30 Uhr dunkel wird und die Nachbarschaft die Weihnachtsdekoration anbringt. Zu gemütlichen Abenden zuhause in dem Bewusstsein, nicht durch überfüllte Läden jagen zu müssen auf der Suche nach dem ultimativen Weihnachstgeschenk. Passt aber auch zu einem in einer Tonne verbrachten Sommertag, vorausgesetzt, man ist PhilosophIn und wohnt drin. In der Tonne.


Wirre Gedankengänge? ICH? NIEMALS!



Manchmal frage ich mich, warum das Leben einen immer mal wieder aus der gemeinsamen Wohnung hinauswirft. Ich hatte mal eine Freundin, die ihrem Liebsten und Mitbewohner in regelmäßigen Abständen das Gepäck vor die Tür gestellt hat, immer in der festen Überzeugung, jetzt sei es aber wirklich endgültig. Irgendwann hat er kommentarlos seinen vor der Tür stehenden Koffer wieder in die Wohnung getragen und ist ins Bett gegangen. Ins gemeinsame.


Und mir scheint, als veranstaltete das Leben einen ähnlichen Blödsinn mit mir. Erst kürzlich hat es mich rausgeworfen, ich musste einige Nächte unter der Brücke schlafen, weil es mir kein Geld für ein Hotelzimmer gelassen hatte. Jetzt hat es mich wieder in die gemeinsame Wohnung gelassen, aber ich muss noch immer auf der Couch nächtigen.

Es
könnte mir wenigstens erklären, was das soll! Ich bin mir jedenfalls keiner Schuld bewusst, und wenn ich denn doch etwas falsch gemacht, mein Leben möglicherweise mit der einen oder anderen Verhaltensweise verletzt habe, kann es mir das doch sagen! Es muss ja nicht immer warten, bis es nicht mehr geht und mich dann wieder vor die Tür setzen! Zumal es mir selten mein Gepäck herausgibt; in diesem Punkt war meine Freundin großherziger.

Jetzt bin ich jedenfalls erstmal wieder in der gemeinsamen Wohnung; die Kommunikation ist noch etwas schleppend, und ich bin ehrlich gesagt auch immer noch ziemlich verärgert. Immerhin hat mir mein Leben da einige Verletzungen zugefügt, die ich meiner Ansicht nach nicht verdient habe, und es darf nicht glauben, dass ich jetzt so tue, als wäre alles in Ordnung! Nein, ich bin sauer! Und das soll es auch wissen.

Aber wahrscheinlich wird es so sein wie immer in den langen Jahren unserer Beziehung: Irgendwann werden wir uns beide beruhigt, ausgesprochen und einen Haufen guter Vorsätze für unsere Zukunft gefasst haben. Dann liegen wir uns in den Armen, schluchzen und haben uns lieb. Aber bevor es soweit ist, erwarte ich mindestens ein Drei-Gänge-Menü bei Kerzenschein und einem guten, teuren Rotwein. ICH war es ja schließlich nicht, die mich rausgeworfen hat! Und solange mein Leben nicht mit der Sprache herausrückt, sondern es mir überläßt, sein seltsames Verhalten zu interpretieren, werde ich nicht einlenken. Ich will eine klare Ansage! So!

08 September 2007

Schlaflos in Whausen

Es ist schön, nicht aufstehen zu müssen am nächsten Morgen. Von einem kurzen Intermezzo abgesehen, könnte ich den ganzen Tag im Bett bleiben. Oder nichts tun. Oder beides. Schlafen wäre auch möglich. Muss aber nicht sein. Ich zitiere Annett Louisan: "Ich bleib' präzis hier liegen - das muss ich heute fertig kriegen."

Es fühlt sich gut an, nach einer arbeitsreichen Woche Atem zu holen. Aber auch nur dann. Bin nicht die klassische Nichtstuerin; irgendetwas in mir findet, ich sollte mir meine FREIzeit verdienen. Habe ich, jedenfalls für diese Woche.


Ganz andere Dinge gehen mir seit zwei Tagen im Kopf herum, Träume, Ideen, Utopien.


Was wäre, wenn...?


Was wäre, wenn es Gleichbehandlung gäbe? Damit meine ich nicht das, was die Gleichstellungsbeauftragten in Unternehmen und der Öffentlichen Verwaltung verwalten. Ich denke an gleichen Lohn für gleichen Aufwand.


Was wäre, wenn jeder Einsatz gleich entlohnt würde? Wenn die Putzfrau mehr verdiente als der Manager, weil sie mehr und engagierter arbeitet, ihrem Unternehmen freiwillig zur Loyalität verpflichtet?


Was wäre, wenn diejenigen, die das Ehrenamt mit 5-prozentigen Nachlässen auf Theatervorstellungen entlohnen, selbst eines ausübten? Und
was wäre, wenn sie darüber hinaus auf die Menge an bedruckten Papierscheinchen verzichteten, die sie nicht benötigen?

Was wäre, wenn der alte Herr mit den beiden kleinen Hunden, der in der Fußgängerzone sitzt und sich für jeden Cent bedankt, der in seinem Hut landet, für einen Tag die Geschicke unseres Landes bestimmen dürfte?


Was wäre, wenn die Erzieherin, die für wenig Geld viel Engagement zeigt, die Eltern auswählen dürfte, die eine Erlaubnis zur Fortpflanzung bekämen?


Was wäre, wenn die Praktikantin ihren nichtsnutzigen Chef entlassen dürfte?


Was wäre, wenn der Deutschland-Achter ungedopt die Weltmeisterschaft gewänne?


Was wäre, wenn junge Menschen mit ihrem Gegenüber kommunizierten, statt die Augen starr auf ein kleines Stückchen Technik zu richten?


Was wäre, wenn die alte Dame von nebenan sich wieder ein wenig mehr zuhause fühlen dürfte in dieser Welt?

Was wäre, wenn die Tageskarte für die Documenta 12 nicht 18 Euro kostete, sondern frei wäre?

Was wäre, wenn die nächste Documenta von Kindern gestaltet würde?

Was wäre, wenn die Öffentliche Verwaltung sich selbst auflöste und ihre Beamten und -innen einer sinnvollen Tätigkeit, z.B. freiwilliger Krankenpflege, Vorlesen im Seniorenheim, Kinderhüten bei Problemfamilien zuführte?

Was wäre, wenn wir das Leben wieder entdeckten? Die Jahreszeiten, den Himmel, die Sterne?

Was wäre, wenn wir den mit uns lebenden Tieren ihr Leben liessen?

Was wäre, wenn wir lächelten, statt zu prozessieren? Uns über den morgendlichen Hahnenschrei freuten, statt den Anwalt anzurufen? Eine afrikanische Tanzgruppe so laut sein liessen, wie es nötig ist, statt die Dezibel zu messen?

Was wäre, wenn ich einfach losliefe, ohne einen Blick zurück, wenn ich Orte aufsuchte, die ich schon als Kind sehen wollte, ohne Rücksicht auf das Vorhandensein der bereits erwähnten bunten Papierscheinchen? Wenn ich das Funktionieren einstellte und mich ins Leben stürzte? Wenn ich damit aufhörte, Dinge zu sammeln und Versicherungen zu zahlen? Wenn ich die Menschen, die mir etwas bedeuten, von ihren alltäglichen und ungeliebten Verrichtungen abhielte?

Was wäre, wenn wir aufhörten, zu tun und stattdessen begännen, zu leben?

07 September 2007

Überraschungsparty

Eigentlich wollte ich nichts allzu Persönliches mehr schreiben. Eigentlich... Andererseits ist jedoch alles irgendwie persönlich. Denke ich. Leben berührt und ist besonders, einzigartig irgendwie; das eigene mehr als andere.

Eigentlich hatte ich heute den einen oder anderen Auftritt besprechen wollen. Eigentlich... Aber dann kam nach und nach meine Vergangenheit aus den Ecken des Besprechungszimmers. Ich hatte nicht damit gerechnet, und es fiel mir schwer, angesichts dieser liebenswerten Vergangenheit nicht ins Zweifeln ob meiner doch eigentlich richtigen Entscheidung zu kommen.

Eigentlich wollte ich heute direkt ins Bett. Eigentlich... Es war ein langer, anstrengender und trotzdem ungeheuer befriedigender Tag. Gefühlt habe ich mich, seit langer Zeit, und das war sehr schön und sehr befreiend.

Eigentlich hatte ich mit meiner Vergangenheit meinen Frieden gemacht. Eigentlich... Doch wenn sie vor einem steht, spricht, warm und liebenswert ist, fällt die Trennung schwer.


Eigentlich kann ich mit meiner sehr vernünftigen und trotzdem gefühlten Entscheidung sehr gut leben. Eigentlich... Andererseits hängt noch immer ein großer Teil meines Herzens an einer Person, die ich nicht mehr bin. An Menschen, die meine Tage möglicherweise noch immer kreuzen, aber nicht mehr deren Inhalt bestimmen. An Gefühlen, die mich noch immer ausmachen. An einem Leben, das ich so nicht mehr führen werde.

Eigentlich bin ich unterwegs zu neuen Ufern, wie man sagt. Eigentlich... Aber warum meldet sich ausgerechnet heute die Vergangenheit zu Wort? Was sagt sie mir? Was sagt mir mein rechtes Knie, was verlangen Kopf, Rücken und das, was man gemeinhin "Seele" nennt?

Eigentlich bin ich unglaublich müde nach diesem Tag, dieser Woche. Eigentlich... Aber ich werde noch ein wenig an mir und den Menschen, die mir wichtig sind, herumdenken müssen.

Eigentlich hätte ich weinen mögen. Eigentlich...

Uneigentlich bin ich sehr dankbar für diese ganz besonderen Menschen, die meine Wege gekreuzt haben und möglicherweise weiter kreuzen werden.

Uneigentlich. Uneingeschränkt. Und irgendwie auch ganz in echt. Wirklich.