24 Oktober 2007

Bangen und Hoffen

Da habe ich monatelang um das Leben eines geliebten Menschen gebangt. Damals war ich sicher, dass ich dieses Leben fortan zu schätzen wissen würde. Ich hätte jeden Eid darauf geschworen, dass ich diesen besonderen Menschen niemals verlassen würde, nicht nach all diesen Kämpfen. Ich hätte mir niemals vorstellen können, jemals wieder mit ihm Durchschnitt zu leben.

Und doch... Nicht einmal Existenzängste verändern die Existenz. Ich habe es gesagt, doch niemals gelebt, noch weniger gespürt in irgendeiner meiner Seelen.


Existenzängste sind nichts weiter als ein Indikator für zu wenig intensiv gelebtes Leben, meiner Ansicht nach. Und wer nicht intensiv leben kann oder will, wird es auch nach durchlebten Existenzängsten nicht tun.


Leben kannst Du nur im Jetzt. Nicht später. Nicht dann, wenn... Nicht, nachdem Du ... erledigt hast. Denn Du könntest vor dem Später sterben. Du könntest vor die Wand fahren. Einen Schlaganfall bekommen oder einen Herzinfarkt. Der berühmte Backstein könnte Dir auf den Kopf fallen.


Es gibt Grenzerfahrungen. Und ich glaube, dass es keine Grenzerfahrung gibt, die genügend Grenzen aufzeigt. Ich glaube nicht, dass Grenzerfahrungen nötig sind, um die Grenzen zu sehen. Ich will keine Grenzerfahrungen mehr. Leben will ich.


Ich will Musik hören und mich im Klang einer schönen Stimme verlieren.


Ich will einen fast vollen Mond am Himmel sehen und mich in die Wolken verlieben, die ihn zu verdunkeln versuchen.


Ich will einem geliebten Menschen in die Augen sehen und mich in ihm erkennen.


Ich will spüren, was ein anderer Mensch braucht und es ihm geben können.


Ich will meine Augen schließen und erwachen mit dem Blick ins Licht.


Ich will nichts Besonderes.


Leben will ich.


Klein sein darf es.


Unspektakulär sein soll es.


Bunt sein muss es.


Und wenn dann noch ein Wunsch übrig ist, möchte ich in den Armen eines geliebten Menschen liegen. Undramatisch. Ohne Not.

23 Oktober 2007

Jesus und Pilatus

Nein, es wird jetzt nicht christlich. Auch nicht religiös. Und wie ich hoffe, auch nicht blasphemisch.
Habe heute im Auto "E Nomine" gehört. Das zweite Stück auf der CD handelt von Jesus und Pilates und heisst: "Denn sie wissen nicht, was sie tun...". Aber darum geht es nicht. Ich bin nicht sonderlich bibelfest, erinnere aber gut "Das Leben des Brian" von Monty Python und eben dieses gerade auf dem Nachhauseweg gehörte Lied.


Während der Fahrt habe ich all dieses Wissen zusammengeworfen und herausgekommen ist die Frage, wie sehr Jesus sich von Gott, der Welt, dem Schicksal, dem Leben und dem ganzen Rest verar... gefühlt haben mag.


Vorausgesetzt, er war nicht nur ein Prophet, Gottes Sohn, der Messias oder wie auch immer ihn die verschiedenen Religionen bezeichnen mögen, sondern eben auch ein Mensch, dann durfte er häufiger Hoffnung haben, dass er möglicherweise doch überleben würde. Zunächst war ja nicht sicher, ob er überhaupt verraten werden würde. Dann küsste ihn Judas, und er landete im Knast. Kurz darauf wäre er fast übersehen worden bei der Kreuzverteilung (Monty Python), aber ehrlich, wie er nun einmal war, reihte er sich bei den zum Tode verurteilten ein.


Dann wollte Pontius Pilatus ihn eigentlich überhaupt nicht töten lassen, weil er nicht einsehen konnte, was "Schlechtes an ihm sei". Pilates war der Ansicht, dass es ausreichend sei, wenn er Jesus auspeitschen und dann losgeben würde. Lebend, nur mit ein paar Schrammen. Aber das Volk schrie: "Kreuziget ihn!", und er beugte sich dem Willen des Volkes.


Zum Schluss sollten noch ein paar Verbrecher, die schon am Kreuz hingen, begnadigt werden. Aufgrund eines akustischen Missverständnisses
begnadigte Pilatus die Falschen.

Und Jesus sagte noch immer: "Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun!"


Respekt. Ich hätte mich ja bei der ersten Gelegenheit verpisst und dafür gesorgt, dass diejenigen, die mich verpfiffen haben, mit einem Messer im Kreuz in irgendeiner Kloake landen.

Ich hätte Gott angeschrien, ihm das Recht abgesprochen, mich seinen Sohn zu nennen oder in letzter Sekunde noch schnell einen anderen Namen angenommen, nur um ihn zu ärgern, ich hätte ebenfalls das Volk angeschrien und um mich gespuckt, wenn die Chance, zu entkommen, an mir vorbeigezogen wäre.
Mit meinen letzten Atemzügen hätte ich alle verflucht, die an meinem Tod beteiligt gewesen wären.
Eines ist jedenfalls sicher: Die Worte "Herr, vergib ihnen..." wären mir niemals, wirklich niemals über die Lippen gekommen.

Wie ich auf diese Gedanken komme? Angesichts von Korruption, Werbepausen, Sponsoring und Geldmacherei stellt sich mir die Frage, ob es
überhaupt jemals einen nicht käuflichen Menschen gegeben hat. Denn woher nehme ich die Gewissheit, dass Menschen erst bestechlich sind, seit sie Aufnäher mit dem Produktnamen auf ihrem Kragen herumtragen, ohne für Unbeteiligte hörbare Aufforderung öffentlich ihren Sponsoren danken und Aufsichtsratsposten bekommen, nachdem sie als Politiker gewisse Lobbyisten bedient haben? Wenn ich Nachrichten lese über getötete Säuglinge, Raubmord mit 3 Euro Beute, Folterungen von Mitschülern, die per Handy aufgezeichnet werden oder über die Vergewaltigung von Kindern frage ich mich, wo die Menschen geblieben sind, die "Moral", "Ethik" und "Rücksichtnahme" nicht nur in ihrem Wortschatz haben, sondern auch danach leben.

Und wenn ich meine eigenen Reaktionen betrachte, muss ich mich fragen, ob ich in der Lage wäre, meine Feinde zu lieben, die andere Wange hinzuhalten und zu vertrauen.
Bin ich nicht. Will ich nicht.


Ich will zurückschlagen, ich will und werde meine Feinde hassen, und ich will Beweise für das Gute in Wemauchimmer.


Eines allerdings weiss ich: Ich hätte Jesus' Tod nicht verlangt.


Immerhin etwas.

21 Oktober 2007

Herbstlob - Reloaded

Letztes Jahr habe ich es schon einmal getan; zwar ging es um den November und die von mir positiv bewertete Tatsache, dass er kalt und nass ist und damit zum gemütlichen Gammeln auf der Couch und im Bett einlädt.

Heute ist es aus aktuellem Anlass der Oktober, der mir nahezu ungebremste Begeisterungsstürmen entlockt. Gerade komme ich von einem Spaziergang an der Fulda und im dazugehörigen Wald zurück. Die Farben sind unbeschreiblich, die Atmosphäre eine Mischung aus Tod und Auferstehung. Die Natur scheint zu sterben, aber in all dem Verfall leuchten rote Hagebutten und ein paar wenige überlebende Himbeeren. Der Wald verdoppelt sich rotbraungelbgrün im ruhigen und spiegelglatten Wasser des Flusses, der Himmel prunkt mit einer Mischung von zartem, fast verschämten Blau, Wolken, Hellrosa und Leuchtendorange und wirft sich todesmutig dem Wald hinterher.

Morgens ist es neblig, und die Welt scheint für einen Moment nur aus den eigenen Gedanken zu bestehen, bis sich dann mit etwas Glück im Laufe des Tages die Sonne durch den Nebel gekämpft hat und einen dieser goldenen Tage zaubert, die es nur im Herbst zu geben scheint. Tut sie es nicht, bleibt es noch immer ein Oktobertag, neblig, etwas verwirrt, feucht und kühl. Schön trotzdem.

Herbst macht mir Lust, nach draussen zu gehen, mehr noch als der Sommer. Bin jetzt viel dankbarer für jeden Sonnenstrahl, für jedes Stückchen blauen Himmels und weiss es daher mehr zu schätzen als in einem Sommer, in dem Wärme und Sonne der Normalfall sind. (Manchmal sind sie es auch nicht, und dann gilt meine Dankbarkeit einem Herbst, der die vielen Regentage vergessen macht.) Jetzt darf es regnen, kalt und ungemütlich sein, ganz offiziell. Vor drei Wochen wurde auch kalendarisch Herbst eingeläutet. Weihnachten lauert seit September in dunklen Kaufhausecken mit Keksen und Lebkuchen, aber wer es schafft, das drohende Fest zu ignorieren und sich zu entspannen, genießt Ruhe und Frieden.

Frieden. Friedhof. Irgendwie ist der Herbst auch eine Zeit, in der diejenigen, die gegangen sind, mehr Präsenz haben als in anderen Jahreszeiten. Das mag an den klassischen Totentagen liegen, an den Gestecken, die gleich neben der Weihnachtsdekoration im Baumarkt zu finden sind. Möglicherweise liegt es aber auch an dem allgemeinen Gefühl des Abschieds. Alles verabschiedet sich für ein paar Monate: Die Blätter an den Bäumen, das Wachstum in der Natur, eine Menge Vögel fliegen Richtung Wärme und Süden (ich hoffe, sie entkommen den Maschendrahtfallen der Vogelhändler und -mörder), auch das Tageslicht schwindet. Irgendwie scheint alles umzufallen und von Spinnweben und morgendlichem Rauhreif überdeckt zu werden. Und so nehme ich auch fast jedes Jahr um diese Zeit Abschied. Manchmal lasse ich Lebensentwürfe gehen, Philosophien, mit denen ich mir mein Dasein erklärt habe, manchmal trenne ich mich von Menschen, von einer Tätigkeit, manchmal muss ich ein Stück Jugend verabschieden. Jedesmal tut es weh, und jedesmal weiss ich, dass Abschied auch eine Begrüßung beinhaltet, jede Trennung einen Neuanfang und dass nach dem Einbruch der Dunkelheit Kerzen ein sehr gemütliches Licht verbreiten. Und irgendwann wird es dann wieder hell. Im Herbst kommt das Licht etwas später, nicht so gleissend, sondern eher zaghaft, aber es kommt. Immer. Das ist sicher. Sollte ich mehr brauchen?

16 Oktober 2007

Sichelmonde am bedeckten Himmel

Herbst. Ich mag Herbst, und vor ein paar Tagen habe ich herausgefunden, warum.

Herbst hat fast das gleiche Licht wie Red Beach gegen 16.30 Uhr am Nachmittag.

Herbst ist einerseits noch sonnig, warm, andererseits wabern morgens bereits die Nebel, und auf den Dächern glitzert der erste Rauhreif.


Herbst bedeutet Blätterknistern beim Spaziergang, klares, goldenes Oktoberlicht, frühe Dämmerung, Kühle am Abend.


Herbst wirft Kastanien, Eicheln und Bucheckern von den Bäumen, färbt die Blätter und versetzt die Schauenden in einen Farbenrausch.


Herbst macht Pilzgeruch, läßt die Fliegenpilze Rotweiss leuchten, gibt Rätsel auf - giftig, ungeniessbar oder in Butter gebraten unglaublich lecker?


Herbst hat besondere Farben, leuchtendrot, golden, hellbraun, tiefgrün.


Herbst ist die Zeit für gute Filme: "Ratatouille", "Die Fremde in mir", andere, die ich noch nicht kenne. Herbst macht, dass ich dauernd ins Kino rennen möchte.


Herbst ist Nebel, der Simmershausen verschwinden lässt und Wolbrechtshausen einem ungewissen, weil unsichtbaren Schicksal überlässt.


Herbst ist nicht so heiss wie der Sommer.

Herbst ist kuschelig; auf einmal weiß ich Bett, Couch und Decke zu schätzen.

Herbst macht Lust auf Aufräumen, Blumenzwiebeln für den Frühling pflanzen, Fensterputzen, Garten und Balkon aufräumen.
Herbst gibt Katzen ein weiches, dickes Winterfell (mir auch) und das Bedürfnis, am Fußende schlafen zu wollen, statt auf Mäusejagd zu gehen.

Herbst ist mir inzwischen fast mehr wert als Sommer.


Vielleicht bin ich in meinem Herbst angekommen?

Anatomie-Refresher

Gebärmutter.

Gebärende Mutter.

Eine Mutter
wird geboren.

Eine Mutter
kann nicht
gebären.

Geburt
einer Mutter.

Geboren,
um Mutter zu sein?

Mütterliche Geburt.

Gebären.

Mutter.

Mutter?

12 Oktober 2007

Rettet das Mutterkreuz! oder Wie wir einer doofen Blondine bei ihren verzweifelten Denkversuchen zuschauen

Nein, ich habe das Werk der betreffenden Dame NICHT gelesen und werde das auch nicht tun!

Nein, ich will mich nicht in die Schar derer einreihen, die aus Publicitygründen die geistige Flatulenz einer ehemaligen Nachrichtenvorleserin ernst zu nehmen vorgeben.


Und nein, ich habe auch nichts gegen Hausfrauen und Mütter!


Im Dritten Reich „sind auch Autobahnen gebaut worden – und auf denen fahren wir heute auch drauf.“


Hat sie gesagt. Live. Bei unserem Oberintelligenzbolzen Johannes B. Das ist der mit dem betroffenen Gesicht und der Geflügelwurst, die ihm seine ehemals als Hockeyspielerin erfolgreiche Angetraute immer aufs Brot gibt, weil nämlich "der Johannes sonst gaaaar nichts isst." Was also ausgerechnet der dagegen einzuwenden hat, das Weib wieder an seinen angestammten Platz zurück zu scheuchen, ist mir ein Rätsel. Wenn das Weib dann beruflich noch so erfolgreich ist wie besagte Blondine und nur so tut, als stünde es am Herd, während es eigentlich durch die Weltgeschichte karjohlt und Selbstgeschriebenes verkauft, ist doch alles gut.



Ich habe ja bekanntermaßen keinen Fernseher. Trotzdem ist es nicht möglich, mich dem Medienrummel um Frau H. zu entziehen. Selbst bei Google-News erhält sie täglich mindestens eine Schlagzeile.


Im Dritten Reich "sind auch Autobahnen gebaut worden - und auf denen fahren wir heute auch drauf."

Mache ich mich der Arroganz verdächtig, wenn ich weitere Aussagen einer Person, die in rudimentärem Deutsch Selbstverteidigungsphrasen der "Aber nicht alles, was Adolf gemacht hat, war böse!"-Fraktion drischt? Ist meine Haltung, mich 30 Jahre nach Erscheinen der Erstausgabe der EMMA nicht mehr mit katholischen Rollenklischees auseinandersetzen zu wollen, antiquiert? Sind wir möglicherweise gar nicht emanzipiert, sondern warten verzweifelt auf den Ernährer, dem wir dann ein gemütliches Heim bereiten und Kinder schenken dürfen? Diskutieren wir deshalb ernsthaft und seit einigen Wochen über Thesen, die Bischof Mixa zu Beifallsrufen animieren? (Für Vergessliche: Das ist der katholische Herr, der fand, dass man Frauen zu Gebärmaschinen degradiert, wenn man dafür sorgt, dass sie ihren Nachwuchs betreuen lassen können, während sie ihrer grundgesetzlich zugesicherten Berufstätigkeit nachgehen.)



Ich kürze die Diskussion ab und unterbreite dem/der geneigten LeserIn die folgenden Vorschläge:

  1. Frau H. hält endlich die Klappe, geht nach Hause, legt sich auf den Rücken und kommt ihrer natürlichen Aufgabe nach.
  2. Wir (die berufstätigen, intelligenten Frauen mit oder ohne Kinder) hören sofort damit auf, für Geld zu arbeiten, gehen nach Hause, legen uns auf den Rücken und kommen unserer natürlichen Pflicht nach.
  3. Herr Kerner hält die Klappe, geht nach Hause und legt sich auf seine Frau. Wurstbrot gibt's dann später.
  4. Bischof Mixa hält die Klappe, geht nach Hause, legt sich auf den nächsten Chorknaben und kommt seiner natürlichen Neigung nach.
  5. Frau Schreinemakers läuft nach Hause, hält die Klappe und sucht sich einen fähigen Stimmcoach.
  6. Herr Barth hält die Klappe, fährt nach Hause, übt noch ein paar Grimassen, räumt 30 Paar Schuhe weg und legt sich dann auf seine Frau, damit die ihrer natürlichen Pflicht nachkommen kann.
  7. Frau Berger hält die Klappe und geht in Rente, denn sie ist deutlich über 50 und hat ihre natürliche Aufgabe erfüllt.
  8. Ich halte jetzt die Klappe, verlasse den Herd und gehe meiner selbstgewählten Bestimmung nach.

06 Oktober 2007

ALG I - Die Suche nach Gerechtigkeit

Spiegel Online vom 06.10.07: "Arbeitslosengelddebatte - Becks Rache". Da hatten doch der interessierte Bürger und die gleichermaßen am politischen Geschehen passiv teilhabende Bürgerin während der letzten Woche den Eindruck gewonnen, der SPD-Vorsitzende sei um die Gerechtigkeit besorgt. Vehement hatte er dafür plädiert, beim ALG-I-Bezug das Alter zu berücksichtigen. "Achja", seufzte es da unter alten Anhängern der romantisch verklärten Sozialdemokratie, "Vielleicht ist dieser hemdsärmelige, übergewichtige Pfälzer ja doch ein feiner Mensch. Immerhin kümmert er sich doch um unsere Belange." Jetzt erfährt der geneigte Leser zusammen mit der Leserin, dass es mitnichten um Verteilungsgerechtigkeit, sondern viel mehr um einen sehr, sehr alten Konflikt geht. Ein Männermachtspiel aus pubertären Tagen nämlich, inhaltslos wie eh und je, geht um:

Wer hat den Längsten?

Und da sich Beck und Müntefering nun schlecht in eine öffentliche Toilette begeben können, um dort mithilfe eines Lineals den Konflikt zu lösen, geben sie Interviews gegensätzlichen Inhalts, die man so zusammenfassen könnte: Beck sagt: "Ich will, dass ältere Arbeitnehmer länger Arbeitslosengeld I beziehen. Das ist nämlich gerecht, weil die ja viel länger eingezahlt haben!" Müntefering sagt: "Quatsch. Haben wir nicht vereinbart, können wir nicht bezahlen."


Und da stehen sie, die älteren Arbeitslosen, haben möglicherweise bereits ihr Häuschen verpfändet, weil der antragannehmende Beamte bei der Arbeitsagentur gerade in Urlaub war und ihr Antrag auf ALG II seit Monaten auf Halde liegt, und merken möglicherweise gar nicht, dass sie mit ihren schwer erarbeiteten Ersparnissen den Wettstreit um Penislängen bezahlen müssen. Ist aber so, da bin ich sicher. Ich bin eine Frau und kenne mich mit Penislängen und ihren Inhabern recht gut aus.

Schauen wir doch ein wenig zurück: Anlass für die Agenda 2010 war, dass der Gerhard seinen Jungs (und den paar Mädels) beweisen
musste, dass er den Längsten, die schicksten Klamotten und den besten Friseur hat. Die Auswirkungen (Hartz I - IV) durften wir alle aus nächster Nähe betrachten. Und jetzt kommt der Kurt und fleddert das Erbe vom Gerhard. Der ist aber, nachdem niemand mehr seinen Langen sehen und noch viel weniger seine Meinung wissen wollte, zu seinem alten Kumpel Wladimir geflüchtet, lässt sich dort das Köpfchen kraulen, die Taschen füllen und sagt fast nichts mehr.

Wäre nicht der blöde Franz, dann könnte Kurt schon Kanzlerkandidat spielen. Der Franz ist aber ein ganz Fieser. Erst sagt er allen, dass der Kurt ganz toll ist, und mit dem letzten Satz des Interviews gibt es einen Verbalschlag in die Fresse. Und deswegen hat der Kurt jetzt beschlossen, aus Rache am Franz so zu tun, als interessierten ihn die Arbeitslosen. Dass er erst vor einem Jahr erklärt hat, arbeitslos sei nur, wer sich nicht wäscht und nicht rasiert, haben wir ja glücklicherweise alle vergessen.


Die Arbeitslosen antworten auch brav in den Umfragen, dass sie die SPD jetzt wieder ganz toll finden, und sofort steht die Partei stramm hinter dem Kurt. Kurt freut sich; in ein paar Wochen wird er ganz leise in ein Mikrophon sagen, dass der längere Bezug des ALG I für ältere Arbeitslose leider nicht finanzierbar sei, und außerdem bräuchten die sich ja auch nur zu waschen, und dann werden wir alle ganz schnell vergessen, dass er das überhaupt mal gesagt hat. Aber alle werden die SPD weiter ganz toll finden. Es sei denn, die Angela mischt sich ein, erklärt, dass sie den Längsten hat und kann das auch beweisen. Dann wählen wir die CDU.

05 Oktober 2007

Agenda 2010 - Fordern und Fördern

Die ZEIT stellt sich heute online die Frage, ob die Agenda 2010 einen positiven Einfluss auf die Entwicklung des Arbeitsmarktes hatte. Da kann ich aus meiner ganz persönlichen Sicht der Dinge mit einem klaren JA! antworten. Allerdings hat dieser Effekt wenig mit der großartigen Arbeit der umbenannten Arbeits- und Sozialagenturen, noch weniger mit der Fallmanagerin, die meinen Fall bearbeitet hat und am allerwenigsten mit dem System zu tun, sondern nur und ausschließlich mit meiner eigenen Initiative, entstanden aus unbändiger Wut über eben dieses System.

Man nehme eine Freiberuflerin, die unverschuldet in eine finanzielle Notlage gerät, weil sie aus gesundheitlichen Gründen ihren Hauptberuf nicht mehr ausüben kann. Voller Hoffnung begibt sie sich in die tatkräftigen Hände der verbeamteten MitarbeiterInnen einer Sozialagentur, um dort für eine hoffentlich kurze Übergangszeit zumindest den Lebensunterhalt zu sichern. Bewaffnet mit vielen Formblättern und Abhaklisten kehrt sie nach Hause zurück und arbeitet diese ordentlich und sorgfältig durch, begründet ausgiebig, warum eine Trainerin, die sich gerade nicht schmerzfrei bewegen kann, ihren Beruf nicht ausüben kann, durchforstet ihre Unterlagen nach den geforderten Nachweisen und kehrt eine Woche später, den Antrag geordnet und mit einem Inhaltsverzeichnis versehen, wieder in die Sozialagentur zurück, wo ein hilfsbereiter Mitarbeiter alle Unterlagen kopiert und neu sortiert. Da sie mitgedacht hat (sie ist ja Freiberuflerin und nicht verbeamtet), hat sie bereits ihre Gewerbeanmeldung und ein ärztliches Attest dabei, in dem ihre körperliche Einschränkung bestätigt wird.
Nebenbei erfährt sie, dass sie, bevor sie Anspruch auf staatliche Unterstützung hat, ihre Lebensversicherung, deren Rückkaufswert zum Antragszeitpunkt ca. 3.000 € beträgt, möglicherweise auflösen muss, da diese Summe über dem Freibetrag liegt und ein mögliches Vermögen zunächst aufgebraucht werden muss. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sie nicht gewusst, dass sie vermögend ist.
Auf ihre Frage, ob es denn eine Möglichkeit gäbe, den Antrag mit einem Dringlichkeitshinweis zu versehen (schließlich steht der Erste vor der Tür, und sie fragt sich inzwischen, wie sie Miete, Krankenversicherung, Brot und Käse bezahlen soll), antwortet der freundliche antragannehmende Sachbearbeiter, dass dafür der ihr zugeteilte Fallmanager zuständig sei.

Sie macht den ersten kapitalen Fehler: Sie glaubt, dass ein Angestellter im Öffentlichen Dienst selbständig denkt und der antragannehmende Beamte dem antragweiterverarbeitenden Kollegen einen Aktenvermerk mit dem Hinweis auf Dringlichkeit übergibt.

Ja, lachen Sie ruhig über die unglaubliche Naivität der Dame! Und seien Sie sicher, heute weiss sie, dass der Beamtenstatus und die Aufstiegsmöglichkeiten im Öffentlichen Dienst streng dem Peter-Prinzip folgen: In einer Hierarchie neigt jeder Beschäftigte dazu, bis zu seiner Stufe der Unfähigkeit aufzusteigen. Aber es kommt noch schlimmer:

Da der antragentgegenehmende Beamte noch zusätzliche Unterlagen benötigt, bekommt sie einen neuen Termin für die Antragvervollständigung. Sie bringt die genannten Nachweise; diesmal ist es eine antragentgegennehmende Beamtin, mit der sie zu tun hat. Da diese keinerlei Einwände äußert, geht die Antragstellerin davon aus, dass ihr Antrag jetzt schnellstmöglich bearbeitet wird. Wir schreiben Dienstag, den 7. August des Jahres 2007. Seit dem ersten Kontakt mit der Sozialagentur sind 2 Wochen vergangen.

Sie lachen noch immer? Sie kennen sich aus mit der Arbeitsweise deutscher Ämter? Ihnen ist bekannt, dass deutlich mehr gefordert als gefördert wird? Sie hätten es mir gleich sagen können? Warum haben Sie nicht?

Der Erste geht ins Land, und die betreffende Dame hat das unglaubliche Glück, aufgrund eigener Bemühungen eine neue Tätigkeit gefunden zu haben. Von der Sozialagentur hat sie noch nichts gehört (ein mit dem deutschen Beamtentum vertrauter Insider hat ihr später erklärt, dass Anträge nur dann schneller bearbeitet werden, wenn man den betreffenden Sachbearbeiter täglich, besser noch stündlich anruft und nach dem Fortschritt fragt), bleibt aber gelassen, da Miete und Essen gesichert sind. Trotzdem ist sie der Ansicht, zumindest nachträglich für die 6 Wochen, in denen sie über keinerlei Einkommen verfügen konnte, noch eine Unterstützung beanspruchen zu dürfen.

Hören Sie endlich auf zu lachen!

Am 13. September 2007 erhält sie Post von der Sozialagentur. Hätte sie keinerlei Eigeninitiative gezeigt, aus Unwissenheit oder im Vertrauen auf die Fürsorge von Staat und ausführenden Organen, sie wäre inzwischen möglicherweise wohnungslos, dehydriert und skelettiert.

Ich zitiere die wichtigen Stellen (und hebe die, die mir besonders wesentlich erscheinen, hervor):
Zwischenmitteilung zu Ihrem Antrag auf Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB II); hier: Arbeitslosengeld II

Sehr geehrte Frau ...,

über Ihren Antrag kann leider noch nicht entschieden werden, weil die folgenden Unterlagen fehlen:

  • Gewerbeanmeldung
  • beigefügte Selbsteinschätzung zur Selbständigkeit, da diese im Antrag nicht korrekt ausgefüllt wurde
  • ausführliche Stellungnahme, wie es zu der Hilfebedürftigkeit kam, wie also der Lebensunterhalt in den letzten Jahren bestritten wurde
  • Einkommenssteuerbescheide seit Beginn der selbständigen Tätigkeit

Bitte kommen Sie Ihrer Mitwirkungspflicht bis spätestens 07.10.2007 nach. Sollten Sie bis zu diesem Termin nicht antworten wird die Leistung versagt. Die entsprechenden gesetzlichen Bestimmungen sind als Anlage abgedruckt.
Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass auch nach Vorliegen aller für die Bearbeitung notwendigen Angaben eine Entscheidung nicht immer sofort möglich ist.
Mit freundlichen Grüßen


Was soll ich sagen? Die Gewerbeanmeldung war gezeigt, aber nicht kopiert, die Selbsteinschätzung zur Selbständigkeit war vom antragannehmenden Beamten nicht bemängelt
worden, eine Begründung, wie die Hilfebedürftigkeit entstanden war, konnte aus dem ärztlichen Attest ersehen werden und der Lebensunterhalt der letzten Jahre liess sich unschwer aus den beigelegten Betriebswirtschaftlichen Auswertungen des letzten Jahres erkennen. Einkommenssteuerbescheide seit Beginn der Selbständigkeit konnten allerdings nicht vorgelegt werden, weil die Aufbewahrungsfrist bereits verstrichen war.

Stehen Sie wieder auf, und unterlassen Sie dieses alberne Gestrampel mit den Beinen!

Wenn der Sinn der Antragsbearbeitung ist, solange zu warten, bis der/die AntragstellerIn entweder den Hungertod gestorben ist (VORSICHT: SIE SIND möglicherweise NICHT krankenversichert!) oder sich mangels festem Wohnsitz unter Brücken aufhält und deswegen den Anspruch auf Unterstützung verliert, kann ich bestätigen: Gut gemacht!

Sollte es aber ursprünglich darum gehen, Hilfebedürftigen Unterstützung zu gewähren, muss ich feststellen: 6. Setzen. Sie sitzen schon? Lange? Sie müssen Beamter sein!

Leichtigkeit

Da ist diese leise Sehnsucht. Irgendwann einmal fühlte ich Leichtigkeit. Manchmal mit mir allein, manchmal mit einem geliebten Gegenüber. Leichtigkeit, das bedeutete, voreinander zu stehen, zu trampeln und zu lachen.

Leichtigkeit bedeutete, über nichts nachdenken zu müssen.

Leichtigkeit bedeutete Sicherheit. Ein Versprechen. "Ich werde Dich lieben, was auch immer geschehen mag, werde Dich halten, wenn Du zu fallen drohst, werde bei Dir sein, wenn Du mich brauchst, werde mit Dir aufwachen, einschlafen, essen, fernsehen, herumliegen, schlafen, kosen, arbeiten, streiten.


Leichtigkeit bedeutet heute für mich, bei mir bleiben zu können, während mein Gegenüber in sich selbst versinkt.


Wenn ich heute an Leichtigkeit denke, sehe ich einen rotgetigerten Kater, der bei strömendem Regen auf dem Rasen sitzt, den Blick auf das Küchenfenster gerichtet, hinter dem ich mit unglaublich schlechtem Gewissen die Käseverpackung aufreisse.

Ich sehe einen schwarzen Kater an einer vielbefahrenen Strasse sitzen und darauf warten, dass das bestellte Spaghettieis besorgt wird.


Ich sehe zwei Menschen, die sich möglicherweise belogen oder sich Wesentliches verschwiegen haben, sehe sie, wie sie endlich ehrlich all ihre Wünsche, Träume, Sorgen äussern können.


Ich sehe mich. Nicht hier, sondern auf einer Insel. "Meiner" Insel. Sehe meine Träume. Fühle meine Sehnsucht. Höre die Wellen. Spüre den Hauch der Götter auf meiner Seele.


Leichtigkeit.


Wie sehr wünschte ich, mit Dir diese Leichtigkeit leben zu dürfen!

03 Oktober 2007

Gestern. Heute. Morgen. Übermorgen.

Regen prasselt im Ragtimerhythmus an mein Fenster. Eben noch, als ich nackt über die Steinfliesen der Saunalandschaft flanierte, spürte ich ein paar wenige Tropfen auf meiner Haut und pflegte die Idee, morgen ein wenig Fahrradfahren zu wollen. Der Regen sagt "Lass das!" Andererseits sind wir möglicherweise in verschiedenen Zeiten unterwegs: Ich denke bereits an Morgen, der Regen bleibt im Jetzt. Was eine vernünftige Sichtweise wäre, denn ob er morgen noch regnen darf, kann er ja nicht wissen, der Regen. Und ich weiss genau, dass ich heute abend nicht wissen kann, ob ich morgen Lust auf Radfahren haben werde. Zumal ich nicht weiss, ob es beim Regenragtime bleibt, vielleicht zum Nebelrequiem wechselt oder gar in einem Sonnencrescendo enden wird, morgen. MORGEN.

Manchmal frage ich mich, warum ich MORGEN immer so unglaublich viel zu erledigen habe, während HEUTE noch ein ganz ruhiger Tag war. Ich könnte diese Ruhe geniessen, denn ich weiss ja HEUTE nicht, welche Musik mich MORGEN erwartet. "Heute ist das Morgen, vor dem Du gestern Angst hattest." ist ein sehr beliebter und häufig wiederholter Spruch der Anonymen Alkoholiker. Nicht blöd, diese AAs... Leider wiederholen sie sich ununterbrochen, aber das ist eine andere Geschichte.

Also HEUTE. Heute war der Tag, auf den ich mich gestern gefreut habe und der mir dann scheinbar und auf den ersten Blick verdorben wurde. Dabei war gestern ein Tag, vor dem ich noch vorgestern ein wenig Angst hatte; trotzdem ist er vergangen und wurde zum GESTERN. Gestern war der Tag, an dem ich mich auf HEUTE gefreut habe. Ist anders geworden. Schön, anders, ungeplant.

Besser so? Möglicherweise. Ich kenne viele Menschen, die im MORGEN leben, entweder weil

sie MORGEN etwas Dringendes zu erledigen haben, oder weil

MORGEN der Tag ist, an dem sie etwas tun zu müssen glauben, was sie nicht tun wollen, oder weil

sie einfach nicht im HEUTE leben können. Vielleicht auch, weil

es viel einfacher zu sein scheint, das MORGEN zu planen, statt im HEUTE zu leben. Oder möglicherweise

ist das HEUTE so erschreckend, dass es sich einfach besser anfühlt, alles auf MORGEN zu verschieben oder

im GESTERN zu verharren,

das VORGESTERN zu vergöttern?

Mein MORGEN beinhaltet Ängste, Hoffnungen, alberne Spiele. Mein HEUTE war erfüllt von Literatur, Entspannung, Gedanken an GESTERN und die Frage, was ÜBERMORGEN bringen wird. Oder ÜBERÜBERMORGEN.

Das kleine Mädchen, das heute an meiner Tür geklingelt hat in der Hoffnung, ich könnte ihr sagen, wo sie ihre Spielkameradinnnen fände, hat im JETZT gelebt. Was sie SPÄTER getan hat, weiss ich allerdings nicht.

MORGEN. Einerseits freue ich mich. Andererseits weiss ich nicht, was mich erwartet.

HEUTE. War völlig anders, als ich GESTERN dachte. Trotzdem schön. Sehr schön. Anders schön.

Wäre mein MORGEN unbeeindruckt vom Morgen Anderer, könnte ich mich darauf freuen. Ist es nicht. Also macht es mir Angst. Immerhin, mein GESTERN gehört mir. Nur mir. Niemand kann es ändern. Ich auch nicht.

Mein HEUTE war beeinflusst, aber trotzdem schön. Jetzt ist es ein GESTERN.

MORGEN ist der Tag, auf den ich mich GESTERN gefreut habe und der mir HEUTE weit entfernt zu sein scheint.

HEUTE ist der Tag, der nicht so ist, wie ich noch GESTERN geplant hatte. Die Planung für MORGEN verkneife ich mir.

Manchmal ist heute gestern. Und gestern beeinflusst morgen. Bin ich HIER? Möglicherweise.

Aber darüber möchte ich frühestens MORGEN nachdenken.

01 Oktober 2007

Hochzeitstag

Was schenkt eine arbeitslose Autorin? Liebes- bzw. Heiratsgedichte, stilgerecht auf zwei Flaschen Nörten-Hardenberger Pils aufgeklebt in der Hoffnung, dass sie nicht versehentlich beim Altglas landen.


Alles Liebe!

20 Jahre...

Weil es schon immer so war?

Man kennt sich.

Eben.

Man weiß, was kommen könnte.

Schon längst.

Liebe?

War lange nicht mehr im Gespräch.

Kinder?

Wie?

Möglicherweise ist es Vertrautheit.

Möglicherweise ist es Vertrauen.

Möglicherweise ist es Sicherheit.

Möglicherweise ist es

das Ende

einer Suche.

Liebe.




Und noch’n Hochzeitsgedicht

Zwanzig Jahre ist es her,

da habt Ihr Euch getroffen.

Die Liebe wuchs, das freut uns sehr

und lässt auf eine Zukunft hoffen.

Und jetzt, als altes Ehepaar,

da habt Ihr Euch entschieden:

Wir geh’n zum Standesamt und sagen „JA!“,

weil wir uns so sehr lieben.

Doch statt zu feiern solltet Ihr

jetzt rasch ins Bett verschwinden.

Wir bleiben hier und trinken Bier

und was wir sonst noch finden.

Ob eins, ob zwei, ob drei, ob vier,

für Kinder muss man vögeln.

Wenn’s klappt, dann gratulieren wir.

Gefeiert wird in Oegeln.*



*Oegeln gibts wirklich - ist in Neubrandenburg. Ich habe "ögeln" gegoogelt, weil mir auf v... einfach kein Reim einfallen wollte.