31 Januar 2008

Januarstürme

Es stürmt. Ich bin ganz allein zuhause, Vermieter samt Zwillingen sind abgängig. Wenn mir also jetzt das Dach samt Sonnenkollektoren und daran herumknabbernden Mardern auf den Kopf fällt, wird es niemand merken. Jedenfalls nicht schnell genug.
Wenn er mich morgen den ganzen Tag nicht erreicht, wird möglicherweise der Liebste stutzig. Da er mich aber andererseits als eher inkonstant zickig kennt, macht er sich wahrscheinlich zunächst keine Sorgen.
Um mit Bridget Jones zu sprechen: Ich bin zwar kein Single, aber die Wahrscheinlichkeit, dass mich marodierende Schäferhunde während meines Todeskampfes anknabbern, ist relativ groß.
Wir wohnen nämlich ganz weit auseinander, der Liebste und ich. Meine Mutter kann sich nach wie vor nicht merken, in welchem Whausen ich jetzt genau wohne, mein Ex ist beschäftigt mit Musik und ignoranter Zicke (seiner zukünftigen Ex, wie ich hoffe), meine beste Freundin ist völlig orientierungslos und würde mich niemals finden.
Sicherheitshalber sollte ich noch mehr von diesem unglaublich leckeren Cabernet Sauvignon aus dem Bioladen trinken. Mit Glück schlägt er auf Gehör und Gespür gleichermaßen, und ich merke weder das Knabbern der Schäferhunde noch höre ich das Zusammenbrechen des Daches. Andersrum. Die Reihenfolge der Dramen, meine ich.

Anderes Thema: Merken wir Menschen eigentlich immer, wenn wir uns in einer suboptimalen Situation befinden? Manchmal glaube ich, dass wir irgendein Gen haben, dass uns die Lage schön vernebelt. Oder hoffnungsvoll.
Ich bin gerade wieder bei diesem unglaublich lieben und mir sehr wertvollen Freund: Dieser Mann bringt echten Sand von der Nordseeinsel mit und sammelt Muscheln, um sich für Blumengiessen und Katzenhüten zu bedanken, er sieht nett aus, ist in guten Phasen voller Einfühlungsvermögen. Warum also bekommt so ein Goldstück von Mann so eine egozentrische, ignorante, über Leichen gehende Mistkuh ab? Er hatte doch schon mich und ist damit gestraft genug, oder?

ER ist vernebelt. In seinem Gehirn muss es ungefähr so aussehen, wie in einer x-beliebigen Botschaft, wenn die GSG9 zwecks Geiselbefreiung und mittels Tränengasbomben den Laden stürmt. Nicht gut. Neblig. Dunkel. Und ich kann nichts tun, fürchte ich.

Wenn ich ehrlich bin, ist mir der Cabernet Sauvignon entschieden zu schwer. Der Trollinger davor war viel leckerer.

Ich sollte ins Bett gehen. Ohne Umwege.

Wünsche allseits eine gute Nacht. Und wenn sie die Zicke sehen (sie wohnt in Berlin, macht Musik und treibt meinen besten Freund in die Verzweiflung), sperren Sie sie weg. Erschiessen wäre auch okay.

Dicke sind doof und haben kein Geld...

... sagt eine Untersuchung, die seit zwei Tagen durch die Medien geistert, den leicht übergewichtigen Verbraucherschutzminister aufgeschreckt hat und zu solch putzigen Ideen führt wie Neuetikettierung von Lebensmitteln, damit auch die Doofen sehen können, was für einen Mist sie zu sich nehmen.

Also. Ich habe studiert, halte mich für halbwegs intelligent, und ALG II wollte man mir nicht gewähren. Ich bin demzufolge (zumindest nach der Definition der Sachbearbeiterin der Northeimer Sozialagentur) auch nicht finanziell minderbemittelt. Ich weiss, welche Lebensmittel gut sind und welche böse. Böse sind zum Beispiel Kartoffelchips, Spinatpizza oder Schokolade in größeren Mengen. Einen Supermarkt betrete ich mit dem hehren Vorsatz, nur Frisches und Gesundes, am besten Bio, zu kaufen.

Wenn ich mich dann in der Obstabteilung befinde, schließe ich zunächst Obst und Gemüse aus bestimmten Ländern aus, weil die da nämlich auch böse sind. Sie spritzen mit Insektenvertilgungsmitteln nur so um sich, und in einigen Paprika wurden mehr Pestizide gefunden als Vitamin C. Die Bio-Kiwi aus Neuseeland kaufe ich auch nicht, weil die garantiert mit dem Flugzeug angeschleppt wurden und damit strenggenommen vielleicht noch bio, aber garantiert nicht mehr ökologisch sind. Fleisch - um Gottes willen, ich unterstütze auf gar keinen Fall die Massentierhaltung oder Tiertransporte quer durch Europa, nur damit eine aus polnischer Kuh hergestellte Wurst sich "echt italienisch" nennen darf! Fisch geht eigentlich auch nicht mehr, weil die Gewässer schon völlig überfischt und die gezüchteten Lachse, Forellen und Genossen mit Antibiotika vollgestopft sind.

So geht es immer weiter. Ich stolpere durch die Regalreihen, orientierungslos, weil informiert, vorbei an Produkten mit E-Nummern, Mononatriumglutamat und künstlichen Aromen. Eigentlich will ich gar nichts mehr essen, weil mir der Appetit bei meinen Überlegungen gründlich vergangen ist.

Andererseits - ist es richtig genommen nicht sowieso egal?


Da gibt es doch diese leckeren Kartoffelchips ohne Geschmacksverstärker, nur mit Salz! Rein in den Einkaufswagen mit Euch! Demeter macht jetzt auch Sahnejoghurt - großartig, ich brauche ein Seelentrösterchen, wenn ich schon nichts Gesundes essen darf.

Jetzt bin ich völlig enthemmt. In meinen Wagen fliegen die unglaublich schmackhaften, mit künstlichen Farb- und Aromastoffen vollgepumpten Brausebonbons, gefolgt von zuckerreduzierten Schokoküssen, von denen einem spätestens nach dem fünften fürchterlich schlecht wird und einer Packung Joghurette (die soll schlank machen, sagt die Werbung). Dann noch eine Tafel dunkle Schokolade mit 85% Kakaoanteil fürs gute Gewissen, eine Packung Knäckebrot und Camembert mit übernatürlichem Fettgehalt.

Draussen, vor dem Einkauf, hätte ich dem Interviewer, der mich nach meinem Essverhalten gefragt hat, gesagt, dass ich Salat, Tomaten, Gurken, Paprika, Bananen, Kiwi und Äpfel einkaufen will, ausserdem Vollkornbrot, Linsen, Reis und Dinkelspirelli. Schließlich bin ich ja schlau und weiss, was gut für mich ist.

Rausgekommen bin ich mit ein paar anderen Leckereien. Na und, noch habe ich kein nennenswertes Übergewicht, und wenn irgendwer etwas zu meckern hat, zeige ich ihm einfach mein Abizeugnis und einen Kontoauszug!

28 Januar 2008

Das Beste kommt zum Schluss

Zwei Menschen (gespielt von Jack Nicholson und Morgan Freeman) erfahren, dass sie sterben werden. Natürlich, sterben werden wir alle, diese beiden aber wissen ungefähr, wieviel Zeit ihnen noch bleibt. Nicht viel. Sie haben Krebs.
Und so beschliessen sie, die "Löffelliste" abzuarbeiten, nämlich alles zu tun, was sie tun zu müssen glauben, bevor sie den Löffel abgeben.
Sie springen Fallschirm. Sie fahren in die Serengeti. Sie steigen auf eine Pyramide. Sie fahren in den Himalaya. Sie versöhnen sich mit ihren Familien, lernen bislang unbekannte Enkeltöchter kennen, sie philosophieren.
Es ist ein sehr schöner, sehr berührender Film, dem es gelingt, nicht im Kitsch oder in der Rührseligkeit zu versinken.
Es ist ein Film, der mich nachdenklich gemacht hat: Was stünde auf meiner "Löffelliste"? Philosophisches oder Handfestes? Dinge, für die ich eine Menge Geld bräuchte oder der Zusammenhalt einer Familie?
Ganz davon abgesehen, dass ich erstens einfach sterben möchte, ohne vorher zu wissen, wann es soweit ist, stünden ganz sicher weder Fallschirmspringen noch Bungee darauf oder sonst irgendetwas, bei dem es von oben nach unten ginge. Soweit ich weiss, muss ich mich mit niemandem versöhnen, und unbekannte Enkeltöchter gibt es auch nicht.
Was würde ich tun, was brauchen, um mein Leben vollständig zu machen?
Aus heutiger Sicht wären es diese Dinge:
  • Einen Verlag für Anna finden. (Für neu Hinzugekommene: Das ist der Roman, der in der berühmtberüchtigten Schublade liegt und geboren werden möchte oder besser ausgedrückt: Anna ist bereits geboren, sie möchte endlich in die Welt hinausziehen dürfen!)
  • Einen Marathon laufen, am liebsten auf Lanzarote.
  • Eisbären sehen.
  • Robbenjäger erschiessen. Eigenhändig.
  • Walfänger versenken. Mit Kanonen.
  • 24 Stunden mit einem Tierquäler allein in einem kleinen Raum verbringen.
  • Eine Tierversuchsanstalt in Flammen aufgehen lassen und vorher alle Tiere retten.
  • In den Spiegel schauen und alles an mir lieben.
  • Einen unglücklichen Menschen zum Lächeln bringen.
  • Den Zustand tiefster Meditation erleben.
  • Den Jacobsweg gehen, wenn das große Promipilgern zuende ist.
Und das wäre es eigentlich schon...
Was hindert mich, mit einigen dieser Punkte sofort anzufangen? Möglicherweise werde ich nicht vorher erfahren, wann ich sterbe, und das macht das Leben im Jetzt unglaublich wichtig.
In dem Film wurde noch über die Fragen, die die Götter den alten Ägyptern an der Schwelle zum Totenreich stellten, debattiert.
Frage eins: Hast Du in Deinem Leben wahre Freude empfunden?
Meine Antwort: Ja, und ich kann genau sagen, wann und wo. Immer dann, wenn ich tat, was ich gern tue, immer dann, wenn ich auf meinen Bauch gehört habe, immer dann, wenn es mir gelang, Zwängen auszuweichen. Außerdem habe ich Freude empfunden beim Anblick meiner (und heute seiner) Katzen, wenn ich unglaublich liebenswerte, kritische, begeisterungsfähige und wache Kinder in meinen Kursen habe, beim Frühlingserwachen, beim Blick in einen sternenübersäten Himmel, beim Anflug auf Kreta und wenn ich in mir zuhause war.
Frage zwei: Hast Du in Deinem Leben anderen Menschen Freude bereitet?
Meine Antwort: Das hoffe ich. Und wenn ich ganz ehrlich bin, glaube ich fest daran, dass ich es noch immer tue. Nicht ununterbrochen, aber immer wieder.
Sterben möchte ich noch nicht. Aber wenn ich irgendwann in nächster Zeit vor den berühmten Bus laufe, gäbe es wenig zu bereuen und vieles zu bedanken.

21 Januar 2008

Vier Möglichkeiten, sinnlos die Zeit zu verbringen

Ich sitze Auge in Auge mit einem Zettel, auf dem steht:

LÄCHELN!
JETZT!
Und die nächsten 5 h, denn erst dann beginnt die Heimreise!

Den Zettel hatte meine liebe Kollegin geschrieben; möglicherweise glomm die Mordlust doch zu deutlich in meinen Augen.

Aber ich greife vor: Geplant war ein Seminar, das uns (besagte Kollegin, ca. 158 cm groß, eine weitere junge Dame von 180 cm Länge und mich, 170 cm - das wird noch sehr wichtig!) den richtigen Umgang mit diversen Gerätschaften lehren sollte. Der Seminarort lag 400 km entfernt, und aus diesem Grund beschloss unser Auftraggeber, uns für die Fahrt einen A4 zu spendieren. Die Freude war allseits und groß.
Als ich jedoch um 5.00 morgens nach ca. 3,5 Stunden Schlaf an der Straße stand und auf meine Kolleginnen wartete, wurde ich von einem hellen, etwas tiefliegenden Licht geblendet. "Aha, der Audi!" dachte ich. Es war ein Audi, und zwar ein Audi TT, einer dieser kleinen, albernen Sportwagen, die einen an der Ampel dazu zwingen, dem nächststehenden Rehpinscher direkt in die Augen zu sehen und die gemeinhin nur von Männern mit Erektionsproblemen oder botoxgespritzten Frauen bewegt werden. Dieses Modell sollte uns zum Seminarort bringen, denn die männliche Aushilfskraft in der Autovermietung hatte erst einmal alle Autos weggegeben, egal, ob bestellt oder nicht. Übrig blieb die sommerbereifte Potenzschleuder. Kollegin 158 cm fuhr, Kollegin 180 cm saß auf dem Beifahrersitz, und wer, glauben Sie, quetschte sich auf den Notsitz und zog Kopf und Beine ein? Gerade sitzen war leider nicht möglich, da das Dach zu tief war; also kauerte ich mich in die Flugzeugkatastrophenposition. Immerhin, das fanden wir im Lauf der Fahrt heraus, gab es einen Knopf, der den Heckspoiler ausfuhr. Großartig!

Um 9.15 Uhr erreichten wir den Seminarort. Nach zwei Stunden PC-Schulung, in der ich all die Dinge lernte, die ich bereits im Handbuch nachgelesen hatte, entstand der folgende kleine Beitrag.

Die Alternative wäre übrigens gewesen, meinen beiden Kolleginnen, die ja schließlich auch nichts dafür konnten, eins über die Rübe zu ziehen, mich in den TT zu werfen, eine Amokfahrt auf der Autobahn hinzulegen, um als krönenden Abschluss erst die Autovermietungsaushilfskraft und dann den Fitnessstudiobetreiber sehr langsam zu töten. Ich finde mich im Nachhinein sehr beherrscht und tapfer.


Vier Möglichkeiten, sinnlos seine Zeit zu verbringen

Erstens

Setze Dich vor den Fernseher. Begib Dich direkt dorthin. Geh höchstens noch kurz in der Küche vorbei, um Dich mit Snacks, Bier und gezuckertem Eistee aus der Tüte zu versorgen. Setz Dich dann auf die Couch, nimm die Fernbedienung zur Hand und leg beide Beine hoch, auf einen Hocker oder den Wohnzimmertisch. Im Idealfall bewegst Du Dich in den nächsten Stunden nur noch, um auf die Toilette zu gehen.
Um eine Überfunktion der Gehirntätigkeit zu vermeiden, ist es unbedingt ratsam, keine intellektuell anspruchsvollen Sendungen zu wählen, sondern Dich an Titeln wie "Die zehn größten Schwachköpfe des letzten Jahres!", "Schlank mit Tine" oder "Germanys next Super-ALG-II-Empfänger" zu orientieren. Alternativ tut es auch "Ich bin ein Star - holt mich hier raus!"
Rülpsen und Flagellanz sind erlaubt. Hast Du dann alle Vorräte ausgetrunken und aufgegessen und Dir auch den letzten 0190-999666-Werbespot angeschaut, darfst Du nach einem letzten Zappen durch die Kanäle zu Bett gehen.


Zweitens

Gehe zu einer Fortbildung, in der Du über Themenbereiche informiert wirst, die Du nicht anwenden kannst, die Dich nicht interessieren oder für die Voraussetzungen benötigt werden, die Du nicht hast.
Besonders sinnentleert kann der Tag gestaltet werden, wenn diese Fortbildung in einem sehr kleinen Ort fern jeder Bahnlinie oder Autobahn stattfindet und Du für den nichtvorhandenen Erkenntnisgewinn stundenlang in einem unbequemen Auto sitzen musst.
Der Frustrationsgrad kann in nie geahnte Höhen getrieben werden, wenn während der Fortbildung schlechtes - oder besser: gar kein - Essen und ungenießbarer Kaffee angeboten werden.


Drittens

Gehe zu einem Teammeeting, bei dem Corporate Identity und Teamspirit supported werden sollen. All together, versteht sich.


Viertens

Nimm an der nächsten Bundestagswahl mit dem Ziel teil, Du könntest mit Deinem Kreuz einen wesentlichen Beitrag zum politischen Geschehen Deines Heimatlandes leisten.
Diese Tätigkeit wird um so sinnloser, je weiter südlich oder östlich Dein Land liegt. (Ich denke da zum Beispiel an Hessen oder Bayern.)


Vier a

Versuch die Frühjahrsdiät aus "Bild der Frau".

Landunter!

Lange dauert es jedenfalls nicht mehr, dann sind Whausen und Umgebung in den reissenden Fluten der Espolde versunken. Ehemals ein kleiner Bach, der vom Solling recht gemütlich Richtung Leine fließt (Für Unwissende: Das ist das Flüsschen, das Hannover zur "Leinemetropole" gemacht hat.), steigt ihr Pegel seit zwei Tagen höher und höher. Der Feuerwehrteich ist ein Feuerwehrsee geworden, und wenn Wei Wei heute nach Südniedersachsen käme, hätte er beste Verhältnisse für ein paar ansehnliche Reisfelder. Wei Wei war doch der mit dem Reisfeld auf der Documenta? Oder war das der mit dem einstürzenden Holzgerüst? Oder der mit den 1000 Chinesen? Ist schon zu lange her.

Falls sich übrigens jemand Sorgen gemacht hat, wo ich wohl abgeblieben bin: Herzlichen Dank! Aber es bestand kein Grund dazu. Ich habe mich für eine Woche in meiner Ex-Wohnung einquartiert und meine Ex-Katzen gehütet, weil mein Ex in Urlaub war. Nach zwei Tagen Fremdeln sind die beiden auch nicht mehr weggelaufen, und als ich gerade meine Zelte wieder abbrechen wollte, haben sie sich sogar streicheln lassen. Keks und Muffin heissen sie übrigens und waren schon zu den Zeiten, als sie noch nicht meine Ex-Katzen waren, irgendwie putzig. Unverbindlich und nicht besonders schmusig, ausserdem extrem schreckhaft und launisch. Katzen eben. RICHTIGE Katzen...

Viel passiert ist in dieser Katzenhütewoche nicht. Ich habe recht viel gearbeitet, einen Tag in gebückter Haltung auf dem Rücksitz eines Audi TT verbracht (MISTKISTE, rückenmordende!) und die alte Umgebung genossen. Von der Ex-Wohnung ist nämlich der Weg zu meinem Kraftfeld sehr schön kurz.

Was die Geschichte betrifft, zu der der TT mich gefahren hat, finden Sie die wahrscheinlich morgen, vorausgesetzt, ich werde früh genug wach.

Schreibt sich "landunter" eigentlich noch zusammen?

Gute Nacht!

14 Januar 2008

So!-Inflation

Es gibt Lieblingsworte, die benutzt man immer wieder, ohne besonders darüber nachzudenken. Das können einsilbige Wörter sein wie z.B. "Ne!", "Gut!", "So!", "Klar!"
Sie wissen, wovon ich rede? Möglicherweise haben auch Sie das eine oder andere Lieblingswort, das Sie auf inflationäre Art verwenden, vielleicht sogar an jeden Satz anhängen?
Meines Liebsten Lieblingswort war bis vor Kurzem "So!" Jeder Ansatz von Aktivität und jedes Ende einer anderen, jede Veränderung der Liegeposition wurde mit diesem Wörtchen eingeleitet und viele Äußerungen mit "So!" bekräftigt. Nachdem ich das entdeckt und ihn darauf aufmerksam gemacht hatte, waren wir beide sensibilisiert für diese beiden Buchstaben. Ich kam auf die Idee, eine "So!-Kasse" einzurichten, in die jeder von uns beiden, der dieses Wörtchen benutzt, einen Euro einzuzahlen hatte. Er verweigerte dies mit der Begründung, dass ihn diese Maßnahme innerhalb kürzester Zeit in die Armut treiben würde.
Dann jedoch geschah Seltsames! Voller Entsetzen stellte ich fest, dass ich ebenfalls "So!" sagte, und zwar zu jeder sich bietenden Gelegenheit. Daher war ich erleichtert über das Nichtvorhandensein der besagten Kasse, zumal der Liebste mir jedes "So!" voller Zufriedenheit aufs Butterbrot schmierte. Und nicht nur wir beide, unsere ganze Umgebung warf uns ein "So!" nach dem nächsten um die Ohren. Erst gestern ertappte ich den chinesischen Restaurantbesitzer dabei, wie er nach dem Auffüllen des Buffets ein zufriedenes "So!" von sich gab. Wirklich, es "so"-t an allen Ecken und Enden. Der Einzige, der es kaum noch benutzt, ist der Liebste.

12 Januar 2008

Scarlett und Rhett

Schon etwas nach Mitternacht; eigentlich wäre ich jetzt noch bei einer "Rock gegen Rheuma"-Party (die heißt wirklich so!), aber leider haben alle meine potentiellen MittänzerInnen das Handtuch geworfen. Also habe ich "Scarlett" geschaut, Teil 3 und 4 auf DVD. Und ich stelle fest, dass bei aller Stärke, die frau inzwischen ganz von allein hat, zumindest für mich persönlich die Vorstellung, mich vertrauensvoll hineinfallen zu lassen in dem Wissen und mit dem Urvertrauen, dass ich aufgefangen werde, etwas durchaus Verlockendes hat.
Glücklicherweise bin ich aber mit Alice Schwarzer (das ist die, die jetzt bei allen möglichen Rateshows Kohle abgreift und unter Zuhilfenahme fadenscheiniger Argumente Werbung für die Bild-Zeitung macht) aufgewachsen und habe all das nicht nötig.
Andererseits könnte ich, seit Alice Schwarzer tut, was sie eben tut, das, was sie tut, als Vorwand benutzen, mich in die Fünfziger zurückfallen, versorgen, beschlafen und scheinbar halten zu lassen. Will ich aber nicht.
Und trotzdem... Timothy Dalton als Rhett Butler geht ja gerade so, aber wenn jetzt der Ur-Rhett käme, Clark Gable, kann ich nur sagen: Scheiß auf die Emanzipation, Scheiß auf starke Frauen, Scheiß auf Kontrolliertheit! Ich würde mich in seine Arme werfen, ihn vielleicht pro forma noch ein bißchen beschimpfen und mich dann von ihm retten lassen. Ach ja, "Scheiß auf Alice Schwarzer" habe ich vergessen!
Leider ist Clark Gable schon sehr, sehr lange tot, von Tom Selleck (für NichtwisserInnen: Magnum), der ihn eventuell hätte ersetzen können, redet niemand mehr und am gegenwärtigen Horizont sehe ich aber auch gar und überhaupt niemanden, der einem der beiden auch nur das Wasser reichen könnte. Bruce Willis ist zwar schön männlich, aber Republikaner und damit rückständig, Silvester Stallone bis über die Ohren voll mit Anabolika, Arnold regiert, und Robbie befindet sich in einer geheimen Drogenklinik, wie ich fürchte. Wobei ich bei Robbie auch eher das Gefühl hätte, dass ich ihn retten muss und nicht umgekehrt.
Also ist niemand da. Und da ich keine Zwanzigjährige bin, die jeden x-beliebigen Testosterongeplagten mit oder ohne Migrationshintergrund für den Größten hält, werde ich mich wohl selbst retten müssen.

Stopp. Denkpause. Muss ich denn überhaupt gerettet werden? Wir befinden uns im Jahr 2008 n.C. (oder so), mehr als dreißig Jahre nach den zarten Anfängen der Frauenbewegung und 40 nach den 68ern. Ich gebe Selbstverteidigungskurse, hätte kein Problem damit, einem eventuellen Angreifer das Genick zu brechen und bin weitgehend gesund. NEIN, ich muss nicht gerettet werden! Alles, was ist, ist gut, und die Vorstellung, irgendein alberner Prinz käme auf dem weissen Ross daher, finde ich eher albern. Außerdem habe ich keinerlei Ambitionen in bezug auf Pferde.

Zwischenfrage: Ich weiss ja inzwischen, dass man bei einem scharfen ss auch ss schreibt und bei einem eher weichen ß. Aber was ist ein scharfes und was ein weiches ss? Bei "dass" ist es klar, da muss ein ss her, aber wie ist es zum Beispiel bei "außen". Schreibt man das "aussen"? Scharf oder nicht, das ist hier die Frage. Sie können Nachrichten hinterlassen; helfen Sie mir! Retten Sie meine Rechtschreibung, Sie müssen auch nicht Clark Gable sein!

Retten. Viel mehr Angst als vor dem Gerettetwerden habe ich vor dem Danach. Woher weiß (scharfes ss??) ich, dass ER auch nach der Rettung meiner Person stark und unbeeindruckt bleibt? Vielleicht bekommt er ja einen Schnupfen, und dann ist es erfahrungsgemäß vorbei mit der Souveränität. Denn jetzt ist er krank und muss gerettet werden, und ich habe für unbestimmte Zeit meinen Retter an den Hacken. Nach seiner Genesung wird er nicht mehr rettungstauglich sein, fürchte ich. Sind sie nie.

Was soll ich tun?

Ich denke, das Beste wird es sein, meine rührselig vollgeweinten Taschentücher in den Wäschekorb zu tragen, ins Bett zu gehen und von Clark Gable zu träumen. Dann muss ich wenigstens nicht darüber nachdenken, dass ich möglicherweise irgendwann einmal gerettet werden muss und ER dann gerade Schnupfen hat. Oder Besseres zu tun. Oder Fußball gucken muss, möglicherweise Bayern München gegen HSV. Und wenn er dann noch zu Bayern München hält, wäre er vollends
als Retter disqualifiziert, weil unzurechnungsfähig. Wer will schon von einem Irren gerettet werden? Ich jedenfalls nicht.

Jetzt bin ich ganz weit weg von Rhett Butler und Scarlett O'Hara. Gut so. Schluss mit der Sentimentalität und ab ins Bett.


11 Januar 2008

Wechselspiele (für Sam)

Du wartest,
aber Dein Gegenüber
ruft nicht an
.

Du verteilst Vorschüsse,
aber Dein Gegenüber
gibt keine Zinsen.

Du zweifelst,
aber Dein Gegenüber
spürt es nicht.

Du trauerst,
aber Dein Gegenüber
sieht Deine Tränen nicht.

Du gehst,
aber Dein Gegenüber
folgt Dir nicht.

Du bleibst bei Dir,
und Dein Spiegelbild
lächelt Dir zu.

10 Januar 2008

Apell an die (Selbst-) Verantwortung

Liebe Übergewichtige, am metabolischen Wohlstandssyndrom Leidende, liebe Rückenschmerzgeplagte, RaucherInnen, liebe Bewegungsarme!

Seien Sie doch einmal ganz ehrlich zu sich selbst und zu mir: Wenn es darum geht, eines oder mehrere dieser Übel kostenpflichtig zu beheben, was tun oder denken Sie als Erstes? Fragen Sie den Anbieter des Angebots zunächst, ob der Kurs oder die Maßnahme von Ihrer Krankenkasse finanziert wird? Nein? Sie sind der Ansicht, dass Sie für Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden selbst verantwortlich sind? Dann brauchen Sie auch nicht weiter zu lesen. Machen Sie es sich gemütlich und genießen Sie den Abend ohne mich.

Sie gehören zu den Zuschussfordernden? Darf ich Sie dann einmal etwas fragen? Nicht? Ist mir egal, ich frage trotzdem: Haben Sie bei Ihrer Krankenkasse nach einem Zuschuss gefragt, als Sie angefangen haben, sich Ihre überflüssigen Kilos anzufressen? Waren Sie der Überzeugung, Ihre Krankenkasse müsse Ihnen 80 Prozent der Kosten für eine Schachtel Zigaretten erstatten? Wollten Sie dass man sich finanziell an Ihrem Auto beteiligt?

Nein? Warum nicht? Oder anders gefragt: Wenn Sie sich auf eigene Kosten in die Bewegungslosigkeit gestürzt, gefressen, getrunken, geraucht und gevöllert haben, was, bitteschön, bringt Sie auf die Idee, dass für die Beseitigung dieser selbst herbeigeführten Übel irgendjemand außer Ihnen zuständig wäre? Wie können Sie es als selbstverständlich voraussetzen, jahrelang an jedem Wochenende (wenn Sie maßvoll waren) oder nahezu täglich (wenn nicht) Ihr Geld zu McDonalds, BurgerKing oder in die nächste Wurstbude zu tragen und dann für die gesunde Ernährung nach Zuschüssen zu brüllen? Wie können Sie jahrelang qualmen wie ein Schlot, was erwiesenermaßen zu Arterienverkalkung, Raucherhusten oder Kurzatmigkeit führt und pro Monat nicht unter 50 Euro (bei stärkeren RaucherInnen) kostet und dann die Dreistigkeit besitzen, für Ihren Raucherentwöhnungskurs, der ca. 150 Euro kostet, die Krankenkasse anzubetteln?

Ich habe täglich mit Menschen zu tun, die unter körperlichen Einschränkungen leiden. Etwa 10% (Das ist meine persönliche Schätzung.) sind ohne eigenes Zutun erkrankt, der Rest hat selbst für die Einschränkungen gesorgt, jahrelang und mit gedankenlosem Feuereifer. Einige davon sind bereit, die Verantwortung für sich und ihre Gesundheit zu übernehmen, aber der überwiegende Teil schreit nach finanzieller Unterstützung.
Glücklicherweise bin ich nicht gesetzlich versichert, denn ich würde wahrscheinlich jeden Tag drei- bis viermal mit dem Kopf gegen die Wand rennen bei dem Gedanken daran, dass ich mit meinen Beiträgen diese Personengruppe mitfinanziere.

Versuchen Sie doch bitte ausnahmsweise ein kleines Stück über Ihre eigene Person hinauszudenken. Vielleicht stellen auch Sie dann fest, dass es an Perversität, Ungerechtigkeit und Schmarotzerei kaum noch zu überbieten ist, wenn Menschen, die mit sich und ihrem Körper verantwortlich umgehen (Und das bedeutet nicht Askese!), den gleichen Beitrag zahlen wie diejenigen, die jahrelang alles mögliche für eine schlimmstenfalls langandauernde und kostenintensive Erkrankung und bestenfalls einen schnellen Tod tun und dann auch noch Geld haben wollen, um sich langsam unter fachlicher Anleitung einen gesunden Lebenswandel anzugewöhnen.

Eine weitere Erfahrung kann ich meiner Schimpfkanonade noch hinzufügen: Genau diejenigen, die solch eine Maßnahme nur wahrnehmen, wenn sie von der Krankenkasse bezahlt oder zumindest bezuschusst wird, stellen nach deren Ende sofort jegliche Form der Bewegung, geistig oder körperlich, solange ein, bis im Folgejahr die nächste finanziert wird.

Bin ich Ihnen auf die Füße getreten? Möglich, aber das ist wahrscheinlich nur dann passiert, wenn Sie sich angesprochen fühlten. Nutzen Sie Ihre Wut, gehen Sie vor die Tür und rennen Sie los! Frische Luft tut gut. Oder vielleicht fangen Sie an zu boxen und haben dabei mein Gesicht vor Ihrem inneren Auge? Gut so, Sie bewegen sich!

Sie haben während der Lektüre eine Tüte Chips und zwei Stück Camembert gegessen? Dann kann ich Ihnen nur raten, einen möglichen Termin für ein Beratungsgespräch nicht mit mir zu vereinbaren!

Ich habe fertig und bin mir bewusst, mit meinem Post nichts geändert zu haben. Aber irgendwie geht es mir jetzt besser.

09 Januar 2008

Nachtrag zu den Reimen, die die Welt nicht braucht

Sicherheitshalber möchte ich für die fürsorglichen unter meinen LeserInnen betonen, dass ich mich weder auf der Schwelle zum Alkoholismus noch in einer schweren Depression befinde. Dieses kleine Gedicht entstand gestern abend auf der Toilette (Möglicherweise wollten Sie das gar nicht so genau wissen?), als ich darüber sinnierte, ob ich als Feierabendtrunk lieber einen leckeren Portugieser oder eine Flasche dieses unvergleichlichen naturtrüben Öko-Bieres zu mir nehme.
Das ist alles. Keine Geheimnisse, keine Abgründe, keine schwarzen Löcher, es sei denn, sie fänden die Tatsache, überhaupt eine Entscheidung bezüglich des zu konsumierenden alkoholischen Getränks fällen zu wollen, bedenklich.
Also noch einmal: Es geht mir gut, ich war gestern abend verhandlungs- und vernehmungsfähig und bin es noch.
Prost!

08 Januar 2008

Reime, die die Welt nicht braucht (sehr frei nach Den Doofen)

Bier oder Wein,
was soll es sein?
Wein oder Bier,
was geb' ich mir?

Ob Wein, ob Bier,
der Punkt ist doch:
Saufen will ich
wie ein Loch.

Und wenn ich dann
betrunken bin,
dann gibt es weder Saft
noch Sinn.

Nein, ich will,
dass die Denkerei
heut' aufhört, denn mein Hirn
ist Brei.

Ich will nur lachen,
schreien, grölen,
und wenn der Kopf schmerzt,
darf ich nöhlen.

Lasst mich in Ruh',
ich bin besoffen
und für Logik
nicht mehr offen.

Arbeit ist großartig!

Nach drei Wochen krank, Weihnachten, Depression, Krisen, Silvester, Rekonvaleszenz (Reihenfolge beliebig) habe ich heute den ersten Tag gearbeitet. Ein Termin jagte den nächsten. GROßARTIG! Das ist nicht ironisch gemeint! Wirklich nicht. Seit heute kann ich das Gefühl eines Arbeitslosen nachvollziehen, der wieder eine Arbeit findet. Es ist erschreckend, wie schnell sich ein Trott einstellt, der fern jeglicher Kreativität, Inspiration oder Disziplin einzusortieren ist. Einerseits habe ich mich mit mir selbst gelangweilt, andererseits habe ich den Weg von meiner Couch herunter einfach nicht mehr gefunden. Ich habe alberne Ballerspiele gespielt, stundenlang, habe mir haufenweise DVDs in meinen Laptop geladen (legal!) und manchmal nicht mehr gewusst, welche ich wann angeschaut habe und warum. Ich habe mich vor dem Fernseher geparkt (Nein, liebe GEZ-Außendienstmitarbeiter, ich habe immer noch keine Verdummungskiste, ich war zu Besuch! Kommen Sie gern vorbei, um das zu überprüfen. Aber kommen Sie mit richterlichem Durchsuchungsbefehl, denn anderenfalls lasse ich Sie draussen stehen wie die Promenadenmischung vor der Schlachterei.) und mit leerem Gesichtsausdruck durch die Kanäle gezappt.

Heute bin ich durchs Studio gelaufen, habe mich über jedes bekannte Gesicht gefreut (und einige bekannte Gesichter über mich), über meinen gehetzten Blick zur Uhr, wenn ich wieder einmal überzogen hatte, über meine KollegInnen, die ich schon immer liebenswert fand, heute aber besonders; nicht einmal die Tatsache, dass während meiner Abwesenheit neue Formulare kreiert wurden, hat mich belastet. Im Gegenteil, ich habe mich mit voller Energie hineingeworfen in den Papierkrieg.

Und ich habe trainiert. Das war allerdings eher ein ernüchterndes Erlebnis. Unglaublich, wie die Kraft in so kurzer Zeit nachlässt. Ich kam mir vor wie eine x-beliebige Hausfrau (Schuldigung!), die das erste Mal einen Fitnessclub von innen sieht, nachdem die Kinder zwecks Studium oder Ehe das Haus verlassen haben. Aua. Schlappschwänzig war ich. Und morgen werde ich leiden, das ist mal sicher!

Aber egal. Als ich vorhin zuhause aus dem Auto gestiegen bin, funkelte über mir ein traumschöner Sternenhimmel; ich hatte das Gefühl, das Straßenschild der Milchstraße sehen zu können. Und es war warm, immerhin 6°. Ich habe ein paar Minuten draussen gestanden, den Kopf in den Nacken gelegt, und den Himmel genossen. Haben Sie schon einmal Ihren Zeigefinger gen Unendlichkeit gereckt? Das ist Dreidimensionalität pur und irgendwie auch irrational. Einerseits weiß man, dass die Sterne Lichtjahre entfernt sind, andererseits scheint der Finger mitten zwischen sie zu deuten.
Auf einer kretischen Hafenmole in Rückenlage ist dieses Phänomen noch viel besser zu erkennen, nein, zu erspüren. Die von Agia Galini bietet sich besonders gut an, der Strand von Matala ist allerdings auch nicht schlecht. Aber ich schweife ab.

Ich mag heute früh ins Bett gehen, weil ich das erste Mal seit Längerem sehr viel getan habe und im besten Sinne des Wortes rechtschaffen müde bin. Und ich bin unglaublich dankbar für diesen Tag.

Arbeit ist großartig. Wirklich. Möglicherweise auch für Angestellte des Öffentlichen Dienstes. (Nochmals Schuldigung.)

07 Januar 2008

Mitternachtsreimereien

Leben eben.

Es stürmt der Sturm,

es tost, das Leben.

Der Blick hinaus

lässt mich erbeben.


Nein, soviel Leben mag ich nicht,

Ich will es ruhig, gemütlich, schlicht!

Nie wünschte ich mir Abenteuer,

so ist das Leben nicht geheuer.


Ich möchte schlafen jetzt, nichts weiter,

ich freue mich auf Morgen!

Der Kampf auf der Karriereleiter

macht mir nur unnütz Sorgen.


Die Nacht ist ruhig,

es schläft, das Leben.

Der Traum vom Glück

ist mir gegeben.

PMS

Steht gemeinhin für "Prämenstruelles Syndrom" und ist die Erklärung dafür, warum Frauen in diesem Zustand morden, Blödsinn reden, Schokolade und Chips in sich hineinstopfen, Kinder, streiten, Sex oder auf gar keinen Fall berührt werden wollen, eben in jeder Beziehung unzurechnungsfähig sind, weswegen mann sie ungern in Führungspositionen sieht (Haben Sie schon einmal auf die Farbwahl der Kanzlerinnenjacketts geachtet? Die war dem Stern Ende 2007 einen ganzen Artikel wert. Ich bin sicher, dass die Farben in kausalem Zusammenhang mit dem Monatszyklus stehen. Sie ist schon zu alt, sagen Sie? Ich rede vom Zyklus der Designerin!), sie höhere Krankenkassenbeiträge zahlen, wenn sie privat versichert sind und ihr Anwalt im Falle eines Ehegattenmordes häufig auf "Mord im Affekt" plädiert.

Und: Es ist der Grund für meine Träg-, Faul- und Verfressenheit! Ich kann nämlich gar nichts dafür, ich habe PMS! (Verdammt, was sage ich nach den Wechseljahren?)

PMS macht nicht nur doof, sondern auch dick. Frau muss fettige Pizzen essen am einen Tag und am nächsten fasten, jedenfalls bis sie abends dann Kartoffelchips und Kekse findet. Frau muss unglaublich viel und lange schlafen. Frau muss stundenlang rührselige DVDs anschauen und dabei packungsweise Papiertaschentücher vollheulen. Frau muss den Liebsten durch Melancholie am Abend und wilde Gelüste am frühen Morgen verwirren. (Keine Sorge, er lebt; ich war mir wegen der Unzrechnungsfähigkeit vor Gericht nicht so sicher.)

Problematisch in akuten PMS-Phasen sind Spiegel. Hier sollte frau entweder die Augen schließen (Voraussetzung ist, dass sie sich in der spiegelbewehrten Wohnung recht gut auskennt, sonst fügt sie den Rettungsringen mittschiffs noch Beulen am Oberdeck hinzu.) oder einen guten Therapeuten haben. Noch besser ist natürlich die Fähigkeit, mit den betreffenden Körperteilen zu kommunizieren und sich damit selbst ein wenig zu beruhigen. Ich denke da an eine zärtliche und wohlwollende Ansprache: "Ja, liebster Bauch, du siehst schwanger aus! Die gute Nachricht ist aber, dass deine Schwangerschaft keine neun Monate dauern wird, denn ich werde dir in spätestens drei Wochen die Fresserei ausgetrieben haben!" oder "Ach, du süße, kleine Unpässlichkeit! Möchtest du allein deine Unterkunft verlassen, oder muss ich erst den Finger hineinstecken?" (NEIN, ich bin NICHT bulimisch!!!), noch besser: "Ja, Körper, ich mag dich, ich mag jedes Gramm, jedes Fältchen und jede Delle! All das macht mich stark, denn Stärke werde ich brauchen, um diesen ganzen Ballast wieder loszuwerden!"

Bald ist Aschermittwoch. Ich erwäge ernsthaft, die Fastenzeit noch ein ganz klein wenig auszudehnen, vielleicht bis Weihnachten. Aber das würde mir möglicherweise nicht viel nützen; PMS gibt es einmal pro Monat. Andererseits könnte ich natürlich die Ausfälle, die ich gegenwärtig in Bezug auf Fressen, Schlafen und Faulenzen habe, in andere Bahnen lenken? Ob es in Whausen jemals eine Axtmörderin gegeben hat? Unzurechnungsfähig genug bin ich ja, und ich würde nur einmal pro Monat zuschlagen. Wenn ich schnell und effektiv vorgehe, könnte ich ja genug Feierlustige vor dem Beginn der Faschingszeit erlegen, dann wäre es gleich ruhiger im Ort.

Bevor ich mich jedoch meinen pms-bedingten Wahnvorstellungen hingebe, muss ich erst etwas essen und ein wenig schlafen. Vielleicht geht es ja von allein vorbei...

06 Januar 2008

Erotik - vollgefressen

Ich sitze am Schreibtisch, versuche verzweifelt, mit meinen Armen an die Tastatur des Laptops heranzukommen, doch der Bauch ist im Weg. Gestern gab es Grießbrei mit süßen Früchten, eine Tüte selbstgebackene Kekse (Danke, Heike, lecker waren sie!), noch eine Tüte Trockenobst, 2 Gläser Rotwein und eine klitzekleine Käseplatte, Bio, und der ist immer mit natürlichem, also wirklich hohem Fettgehalt. Mein Rücken schmerzt vom Herumsitzen und -liegen, und meine Finger sind etwas steif vom gestrigen Ballerspielexzess. Auf meiner Nase wächst ein Pickel von vulkanischem Ausmaß, Beleg für die Fressorgien und den Frischluftmangel der letzten Tage. Den Schlafanzug habe ich gleich anbehalten; wenn ich ihn ausziehe, könnte mein Blick auf die frisch angefressenen Fettpolster fallen, und dann bekomme ich Depressionen.

Das sind nicht die idealen Voraussetzungen für Erotik. Ich muss aber irgendwie in erotische Stimmung kommen, immerhin ist in einer Woche Einsendeschluss für einen Literaturwettbewerb! Der Gedanke an den Liebsten hilft auch nicht, denn der liegt hustend, schnupfend und mit wahrscheinlich rotem Kopf im Bett und ist meilenweit von Lüsternheit entfernt. Wenn ich die Augen schließe, sehe ich - den Cardiobereich des Fitnessstudios, der mich dringend wiedersehen möchte. Carly Simon hilft auch nicht weiter, vielleicht sollte ich es mit Eminem versuchen. Oder besser mit Janet Jackson; die hat nämlich behauptet, dass nach ihrer Musik eine Menge Babies gemacht worden seien. Aber wenn ich an Janet Jackson denke, habe ich perfekte Proportionen vor meinem inneren Auge, was mich erstens noch mehr frustriert und von denen ich außerdem heute weiß, dass sie nicht einem hohen Maß an Selbstdisziplin, sondern der kundigen Hand eines Chirurgen zu verdanken sind. Hilft mir auch nicht weiter.

Alles läuft darauf hinaus, dass ich erst laufe (verdammt, es regnet, und ich bin noch soooo müde!), dann in die Muskelbude fahre und mindestens zwei Stunden trainiere, für die nächsten zwei Wochen jegliche
Nahrung in fester Form verweigere (es gibt wirklich leckere Gemüsesäfte), und in der Hoffnung, alles könnte doch noch gut werden, eine erotische Geschichte schreibe, die in ferner Zukunft spielt.

Und überhaupt - muss man für Erotik einen Luxuskörper haben? Das würde zwar den Geburtenrückgang erklären, realistisch wäre es trotzdem nicht. Auch Dicke dürfen vögeln! Finde ich. Ich könnte eine erotische Geschichte über ein übergewichtiges amerikanisches Pärchen schreiben, das Sex im Supermarkt, gleich bei den Weißmehlprodukten hat. Oder über die Wildecker Herzbuben im Swingerclub.

Noch besser: Sex unter Bären. Da wird erst am Baum gerüttelt, eine Weile auf den Hinterbeinen herumgestanden und der Prachtbauch, gefüllt mit frischem Wild, Honig und Früchten, präsentiert, während die Dame gelangweilt tut. Bären, Eisbären zumindest, wiegen ca. 600 kg, wie alle wissen, die bei Knuts Werdegang aufgepasst haben. Trotzdem haben sie Sex. Möglicherweise denken sie gar nicht über Problemzonen nach. Ach, ich wäre so gern ein Bär!

Ich könnte eine Geschichte schreiben über einen Prinzen und eine Prinzessin, die wilden und ungezügelten Sex haben und sich im Anschluss in Bären verwandeln. Und wenn sie nicht gestorben sind...

Sie sind schon ganz gespannt auf die Geschichte? Ich fürchte, das einzige, was ich zu präsentieren in der Lage sein werde, ist eine Begründung dafür, dass ich heute möglicherweise keinen Sex haben werde, weder auf dem Papier noch in der Realität:
Ich bin nicht erotisch, ich bin vollgefressen!

05 Januar 2008

Durchwachte Nacht

Nachtschwärmend,
bin das einzige Licht
im Dunkel.
Meine Gedanken
rennen,
laufen um die Wette
mit den Sternen.

Schlaflos,
bin die einzige Wachende
im Tiefschlaf.
Meine Träume
wirbeln,
versinken in tiefen
Schneewehen.

Die Gedanken
lichten sich
im Lauf der Nacht.
Die Träume
verblassen
in der Morgendämmerung.
Ich begrüße den Tag.

03 Januar 2008

Gute Nachrichten

Laut einer Umfrage der Bertelsmann Stiftung sind die Beamten die glücklichsten Deutschen. Das ist schön.
Überhaupt ist die Mehrheit der Deutschen glücklich. Das ist eine besonders gute Nachricht.
Auf dem Arbeitsmarkt sieht es großartig aus. Das freut mich.
Die vor 250 Jahren ausgestorbenen Wisente sind irgendwie wieder lebendig geworden und sollen möglichst schnell wieder in die freie Wildbahn entlassen werden. Damit konnte man nicht rechnen, umso erfreulicher ist es.
Eva Herrmann verzeiht Johannes B. Kerner. Da musste ich schon wieder sehr lange weinen, diesmal vor Glück.
Der Preis für ein Barrel Öl, der noch vor ca. 6 Monaten bei 60 Dollar lag und sich inzwischen auf 100 Dollar hochgearbeitet hat, wird nach Expertenmeinung bis auf 200 Dollar in ein paar Jahren steigen. Auch das ist, wenn auch erst auf den zweiten Blick, eine gute Nachricht, wird doch der hohe Preis zu einem weiteren Anstieg des Benzin- und Dieselpreises an den Tankstellen führen, mehr Menschen werden entweder auf das Fahrrad, Biokraftstoffe oder Öffentliche Verkehrsmittel umsteigen. Das Fahrradfahren wird wegen der dann zu erhebenden Fahrradsteuer zu einer weiteren Einnahmequelle für die jeweils amtierende Regierung und garantiert uns glückliche PolitikerInnen, außerdem ist es denkbar umweltschonend und sorgt ganz nebenbei noch dafür, dass die immer fetter werdenden Deutschen wieder abnehmen und damit das Gesundheitssystem entlasten. Auch die Kinder haben weniger Zeit für Ballerspiele, weil sie so lange mit Fahrrad oder Bus und Bahn unterwegs sind. Biokraftstoffe machen uns von den bösen ölexportierenden Ländern unabhängig, und vielleicht erwägt sogar der aktuelle US-Präsident (oder die Präsidentin, je nachdem, wer das Rennen macht), die Aggressionen gegen diese Staaten einzustellen, weil das Öl ja nicht mehr benötigt wird. Bin Laden verschwände in der Versenkung, und niemand scherte sich mehr um die Scharia, was dazu führen würde, dass sich die extremen Islamisten gegenseitig so dezimierten, dass man sich um eine mögliche Bedrohung durch den Islam keine Sorgen mehr machen müsste. Die Frauen sind wegen Einkaufs ohne männliche Begleitung mehrheitlich gesteinigt worden und können keinen Nachwuchs mehr produzieren, und die Selbstmordattentäter irren auf der Suche nach den vermaledeiten Jungfrauen hilflos durchs Paradies.
Öffentliche Verkehrsmittel tragen zur Streikkultur bei, weil ja jeder einzelne dort beschäftigte Berufszweig bzw. die dazugehörigen Gewerkschaftsbosse zwecks Postenerhalt einen eigenen Tarifvertrag erstreiken wird, das wiederum führt zu erhöhter Kommunikation unter den auf die Bahn Wartenden. Kommunikation macht glücklich.
All das hat möglicherweise zur Folge, dass wir uns wieder um unsere Kinder kümmern, statt sie bestenfalls vor dem Fernseher zu parken oder sie schlimmstenfalls verhungern zu lassen oder gleich in der Tiefkühltruhe zu verstecken.

Alles könnte gut werden. Wisentherden galoppieren durch unsere Wälder, die Eisbären finden wieder genügend Schollen, auf denen sie herumspringen können, die Steuermittel fließen, was dazu führen würde, dass in den Neuen Bundesländern endlich die Landschaften blühen und die NPD wieder abgewählt werden kann, weil dann auch CDU oder SPD für ausreichend Bananen, Sportplätze und Jugendzentren sorgen.
Und irgendwo, ganz hinten in Brandenburg, wird es ein kleines, eingezäuntes Gebiet geben, in denen männliche Jugendliche mit Migrationshintergrund ihr Gnadenbrot erhalten, vorausgesetzt, sie können backen.

Ja, konzentrieren wir uns auf die guten Nachrichten, spinnen wir den Faden weiter, lächelnd und frohlockend, kuscheln wir uns in Trance!

Wollen sollen

Wollen könnte ich,
aber meist soll ich,
bevor ich wollen kann.

Sollen muss ich,
denn Müssen
ist vor dem Wollen,
lässt wenig Wahl.

Müssen will ich nicht,
trotzdem soll ich mehr
als ich will.
Und wenn ich will,
kann ich manchmal nicht mehr.

Ach,
wenn ich könnte,
wie ich will,
dann würde ich niemals
müssen,
nur wollen!

02 Januar 2008

Google News

Auf der Suche nach Inspiration vergrabe ich mich in den Tiefen von Google News Deutschland. Es hat sich nicht viel geändert seit vorgestern.
In Hannover wurde ein totes Baby vor einer Babyklappe gefunden. Die gute Nachricht: Es war ganz. Wahrscheinlich ist es erfroren, aber da es erst in diesem Jahr geboren wurde, ist es möglicherweise recht schnell gegangen.

Johannes Heesters hat sich nach einem Sturz in seinem Ferienhaus wieder erholt, und Dieter Thomas Heck konnte aus der Klinik entlassen werden.
Roland Koch führt seinen Wahlkampf ähnlich wie vor vier Jahren. Damals startete er die Unterschriftenaktion gegen die doppelte Staatsbürgerschaft, heute haben freundlicherweise ein paar asoziale Jugendliche mit Migrationshintergrund dafür gesorgt, dass er neuen Stoff hat. Wenn diese Jungs nicht so strotzdoof wären, dass sie Roland Koch für den Erfinder des "Perfekten Promi-Dinners" halten (argwöhne ich), würden sie sich möglicherweise darüber ärgern, dass sie mit ihrem Verhalten einem reaktionären, populistischen und um jeden Preis karrieregeilen Durchschnittspolitiker zur Wiederwahl verhelfen. Da sie aber strotzdoof sind, wissen sie nicht, was sie tun. Die können nur "inne Fresse". Wann schlägt endlich jemand zurück?
Ottmar Hitzfeld und Bayern München trennen sich. Da frage ich mich, warum sich ein halbwegs intelligenter Mensch diesen überbezahlten Affenstall antut, angeführt vom Obergorilla (und hier bitte ich alle Silberrücken um Verzeihung!) Hoeneß, kommentiert von Deutschlands intelligentestem Kakadu Beckenbauer und powered by Opel. Aber wenigstens kann man das mit etwas gutem Willen als gute Nachricht verbuchen: Beim zweiten Mal hat er es gemerkt.
Dann habe ich noch gelernt, dass ein Damenbart neben dem kosmetischen Drama auch ein Anzeichen für eine ernsthafte Erkrankung sein kann; in Berlin sind drei mutmaßliche Schutzgelderpresser festgenommen worden, und es gibt jetzt in einigen deutschen Großstädten sogenannte Umweltzonen, um die Bevölkerung vor der Feinstaubbelastung zu schützen. Wenn man sich überlegt, dass wir bis vor ca. 2 Jahren dieses Wort überhaupt noch nicht kannten, ging das doch direkt flott. Allerdings will mir der leise Verdacht einfach nicht aus dem Kopf, dass der Feinstaub erst entdeckt wurde, nachdem sich eine Menge verzweifelter Pendler für den Diesel entschlossen hat. So eine Plakette, mit der man dann in die Stadt darf, kostet fünf, die Ausstattung mit einem Feinstaubfilter mal eben 400
Euro, und dann kann man ja auch die Steuern erhöhen, wenn jemand immer noch mit so einem bösen, ungefilterten Auto herumfährt. Wir warten also gespannt darauf, wann die Wissenschaft herausfindet, dass die Blähungen, unter denen ein Radfahrer beim Bergauffahren leidet, zur Erderwärmung beitragen, was unweigerlich zu einer Furzsteuer für Radfahrer führen wird. Die Kühe sind ja schließlich auch schon als Umweltschweine enttarnt.
Das Jahr 2007 soll so warm gewesen sein wie das Jahr 2000. An das kann ich mich nicht mehr erinnern, aber letztes Jahr habe ich eigentlich mehrheitlich gefroren, außer im April, da war es in der Tat brütend heiss. Oder erinnere ich mich falsch? Und ist das eine gute Nachricht oder ein weiterer Beweis für die Erderwärmung?
Johannes B. Kerner will auf seine Kochshow verzichten. Darüber kann ich erst heute schreiben, weil ich solange weinen musste. 40 Sendungen weniger im Jahr, 40 Stunden ohne Johannes B.! Er möchte sich auf die Sportberichterstattung konzentrieren. Ja, dieser Mann weiss, wo er gebraucht wird! So ein putenwurstgedopter Sensationslüstling ist doch auch besser aufgehoben bei Sendungen, die durch "Das folgende Sportereignis wird Ihnen präsentiert von BASF." angekündigt und mit "Bayer wünscht Ihnen eine gute Nacht!" beendet werden. Und im Gegensatz zu der hormongeschüttelten Eva Herrmann wird es beim Sport auch nicht nötig sein, Interviewpartner hinauszuwerfen. Die Jungs wissen zwar auch nicht, was sie sagen, aber sie schreiben auch keine Gebärratgeber, sondern höchstens darüber, wie man die Nummer Eins wird.

Gerade werde ich ein wenig unsicher: Da ja mein Geschreibsel und meine Online-Gänge jetzt sechs Monate lang gespeichert werden, sollte ich vielleicht etwas freundlicher über Politik und sonstig Wesentliches schreiben. Nachher bewerbe ich mich irgendwo als Putzfrau und bekomme all meine Garstigkeiten aufs Butterbrot geschmiert. ALG II habe ich mir ja auch versaut durch meine Kritik des gemeinen deutschen Durchschnittsbeamten. Was tun?

Eine Bitte an die geschätzen LeserInnen: Ich veröffentliche meine Bankverbindung, und Sie spendieren mir für jeden Satz einen Euro? Das sollte für den wöchentlichen Einkauf auf dem Markt ausreichen - zumindest bis ich die überschüssigen Krapfen- und Stollenkilos wieder abgearbeitet habe. Wenn mein Körperfettanteil wieder deutlich unter dem von Knut liegt, müssten wir neu verhandeln.
Ich fange gleich morgen mit dem ersten Satz an. Den zweiten gibt es erst, wenn ich meine Kontoauszüge kontrolliert habe.
Und falls ich meinen Blog wegen nichtvorhandener Einnahmen löschen muss, wenden Sie sich ans Innenministerium. Die speichern das.