Ich sitze am Schreibtisch, versuche verzweifelt, mit meinen Armen an die Tastatur des Laptops heranzukommen, doch der Bauch ist im Weg. Gestern gab es Grießbrei mit süßen Früchten, eine Tüte selbstgebackene Kekse (Danke, Heike, lecker waren sie!), noch eine Tüte Trockenobst, 2 Gläser Rotwein und eine klitzekleine Käseplatte, Bio, und der ist immer mit natürlichem, also wirklich hohem Fettgehalt. Mein Rücken schmerzt vom Herumsitzen und -liegen, und meine Finger sind etwas steif vom gestrigen Ballerspielexzess. Auf meiner Nase wächst ein Pickel von vulkanischem Ausmaß, Beleg für die Fressorgien und den Frischluftmangel der letzten Tage. Den Schlafanzug habe ich gleich anbehalten; wenn ich ihn ausziehe, könnte mein Blick auf die frisch angefressenen Fettpolster fallen, und dann bekomme ich Depressionen.
Das sind nicht die idealen Voraussetzungen für Erotik. Ich muss aber irgendwie in erotische Stimmung kommen, immerhin ist in einer Woche Einsendeschluss für einen Literaturwettbewerb! Der Gedanke an den Liebsten hilft auch nicht, denn der liegt hustend, schnupfend und mit wahrscheinlich rotem Kopf im Bett und ist meilenweit von Lüsternheit entfernt. Wenn ich die Augen schließe, sehe ich - den Cardiobereich des Fitnessstudios, der mich dringend wiedersehen möchte. Carly Simon hilft auch nicht weiter, vielleicht sollte ich es mit Eminem versuchen. Oder besser mit Janet Jackson; die hat nämlich behauptet, dass nach ihrer Musik eine Menge Babies gemacht worden seien. Aber wenn ich an Janet Jackson denke, habe ich perfekte Proportionen vor meinem inneren Auge, was mich erstens noch mehr frustriert und von denen ich außerdem heute weiß, dass sie nicht einem hohen Maß an Selbstdisziplin, sondern der kundigen Hand eines Chirurgen zu verdanken sind. Hilft mir auch nicht weiter.
Alles läuft darauf hinaus, dass ich erst laufe (verdammt, es regnet, und ich bin noch soooo müde!), dann in die Muskelbude fahre und mindestens zwei Stunden trainiere, für die nächsten zwei Wochen jegliche Nahrung in fester Form verweigere (es gibt wirklich leckere Gemüsesäfte), und in der Hoffnung, alles könnte doch noch gut werden, eine erotische Geschichte schreibe, die in ferner Zukunft spielt.
Und überhaupt - muss man für Erotik einen Luxuskörper haben? Das würde zwar den Geburtenrückgang erklären, realistisch wäre es trotzdem nicht. Auch Dicke dürfen vögeln! Finde ich. Ich könnte eine erotische Geschichte über ein übergewichtiges amerikanisches Pärchen schreiben, das Sex im Supermarkt, gleich bei den Weißmehlprodukten hat. Oder über die Wildecker Herzbuben im Swingerclub.
Noch besser: Sex unter Bären. Da wird erst am Baum gerüttelt, eine Weile auf den Hinterbeinen herumgestanden und der Prachtbauch, gefüllt mit frischem Wild, Honig und Früchten, präsentiert, während die Dame gelangweilt tut. Bären, Eisbären zumindest, wiegen ca. 600 kg, wie alle wissen, die bei Knuts Werdegang aufgepasst haben. Trotzdem haben sie Sex. Möglicherweise denken sie gar nicht über Problemzonen nach. Ach, ich wäre so gern ein Bär!
Ich könnte eine Geschichte schreiben über einen Prinzen und eine Prinzessin, die wilden und ungezügelten Sex haben und sich im Anschluss in Bären verwandeln. Und wenn sie nicht gestorben sind...
Sie sind schon ganz gespannt auf die Geschichte? Ich fürchte, das einzige, was ich zu präsentieren in der Lage sein werde, ist eine Begründung dafür, dass ich heute möglicherweise keinen Sex haben werde, weder auf dem Papier noch in der Realität: Ich bin nicht erotisch, ich bin vollgefressen!
Das sind nicht die idealen Voraussetzungen für Erotik. Ich muss aber irgendwie in erotische Stimmung kommen, immerhin ist in einer Woche Einsendeschluss für einen Literaturwettbewerb! Der Gedanke an den Liebsten hilft auch nicht, denn der liegt hustend, schnupfend und mit wahrscheinlich rotem Kopf im Bett und ist meilenweit von Lüsternheit entfernt. Wenn ich die Augen schließe, sehe ich - den Cardiobereich des Fitnessstudios, der mich dringend wiedersehen möchte. Carly Simon hilft auch nicht weiter, vielleicht sollte ich es mit Eminem versuchen. Oder besser mit Janet Jackson; die hat nämlich behauptet, dass nach ihrer Musik eine Menge Babies gemacht worden seien. Aber wenn ich an Janet Jackson denke, habe ich perfekte Proportionen vor meinem inneren Auge, was mich erstens noch mehr frustriert und von denen ich außerdem heute weiß, dass sie nicht einem hohen Maß an Selbstdisziplin, sondern der kundigen Hand eines Chirurgen zu verdanken sind. Hilft mir auch nicht weiter.
Alles läuft darauf hinaus, dass ich erst laufe (verdammt, es regnet, und ich bin noch soooo müde!), dann in die Muskelbude fahre und mindestens zwei Stunden trainiere, für die nächsten zwei Wochen jegliche Nahrung in fester Form verweigere (es gibt wirklich leckere Gemüsesäfte), und in der Hoffnung, alles könnte doch noch gut werden, eine erotische Geschichte schreibe, die in ferner Zukunft spielt.
Und überhaupt - muss man für Erotik einen Luxuskörper haben? Das würde zwar den Geburtenrückgang erklären, realistisch wäre es trotzdem nicht. Auch Dicke dürfen vögeln! Finde ich. Ich könnte eine erotische Geschichte über ein übergewichtiges amerikanisches Pärchen schreiben, das Sex im Supermarkt, gleich bei den Weißmehlprodukten hat. Oder über die Wildecker Herzbuben im Swingerclub.
Noch besser: Sex unter Bären. Da wird erst am Baum gerüttelt, eine Weile auf den Hinterbeinen herumgestanden und der Prachtbauch, gefüllt mit frischem Wild, Honig und Früchten, präsentiert, während die Dame gelangweilt tut. Bären, Eisbären zumindest, wiegen ca. 600 kg, wie alle wissen, die bei Knuts Werdegang aufgepasst haben. Trotzdem haben sie Sex. Möglicherweise denken sie gar nicht über Problemzonen nach. Ach, ich wäre so gern ein Bär!
Ich könnte eine Geschichte schreiben über einen Prinzen und eine Prinzessin, die wilden und ungezügelten Sex haben und sich im Anschluss in Bären verwandeln. Und wenn sie nicht gestorben sind...
Sie sind schon ganz gespannt auf die Geschichte? Ich fürchte, das einzige, was ich zu präsentieren in der Lage sein werde, ist eine Begründung dafür, dass ich heute möglicherweise keinen Sex haben werde, weder auf dem Papier noch in der Realität: Ich bin nicht erotisch, ich bin vollgefressen!
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