07 Januar 2008

PMS

Steht gemeinhin für "Prämenstruelles Syndrom" und ist die Erklärung dafür, warum Frauen in diesem Zustand morden, Blödsinn reden, Schokolade und Chips in sich hineinstopfen, Kinder, streiten, Sex oder auf gar keinen Fall berührt werden wollen, eben in jeder Beziehung unzurechnungsfähig sind, weswegen mann sie ungern in Führungspositionen sieht (Haben Sie schon einmal auf die Farbwahl der Kanzlerinnenjacketts geachtet? Die war dem Stern Ende 2007 einen ganzen Artikel wert. Ich bin sicher, dass die Farben in kausalem Zusammenhang mit dem Monatszyklus stehen. Sie ist schon zu alt, sagen Sie? Ich rede vom Zyklus der Designerin!), sie höhere Krankenkassenbeiträge zahlen, wenn sie privat versichert sind und ihr Anwalt im Falle eines Ehegattenmordes häufig auf "Mord im Affekt" plädiert.

Und: Es ist der Grund für meine Träg-, Faul- und Verfressenheit! Ich kann nämlich gar nichts dafür, ich habe PMS! (Verdammt, was sage ich nach den Wechseljahren?)

PMS macht nicht nur doof, sondern auch dick. Frau muss fettige Pizzen essen am einen Tag und am nächsten fasten, jedenfalls bis sie abends dann Kartoffelchips und Kekse findet. Frau muss unglaublich viel und lange schlafen. Frau muss stundenlang rührselige DVDs anschauen und dabei packungsweise Papiertaschentücher vollheulen. Frau muss den Liebsten durch Melancholie am Abend und wilde Gelüste am frühen Morgen verwirren. (Keine Sorge, er lebt; ich war mir wegen der Unzrechnungsfähigkeit vor Gericht nicht so sicher.)

Problematisch in akuten PMS-Phasen sind Spiegel. Hier sollte frau entweder die Augen schließen (Voraussetzung ist, dass sie sich in der spiegelbewehrten Wohnung recht gut auskennt, sonst fügt sie den Rettungsringen mittschiffs noch Beulen am Oberdeck hinzu.) oder einen guten Therapeuten haben. Noch besser ist natürlich die Fähigkeit, mit den betreffenden Körperteilen zu kommunizieren und sich damit selbst ein wenig zu beruhigen. Ich denke da an eine zärtliche und wohlwollende Ansprache: "Ja, liebster Bauch, du siehst schwanger aus! Die gute Nachricht ist aber, dass deine Schwangerschaft keine neun Monate dauern wird, denn ich werde dir in spätestens drei Wochen die Fresserei ausgetrieben haben!" oder "Ach, du süße, kleine Unpässlichkeit! Möchtest du allein deine Unterkunft verlassen, oder muss ich erst den Finger hineinstecken?" (NEIN, ich bin NICHT bulimisch!!!), noch besser: "Ja, Körper, ich mag dich, ich mag jedes Gramm, jedes Fältchen und jede Delle! All das macht mich stark, denn Stärke werde ich brauchen, um diesen ganzen Ballast wieder loszuwerden!"

Bald ist Aschermittwoch. Ich erwäge ernsthaft, die Fastenzeit noch ein ganz klein wenig auszudehnen, vielleicht bis Weihnachten. Aber das würde mir möglicherweise nicht viel nützen; PMS gibt es einmal pro Monat. Andererseits könnte ich natürlich die Ausfälle, die ich gegenwärtig in Bezug auf Fressen, Schlafen und Faulenzen habe, in andere Bahnen lenken? Ob es in Whausen jemals eine Axtmörderin gegeben hat? Unzurechnungsfähig genug bin ich ja, und ich würde nur einmal pro Monat zuschlagen. Wenn ich schnell und effektiv vorgehe, könnte ich ja genug Feierlustige vor dem Beginn der Faschingszeit erlegen, dann wäre es gleich ruhiger im Ort.

Bevor ich mich jedoch meinen pms-bedingten Wahnvorstellungen hingebe, muss ich erst etwas essen und ein wenig schlafen. Vielleicht geht es ja von allein vorbei...

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