Kennen Sie diesen Satz noch aus "Pappa ante Portas" mit Evelyn Hamann und Loriot: "Schatz, Du hast Deine Keule vergessen!" ruft sie und winkt mit dem zusammengeklappten Regenschirm, nachdem er ihr beim Frühstück einen langen Vortrag über die Aufgabe des Mannes, hinaus in die feindliche Welt zu gehen und für den Lebensunterhalt der Familie zu sorgen und die der Frau, nämlich die Höhle zu hüten und gemütlich einzurichten, gehalten hatte.
Auch auf die Gefahr hin, wieder einmal als polemische Männerfeindin gebrandmarkt zu werden, was ich nicht bin (jedenfalls meistens nicht), gestehe ich, dass ich durchaus Parallelen wahrnehmen kann. Allerdings sind die Jungs inzwischen etwas weiter: Sie haben die Keule nicht durch einen Regenschirm, sondern ein Mobiltelefon ersetzt.
Kennen Sie noch diese Gürteltaschen für Handys? Haben Sie jemals eine Frau mit so einem Ding gesehen? Erinnern Sie sich noch an diese Bewegung, mit der die Herren ihr Telefon hervorholten, wenn es klingelte? Ein wenig erinnerte mich das immer an die Revolverhelden beim Showdown: Eine Hand hing lässig über dem Colt (der übrigens etwa an derselben Stelle hing wie heute das Handy), und wenn der Gegner sich bewegte, wurde die Waffe blitzschnell gezogen und abgefeuert. Der Griff zum Mobilen funktionierte ähnlich. Es klingelte, die Hand des Herren zuckte zum Gürtel, und meist bellte er noch vor dem dritten Klingelton sein "Ja!" ins Gerät.
Heute ist die Gürteltasche manchmal durch eine Socke, häufig aber überhaupt nicht ersetzt worden. Man hält die pure Technik in der Hand. Dafür klingelt es noch häufiger, weil inzwischen die halbe Welt so ein Ding besitzt und jeden Scheiss sofort telefonisch verbreiten muss. Allein die Tatsache, dass in Kinos, Arztpraxen, Theatern und Konzerten extra darauf hingewiesen werden muss, das Telefon auszuschalten, sagt eine Menge über unsere mobile Generation aus. Man ist wichtig, und das Handy ist die Garantie dafür, dass es alle merken.
Da aber alle eins haben, ist man eigentlich nicht mehr wichtig, sondern eher lächerlich, wenn man in jeder möglichen und unmöglichen Situation telefoniert, smst oder einfach nur mit dem Handy herumspielt. Mein Vorschlag an die betreffenden Herren, die sich nicht von ihrem Telefon trennen können und mit ihrer permanenten und penetranten Erreichbarkeit auch die minimalsten Höflichkeitsregeln verletzen: Spielen Sie doch ein wenig an sich selbst herum! Das macht möglicherweise erstens mehr Spaß und baut zweitens einen eventuell vorhandenen Hormonüberschuss ab, den Sie in unseren weitgehend keulenlosen Zeiten nicht mehr brauchen.
Sie können nicht ohne Keule? Gehen Sie in den Wald, reissen Sie ein paar wehrlose Äste ab und werfen Sie damit. Das hilft, vor allem aber kann es ohne penetrante Geräuschkulisse in Form des neuesten Jamba-Klingeltones stattfinden. Und wenn es Ihnen zu leise ist, könnten Sie ja ein bisschen dabei grunzen...
Bevor es jetzt wieder heisst, ich hacke immer nur auf den Männern herum, obwohl die Frauen doch auch echt schlimm sind: Ja, auch die Frauen sind echt schlimm! Wer schon einmal einen weiblichen Teenager in extrem rückenschädigender, weil zusammengekrümmter Position über seinem Handy hängen sah, weiss, wovon ich rede. Sie schicken sich SMS mit ihrem potentiellen neuen Liebsten, trennen sich per SMS und besprechen das Ganze dann per SMS mit der besten Freundin, die möglicherweise am gleichen Tisch sitzt. Und während die Jungs Technik pur bevorzugen, bammeln die Mädels irgendwelche albernen Bändchen, Steinchen oder sonstigen Schnickschnack an ihr Gerät oder stopfen es in irgendwelche Täschchen. Die Damen meiner Generation nutzen das Mobiltelefon eher zur Kontrolle des Nachwuchses oder des Höhlenvorstandes. Achten Sie einmal darauf, wie sie beispielsweise nach Beendigung eines Fluges an ihre Telefone stürzen, zuhause anrufen (wenn Nachwuchs und Höhlenvorstand dabei sind, tut es auch Schwiegermama) und wild drauflostelefonieren. Sie schalten ihr Handy nur ungern aus, weil sie Angst haben, mögliche Katastrophenmeldungen zu verpassen.
Warum ich das alles schreibe? Weil ich der Ansicht bin, dass ab und zu ein wenig Kommunikation mit dem gegenüber stehenden, realen Menschen mehr Sinn macht als das Verschicken von SMS. Weil ich nicht permanent erreichbar bin und das auch nicht sein möchte. Weil ich finde, dass die Wichtigkeit einer Person sich über ihre Taten, nicht über die Funktionen ihres Mobiltelefons definieren sollte.
Und keine Angst, ich finde nicht, dass die Jungs wieder eine Keule bekommen sollten - sie haben ja Autos! Und die Mädels gehen anscheinend von ganz allein in die Höhle zurück...
Auch auf die Gefahr hin, wieder einmal als polemische Männerfeindin gebrandmarkt zu werden, was ich nicht bin (jedenfalls meistens nicht), gestehe ich, dass ich durchaus Parallelen wahrnehmen kann. Allerdings sind die Jungs inzwischen etwas weiter: Sie haben die Keule nicht durch einen Regenschirm, sondern ein Mobiltelefon ersetzt.
Kennen Sie noch diese Gürteltaschen für Handys? Haben Sie jemals eine Frau mit so einem Ding gesehen? Erinnern Sie sich noch an diese Bewegung, mit der die Herren ihr Telefon hervorholten, wenn es klingelte? Ein wenig erinnerte mich das immer an die Revolverhelden beim Showdown: Eine Hand hing lässig über dem Colt (der übrigens etwa an derselben Stelle hing wie heute das Handy), und wenn der Gegner sich bewegte, wurde die Waffe blitzschnell gezogen und abgefeuert. Der Griff zum Mobilen funktionierte ähnlich. Es klingelte, die Hand des Herren zuckte zum Gürtel, und meist bellte er noch vor dem dritten Klingelton sein "Ja!" ins Gerät.
Heute ist die Gürteltasche manchmal durch eine Socke, häufig aber überhaupt nicht ersetzt worden. Man hält die pure Technik in der Hand. Dafür klingelt es noch häufiger, weil inzwischen die halbe Welt so ein Ding besitzt und jeden Scheiss sofort telefonisch verbreiten muss. Allein die Tatsache, dass in Kinos, Arztpraxen, Theatern und Konzerten extra darauf hingewiesen werden muss, das Telefon auszuschalten, sagt eine Menge über unsere mobile Generation aus. Man ist wichtig, und das Handy ist die Garantie dafür, dass es alle merken.
Da aber alle eins haben, ist man eigentlich nicht mehr wichtig, sondern eher lächerlich, wenn man in jeder möglichen und unmöglichen Situation telefoniert, smst oder einfach nur mit dem Handy herumspielt. Mein Vorschlag an die betreffenden Herren, die sich nicht von ihrem Telefon trennen können und mit ihrer permanenten und penetranten Erreichbarkeit auch die minimalsten Höflichkeitsregeln verletzen: Spielen Sie doch ein wenig an sich selbst herum! Das macht möglicherweise erstens mehr Spaß und baut zweitens einen eventuell vorhandenen Hormonüberschuss ab, den Sie in unseren weitgehend keulenlosen Zeiten nicht mehr brauchen.
Sie können nicht ohne Keule? Gehen Sie in den Wald, reissen Sie ein paar wehrlose Äste ab und werfen Sie damit. Das hilft, vor allem aber kann es ohne penetrante Geräuschkulisse in Form des neuesten Jamba-Klingeltones stattfinden. Und wenn es Ihnen zu leise ist, könnten Sie ja ein bisschen dabei grunzen...
Bevor es jetzt wieder heisst, ich hacke immer nur auf den Männern herum, obwohl die Frauen doch auch echt schlimm sind: Ja, auch die Frauen sind echt schlimm! Wer schon einmal einen weiblichen Teenager in extrem rückenschädigender, weil zusammengekrümmter Position über seinem Handy hängen sah, weiss, wovon ich rede. Sie schicken sich SMS mit ihrem potentiellen neuen Liebsten, trennen sich per SMS und besprechen das Ganze dann per SMS mit der besten Freundin, die möglicherweise am gleichen Tisch sitzt. Und während die Jungs Technik pur bevorzugen, bammeln die Mädels irgendwelche albernen Bändchen, Steinchen oder sonstigen Schnickschnack an ihr Gerät oder stopfen es in irgendwelche Täschchen. Die Damen meiner Generation nutzen das Mobiltelefon eher zur Kontrolle des Nachwuchses oder des Höhlenvorstandes. Achten Sie einmal darauf, wie sie beispielsweise nach Beendigung eines Fluges an ihre Telefone stürzen, zuhause anrufen (wenn Nachwuchs und Höhlenvorstand dabei sind, tut es auch Schwiegermama) und wild drauflostelefonieren. Sie schalten ihr Handy nur ungern aus, weil sie Angst haben, mögliche Katastrophenmeldungen zu verpassen.
Warum ich das alles schreibe? Weil ich der Ansicht bin, dass ab und zu ein wenig Kommunikation mit dem gegenüber stehenden, realen Menschen mehr Sinn macht als das Verschicken von SMS. Weil ich nicht permanent erreichbar bin und das auch nicht sein möchte. Weil ich finde, dass die Wichtigkeit einer Person sich über ihre Taten, nicht über die Funktionen ihres Mobiltelefons definieren sollte.
Und keine Angst, ich finde nicht, dass die Jungs wieder eine Keule bekommen sollten - sie haben ja Autos! Und die Mädels gehen anscheinend von ganz allein in die Höhle zurück...
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