29 November 2009

K.O.?

Manchmal
erhältst Du
einen Schlag
in die
Fresse.

Und Du
solltest Dich
bedanken,
denn es war
genau der Schlag,
den Du brauchtest.

Der Schläger
ist
unwesentlich.

22 November 2009

Traurigkeit

sinkt in meinen Bauch,
verweilt.

Melancholie
bestimmt meine Gedanken,
bleibt.

Schmerz
erfüllt mein Herz,
bohrt.

Tränen
füllen meine Augen,
ändern

alles,
was
ich
jemals
fühlte.

Für Dich.

Fauler Sonntag

Laufen wollte ich heute, trainieren, mir Gutes tun, nicht zuviel essen und literweise Tee trinken.

Ich habe literweise Tee getrunken. Pfefferminztee, biologisch angebaut. Und irgendwie ist dieser Tag verschwunden, ohne dass ich sein Dasein so richtig hätte würdigen können.

Andererseits: Ich habe eine sehr schöne erotische Geschichte geschrieben, eine andere und ein Buch gelesen, geschlafen und Wäsche aufgehängt. Ist doch nicht schlecht für einen Sonntag, oder?

Natürlich habe ich noch Anderes getan, aber das sage ich nicht!

Denn während Sie möglicherweise denken, dass ich eine unglaublich faule Sau bin, habe ich schwer gearbeitet - versuchen Sie einmal, sich auf kreative Art und Weise zu erklären, dass Sie gerade überhaupt nichts bewegen wollen; schon gar nicht sich selbst!


Meine Waage jedenfalls hat gar kein Verständnis für derartige Eskapaden, die blöde Zicke auf meiner rechten Schulter, die mir dauernd ins Ohr kreischt, dass ich zu fett bin, ebensowenig.

Aber ich höre ab sofort mit dem Gelotter auf - muss nur noch schnell die Erdnüsse aufessen...

20 November 2009

Verlust.

Es gibt keinen Grund,
für
Angst

vor
Verlust.

Verlust ist immer.

Jede Minute.

Jeder Tag
schwindet.

Du
mit
ihm.

Deine Anwesenheit
war nur

Illusion.

2 slow 4 me.

Ich hatte ja bereits erwähnt, dass in dieser Woche eine Schnarchtatzen- und Pennschüsselinvasion stattfindet - direkt vor mir!

Die Welt dreht sich manchmal zu schnell für den einen oder anderen Zeitgenossen. Bei aller Toleranz frage ich mich allerdings, warum es nötig ist, bei der Einfahrt in einen Tunnel, der 80 km/h erlaubt, auf Innerortsgeschwindigkeit herunterzubremsen und dann wie das frischgev... Eichhörnchen in den Rückspiegel zu starren, weil die auf Stoßstangenhöhe darunter Leidende kurz aufblinkt, um zu signalisieren, dass es auch schneller gehen könnte.
Heute hatte ich Menschen vor mir, die für das Einbiegen in ihre Garageneinfahrt etwa so lange brauchten wie ich üblicherweise für das Wechseln aller vier Reifen. Inklusive Suche des Wagenhebers.

Die KfZ-Industrie ist innovativ, heisst es. Warum also, in Dreiteufelsnamen, baut sie keine Schnarchtatzenautos? Das wären Modelle, die sich sofort selbst zerstören, sobald sich die überforderte Hausfrau/der halbsenile und/oder altersstarrsinnige Rentner/der renitente LKW-Fahrer/der Beamte auf dem Weg zur Arbeit (fügen Sie gern selbst weitere Delinquenten hinzu) hinter das Steuer gesetzt haben.
Damit könnte man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Erstens würden diese Volltrottel sofort ein neues Auto kaufen, weil sie ja nicht glauben, könnten, dass die Selbstzerstörung mit ihrem Unvermögen zu tun hat, damit zweitens die Autoindustrie samt Zulieferern beglücken und drittens eiligen Menschen wie mir ermöglichen, in einer angemessenen Zeit, stress- und beschimpfungsfrei und ohne irgendwelche Armbänder von einem Arm auf den anderen wechseln zu müssen, ihren Arbeitsplatz zu erreichen.

Also: Bauen Sie das sich unmittelbar nach dem Kauf selbstzerstörende Auto? Die Konjunktur wird Ihnen dankbar sein! Und ich erst!

17 November 2009

Scheiss auf Beschwerdefrei!

Ich habe für heute abend das Armband ins Bad gelegt. Das Armband, auf dem "A Complaint Free World" und "Einwandfrei" und "Spirit" steht. Mein Spirit will anderes. Mein Spirit ist heute krawallgebürstet, aber sowas von!

Vielleicht mache ich das Armband morgen wieder um, aber heute, jetzt, genau jetzt, werde ich aus Herzenslust motzen, lästern, maulen! "Das gildet nicht!" sagt etwas in mir. Und La Guasa sagt, das sei schlechtes bis gar kein Deutsch. Scheiss drauf!

Es regnet wie aus Kübeln, und zwar seit Tagen. Verwunderlich, dass ich überhaupt das Dorf verlassen kann und unser Bächlein noch nicht übergelaufen ist. Meine arme Vermieterin hat heute in einer Regenpause gegen 17.00 (Da ist es schon stockduster!) Laub gekehrt, weil morgen die Biotonne abgeholt wird. Diese Regenpause hat niemand gebraucht und schon gar nicht bestellt!

Robert Betz sagt, das Wetter zu beklagen hieße das Leben verneinen. Scheiss drauf! Das Wetter ist beschissen! Ich will nicht im Regen laufen! Ich will aber auch nicht drinnen sitzen, fressen, saufen und warten! Ich will ordentliches Wetter. Und wenn das angeblich Gottes Angelegenheit ist, kann ich nur sagen: Gott, beweg Deinen Arsch! Mach vernünftiges Wetter! Du kannst das! Und wenn Du es nicht kannst, nerv mich nicht mit irgendwelchem Friedenskram. ICH BIN SAUER! STINKWÜTEND! SO!

Ich habe neuerdings mit ein paar Menschen zu tun, die ich absolut zum Kotzen finde. Ich habe sie nicht in mein Leben gerufen - ICH NICHT! Warum also sind sie da und liegen nicht tot unter dem nächsten LKW? Es gibt doch genug davon. LKW meine ich. Menschen, die zum Kotzen sind, allerdings auch.

Außerdem fahren seit gestern nur noch Schnarchtatzen vor mir her. Alle haben sie eigentlich schnelle Autos, scheinen aber auf dem Weg zu ihrer eigenen Beerdigung zu sein. Auch die habe ich nicht in mein Leben gerufen! Ich will schnell sein! Ich will keine Umwege fahren, weil so ein kaum über das Lenkrad blickender Frührentner glaubt, bei Regen 50 km/h fahren zu müssen und ich ihn nicht mit meinem Auto von der Straße abdrängen kann, weil er das größere hat.
Wenn irgendjemand sehen würde, wie ich fahre, würde er mich für völlig bescheuert erklären. Aber ich bin das nicht! Es sind diese Rentner und fahruntüchtigen Hausfrauen - die zwingen mich dazu, und das macht mich wütend.

Wut ist ein großartiges Gefühl. Es grummelt tief im Bauch, macht sich Luft durch einen Urschrei, den ausser mir leider niemand hört. Die Rentner und Hausfrauen könnten meine Wut sehen, wenn sie auch nur einmal ihren starren Blick von den vor ihnen liegenden 50 Metern Straße abwenden und in den Rückspiegel schauen würden - ich stehe fast in ihrem Kofferraum, und ich habe eine sehr gesunde Gesichtsfarbe.

Ich will nicht zur Langsamkeit gezwungen werden von irgendwelchen nichtsnutzigen Zeitdieben!
Ich will keine Fressattacken haben, weil Gott es nicht gebacken bekommt, ordentliches Wetter zu machen!
Ich will keine dämlichen Mistkerle oder strotzdoofen Blondinen in meinem näheren Umfeld!

Und wenn sie denn schon da sind, will ich sie nicht lieben, sondern töten!

Hi, Silke! Ich weiss, Du wirst das mögen!

16 November 2009

Fast 20.000 Wörter!

Nicht, dass Sie denken, ich hätte das Wochenende in Einsamkeit schreibend und teetrinkend verbracht, nein, ich habe ein kleines Bisschen geschummelt. Zwei Entwürfe (Alikos Geschichte und ein Thriller, zu dem mich Stephen King inspiriert hat und den ich garantiert demnächst in Angriff nehmen werde!) sind erst einmal in den Tiefen meiner Festplatte verschwunden, und ich habe beschlossen, den NaNoWriMo zu nutzen, um endlich mein Projekt "Frauen denken. Männer nicht. Denken Frauen." zu beenden. Und das sind bisher eben knappe 20.000 Wörter.
Gut, sie sind nicht in diesem November entstanden! Aber wenn ich mir anschaue, wie weit einige meiner MitschreiberInnen schon sind, glaube ich auch nicht, dass sie mit dem 01.11. angefangen haben. Nene, die haben vorgearbeitet, genau wie ich!
Ich fange an, mich zu rechtfertigen. Dabei habe ich das gar nicht nötig! Ich kann ja machen, was ich will, und wie ich es will, und wenn ich in den verbleibenden zwei Wochen noch 30.000 Wörter hinzufüge, ist das doch auch eine reife Leistung. Finde ich.
Meine innere Kritikerin möhrt gerade ein wenig. Aber das hat sie auch getan, als ich (vor vielen, vielen Jahren) meine Diplomarbeit erst zwei Monate vor dem Abgabetermin begonnen habe. Und? Den Zettel, auf dem steht, dass ich fertig studiert habe, gab es trotzdem. Zugegeben, das Ergebnis der Diplomarbeit hat meine Durchschnittsnote ein wenig nach unten korrigiert. Aber "Probleme bei der Bewertung von Liegenschaften in den neuen Bundesländern" ist erstens kein Thema, das eine angehende Bestsellerautorin inspiriert hätte, und zweitens wollte ich nur den Zettel. (Naja, das Thema musste ich nehmen, weil ich mich auch viel zu spät um eines bemüht hatte...)

Ich habe gerade mit der Dame in meinem Kopf verhandelt: Sie hört ein bisschen R&B Classics auf iTunes und entspannt sich, und ich schreibe, soviel ich kann. Frisches. Neues.

Aber erstmal gehe ich jetzt duschen und frühstücken.

15 November 2009

Suche

So viele Stunden habe ich
an Deiner Seite gelegen,
so oft meinen Blick
in Deine Augen versenkt,
so nah meine Hand
an Deinem Leben gehabt.

Jetzt, da Du fort bist,
liege ich neben meinen Gedanken,
blicke in Leere,
und meine Hände
greifen nichts.

Bitte sage mir,
welche Farbe haben
Deine Augen?

Jahreszeiten

Manche Jahreszeiten vergehen viel zu schnell.

Da war ein Frühling, voller Gefühl und blühendem Leben.

Kurz darauf der Sommer, Hitze, Ineinanderverlaufen, Schweisstropfen auf der Haut.

Herbst wurde übersprungen.

Jetzt ist Winter.
Alles erfriert.

Doch wenn Du Deine Hand
auf mein Herz
legst,
wirst Du Wärme
spüren.

Zauberhände

hast Du.

Liegen sie leicht
auf meiner Stirn,
schlägt mein Herz schneller.

Drücken sie sanft
auf meine Schultern,
stockt mein Atem.

Berühren sie
meinen Bauch,
schlafe ich ein.

Und schnarche.


Habe ich Erotik? Nein - ich habe Rücken!

12 November 2009

Beste Freundin

Wir können miteinander reden. Nahezu ununterbrochen und manchmal im werdenden Delirium.
Wir haben geknutscht, früher, um herauszufinden, wie sich das anfühlt.
Wir haben unsere Arme aufgeschnitten, damals, um Blutsschwesternschaft zu schließen, auf der Toilette unserer bevorzugten Diskothek.
Wenn ich das Telefon ein paarmal klingeln lasse, geht sie ran. Oder nicht.
Sie geht immer ran, wenn sie fühlt, dass ich sie brauchen könnte. Und sie fühlt das.
Wir haben Klamotten getauscht, und manchmal Männer. Die Klamotten passten besser.
Wir haben gestritten, uns ent-zweit. Uns nicht mehr verstanden.
Uns wiedergefunden.

Sie ist der Mensch, der meine Trauerrede halten wird, wenn ich vor ihr gehe.

Sie ist eine Konstante in meinem Leben. Immer.

Wir brauchen alle mal etwas Anschwung Teil 1.

Besonders gilt das für einige meiner technischen Geräte, an denen ich mit ganzem Herzen hänge. Da wäre zum Beispiel ein Drucker, den ich vor ca. 5 Jahren für knapp unter 30 € käuflich erworben habe. Das, was er inzwischen an Patronen gefressen hat, beträgt ein Vielfaches des Kaufpreises. Nichtsdestotrotz: Ich hänge an ihm.
Allerdings habe ich ihn nicht immer pfleglich behandelt. Als ich letztes Jahr meinen Roman ausgedruckt habe, schwächelte er und produzierte nach jeder vierten oder fünften Seite einen Papierstau. In der Fehlermeldung heisst es streng, man solle auf jeden Fall das Papier hinten durch die Klappe herausziehen, um dem Gerät keinen Schaden zuzufügen.
Ich wäre auch bereit gewesen, diesen Hinweis zu befolgen, wenn ich nicht jedesmal unter meinen Schreibtisch hätte kriechen müssen, um in sich ständig vermehrenden Staubmäusen nach der rückwärtigen Klappe zu tasten. Dort habe ich den Drucker versteckt, damit er erstens nicht im Weg steht und zweitens meinen Sinn für Ästethik nicht allzu sehr beleidigt.
Also habe ich das Papier nach dem x-ten Stau einfach vorn herausgezogen, was auch wunderbar funktioniert hat.
Die Spätfolgen hatte ich nicht bedacht: Jetzt weigert sich das dumme Gerät, das Papier ordnungsgemäß einzuziehen, weil ich wohl die Walze ein klein wenig beschädigt habe durch meine martialische Zerrerei, und behauptet trotz prall gefülltem Papierschub, er hätte keines.
Ich wusste mir zu helfen: Jedesmal, wenn der Drucker beim Papiereinzug schwächelte, bin ich unter meinen Schreibtisch gekrabbelt und habe das Papier ein wenig angehoben.
Daran hat er sich gewöhnt. Das Procedere der letzten Tage: Ich drücke auf "Drucken" haste unter meinen Schreibtisch und schiebe das Papier an. Man gewöhnt sich an alles, und weil ich ein optimistischer Mensch bin und es mit meinem Roman dieses Jahr wohl nichts wird (Und ich ergo keine größeren Mengen zu drucken habe.), habe ich zwei Patronen nachbestellt. Zusammen sind sie teurer als der Drucker jemals gewesen ist - die Beulen an meinem Kopf nach diversen Zusammenstößen mit der Schreibtischplatte mag ich gar nicht rechnen.

Aber ernsthaft: Man muss doch nicht gleich alles wegwerfen, oder?

10 November 2009

Abschied?

Du hast meinen Nacken geküsst,
Vollmond mit mir geschaut,
mich in Deinen Armen gehabt,
meinen Schlafanzug getragen.

Jetzt bist Du fort.

Doch das ist nicht wichtig,
denn
Du warst hier.
Mit mir.

09 November 2009

Kein einziges Wort - bin zu müde!

Ich bin um kurz nach 5.00 Uhr heute früh aufgestanden, und ich habe meine müden Knochen mit zusätzlichem Gewicht beschwert.
Das hat dazu geführt, dass ich heute nachmittag fast zwei Stunden bewusstlos auf der Couch gelegen und bisher kein einziges Wort geschrieben habe - dies sind die ersten. Und es werden auch nicht mehr werden; meine innere Protokollantin pennt schon.
Statt zu schreiben habe ich mit der besten Freundin stundenlang telefoniert und einen neuen Mordauftrag angenommen. Die schweinsäugige, desinteressierte und verfettete Fallmanagerin soll es sein. ("So wird das nie etwas mit dem Roman!" schreit meine innere Kritikerin.)

Aber - und das ist mein voller Ernst! - alles kann, nichts muss. Ist zwar das Motto der meisten Swinger-Clubs, trifft trotzdem das Leben.

Wenn mich Wörter anspringen, werde ich schreiben.
Wenn mein Körper springen will, hoppse ich hinterher.
Wenn mein Geist Luftsprünge macht, werde ich versuchen, ihm zu folgen.

Ein Wort zu Eigen- und Fremdwahrnehmung: Du kannst unglaublich traurig sein und trotzdem im Leben blühen. Blüten müssen nicht zwangsläufig fröhlich sein. Nur Farbe sollten sie haben.

2052 Wörter und Training am frühen Morgen - mit Kampfschwein!

Obwohl ich beschlossen habe zu beweisen, dass ich trotz meines "Ich-bin-gerade-Nachtmensch"-Glaubenssatzes um 6.00 Uhr morgens trainieren kann (Um ehrlich zu sein: Ich kann vielleicht um 6.00 in der Muskelbude aufschlagen, aber ich weiß auch, dass die Gewichte doppelt so schwer sein werden wie ein paar Stunden später, was haargenau mit der gefühlten verstärkten Erdanziehung, die meine Füße lähmt, korrespondieren wird.), wollten auch noch ein paar Ideen protokolliert werden.
Ich bin also dabei - mein Roman nimmt Gestalt an, und er wird anders. Anders als die letzten beiden und anders als der Satirekram. Ich habe einen Vorschlag, den mein großes und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von mir unerreichtes Vorbild Mr. Stephen King in seinem Buch "On Writing" macht, in meinem Herzen bewegt und schreibe jetzt über Frauenpower der sehr anderen Art. (Nein, Silke, das wird keine Emanzenfibel! Und ja, liebe blutrünstige KollegInnen, es wird Blut fliessen!)

Eben hat es sich schon ein bisschen angefühlt wie Protokollieren. Heißt: Meine Finger schreiben etwas, von dem ich vorher noch nicht weiß, dass sie es tun werden.
Schön.

Stand heute: Ich muss etwa 2.600 Wörter am Tag schreiben, um termingerecht fertig zu werden. Hätte ich nicht das Erlebnis des letzten NaNoWriMo noch in meinen Knochen und meinem Herzen, wäre ich vielleicht etwas mutlos. Aber ich weiß ja, was in den letzten Tagen passieren kann, wenn ich es zulasse.


Und deswegen kann ich jetzt nach einem letzten Glas Rotwein ins Bett gehen und mich auf ein mitternächtliches Training (nach meinem Zeitempfinden und völlig ausserhalb meiner Glaubenssätze) freuen. Die Körner für das opulente Frühstück nach der Tortur weichen schon ein...

Frage: Warum tue ich mir das an?

Antwort: Das bin nicht ich, das ist mein Kampfschwein. (Das bereits ausgiebig vorgestellt wurde - http://denkversuche.blogspot.com/2009/03/para-conocernos-un-poco.html) Ich bin machtlos, wenn es in den Kampf zieht und kann nur versuchen, eine möglichst gute Figur zu machen.

08 November 2009

Nackt

Ich ziehe jetzt mein letztes Hemd aus, um es Dir in die Hand zu drücken, wohl wissend, dass Du es nicht annehmen wirst, weil Dein Stolz es Dir verbietet.

Trotzdem genieße ich meine Nacktheit, denn ich habe mich entschieden, mich Dir zu schenken.

Heute.

Vielleicht verlange ich mich morgen zurück.

Liebe, anders

Ich habe Dich
gern geliebt.

In meinem Traum
war ich
bei mir.

Aufgewacht bin ich
mit einem Lächeln.

Ohne Wecker.

Alles war anders.

06 November 2009

Ich bin im Stress,

... denn ich will auf keinen Fall die Erlebnisse meiner gestrigen Fotosession den geschätzten Leserinnen vorenthalten, habe schon wieder einen Auftragsmord zu begehen, der NaNoWriMo wartet auf meinen Roman, und traurige Gedichte wollen mein Herz verlassen.

Ich fange mal mit der Fotosession an:

Die Bauchfalte

Ich sitze auf der Couch, fühle mich ausgeleuchtet und arbeite an der optimalen Pose.
Er knipst.
Schaut auf das Display seiner Digitalkamera, dann sehr strafend auf mich, kommt auf mich zu und fragt: "Was erkennst Du auf diesem Foto?"
Ich schaue sehr genau hin (habe das Gefühl, meine Antwort könnte benotet werden) und sage zaghaft: "Den Schalter hinter mir? Stört der???"
"Sieh noch einmal hin - ich meine nicht das Ambiente!" antwortet er etwas unwirsch.
Ich sehe nichts und sage ihm das auch.
"Und was ist das hier?"; er deutet auf meinen Bauch.
Jetzt erkenne ich entsetzt, was er meint. Da ist eine Falte mittschiffs, perfekt ausgeleuchtet, Six-Pack-zerstörend und höchst unattraktiv.
"Kann man das retuschieren?" frage ich ihn hoffnungsvoll.
"Nein. Wir machen das nochmal, und Du ziehst den Bauch ein."
"Okay."

Wir machen es nochmal, und ich ziehe den Bauch ein.
"Lächeln!" ruft es hinter dem Strahler.
Ich lächle.
"Nein, kein Kampfgrinsen! Lächeln!"
Ich packe meine frischgeputzten Zähne wieder ein und verziehe vorsichtig das Gesicht. Weil ich nicht atme (immerhin versuche ich jetzt seit geraumer Weile, eine Bauchfalte zum Verschwinden und gleichzeitig meinen Busen zwecks Ablenkung bestmöglich zur Geltung zu bringen), wird es eher eine Grimasse. Ich spüre es selbst.

"Lass uns etwas anderes versuchen." sage ich und zeige ihm meinen Hintern.
Sofort ist er versöhnt und knipst wie besessen drauflos, nicht ohne mir ein Kompliment nach dem anderen für meine großartige Figur zu machen.

Und die Moral von der Geschicht': Halte den Leuten Deinen Arsch ins Gesicht, und sie sind zufrieden.

Liebe

Liebe zu Dingen.
Liebe zum Tun.
Liebe zum Sein.

Liebe zu Dir?

Wie?

Ich habe nicht genug.
Tue nicht genug.
Bin nicht genug.

Ich nicht.

Liebe, möglicherweise.

Ich hätte Dich
gern geliebt.

In meinem Traum
hatte ich Dich
bei mir.

Aufgewacht bin ich
wie immer.

Der Wecker hat geklingelt.

Nichts sonst.

Liebe?

Leichtigkeit.
Gemeinsam lachen.
Meine Hände in Deinen,
in geliebte Augen sehen
und Blödsinn reden.

Zur Seite stehen.
Lieben ohne Echo.

Manchmal lieben ohne Hoffnung.

05 November 2009

Nachtwache

Du schläfst
schlecht
heute nacht.

Ich lege meinen Arm um Dich
und vertreibe
den Drachen.

Träumte ich
gestern.

Kraft

wird erst wichtig, wenn sie fehlt.

Fehlen wird erst bemerkt, wenn es schmerzt.

Schmerz wird erst gefühlt, wenn er brennt.

Doch den Brand kannst Du löschen
mit jeder Träne,
die Du voller Schmerz
geweint hast.

Gib den Tränen Raum,
denn wenn sie versiegt sind,
wirst Du Deine Kraft wieder spüren.

Für Aliko (schon wieder...)

04 November 2009

Berührungen

Mit geschlossenen Augen
höre ich Deine Finger
auf meiner Haut,
spüre die Worte,
die sie sacht
hineinschreiben.

01 November 2009

Mondzauber

Vollmond
zaubert.
Dich nicht her.

Verzauberte See(l)en

Kann man sich in einen Satz verlieben?

Einen Menschen aufgrund seiner Worte ins Leben holen wollen?

Herzen in Stein ritzen?

Gemeinsam in viel zu kaltes Wasser steigen?

Kann man Seelen tauschen?

Susi, ich und die ersten Wortfindungsstörungen

Die ersten 677 Wörter sind geschrieben, und ich weiß schon jetzt, dass es einen neuen Anfang brauchen wird.

Spontan ist mir eine traurige Geschichte eingefallen: Ein zerrissener Mensch, der alle, die ihn lieben, mit in den Abgrund zieht. Natürlich bringt er sich später auch um...

Da brüllt wieder meine verweichlichte innere Stimme: "Lass das Morden! Schreib etwas Schönes!", und ich antworte leicht genervt: "Will ich aber nicht! Ich will das schreiben, was meine Finger protokollieren! Lass mich in Ruhe, trink noch ein Glas Rotwein und halt die Klappe!"

Dann fragt sie mich natürlich noch, warum ich das überhaupt mache. Es ginge doch um nichts. Einen Preis gäbe es auch nicht. Aber ich könnte meine anderen Tätigkeiten vernachlässigen, und das wäre nicht gut. Sagt sie. Ich nenne sie mal "Susi". Das passt erstens gut und erinnert mich zweitens an die GPS-Susis, die dem orientierungslosen Autofahrer (vor allem aber denen, die hinter ihm fahren müssen) das Leben zur Hölle machen mit ihren hektischen Anweisungen, die sie zehnmal wiederholen, damit auch der letzte tiefergelegte Northeimer verstanden hat, worum es hier geht. (Lesen hier NortheimerInnen mit? Dann entschuldige ich mich fadenscheinig damit, dass ich erstens auch mit diesem Kennzeichen herumfahren muss, weil das schöne Whausen nun einmal in diesen Landkreis gehört und zweitens behaupte ich dreist, dass ich ebensogut "Eichsfelder" hätte sagen können. Stimmt auch. Oder Osteroder. Wenningstedter. Auricher. Westersteder. Wilder Landwirt. Ich schweife ab.)

Susi jedenfalls sagt, dass ich mich auf das Allerheftigste und direkt mit dem Allerwertesten in brennende Nesseln setze, wenn ich dem Chef, der schon nicht nachvollziehen kann, dass MitarbeiterInnen "spontan" und nicht plangemäß erkranken, erkläre, dass ich aufgrund eines akuten Schreibschubes für eine Woche all meine Termine absagen muss.

Egal. Es geht um die Schriftstellerinnenehre. Und da Sie den Sch... lesen, den ich da gerade schreibe, bin ich definitionsgemäß auch eine.

Vielleicht noch eine Warnung: Es ist unwahrscheinlich, dass ich während der nächsten dreissig Tage anderes absondere als NaNoWriMo-Anekdötchen und Gejammere über nichtvorhandene Kreativität und Inspiration.
Wenn Sie darauf keine Lust verspüren, verabschiede ich Sie in einen spannenden November und sehe Sie am 01.12. wieder.
Wenn Sie aber an den Leiden einer Romanautorin und deren ProtagonistInnen teilhaben wollen, bleiben Sie bei mir - ich kann Ihre Hilfe gut gebrauchen!