30 April 2010

Armbandbericht

Boah, was musste ich das Ding heute hin- und herwechseln! Ich bin wirklich ein übles Lästermaul! Gestern hatte ich es ununterbrochen an einem Arm. (Naja, 8 - 12 Monate... Ich habe Zeit. Ich nehme sie mir!)

Übrigens hätte ich, wenn ich für jeden Gedanken wechseln müsste, kaum Zeit für Anderes gehabt...

Rückenbericht: Aua. Ist schon irgendwie blöd, wenn Entspannung nicht funktioniert, weil es keine entspannende Stellung gibt.

Ist gelogen: Die gab es! Ganz am Anfang, in der 95%-Maa-Sauna. Aber da fand dann so eine (wahrscheinlich alleinerziehende) Möchtegernpädagogin - Armbandwechsel, dass eine Sauna der ideale Ort sei, ihrer Brut die elementaren Höflichkeitsregeln beizubringen. Sie war erfolglos. Was daran gelegen haben könnte, dass sie sie selbst nicht kannte.

Wenn ich jetzt könnte, wie ich wollte und nicht so entsetzlich übergewichtig wäre, würde ich Pommes essen. Rot-Weiß. Oder Kartoffelspalten mit Knoblauchsauce.

Glücklicherweise habe ich noch ein paar Möhren im Kühlschrank.

Und wünsche allseits einen schönen 1. Mai!

28 April 2010

Sehr kurzer Armbandbericht

Habe das Ding im Bad vergessen, und das war gut so. Denn ich habe gelästert ohne Ende und tue es noch.

Fange also morgen von vorn an. Lästerfrei. Alle Menschen sind großartig. Wirklich alle! Wirklich alle? Auch die??

Verdammt, ich müsste jetzt schon wieder wechseln.

Aber ich habe eine Entschuldigung: Es ist Vollmond, und ich habe neue Schuhe.

Dead men don't talk shit - Teil II

... und einen herzlichen Dank an die inspirierenden Herren, deren Namen ich besser nicht preisgeben werde!

Schau mich an,
doch rede nicht.
Dein Wörterwahnsinn
langweilt mich.

Stiehlst meine Zeit
mit Deinen Worten.
Bin längst bereit,
Dich zu ermorden.

Mein Küchenmesser ist geschliffen,
heut' morgen habe ich's ergriffen.
Jetzt bohr' ich's tief in Deine Brust
und leb' danach mit neuer Lust.

27 April 2010

Überschätzt

Du
dachtest,
Du wärest
Der Eine,
doch
Du
warst
nur Einer.

Unter vielen.

Leicht zu ersetzen.

Versteckt unter Mondlicht

Sein Schatten
wabert durch die neuen Gardinen.


Vollmond will er werden.

Wolkenbedeckt ist er, schwächlich.

Warum sollte ich anbeten,
was sich nicht
zu
zeigen
wagt?

Zu warm.

Liebe könnte sein
in einem
mondbeschienenen Himmel.

Doch
sonnenbestrahlt
bleibt nur
die Suche nach
Schatten.

Armbandbericht

Heute habe ich gewechselt, als gälte es mein Leben. Manchmal habe ich auch nicht gewechselt, weil es technisch nicht möglich war. Man kann so ein Entlarvungsarmband nicht wechseln, wenn man telefoniert, gleichzeitig mitzuschreiben versucht und dabei lästert wie ein Weltmeister. Oder im Anschluss an das Telefonat über den Telefonierenden schimpft.

Aber die Welt macht es mir auch erschreckend leicht: Sobald ich in Läster-, Maul- oder Schimpflaune bin, findet sich sofort mindestens eine Person, die gern bereit ist, meine derzeitige Stimmung zu verstärken. Blöde Spiegelneurone!

Ich habe heute im Auto geschimpft, nach einem Telefonat den Hörer auf die Gabel geworfen und Schimpfwörter an den leeren Raum gerichtet, gelästert und gezweifelt. Hätte also mein Armband viel häufiger wechseln müssen.

Egal. Es ist jetzt am falschen Handgelenk, ich spüre es, und ich bin trotz allem entschlossen, nicht aufzugeben, sondern weiter zu machen. Kann mich auch nicht erinnern, jemals in einer herausfordernderen Situation gewesen zu sein. Armbandtechnisch.

War das gerade gemotzt?

26 April 2010

Armbandbericht

Fast hätte ich heute nicht wechseln müssen. Habe mich mit Kommentaren über die Umgebung zurückgehalten, nicht gelästert, war freundlich und umgänglich, obwohl sich mein Tag ganz anders gestaltete als geplant. Was allerdings an meiner eigenen fehlerhaften Planung lag. Und mir eine ganz kostenlose Flexibilitätsübungseinheit eingebracht hat.

Aber. Gleich heute früh turnte so eine Pennschüssel vor mir durch den Ort. Okay, die Dorfstraße ist extrem kurvig, und wenn man sich nicht auskennt, fährt man sicherheitshalber etwas langsamer. Aber nicht soooo langsam! (Das ist jetzt nur die Wiederholung meines kleinen frühmorgendlichen Ausbruchs - ich muss nicht wechseln!)
Auf der Rückfahrt musste ich auch noch einmal schimpfen. Was einen Vorteil hatte: Die Zeit, die ich brauchte, um mein Armband ans andere Handgelenk zu verfrachten, brachte meinem Vorfahrer einen kleinen Vorsprung ein. Als ich ihn dann nach sehr kurzer Zeit wieder eingeholt hatte, war ich wieder der Sonnenschein, der ich nun einmal bin, wünschte ihm Glück, ein langes Leben und ein schnelleres Auto und überholte rechts.
Es geht nämlich auch ohne Schimpfen; man muss nur schnell genug sein!

Aber zweimal gewechselt für den zweiten Armbandtag finde ich nicht sehr viel. Ich schimpfe sonst viel mehr. Wirklich! Und gelästert habe ich auch nicht. Jedenfalls nicht laut. Und nur das gilt!

Fühlte mich so

... unbeschlafen,
... abgehängt,
... gegangenwordensein,
... untergebuttert;
... aufgegeben

HABE ICH NIE!

Fühl´mich so

... lebenslustig,
... diamantig,
... sternengleich,
... segensreich;
... kopfobentragend

WERDE ICH BLEIBEN!

Wortwelten und Musikhimmel

Nur Du.
Immer ich.
Einfach wir.
Sein.
Ernsthaftigkeit.
Lebensliebe.
Ruhe.
Ergeben.
Ganz allein.
Einfach ich.
Niemals Du.



Irgendwo
ruht
ganz
einsam
Normalität,
doch die
Welt bleibt mir
offen.

Mein Dank gilt dem Künstler! Es ist schön, auf die Entfernung inspiriert zu werden!

24 April 2010

Kein Platz

Ich hatte Dich
in meinem Herzen.

Doch Du
brauchtest mehr Raum
als mein Herz
Dir
geben konnte.

Erst wird es heiß, dann kalt...

"Die Liebe ist ein wildes Tier,
sie kratzt und beißt
und sucht nach Dir.
Rastet auf gebroch'nen Herzen,
geht auf Jagd bei Kuss und Kerzen.

Erst wird es heiß, dann kalt,
am Ende tut es weh."

Das war frei nach Rammstein (Herzlichen Dank an die Herren!).

Gelogen haben sie nicht. Liebe fängt an, irgendwie. Chemischer Unfall, zufällige Begegnung, was auch immer.
Dann wird sie. Entwickelt sich. Zwei Menschen tauschen Trancen. Chemische Verbindungen spielen verrückt. Warm wird es meistens auch, egal, in welcher Jahreszeit.
Manchmal bekommt eine/r von beiden Angst. Vorbei. Kurz und schmerzvoll. Es wurde nicht kalt, bevor es weh tat.

Oder man entscheidet sich, Trance und chemische Verbindung längerfristig zu teilen. Dann wird es erst heiß, dann kalt, und dann tut es wirklich weh. Vor dem Wehtun stehen allerdings gemeinsamer Alltag, eine allzuoft benutzte Zahnbürste und zerknüllte Handtücher.

Sex findet statt. Mit Glück gemeinsam. Normalerweise irgendwo anders. Mit wenig Glück nur noch im Kopf. Aus gemeinsamen Hitzewallungen wird einsames Frieren.

Jetzt wird Frühling. Das Frieren hat ein Ende, verliebt oder nicht.

Das lila Armband

Ich habe mein lila "A complaint free world"-Armband wieder um. Und gleich gestern abend für Irritation beim Part-Time-Lover gesorgt, da ich ihn immer gefragt habe, ob das jetzt gerade gelästert war, um dann mein Armband an das andere Handgelenk wandern zu lassen.
(Ja, liebste, beste Freundin, mir ist vollkommen klar, dass Du denkst, ich wäre wieder der nicht näher bezeichneten Sekte verfallen! Ist aber nicht so; ich möchte mich nur endlich wieder auf das konzentrieren, was ich will, statt mich mit dem herumzuplagen, was mich nervt. That's all! Großes Indianerinnenehrenwort. Mit Blutsschwesternschaft!)

Heute ist das Armband ziemlich oft gewandert. Ich war mit dem Lieblingsex unterwegs. Wir haben viel gelästert. Aber wenn die Armbandwechselei der Preis für ein Treffen mit dem Lieblingsex ist, bezahle ich ihn gern; außerdem sagt der Initiatior dieser Armbandgeschichte, dass die meisten das Ding 8 - 12 Monate getragen (und gewechselt) haben, bevor sie die 21 Tage am Stück schafften.

Ohne Klagen und Jammern komme ich recht gut aus; aber nicht zu lästern ist ein echtes Problem. Natürlich könnte ich sagen: "Diese junge Dame vor mir hat ein sehr gutes Selbstbewusstsein!" statt zu konstatieren: "Fette, unbewegliche Kuh!". Oder "Es ist schön, sich mit sich selbst wohl zu fühlen." statt "Was ist das denn für ein Schwachkopf!"

Aber... All mein Gemaule und Gelästere könnte ich ja ab sofort und ausschließlich kreativ verpacken. Dann bin ich aus der Wechselnummer raus, denn das ist künstlerische Freiheit. Oder?

Ich wünsche Ihnen allen ein beschwerdefreies Wochenende!

22 April 2010

Müde. Sonst nichts.

Müde.
Unglaublich müde.
Unglaublich unerklärlich müde.
Unglaublich unerklärlich unbeschreiblich müde.

Gute Nacht!

21 April 2010

20 April 2010

Olfaktorische Vergewaltigung

Ich kann Dich riechen!

Du bist nicht hier,
aber Dein Geruch
wabert
um
mich
herum.

Ich kann Dich riechen!

Ich will Dich nicht,
aber Dein Parfum
penetriert
all
meine
Sinne.

Früher wäre ich Deinem
Geruch
erlegen.

Heute halte ich mir
die Nase
zu.

18 April 2010

Neues Spiel, neues ...

Kalter Atem
Opferhaltung
Nihilismus
Friede sei mit Euch!
Im Reinen Sein
Radikalität
Monotheismus
Atheismus
Tod und Teufel
Illumination
Opfergabe
Nathan wusste nichts.

Eine Zeremonie, die Geduld, Leidensfähigkeit und Sitzfleisch erfordert. Ob es sich anders anfühlt, wenn es das eigene Kind vor dem Altar steht und seinen Lebensspruch empfängt?
Erinnern Sie sich noch an Ihren?
Ich erinnere mich an Pfifferlinge beim anschließenden Restaurantbesuch.

Guten Abend, NOM-RG ... und GÖ-X ???!

Vorweg: Friede sei mit Ihnen, und außerdem die geballte Fürsorge aller in dieser und der jenseitigen Welt vorhandenen Götter und -innen!

Und die brauchen Sie auch, denn so, wie Sie fahren, hinterließen Sie ohne göttliche Hilfe ein Schlachtfeld sondergleichen!

Mein Tag war großartig: Ausgeschlafen nach wilder Party, einen sehr gemütlichen Morgenkaffee getrunken, 20 km gelaufen (Trotz zweier Prolapse schmerzfrei, Herr Doktor!!! Möge auch mit Ihnen Frieden sein. Später.), Mittagessen bei Mutti, Sauna. Ich war gelöst, entspannt und unglaublich gut drauf. Bin ich immer noch. Aber zwischendurch gab es doch ein paar klitzekleine Kritikpunkte.

Nr. 1: Warum wartet der auf der rechten Spur vor sich hin dölmernde überforderte Familienvater im Skoda, bis ich komme, um unvermittelt auf die linke zu wechseln? Gut, die Straße teilt sich ca. 3 km später, aber das würde ich noch nicht als logische Begründung sehen.
Aber seine Beweggründe sind im Prinzip völlig gleichgültig. Ich unterbrach das Absingen von "Faster, Harder, Scooter", schrie kurz auf und wechselte rasch auf die rechte Spur mit dem Ansinnen, den Familienvater zu überholen (Immerhin war er zähfließender Verkehr!) und vor ihm wieder einzuscheren. Offensichtlich hatte der Mistkerl aber Erfahrung im planlosen Spurwechsel, führ ein Stück nach rechts und belegte prompt beide.
Also scherte ich gezwungenermaßen wieder hinter ihm ein und zeigte ihm meine Missbilligung durch dichtes Auffahren. Er blieb unbeeindruckt, was ebenfalls für eine gewisse Erfahrung als Verkehrshindernis spricht.
Ich behielt angestrengt meine gute Laune bei, zeigte mit beiden Mittelfingern in Richtung Skoda und Familienvater und wünschte ihm etwas anderes als Frieden. (Manchmal muss das Bemühen um Liebe unter den Menschen der Psychohygiene weichen.)
Natürlich alberte der dämliche Mistkerl ("Friede sei mit ihm!" sagte der Pfarrer bei seiner Beerdigung. Vorher hätte er auch keinen verdient. Finde ich.) mit ca 20 km/h unter der erlaubten Höchstgeschwindigkeit vor mir her.
Das nächste Überholverbot nutzte ich, um ihn zu überraschen und sehr knapp vor ihm wieder einzuscheren. A...! Blödes!!!

Nr. 2: Aber das nützte mir überhaupt nichts, denn ein paar hundert Meter später wurde ich durch einen etwas älteren BMW mit Göttinger Kennzeichen aufgehalten. Gegen ihn war der Northeimer Familienvater ein Rennfahrer beim Training für die Rallye Monte Carlo. Ihn konnte ich nicht überholen, und auch die Tatsache, dass ich ihm mit meinem Peugeot fast im Kofferraum saß, ließ ihn unbeeindruckt.
(An der Ausfahrt, als wir kurz nebeneinander standen, erschloss sich mir der Grund: Am Steuer des BMW befand sich eine Dame mittleren Alters, offensichtlich leicht sehbehindert (Welchen Grund gäbe es sonst, den Sitz so einzustellen, dass die Nase fast an der Windschutzscheibe klebt?), die mich garantiert überhaupt nicht bemerkt hatte, weil sie ja damit beschäftigt war, im Dschungel, den die Fahren Könnende "Straße" nennt, zu überleben. Das macht einen Tunnelblick! Und dann ist frau froh, mit knappen 60 km/h unfallfrei voranzukommen! Andere Autos? Wo???

Jetzt mal ehrlich: Hätten Sie diesen Verkehrsgefährdungen auf Füßen einen schönen Tag gewünscht oder sie lieber aus ihren Autos gezerrt, um dann...? Ich ja schon...

Bin aber glücklich zuhause angekommen. Und wieder sehr friedlich gestimmt. Wirklich. Wahrscheinlich waren das unglaublich wertvolle Menschen, die ihre Energie einfach nur nicht für einen vernünftigen und nicht verkehrsbehindernden Fahrstil verplempern wollen.

Friede sei mit ihnen. Sobald sie auf öffentliche Verkehrsmittel umgestiegen sind.

Du bist es nicht!

Begabung
Inspiration
Nähe.


B
erührungen

Ewigkeit
Idealismus

Manisch
Infantil
Reduziert.

Dienstbeflissen
Utilisiert.

Bewegung
Ich
Selbstfindung
Todbringend.

Egomanie
Selbstsucht.

Nihilismus
Ignorant
Cäsur
Heimsuchung
Toleranz.

Großzügigkeit
Erben
Hilfe suchen.

Bei mir sein.

Ich habe Dich bei mir,
denn ich fühle Deinen Atem in mir,
atme Deine Stimme,
lese ungesagte Worte
von Deinen Lippen.

Ich habe Dich bei mir,
ohne dass ich
bei Dir sein muss.

Ich habe Dich bei mir,
denn ich sehe Dein Gesicht vor mir,
trinke Deine Augen,
fühle ferne Berührung
auf meiner Haut.

Ich habe Dich bei mir,
und doch werde ich
für alle Zeiten
bei mir
bleiben.

16 April 2010

Vergangenheit. Längst.

Du hast mich nie gesucht,
denn
ich hatte Dich gefunden.

Du hast mich nie gewollt,
doch
ich habe Dich gehalten.

Du wolltest mich lieben,
denn
ich war an Deiner Seite.

Gestern.

Frau Butzko

Manchmal treten besondere Menschen in unser Leben, Menschen, die uns ein Stück des Weges begleiten und dann gehen.

Ich würde gern für einen dieser sehr besonderen Menschen ein paar Zeilen im www lassen, weil ich ihr nicht die letzte Ehre erweisen konnte.

Diese unglaublich liebenswerte Dame hat mir und meinem Liebsten eine Wohnung erkämpft, in der wir viele glückliche und einige schwierige Jahre verbracht haben. Sie dachte, wir kämen mit einer Katze; nach und nach haben wir ihr auch die anderen untergejubelt. Zeitweise waren es zuviele, aber im Herzen von Frau Butzko hatten sie alle Platz.
Sie war Vorsitzende des Vogelschutzbundes, aber das hat sie nicht daran gehindert, all unsere Katzen in dieses riesengroße Herz aufzunehmen und vor jeder Kritik zu verteidigen. Diese (unsere) Katzen töteten nämlich nur Vögel, die ohnehin schon halbtot waren! Alle anderen waren felltragende Massenmörder - unsere nicht!

Frau Butzko hatte etwas zu sagen und tat das manchmal im klassischen Krankenschwesternton. Ich werde nie vergessen, als sie unseren Briefträger, der seinen Weg immer über die Vorgärten abkürzte, ermahnte: "Wir gehen jetzt nicht mehr über den Rasen, sondern auf dem Fußweg!"
Sie hörte Wagner (gern laut) und hatte ihre sehr eigene Meinung über die Welt und den Rest. Eine gute Meinung, wie ich finde. Sie hatte Herzenswärme und Humor, und mein Liebster und ich empfanden es als Auszeichnung, in ihrer Wahrnehmung jahrelang "die jungen Leute" sein zu dürfen.


Frau Butzo hatte immer ein Ohr für uns; leider waren unsere Ohren aus Zeitnot viel zu oft verschlossen.

Ebenfalls aus Zeitnot konnte ich nicht an ihrer Beerdigung teilnehmen. Ich habe mich darauf beschränkt, ihr eine Kerze anzuzünden und hoffe, dass sie die Flamme sehen kann.

Manchmal treten besondere Menschen in unser Leben, Menschen, die tiefe Spuren auf unseren Herzen hinterlassen und bei uns bleiben.

Frau Butzko war solch ein Mensch. Ich werde sie nicht vergessen.

Mehr Wörter, noch mehr Wahrnehmungsfilter

Ich habe es gerade mit Wörtern - lesen Sie drüber weg, wenn es nicht Ihr Thema ist; in einem meiner nächsten Posts werde ich einen Orthopäden töten. Das dürfte für mehr Kurzweil sorgen.

Lethargie
Inanspruchnehmen
Einsamkeit
Beschissenwerden
Eristlängstweg.

Versöhnlicher:

Laufen
Erinnerungen
Betriebsamkeit
Effektivität
Nurich.

Noch lebt er, der Arzt:

Opferhaltung
Rache
Tabu
Haltung
Optimismus
Pein
Älterwerden
Dankbarkeit
Erwachsensein.

14 April 2010

Aber es gibt mehr...

Nummer vier:

Beieinandersein
Ineinanderversinken
Ewigeliebe
Rollentausch.

Oder wie wäre es mit:

Fielversprechend.;-) - Fuck you??
Utilisation
Toning
Obsession
Nacht.

Manchmal hilft:

Ignoranz
Bewusstsein
Unterordnung
Piss off!
Renitenz
Observation
Feigheit
Energie
Nachtruhe

Bleiben Sie bei sich - dann wird vieles gut!

Buchstabenspiele, angeregt durch die viel zu ferne Freundin

Nummer 1

Perfection
Radikalität
Opportunismus
Leidensfähigkeit
Arschloch
Penner
Sendungsbewusstsein.

Nummer 2

Bekloppt
Anders
Niemals!
Deppenkönig
Sauerei
Cäsar
Hilfe!
Einmaleins
Irdisch
Bondage
Ekel
Nordpol
Völlerei
Optimismus
Rigoros
F... Dich!
Alternativen
Leben
Lust.

Nummer 3

Rücksichtslosigkeit
Überfall
Carpe Diem
Kanalisation
Einmaleins
Nie wieder!

Was sagt die Expertin???

13 April 2010

Hätte sein können

Ich spüre Deine Umarmung,
lese Deine Lust,
sehe Deine Wünsche,
höre Dich
nach mir rufen.

Ich fühle Deine Ausreden,
lese Deine täglichen Fluchten,
sehe Deine Nachrichten,
höre nichts.

Du bist längst
fort.

Liebe, ungefühlt

Du sagst,
dass Du
mich
liebst.

Ich kann
Dich
nicht
fühlen.

Manchmal ist Liebe
defizitär.

12 April 2010

Liebe und andere chemische Unfälle

Haben Sie jemals "Scott und Hootch" gesehen? Da gibt es eine Schlüsselszene: Sie fragt ihn, ob er Lust hat, sich mit ihr zu treffen.
Spontan antwortet er mit "Ja!" Dann überlegt er und erklärt, dass er sich nicht mit ihr treffen werde, weil er sich möglicherweise in sie verlieben könnte, sie sich auch in ihn, sie fänden sich beide großartig, aber dann würden sie eines Tages anfangen, sich zu streiten über irgendwelchen alltäglichen Kram, sich zu beschimpfen, zu hassen, zu verletzen, am Ende stünde eine schmerzhafte Trennung. Und genau deswegen werde er mit ihr nichts anfangen. Sagt er.
Natürlich gibt es später ein Happy End.
Dämlicher Film.

Im wirklichen Leben ist es nämlich genau so: Verlieben, chemisches Chaos im Gehirn, nach drei Monaten Realitätseinkehr und entweder eine gemeinsame Wohnung und Opfer aller jemals lebendig gewesenen Erotik oder weiterhin Erotik in offener Beziehung und zwei verschiedenen Wohnungen, dabei aber Verletzen des-/derjenigen, der/die die offene Beziehung nur deswegen gewählt hat, weil PartnerIn sonst weg.
Noch viel dämlicherer Film.

Monogamie ist nicht gesund.

Und hier finden wir die Parallele zum Nordic Walking.

Nordic Walker lächeln nicht - NIEMALS

... und das kann ich gut verstehen. Ich würde auch nicht lächeln, wenn ich mich auf die denkbar schwachsinnigste und unnatürlichste Art fortbewegen sollte, bloß weil alle anderen es auch tun. Ganz davon abgesehen, dass es extreme Konzentration erfordert, unfallfrei diese albernen Stöcke gegenläufig zum normalen Rhythmus zu bewegen. Ich könnte das ja nicht... Und würde genau deswegen eben nicht lächeln, sondern genauso verbiestert meine Stöcker ziehen.

Aber ernsthaft: Ich bin mittlerweile zu der Überzeugung gelangt, dass die meisten Nordic Walker im Bio-Supermarkt einkaufen gehen. Da lächeln sie nämlich auch nicht, sondern sind damit beschäftigt, dass politisch korrekte und ohne Kinderarbeit angebaute Gemüse so abzuwiegen, dass es einerseits im ökologischen und treibhauseffektverringernden Bereich bleibt, andererseits aber auch noch ein paar Euro für neue Stöckchen in der Haushaltskasse übrig sind, weil die letzten ungewollten Krücken - Entschuldigung - Sticks! - wutentbrannt in irgendeine Lichtung gefeuert wurden. (Was die einzige halbwegs vernünftige Art ist, mit den Dingern umzugehen. Finde ich.)

Rotgefärbte Haare haben sie auch. Jedenfalls die Damen.

Außerdem hege ich die leise Befürchtung, dass ich die einzige unwissende und nicht "Zeit"-lesende Ex-BWLerin und -Berufshoppse zwischen einem Riesenhaufen Sozialpädagoginnen und Grundschullehrerinnen bin.
Immerhin kann ich mir keinen Zopf aus meinen Achselhaaren flechten. (Das macht mich noch nicht zu einem besseren Menschen, zugegeben. Aber zu einem besser aussehenden!)


Warum haben die ihre Stöcker eigentlich nie beim Einkaufen dabei??? Dann wüsste man doch wenigstens, warum sie so verbiestert gucken und könnte sie sofort in die Gruppe der Nordic Walker umsortieren!

Leben und Tod

lagen heute sehr nahe beieinander: Als ich zu verhältnismäßig später Stunde ins schönste Dorf Südniedersachsens einfuhr, turnte irgendein Tier auf der Straße herum und machte zunächst keine Anstalten, diese für ein anderes, aber armseliges, motorisiertes und somit meist lebensverachtendes, Tier zu verlassen.

Bei näherem Hinsehen stellte ich fest, dass es sich um einen jungen Fuchs handelte, dem Mama anscheinend noch nicht erklärt hatte, dass Autos böse sind. Ich wartete brav, schaute ihm in die Augen und staunte darüber, dass er einfach am Straßenrand sitzenblieb und zurückschaute.
Ich glaube, das war der erste Fuchs, den ich lebend und von so Nahem gesehen habe.

Der Tod wartete etwas weiter dorfaufwärts, in Gestalt einer überfahrenen Katze. Sie sah noch recht jung aus und hatte anscheinend auch noch nicht gelernt, dass Autos böse sind.
Ich fragte mich kurz, warum sie nicht gewartet hat, bis ich komme.
Eigentlich hätte ich sie von der Straße tragen müssen, damit sie nicht von weiteren Autos überfahren wird. Ich habe es nicht geschafft. Fand diesen Tod zu früh und zu ungerecht.

Irgendwie hat sich ein Kreis geschlossen innerhalb kurzer Zeit.

08 April 2010

Ich danke Dir!

Du hast mich
mit mir
bekannt gemacht.

Hast neue Saiten
an mir
angeschlagen.

Hast ein Lied
auf mir
gespielt.

Danke.

Ich kenne mich jetzt.

Geh.

Freie Wahl

Kühl bist Du
jetzt,
da Du hast,
was Du wolltest.

Geh.
Nimm Dir,
was Du brauchst.

Meine Wärme
bleibt.

07 April 2010

Heute ist das Gestern von Morgen

Heute spüre ich
Deine Hand
auf meiner Haut.

Morgen werde ich
heute
vergessen haben.

Gestern wusste ich
nichts
von Dir.

05 April 2010

Beltane II

Es brauchte
kein Feuer.

Deine Hand
hat mich entfacht.

Ich brenne bis
zum Morgen.

Geschenke

Eigentlich hat es keine gegeben, nicht auf den ersten Blick jedenfalls: Meine Mutter hatte die Brötchen vergessen, und die drei Anrufe ohne Nummer, die ich nicht entgegengenommen habe, waren von ihr - sie hatte die Hoffnung, es gäbe noch einen geheimen Brötchendealer in meiner Nähe. Ich habe ihr beim letzten Telefonat erklärt, dass ich Graubrot, fertiggeschnitten, einfach großartig finde.

Ex Nr. 1 war überarbeitet und erkältet und kam später. Den Geburtstag bemerkte er erst nach größeren Rechenoperationen.

Außerdem hatte ich Rücken.

Und: Ich bin 20 km gelaufen, in den Sonnenaufgang hinein, hatte alle Feld- und sonstigen Wege ganz für mich allein, nette Gespräche mit ein paar Enten und Raben, später dann Sauna. Bin eingeladen worden.

Ich finde nicht nur Graubrot großartig.

Das Leben ist noch viel, viel schöner, und ich bin dankbar für diesen spannenden Tag. Immerhin hätte ich letzte Nacht ja auch sterben können...

04 April 2010

Beltane

Ich habe ja nicht den Schatten einer Ahnung, ob Beltane und Osterfeuer etwas miteinander zu tun haben. (Das wäre wieder ein Fall für La Guasa, und ich fände eine kurze Abhandlung erhellend.)

Vollmond war Anfang der Woche. Ich habe ein wenig geknurrt, mich wild hin- und her gewälzt und längere Zeit erfolglos versucht, einzuschlafen. Das Mondanheulen habe ich sicherheitshalber bleiben lassen, und Fell ist mir auch nicht gewachsen. Diese zwar manchmal von mir gewünschte, aber nicht stattgefundene Verwandlung habe ich, als ich dann endlich schlafen konnte, durch Schnarchen und wilde Phantasien kompensiert. (Nein, nicht, was Sie gerade denken! In meinen Phantasien gab es haufenweise Leichenteile, Schmerzensschreie und gemeuchelte Selbstdarsteller.)

Dann war der Vollmond weg, und es wollte Ostern werden.

Ich habe aufgehört zu knurren und wehrloses Gemüse zu zerfetzen (Immerhin bin ich überzeugte Vegetarierin.) und mir stattdessen Geschichten ausgedacht. Die ich hier nicht erzählen werde, weil sie nur wenig mit Wölfen zu tun haben.

Trotzdem stelle ich mir erstens die Frage, ob es an Beltane immer so arschkalt war, und wenn ja, wo die Damen und Herren dann den Frühling begrüßt haben, zweitens, ob Beltane und Osterfeuer einander wirklich ähnlich sind und drittens, wohin ich morgen gehen soll, wenn das Wetter ein beltanisches Osterfeuer verhindert und ich nicht nur keinen wohlgestalteten Schattenkrieger, sondern auch kein Bier bekomme...