Frauen und Männer, Pinguine, Zeitgeschehen, Laufen und die Unmöglichkeit gelingender Kommunikation.
30 November 2010
Prinzen
Sie suchen die Prinzessin,
nicht die Hexe.
Sollen sie weiter suchen.
Ich werde die Warze auf meiner Nase pflegen,
meine schwarze Katze streicheln,
das Knusperhäuschen selbst essen.
Scheiß auf die Prinzen!
Neubesetzung
eine Hauptrolle
in meinem Leben.
Doch der Regisseur
hat mich gekürzt;
der Produzent
findet mich zu teuer.
Mir bleibt
die Statistenrolle.
Ich halte ein Schild hoch:
"Leben. Ich."
Es ist wiederverwendbar.
29 November 2010
Domestizierung?
Deine Hand verkrallt sich
in meinem Nacken;
wehrlos,
kraftlos,
willenlos
scheine ich Dir.
Du schüttelst mich,
Deine Stärke
nimmt mir den Atem;
hilflos,
machtlos,
atemlos
willst Du mich.
Doch meine Krallen
sind scharf,
meine Zähne
tödlich.
LASS MICH LOS!
24 November 2010
Taumeln, fast aufrecht
ohne zu fallen;
rase an Momenten vorbei
kann mich nicht bremsen,
schleppe mich ins Bett,
ohne Schlaf zu finden.
Erwache unter einem Güterzug,
der mich nachts überfuhr.
Bin zu spät,
orientierunslos.
Auch mein Versmaß habe ich längst verloren.
2012
Zu allem Elend ist aufgrund des Bohrlochs am Golf von Mexiko auch noch der Golfstrom unterbrochen worden, und es wird arschkalt hier; -40° sind angedacht. (Ich denke gerade ernsthaft darüber nach, mein zur Abholung vor dem Haus bereitgestelltes Altpapier wieder herein zu holen, damit ich nicht als Erstes das schöne Parkett und Onkel (mein altes Ikea-Regal) verfeuern muss, wenn es dann kalt geworden ist.
Glücklicherweise weiß ich, wie man dem galoppierenden Wahnsinn da draussen begegnen kann: Viel Wein trinken, Kekse und Schokolade horten, ab ins Bett, Decke über den Kopf ziehen und auf bessere Zeiten warten.
Gute Nacht allerseits!
Same music, other place
Genau das Lied, nach dem ich heute mit einem Lächeln auf dem Gesicht getanzt habe, hat mich letztes Jahr zum Weinen gebracht.
Der Mensch, dem ich damals mein Herz geschenkt habe, hat sich endgültig disqualifiziert.
Die Gewissheit, dass ich entzaubern und neu erschaffen kann, tut unglaublich gut.
Ich habe Anne Clark gehört und gesehen. Sie ist präsent. Sie zappelt nicht, sie hat keine spektakuläre Show. Sie hält ein Mikrofon in der Hand und lebt, was sie tut.
Ich werde sehr, sehr dankbar sein, wenn ich diese Form der Präsenz eines Tages leben kann.
Vergebliche Suche
bummle durch Welten,
finde Dich nicht.
Dein Sternenhimmel
bleibt mir fern,
kleiner Prinz.
22 November 2010
Ferner Prinz
durch Welten bummeln,
mit Dir in
Zeiten reisen,
Sterne anhimmeln.
Doch Du bist fern,
bewohnst einen Stern,
den ich in meiner Welt nicht
finden kann.
21 November 2010
Vollmond. Mal wieder.
Ich habe eine Website über den Vollmond gefunden. Dort gibt es unglaublich schöne, mystische Bilder. Allerdings brauche ich für ein besonders schönes, mystisches Vollmondbild nur auf den Balkon oder in mein Schlafzimmer zu gehen; da ist es silbrig hell, und ich freue mich schon jetzt auf meinen Morgenlauf. Wenn es klar bleibt, wird mich der Mond begleiten.
Unvorstellbar, dass es gerade zwei Monate her ist, seit ich im Süden Kretas Mond geguckt habe, zusammen mit drei unglaublich netten Frauen aus Berlin, deren Literaturtipps jetzt fast genauso lange in meinem Regal darauf warten, dass sie gelesen werden.
Was genau will ich gerade? Mitteilen, dass ich da bin? Mich um die neuen Wörter des NaNoWriMo herumlügen? Ich muss jetzt 4.650 am Tag schreiben, wenn ich es noch schaffen will. Das wird ohne Vollmond schon recht schwierig. Aber man hat mich heute gefragt, wo die Kämpferin in mir abgeblieben ist. Deswegen werde ich sie morgen früh wecken, gleich nachdem mein innerer Werwolf mit blutverschmierter Schnauze ins Bett verschwunden ist.
Ihnen allen eine wunderschöne, mystische, erkenntnisreiche, verzauberte, helle und verträumte Vollmondnacht. Machen Sie Kinder, wenn irgend möglich!
Oder haben Sie Spaß, wenn Sie der Ansicht sind, dass die RentnerInnen schon irgendwie zurechtkommen werden...



Denn Verbrechen lohnt sich nicht... Oder so.
"Dieb fällt in Kirche Heiligenfigur auf den Kopf
Einem Dieb in der St. Benno Kirche (München) ist die Statue des heiligen Antonius auf den Kopf gefallen. Er wollte den Opferstock klauen.
In einer Münchner Kirche ist ein Dieb durch eine umfallende Heiligenstatue verletzt worden.
Als der Mann versuchte, einen Opferstock aufzubrechen, sei ihm die Statue auf den Kopf gefallen, teilte die Polizei mit. Der Mann erlitt bei dem Vorfall eine Platzwunde und ließ vom Opferstock ab.
Die fast lebensgroße Statue des heiligen Antonius stand auf einem hölzernen Sockel, an dem der Opferstock angebracht war, wie der Pfarrer der St. Benno Kirche, Ludwig Sperrer, auf Anfrage berichtete. Vermutlich sei der Heilige umgefallen, als sich der erfolglose Dieb am Opferstock zu schaffen machte. „Der wollte das partout nicht hergeben“, sagte Sperrer mit einem Augenzwinkern. Peter Beck von der Münchner Polizei erklärte den Vorfall weltlicher: „Kleine Sünden bestraft das Leben.“ (Welt Online vom 21.11.10)
Bemerkenswert am zitierten Artikel ist jedoch die unten stehende Anzeige:
Buch-Tipp Anzeige
Portofrei bestellen: Das Christentum - Was man wirklich wissen sollteEines sollte man auf jeden Fall wissen: Klaue niemals einen Opferstock, wenn Du nicht einen Heiligen auf Deinem Kopf haben willst!
18 November 2010
These 1: Navis machen doof.
Beweis:
Dichter Nebel und Navi-Fehler: Auto fährt in den Rhein
zuletzt aktualisiert: 18.11.2010 - 02:30Köln (deli). Ein 61 Jahre alter Autofahrer aus Mettmann hat am Dienstag Abend bei dichtem Nebel Warnschilder übersehen und ist direkt in den Rhein gefahren. Laut Polizei könnte das Navigationsgerät den Fahrer falsch geführt haben. Der Mann gelangte aus eigener Kraft an Land. Sein 36-jähriger Beifahrer konnte sich nur auf das Autodach retten. Dort rief er um Hilfe. Ein 51-jähriger Radfahrer zog ihn aus dem Wasser. Die Drei wurden mit Unterkühlungen in Krankenhäuser gebracht. Das Auto wurde rund 40 Meter in den Rhein getrieben und liegt dort in sechs Metern Tiefe. Wegen starker Strömung kann es erst heute geborgen werden.
16 November 2010
5.476 Wörter
Es ist 23.03 Uhr, einer meiner Wecker wird um 3.59 Uhr "Tripping" singen, der andere um 4.03 Uhr unartikulierte Dschungelgeräusche von sich geben, und für 4.15 Uhr habe ich eine Weck-SMS bestellt. Und jetzt, ausgerechnet jetzt, findet dieses Miststück von Muse, dass es eine gute Zeit für ausgiebiges Knutschen sei!
Jetzt, da ich mich doch in geistigen Winterschlaf begeben, Bär, Murmeltier, Feldhamster sein will, um meinen Lebensstil meiner Gestalt anzupassen, muss diese dämliche Kuh sich melden! ICH habe sie nicht bestellt, ich nicht!
Das letzte Wochenende, für das ich mindestens 25.000 Wörter geplant hatte, ist im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser gefallen. Nein, das ist keine Entschuldigung! Ich musste in die Sauna, sehr viel schlafen, ein bisschen putzen und viel lesen. Da hat frau keine Zeit und keinen Kopf für den ersten Roman dieses Genres!
Egal, als perfekt strukturierter (und gleichzeitig extrem inkonsequenter) Mensch bin ich mir natürlich der Tatsache bewusst, dass der Arbeitsaufwand täglich größer wird. Hätte ich ab dem 01.11. ordnungsgemäß mein geplantes Pensum abgearbeitet, ich hätte pro Tag 1.666,66 Wörter schreiben müssen. Das ist machbar. Vor allem, wenn frau um 4.00 Uhr aufsteht. Jetzt, wir schreiben den 16.11., ich habe die wahnwitzige Menge von 5.476 Wörtern abgesondert, bleiben mir noch 14 Tage mit 3.180,92 Wörtern. Das ist so ziemlich das Doppelte. Allein die Zahl macht mich müde. Und wie soll eine Schriftstellerin im Halbschlaf einen ordnungsgemäßen Roman schreiben? Noch dazu, wenn es sich um ein Genre handelt, dass ein hohes Maß an Wachheit und Inspiration erfordert?
Helfen Sie mir!!!
Gedicht aus 3 Wörtern
Dem Rhesusaffen wird es schlecht,
weil er gerade eben
missbraucht wurde als Stiefelknecht.
Er muss sich übergeben.
Beim Treffen mit der Äffin
Ließ er sich nicht covern,
Kaum trat er ein, da griff sie ihn
Das machte ihn erschauern.
Sie schüttelt ihn in wildem Tanz,
Er kann sich nicht mehr wehren.
Sein Kreischen voller Dissonanz,
kann’s ganze Rudel hören.
Doch er entkommt, es ist ein Wunder!
Rennt durch den Wald wie angestochen,
Bekommt zuhaus‘ von Mama Zunder,
als hätte er all das verbrochen.
Und die Moral von der Geschicht‘:
Trau keiner Rhesusäffin nicht!
15 November 2010
Irgendein Ratgeber rät: "Halten Sie drauf, sonst bleiben Sie auf dem Schaden sitzen!"
Da steht vollkaskoversichertes Kfz gegen pelztragendes Leben. Keine Lobby. Niemand zahlt den Schaden.
Halten Sie drauf, ist nur ein Tier!
Kreuzung
zerschmettert.
Warst nicht wichtig für den,
der Dich tötete.
Ein nutzloses Fellbündel,
warst Du,
nichts weiter.
Er hat sein Auto
gesäubert.
Dein Leben klebt nicht mehr
am Lack.
Spurlos.
10 November 2010
Fluchtversuche.
die Federn im Eis
festgefroren.
Fliegen wolltest Du
zu neuen Ufern,
doch
die Umstände liessen Dich nicht los.
Zerschmetterte Träume auf Schnee.
09 November 2010
Der Kraftprotz und das kleine Mobile
Denken Sie sich einmal in die Fitnesshalle für alle. Es ist Montagabend und damit Kampfhahnauflauf. Sie stolpern über Hanteln und Gewichte, die von den Herren nicht weggeräumt werden konnten, weil die sich beim Vergleich ihres Bizepsumfangs so verausgabt haben, dass die Kraft nicht mehr reicht. Außerdem macht das zuhause ja auch immer Mamma.
Mann schleicht panthergleich umeinander, mit maschinengewehrartig abgeschossenen Blicken aus halbgeschlossenen Augen wird die Umgebung gescannt: Feind in Sicht? Säbelzahntiger? Mammut auf Toast? Irgendwelche blonden Hasen, die freiwillig hinter ihrem Held her trotten und ihm das durchgeschwitzte Handtuch halten?
Zwischendurch wirft mann sich auf die Hantelbank, stemmt die Gewichte unter lautem Stöhnen und mit schmerzverzerrtem Gesicht drei- bis fünfmal in die Höhe, wirft sie beiseite (und den anderen Trainierenden mit niedrigerem Testosteronspiegel vor die Füße) und geht schnellen Schrittes auf und ab.
Dann ein blitzartiger Griff in die Trainingshosentasche: Das Smartphone hat gerülpst, gepiepst, gerappt. Spätestens jetzt sollten Sie ein wenig Mitleid für dieses arme, zierliche Mobiltelefon aufbringen, das aus der Tasche gerissen wird und in einer riesigen Männerpranke verschwindet. Gleichzeitig wird der dazugehörige Arm angewinkelt und ein wenig auf und ab bewegt, so dass die vor Neid erblassende Konkurrenz dem Spiel der Muskeln folgen kann. Allerdings hat das nicht nur mit dem Markieren des Reviers zu tun; die meisten der Herren können ihre Arme nur noch angewinkelt mit sich herumtragen, weil durch Pfusch im Training die Muskulatur derart verkürzt ist, dass automatisch die "Ich habe Rasierklingen unter den Achseln"-Haltung eingenommen wird.
Während des Telefonats wird ein Gesichtsausdruck aufgesetzt, der mich immer an die Mimik eines Bandenführers aus den Slums von Los Angeles erinnert, der gerade die Nachricht bekommt, dass sein Stellvertreter von den Bullen erschossen worden ist. In unserem Fall handelt es sich wahrscheinlich eher um Mamma oder blonden Hasen, die sich nach dem Verbleib des Helden erkundigen. Aber das wissen die Umstehenden ja nicht.
Ich trainiere gern mit geschlossenen Augen, weil ich sonst vor lauter Lachen die Gewichte fallen lassen würde. Aber manchmal lohnt sich ein schneller Blick in die Runde, auch wenn mit einem stattlichen Säbelzahntiger nicht zu rechnen ist.
07 November 2010
2064
Es regnet immer noch. Dabei hatte der Wetterbericht versprochen, dass es zwar kälter, aber schöner werden würde. Naja.
Hinter mir schläft meine Inspiration. (Nicht nur Dali hatte eine Muse, nur dass das mal klar ist!) Ich werde mich jetzt dazulegen.
06 November 2010
Ein Lebenszeichen
Gerade habe ich einen Bericht über Twitter und den dazugehörigen Nutzen gelesen. Es gäbe Menschen, die diese Plattform ausschließlich benutzen, um ihre WählerInnen über den aktuellen Stand in Brüssel zu informieren. (Irgendsoein junger Politiker, dessen Namen ich umgehend vergessen habe, behauptet jedenfalls, das sei seine Intention.) Andere wiederum finden es wichtig, wenn die Welt erfährt, dass sie jetzt in den Garten gehen. Das sei zwar nicht politisch, aber schon auch eine Form, sein Selbst zu definieren, so der befragte Soziologe.
Da ich mein Selbst nicht über Twitter definieren kann, weil ich erstens mein Passwort und zweitens den dazugehörigen Namen getilgt habe und zweitens nicht über einen Garten verfüge, bin ich immer noch auf blogger.com angewiesen.
Und habe den kaum entschuldbaren Fehler gemacht, mehr als 10 Tage nichts von mir hören zu lassen.
Also: Hier bin ich! Nicht im Garten, sondern am Schreibtisch, wo ich gerade damit beginne, meinen diesjährigen NaNoWriMo-Roman zu schreiben.
Sie erinnern sich? 2008 habe ich sogar gewonnen und hatte außerdem ein solch spirituelles Schreiberlebnis, dass ich seitdem auf der Suche nach einer neuen Trance bin.
2009 wollte nichts so recht aus mir schreiben.
Dieses Jahr habe ich immerhin schon 772 Wörter von den für einen Gewinn nötigen 50.000 produziert. Damit liege ich mit 1571 Wörtern unter meinem täglich geplanten Durchschnittsoutput. Bin aber guter Hoffnung, dass es dieses Jahr wieder aus mir schreiben wird; das Sujet ist einfach zu verlockend!
Leider werde ich Sie nicht am Werden meines Romans beteiligen können, jedenfalls nicht in Form von Leseproben - das Sujet ist zu verrucht...
Stattdessen versichere und gelobe ich ab sofort Besserung und werde erstens regelmäßig über die Leiden einer Schriftstellerin mit Voll- und Teilzeitjob berichten und außerdem ernsthaft versuchen, meinen Twitter-Account wieder zu aktivieren. Dann wissen Sie wenigstens, wo ich gerade bin.