Da ist ein Gesicht
vor meinen Augen,
das ich nicht sehen will.
Fühlen könnte ich,
wenn ich wollte.
Aber ich will nicht.
Gefühle
stürzen
in
Schmerz.
Schmerz
kenne
ich
schon.
Brauche
keinen
neuen.
Frauen und Männer, Pinguine, Zeitgeschehen, Laufen und die Unmöglichkeit gelingender Kommunikation.
31 März 2010
30 März 2010
Warm war es heute,
es gab stellenweise blauen Himmel und Sonne.
Was haben Sie mit diesem Tag gemacht? Konnten Sie ihn genießen? Haben Sie gedacht: "Boah, ich habe die Nacht überlebt, jetzt werde ich jede Minute lieben!"
Haben Sie gerade etwas Zeit?
Dann gehen Sie doch einmal zum nächsten Spiegel, schauen Sie sich in die Augen (Nein, nicht auf Falten, Pickel oder sonstige Makel!) und nehmen Sie wahr, was Sie dort sehen.
Sehen Sie Augen voller Träume, sehen Sie Bilder, Lebensfreude?
Nein?
Schauen Sie noch einmal genau hin: In diesem Paar Augen, das Ihnen aus dem Spiegel entgegenschaut, können Sie Jugendträume, Spielerei, Luftschlösser, Leben, uneingeschränktes Vertrauen erkennen.
Denn genau das ist in Ihnen, wenn Sie Ihre Energie darauf verwenden, Schönes zu sehen statt zu verurteilen, was Sie nicht ändern können.
Genau über unseren Köpfen spielt Wetterleuchten.
Was könnte IN unseren Köpfen spielen, wenn wir unsere geheimen Gedanken die Welt gestalten ließen?
Was haben Sie mit diesem Tag gemacht? Konnten Sie ihn genießen? Haben Sie gedacht: "Boah, ich habe die Nacht überlebt, jetzt werde ich jede Minute lieben!"
Haben Sie gerade etwas Zeit?
Dann gehen Sie doch einmal zum nächsten Spiegel, schauen Sie sich in die Augen (Nein, nicht auf Falten, Pickel oder sonstige Makel!) und nehmen Sie wahr, was Sie dort sehen.
Sehen Sie Augen voller Träume, sehen Sie Bilder, Lebensfreude?
Nein?
Schauen Sie noch einmal genau hin: In diesem Paar Augen, das Ihnen aus dem Spiegel entgegenschaut, können Sie Jugendträume, Spielerei, Luftschlösser, Leben, uneingeschränktes Vertrauen erkennen.
Denn genau das ist in Ihnen, wenn Sie Ihre Energie darauf verwenden, Schönes zu sehen statt zu verurteilen, was Sie nicht ändern können.
Genau über unseren Köpfen spielt Wetterleuchten.
Was könnte IN unseren Köpfen spielen, wenn wir unsere geheimen Gedanken die Welt gestalten ließen?
Es gewittert,
wetterleuchtet, hagelt, grummelt, donnert, lebt. Das Dachfenster der alten Dame von Gegenüber ist noch immer erleuchtet. Ich glaube, sie schläft so kurz wie ich.
Gerade prasselt es derartig laut auf mein Dachfenster, dass ich Elton John kaum noch hören kann.
Wenn ich nicht Sorge hätte, dass dieses Prasseln wieder für einen 10°-Temperatursturz gesorgt hat, würde ich mich auf die Straße stellen, die Arme ausbreiten und Naturgewalt genießen.
Das Donnern macht eine Vorstellung in meinem Kopf: Thor, der Donnergott, der mit seinem Hammer verzweifelt versucht, ein wunderschönes, selbstgezeichnetes Katzenbild an seine Wolke zu nageln.
Nein. Blödsinn. Es ist wahrscheinlich so: 2012 ist nahe. Weltuntergang. Wir werden nicht erfrieren, sondern ertrinken. Poseidon war's.
Oder ist alles ganz anders, und wir haben den Donner gemacht? Den Regen? Die zerstörerischen Gewalten?
Wie auch immer: Ich habe das Gefühl, genau diesen Gewalten sehr, sehr nahe zu sein.
Was könnte ich mehr wollen?
Gerade prasselt es derartig laut auf mein Dachfenster, dass ich Elton John kaum noch hören kann.
Wenn ich nicht Sorge hätte, dass dieses Prasseln wieder für einen 10°-Temperatursturz gesorgt hat, würde ich mich auf die Straße stellen, die Arme ausbreiten und Naturgewalt genießen.
Das Donnern macht eine Vorstellung in meinem Kopf: Thor, der Donnergott, der mit seinem Hammer verzweifelt versucht, ein wunderschönes, selbstgezeichnetes Katzenbild an seine Wolke zu nageln.
Nein. Blödsinn. Es ist wahrscheinlich so: 2012 ist nahe. Weltuntergang. Wir werden nicht erfrieren, sondern ertrinken. Poseidon war's.
Oder ist alles ganz anders, und wir haben den Donner gemacht? Den Regen? Die zerstörerischen Gewalten?
Wie auch immer: Ich habe das Gefühl, genau diesen Gewalten sehr, sehr nahe zu sein.
Was könnte ich mehr wollen?
Gedichte aus Wörtern
... sind ja etwas völlig Normales. Wörter sind schließlich erfunden worden, um daraus schöne Texte zu bauen. Gerichtsshows auf RTL und SAT I kamen erst später, auch wenn die dort bevorzugt verwendeten Grunzlaute wieder etwas Historisches haben.
Ich schweife ab.
Habe letzte Woche gespielt: Ich gebe Dir Wörter, und Du machst daraus ein Gedicht. Die Ergebnisse können Sie jetzt nachlesen und dürfen gern raten, welches die vorgegebenen Wörter waren.
Ich helfe Ihnen auch: Beim einen waren es sechs, beim anderen nur drei.
Ich schweife ab.
Habe letzte Woche gespielt: Ich gebe Dir Wörter, und Du machst daraus ein Gedicht. Die Ergebnisse können Sie jetzt nachlesen und dürfen gern raten, welches die vorgegebenen Wörter waren.
Ich helfe Ihnen auch: Beim einen waren es sechs, beim anderen nur drei.
Silberhochzeit
Das Eigenheim
war mir längst
zum Gefängnis geworden,
nur unterbrochen durch
die Gartensaison
und
Tango-Argentino im
Volkshochschulwochenendkurs.
Der mir nichts einbrachte
als
einen Muskelfaserriss,
obwohl
Fremdknutschen
meine Lust
hätte
wecken
sollen.
war mir längst
zum Gefängnis geworden,
nur unterbrochen durch
die Gartensaison
und
Tango-Argentino im
Volkshochschulwochenendkurs.
Der mir nichts einbrachte
als
einen Muskelfaserriss,
obwohl
Fremdknutschen
meine Lust
hätte
wecken
sollen.
Liebe, unbekömmlich
Deine Lippen kosen
meinen Hals,
Zähne spielen an
meiner Brust.
Ich schließe meine Augen,
genieße die Gänsehaut,
auf den Armen,
wohlwissend,
dass ich sterben werde.
Kannibalisch
sind Deine Gelüste;
und obwohl Du mich mit Blumen
zu beruhigen versuchst,
kann ich den Rosenduft
nicht riechen.
Liebst Du mich?
meinen Hals,
Zähne spielen an
meiner Brust.
Ich schließe meine Augen,
genieße die Gänsehaut,
auf den Armen,
wohlwissend,
dass ich sterben werde.
Kannibalisch
sind Deine Gelüste;
und obwohl Du mich mit Blumen
zu beruhigen versuchst,
kann ich den Rosenduft
nicht riechen.
Liebst Du mich?
23 März 2010
Muss ich schon ins Bett???
Ein Kollege erklärte kürzlich, er sei statt gegen 8.30 Uhr schon um kurz nach 7.00 Uhr erwacht und befürchte nun, unter seniler Bettflucht zu leiden.
Wenn das allerdings schon unter diese Kategorie fällt, hätte ich bitte gern einen der frisch und staatlich geprüften Demenzbegleiter. Es ist fast Mitternacht, ich bin kein bisschen müde, mein Wecker klingelt um 4.00 Uhr, und ich werde wahrscheinlich eine Viertelstunde früher wach sein. Dann wöltere ich mich anstandshalber noch ein wenig hin und her (Man kann ja nicht nach knapp vier Stunden Schlaf sooo wach sein.) und springe aus dem Bett.
Das habe ich heute auch getan. Und war der festen Überzeugung, dass ich irgendwann im Laufe des Abends stumpf umfallen werde.
Aber ich sitze immer noch. Lese Guasas geniale Erkenntnisse über Verblödungsgrade, geteilte Züge und Abi 2010 (Guckst Du hier: http://ineinemzug.blogspot.com) und bin erschreckend wach.
Gegenüber bei der alten Dame (die garantiert unter seniler Bettflucht leidet) ist auch immer noch Licht. Wenn ich morgen früh in die Muskelbude fahre, wird sie die bereits ausgelesene Tageszeitung den Nachbarn zur Rechten in den Briefkasten werfen.
Was übrigens an fast jedem Morgen der Arbeitswoche zu minutiös geplanten Ausweichmanövern meinerseits führt; die Gute schleppt die Zeitung nämlich jedesmal zur gleichen Zeit herum wie ich mich zum Auto.
Gestern hat mir jemand erklärt, er brauche jede Nacht neun Stunden Schlaf. NEUN STUNDEN!!! Wann trainiert der bloß? Wann bereitet er seine Mahlzeiten vor, und wann beantwortet er seine E-Mails???
Bin immer noch nicht müde. Aber bei weniger als vier Stunden Schlaf gibt's Falten. Und gesund sei es auch nicht, sagen langschlafende Experten.
Gute Nacht allerseits!
Wenn das allerdings schon unter diese Kategorie fällt, hätte ich bitte gern einen der frisch und staatlich geprüften Demenzbegleiter. Es ist fast Mitternacht, ich bin kein bisschen müde, mein Wecker klingelt um 4.00 Uhr, und ich werde wahrscheinlich eine Viertelstunde früher wach sein. Dann wöltere ich mich anstandshalber noch ein wenig hin und her (Man kann ja nicht nach knapp vier Stunden Schlaf sooo wach sein.) und springe aus dem Bett.
Das habe ich heute auch getan. Und war der festen Überzeugung, dass ich irgendwann im Laufe des Abends stumpf umfallen werde.
Aber ich sitze immer noch. Lese Guasas geniale Erkenntnisse über Verblödungsgrade, geteilte Züge und Abi 2010 (Guckst Du hier: http://ineinemzug.blogspot.com) und bin erschreckend wach.
Gegenüber bei der alten Dame (die garantiert unter seniler Bettflucht leidet) ist auch immer noch Licht. Wenn ich morgen früh in die Muskelbude fahre, wird sie die bereits ausgelesene Tageszeitung den Nachbarn zur Rechten in den Briefkasten werfen.
Was übrigens an fast jedem Morgen der Arbeitswoche zu minutiös geplanten Ausweichmanövern meinerseits führt; die Gute schleppt die Zeitung nämlich jedesmal zur gleichen Zeit herum wie ich mich zum Auto.
Gestern hat mir jemand erklärt, er brauche jede Nacht neun Stunden Schlaf. NEUN STUNDEN!!! Wann trainiert der bloß? Wann bereitet er seine Mahlzeiten vor, und wann beantwortet er seine E-Mails???
Bin immer noch nicht müde. Aber bei weniger als vier Stunden Schlaf gibt's Falten. Und gesund sei es auch nicht, sagen langschlafende Experten.
Gute Nacht allerseits!
Gespenster
Manchmal führt iTunes ein Eigenleben. Es versteckt Titel, von denen ich sicher war, sie gespeichert zu haben, unter anderem Namen in falschen Rubriken. Und manchmal speichert es heimlich Aufnahmen, von denen ich überhaupt nicht wusste, dass ich sie jemals gemacht habe und wenn doch, mich zumindest nicht erinnern kann, wann, warum, wie und in welcher Trance.
Während ich also vorhin meine Mediathek durchgeflöht, das eine gelöscht und das andere umsortiert habe, sprang mich auf einmal eine Stimme an. "Oh, Du hast einen neuen Anrufbeantwortertext! Schön! Kuss. Hab Dich lieb."
Bei einem Blick in mein Gehirn hätten Sie fünf freischwebende, fettgedruckte Fragezeichen über weiblichem Gehirn im Schleudergang entdeckt. Natürlich kannte ich die Stimme - aber wie, in Dreiteufelsundallihrerfreundenamen kam sie in mein Laptop? Ich habe sie da garantiert nicht hingezaubert! Ich wollte diese Stimme nämlich nie wieder hören.
Glücklicherweise bin ich erstens ein recht pragmatischer und zweitens ein zwanghaft strukturierter Mensch. Also habe ich die nicht unter "Pop, Easy Listening oder Heavy Metal" einsortierbare Botschaft kurzerhand dem Papierkorb übergeben. Den ich selbstverständlich und unwiederbringlich leeren werde, bevor ich die Kiste ausschalte.
Während ich also vorhin meine Mediathek durchgeflöht, das eine gelöscht und das andere umsortiert habe, sprang mich auf einmal eine Stimme an. "Oh, Du hast einen neuen Anrufbeantwortertext! Schön! Kuss. Hab Dich lieb."
Bei einem Blick in mein Gehirn hätten Sie fünf freischwebende, fettgedruckte Fragezeichen über weiblichem Gehirn im Schleudergang entdeckt. Natürlich kannte ich die Stimme - aber wie, in Dreiteufelsundallihrerfreundenamen kam sie in mein Laptop? Ich habe sie da garantiert nicht hingezaubert! Ich wollte diese Stimme nämlich nie wieder hören.
Glücklicherweise bin ich erstens ein recht pragmatischer und zweitens ein zwanghaft strukturierter Mensch. Also habe ich die nicht unter "Pop, Easy Listening oder Heavy Metal" einsortierbare Botschaft kurzerhand dem Papierkorb übergeben. Den ich selbstverständlich und unwiederbringlich leeren werde, bevor ich die Kiste ausschalte.
21 März 2010
Lebensgeschenke
Zum heutigen Tag, nein, dem vergangenen Wochenende gibt es (Ich wollte zählen, aber das geht gerade nicht.) einige Dinge zu sagen:
Ich kann nicht in einer vom von mir erstellten Trainingsplan vorgegebenen Pulsfrequenz laufen, wenn es Menschen gibt, die schneller sein könnten als ich. Dann ist mir nämlich der optimale Trainingspuls sowas von scheißegal; ich will nur noch überholen bzw. nicht überholt werden und dabei möglichst gut aussehen. (Das war ein Outing. Allerdings würde ich nicht wovereitlike sagen: "Und das ist auch gut so!", sondern guapalike zugeben, dass ich eben nicht anders kann.)
Das war das Eine. Und das hat gemacht, dass ich recht flott unterwegs war - mit guten Haltungsnoten...
Das Andere, nämlich der Ehrgeiz, meinen Trainingsplan zumindest ansatzweise einzuhalten, hat dazu geführt, dass ich die genialen Goretex-Klamotten, die mir mein Niemalslieblingsex geschenkt hat, auf Herz und Wasserfestigkeit testen konnte. Draußen waren sie pitschnass, aber drinnen habe ich nur leise vor mich hin geschwitzt. Das sollte zwei- bis dreihundert Euro wert sein, finde ich. Und kaufe in tiefer Dankbarkeit für dieses Geschenk trotzdem weiter den Billigkram der Ahlbrecht-Brüder.
Dann war da noch die Gesamtquintessenz dieses Wochenendes: Boah, ey! (Mehr brauchen Sie eigentlich nicht zu wissen - Sie können es möglicherweise gerade fühlen.)
Ich habe Bilder geschenkt bekommen, einen nahezu unglaublichen Sonnenuntergang, und ich darf zusehen, wie frische eingepflanzte Samenkörner keimen.
Haben Sie sich schon einmal mit geschlossenen Augen fallen gelassen, im Vertrauen darauf, dass, egal, wer hinter Ihnen steht, Sie halten wird? Dann wissen Sie, dass das ein großartiges Gefühl ist. Liebe muss sich nicht auf nur einen oder wenige Menschen beziehen.
Liebe ist. Und vielleicht ist sie gerade ein frischerblühtes Schneeglöckchen. Oder der kleine Bach, der aufgrund der Schneeschmelze einmal im Jahr zum Fluss wird.
Für mich ist Liebe heute ein Geschenk. Ich nehme es mit weit ausgebreiteten Armen und einem Lächeln an. Und sage dem Leben: "Danke für diesen Tag!"
Ich kann nicht in einer vom von mir erstellten Trainingsplan vorgegebenen Pulsfrequenz laufen, wenn es Menschen gibt, die schneller sein könnten als ich. Dann ist mir nämlich der optimale Trainingspuls sowas von scheißegal; ich will nur noch überholen bzw. nicht überholt werden und dabei möglichst gut aussehen. (Das war ein Outing. Allerdings würde ich nicht wovereitlike sagen: "Und das ist auch gut so!", sondern guapalike zugeben, dass ich eben nicht anders kann.)
Das war das Eine. Und das hat gemacht, dass ich recht flott unterwegs war - mit guten Haltungsnoten...
Das Andere, nämlich der Ehrgeiz, meinen Trainingsplan zumindest ansatzweise einzuhalten, hat dazu geführt, dass ich die genialen Goretex-Klamotten, die mir mein Niemalslieblingsex geschenkt hat, auf Herz und Wasserfestigkeit testen konnte. Draußen waren sie pitschnass, aber drinnen habe ich nur leise vor mich hin geschwitzt. Das sollte zwei- bis dreihundert Euro wert sein, finde ich. Und kaufe in tiefer Dankbarkeit für dieses Geschenk trotzdem weiter den Billigkram der Ahlbrecht-Brüder.
Dann war da noch die Gesamtquintessenz dieses Wochenendes: Boah, ey! (Mehr brauchen Sie eigentlich nicht zu wissen - Sie können es möglicherweise gerade fühlen.)
Ich habe Bilder geschenkt bekommen, einen nahezu unglaublichen Sonnenuntergang, und ich darf zusehen, wie frische eingepflanzte Samenkörner keimen.
Haben Sie sich schon einmal mit geschlossenen Augen fallen gelassen, im Vertrauen darauf, dass, egal, wer hinter Ihnen steht, Sie halten wird? Dann wissen Sie, dass das ein großartiges Gefühl ist. Liebe muss sich nicht auf nur einen oder wenige Menschen beziehen.
Liebe ist. Und vielleicht ist sie gerade ein frischerblühtes Schneeglöckchen. Oder der kleine Bach, der aufgrund der Schneeschmelze einmal im Jahr zum Fluss wird.
Für mich ist Liebe heute ein Geschenk. Ich nehme es mit weit ausgebreiteten Armen und einem Lächeln an. Und sage dem Leben: "Danke für diesen Tag!"
20 März 2010
m. glutaeus maximus und der Anhang
Heute führte mich meine Rennerei um den Hannoveraner Maschsee. Ganz davon abgesehen, dass die Gesänge der von einem unvorstellbaren Optimismus beseelten Fans des dazugehörigen Fußballclubs bis zum Marriott zu hören waren, hatten größere Teile der Eingeborenen beschlossen, diesen Fastschonfrühlingsanfangstag zu einem Spaziergang zu nutzen.
Ich nutzte die Mittagspause zum Laufen. Und - zwangsweise - zum Studium der menschlichen Anatomie. Wobei das Ergebnis für mich persönlich durchaus POsitiv zu bewerten ist. Im Nachhinein.
Während ich mir also die Seele aus dem Leib rannte (Das tue ich immer, wenn Schnellere mich überholen und ich meinerseits die Langsameren weit hinter mir lassen kann.), besichtigte ich Glutaei maximi. (Ich hatte mal Latein und hoffe, dass meine Mehrzahlbildung korrekt ist. Wenn nicht, müsste ich mangels anatomisch korrekter Alternativen "Ärsche" sagen.)
Wie auch immer. Da gab es flache, breite, fette, trainierte (die ich leider immer nur kurz gesehen habe, weil sie schneller waren als ich), zur Ruhe gesetzte und frühzeitig gealterte. Die Quintessenz war jedenfalls deprimierend, und ich frage mich, was im Kopf eines Menschen vor sich geht, der seinen Hintern derartig vernachlässigt.
Sicher, an der Form können wir nur wenig ändern. Aber immerhin könnten wir doch das, was die Natur uns geschenkt hat, in Schuss halten, statt die Umwelt mit so einem breitgesessenen Exemplar in zu engen Hosen zu belästigen!
Andererseits... Hätte ich nicht all diese suboptimal entwickelten Ärsche gesehen, würde ich mich über meinen möglicherweise weniger freuen.
Irgendwie ist alles zu irgendetwas gut.
Ich nutzte die Mittagspause zum Laufen. Und - zwangsweise - zum Studium der menschlichen Anatomie. Wobei das Ergebnis für mich persönlich durchaus POsitiv zu bewerten ist. Im Nachhinein.
Während ich mir also die Seele aus dem Leib rannte (Das tue ich immer, wenn Schnellere mich überholen und ich meinerseits die Langsameren weit hinter mir lassen kann.), besichtigte ich Glutaei maximi. (Ich hatte mal Latein und hoffe, dass meine Mehrzahlbildung korrekt ist. Wenn nicht, müsste ich mangels anatomisch korrekter Alternativen "Ärsche" sagen.)
Wie auch immer. Da gab es flache, breite, fette, trainierte (die ich leider immer nur kurz gesehen habe, weil sie schneller waren als ich), zur Ruhe gesetzte und frühzeitig gealterte. Die Quintessenz war jedenfalls deprimierend, und ich frage mich, was im Kopf eines Menschen vor sich geht, der seinen Hintern derartig vernachlässigt.
Sicher, an der Form können wir nur wenig ändern. Aber immerhin könnten wir doch das, was die Natur uns geschenkt hat, in Schuss halten, statt die Umwelt mit so einem breitgesessenen Exemplar in zu engen Hosen zu belästigen!
Andererseits... Hätte ich nicht all diese suboptimal entwickelten Ärsche gesehen, würde ich mich über meinen möglicherweise weniger freuen.
Irgendwie ist alles zu irgendetwas gut.
Fallengelassen - Aufgefangen
Lasse mich fallen
in hilfreich
ausgebreitete Arme.
Warte auf den Aufprall.
Doch
die Arme
halten
mich.
in hilfreich
ausgebreitete Arme.
Warte auf den Aufprall.
Doch
die Arme
halten
mich.
17 März 2010
Fremder Liebster
Lass mich Deine Hände
auf meiner Haut
genießen.
Sag mir nicht,
wer Du bist.
Ich muss
Dich nicht kennen,
um Dich
zu spüren.
auf meiner Haut
genießen.
Sag mir nicht,
wer Du bist.
Ich muss
Dich nicht kennen,
um Dich
zu spüren.
Verschleppte alte Damen und unausgesetzt redende ältere Herren
... haben (glücklicherweise neben einem Frühmorgenlauf, der dadurch bedingten Endorphinausschüttung und dem ersten Kohlweißling der Saison) meinen Tag bestimmt.
Nach dem Laufen und dem täglichen Geschleiche zur Arbeit traten die Herren auf den Plan. Kennen Sie diese Geräusche, die jemand von sich gibt, der so tut, als würde er zuhören, in Wirklichkeit aber nur auf eine Pause im Satz wartet, um Sie zu unterbrechen? Reporter tun das gern. Die besagten Herren auch. Mittlerweile bin ich schwer traumatisiert und bräuchte eine mehrwöchige stationäre Therapie an einem sehr, sehr ruhigen Ort, um mich von den Folgen dieser speziellen Form der Kommunikation zu erholen.
Ich könnte sie heimlich umbringen. Aber möglicherweise würden sie nicht merken, dass sie tot sind, sondern einfach weiterreden. (Ich habe gerade das Bild eines halbverwesten Skeletts vor meinem inneren Auge. Die Kiefer klappern und klappern, und sämtliche Leichen auf dem Friedhof schreien: "Schnauze!")
Übrigens habe ich herausgefunden, dass man in einen Sambuca 4 Kaffeebohnen tun sollte. Das riecht beim Trinken unglaublich gut, und wenn das Glas auf wundersame Weise nach viel zu kurzer Zeit alle ist, kann man wenigstens die Bohnen verspeisen. Mehr wäre nicht mehr lecker, außerdem passt dann nicht mehr soviel Sambuca ins Glas, weniger wäre quasi nicht vorhanden. (Vergleichbar mit BH-Größe 70A.)
Gekrönt wurde der heutige Tag allerdings von meiner Mutter, die mir sehr plastisch beschrieb, wie ihr jemand mit Gewalt über die Straße helfen wollte.
Sie stand an der Hauptstraße, vor der Post, zwanzig Meter neben der Fußgängerampel und wartete auf eine Lücke im Verkehr. Auf einmal wurde sie gepackt, untergehakt und über die Straße geschleift. Bevor sie noch wusste, wie ihr geschah, stand sie auf der anderen Seite.
Die Helferin war eine junge Frau. Beim nächsten Mal wird sie wahrscheinlich etwas länger nachdenken oder vorher fragen, denn sie musste sich ausführlich anhören, dass man doch bitteschön fragen könne, bevor man wehrlose ältere Damen über Straßen zerrt. Es hätte doch sein können, dass die dort einfach nur stehen wollen! Und überhaupt! Sieht meine Mutter mit ihren zarten 87 Lebensjahren etwa hilfebedürftig aus? NEIN! Und wehe dem, der etwas anderes behauptet!
Alles in allem war der Tag schön. Frühling war auch.
Und wenn ich es gelernt habe, in der Bahnhofshalle einen Meter über dem Boden schwebend zu meditieren, werde ich auch unausgesetztes Reden in meiner näheren Umgebung ertragen können. Oder wissen, wie man jemanden spur- und tonlos verschwinden lässt.
Nach dem Laufen und dem täglichen Geschleiche zur Arbeit traten die Herren auf den Plan. Kennen Sie diese Geräusche, die jemand von sich gibt, der so tut, als würde er zuhören, in Wirklichkeit aber nur auf eine Pause im Satz wartet, um Sie zu unterbrechen? Reporter tun das gern. Die besagten Herren auch. Mittlerweile bin ich schwer traumatisiert und bräuchte eine mehrwöchige stationäre Therapie an einem sehr, sehr ruhigen Ort, um mich von den Folgen dieser speziellen Form der Kommunikation zu erholen.
Ich könnte sie heimlich umbringen. Aber möglicherweise würden sie nicht merken, dass sie tot sind, sondern einfach weiterreden. (Ich habe gerade das Bild eines halbverwesten Skeletts vor meinem inneren Auge. Die Kiefer klappern und klappern, und sämtliche Leichen auf dem Friedhof schreien: "Schnauze!")
Übrigens habe ich herausgefunden, dass man in einen Sambuca 4 Kaffeebohnen tun sollte. Das riecht beim Trinken unglaublich gut, und wenn das Glas auf wundersame Weise nach viel zu kurzer Zeit alle ist, kann man wenigstens die Bohnen verspeisen. Mehr wäre nicht mehr lecker, außerdem passt dann nicht mehr soviel Sambuca ins Glas, weniger wäre quasi nicht vorhanden. (Vergleichbar mit BH-Größe 70A.)
Gekrönt wurde der heutige Tag allerdings von meiner Mutter, die mir sehr plastisch beschrieb, wie ihr jemand mit Gewalt über die Straße helfen wollte.
Sie stand an der Hauptstraße, vor der Post, zwanzig Meter neben der Fußgängerampel und wartete auf eine Lücke im Verkehr. Auf einmal wurde sie gepackt, untergehakt und über die Straße geschleift. Bevor sie noch wusste, wie ihr geschah, stand sie auf der anderen Seite.
Die Helferin war eine junge Frau. Beim nächsten Mal wird sie wahrscheinlich etwas länger nachdenken oder vorher fragen, denn sie musste sich ausführlich anhören, dass man doch bitteschön fragen könne, bevor man wehrlose ältere Damen über Straßen zerrt. Es hätte doch sein können, dass die dort einfach nur stehen wollen! Und überhaupt! Sieht meine Mutter mit ihren zarten 87 Lebensjahren etwa hilfebedürftig aus? NEIN! Und wehe dem, der etwas anderes behauptet!
Alles in allem war der Tag schön. Frühling war auch.
Und wenn ich es gelernt habe, in der Bahnhofshalle einen Meter über dem Boden schwebend zu meditieren, werde ich auch unausgesetztes Reden in meiner näheren Umgebung ertragen können. Oder wissen, wie man jemanden spur- und tonlos verschwinden lässt.
16 März 2010
Zu spät...
Ich sollte längst im Bett liegen, im frischbezogenen, staubgewischten. Stattdessen probiere ich gerade aus, wieviele Kaffeebohnen in ein Glas Sambuco passen.
Viele. Örk.
Warum eigentlich ist das Bedürfnis nach fettigem Essen nie größer als nach einer durchgekotzten Nacht?
Warum die Sehnsucht nach Liebe nie drängender als nach Verlassenwordensein?
Warum die Putzwut nie wütender als nach einem Wolkenbruch?
Warum die Angst nie beißender als nach einer Liebeserklärung?
Warum die Kreativität nie sprudelnder als nach einer zu großen Menge Single Malt?
Viele. Örk.
Warum eigentlich ist das Bedürfnis nach fettigem Essen nie größer als nach einer durchgekotzten Nacht?
Warum die Sehnsucht nach Liebe nie drängender als nach Verlassenwordensein?
Warum die Putzwut nie wütender als nach einem Wolkenbruch?
Warum die Angst nie beißender als nach einer Liebeserklärung?
Warum die Kreativität nie sprudelnder als nach einer zu großen Menge Single Malt?
15 März 2010
Beste Freundin vs. Beziehung
Irgendwie treffen ja immer ähnliche Geschehnisse oder Gedanken aufeinander... Eine Frauen-Community (Ja, ich weiß, ist nicht Deutsch, mea maxima culpa!), in der darüber diskutiert wird, wie man die Liebe und das Interesse füreinander lebendig halten kann.
Ich habe ihnen geschrieben: "Gar nicht. Nehmt Euch eine große Wohnung, wohnt dort in trauter Gemeinschaft mit all Euren Anteilen, und lasst ihn ab und zu mal zum Frühstück vorbeikommen. Dann prickelt es bis zum Gehtnichtmehr. Lebt zusammen, und Ihr werdet an den Wollsocken des Couchpotatoes neben Euch ersticken, früher oder später."
Das war vor zwei Stunden. Gerade habe ich mit meiner besten Freundin telefoniert, die mir erklärt hat, wie schön es sei, wenn man zuhause erwartet wird.
Ich werde erwartet! Eine riesige Wohnung mit viel Raum zum Tanzen, eine Küche, die nicht aussieht wie ein Granatenwurfstand, weil nur ich darin koche, eine unglaublich große Badewanne (die ich durchaus hin und wieder mit Adonis zu teilen bereit bin) und die Musik, die ich mag, warten auf mich. Außerdem streit- und fernsehfreie, selbstbestimmte Abende und Nächte, in denen nur eine schnarcht: Ich. Glücklicherweise werde ich davon weder wach noch aggressiv.
Aber ganz davon abgesehen: Wer eine beste Freundin hat, genau so eine, wie ich seit inzwischen 30 Jahren (Hören Sie sofort auf zu rechnen!!!), muss nicht verliebt sein, und braucht schon überhaupt keinen Mitbewohner. Denn so eine Freundin ist mehr wert als 23784 Beziehungen. Sie ist da, wenn ich sie brauche. Sie mag mich auch, wenn ich Scheiße aussehe. Sie sagt, was sie über mich denkt. Sie hört sich an, was ich über sie denke. Sie ist nicht beleidigt, wenn ich nicht ans Telefon gehe. Ich bin es im umgekehrten Fall auch nicht.
Sie tanzt mit mir nach "Hotel California", sie empfiehlt mir den optimalen ... (Das geht Sie überhaupt nichts an!), ich darf ihren Schmelzkäse aufessen und ihre Couch bevölkern, wenn ich Nähe brauche.
Und sie hat einen großartigen Mann. Der auch immer will, dass ich mich verliebe.
Dabei bin ich verliebt: In ihre beiden Schäferhunde!
Ich habe ihnen geschrieben: "Gar nicht. Nehmt Euch eine große Wohnung, wohnt dort in trauter Gemeinschaft mit all Euren Anteilen, und lasst ihn ab und zu mal zum Frühstück vorbeikommen. Dann prickelt es bis zum Gehtnichtmehr. Lebt zusammen, und Ihr werdet an den Wollsocken des Couchpotatoes neben Euch ersticken, früher oder später."
Das war vor zwei Stunden. Gerade habe ich mit meiner besten Freundin telefoniert, die mir erklärt hat, wie schön es sei, wenn man zuhause erwartet wird.
Ich werde erwartet! Eine riesige Wohnung mit viel Raum zum Tanzen, eine Küche, die nicht aussieht wie ein Granatenwurfstand, weil nur ich darin koche, eine unglaublich große Badewanne (die ich durchaus hin und wieder mit Adonis zu teilen bereit bin) und die Musik, die ich mag, warten auf mich. Außerdem streit- und fernsehfreie, selbstbestimmte Abende und Nächte, in denen nur eine schnarcht: Ich. Glücklicherweise werde ich davon weder wach noch aggressiv.
Aber ganz davon abgesehen: Wer eine beste Freundin hat, genau so eine, wie ich seit inzwischen 30 Jahren (Hören Sie sofort auf zu rechnen!!!), muss nicht verliebt sein, und braucht schon überhaupt keinen Mitbewohner. Denn so eine Freundin ist mehr wert als 23784 Beziehungen. Sie ist da, wenn ich sie brauche. Sie mag mich auch, wenn ich Scheiße aussehe. Sie sagt, was sie über mich denkt. Sie hört sich an, was ich über sie denke. Sie ist nicht beleidigt, wenn ich nicht ans Telefon gehe. Ich bin es im umgekehrten Fall auch nicht.
Sie tanzt mit mir nach "Hotel California", sie empfiehlt mir den optimalen ... (Das geht Sie überhaupt nichts an!), ich darf ihren Schmelzkäse aufessen und ihre Couch bevölkern, wenn ich Nähe brauche.
Und sie hat einen großartigen Mann. Der auch immer will, dass ich mich verliebe.
Dabei bin ich verliebt: In ihre beiden Schäferhunde!
14 März 2010
Schweinehunde auf dem Vormarsch
Die letzte Woche stand unter dem Motto: "Kampf gegen die Schweinehundarmee". Meiner ist nämlich nicht mehr allein; er hat sich Unterstützung geholt in Form von Schneeschauern, Sturmtiefs, Himmelsgrau und Frühjahrsmüdigkeit. Moppel hat es auch geschafft, sich bei den Jungs einzureihen, obwohl er immer noch jeden Morgen neben mir auf der Waage steht.
Heute jedenfalls war Extrem-Couching angesagt. Immer, wenn der noch bewegliche Teil von mir fand, jetzt könnte man doch loslaufen, schob sich im Handumdrehen eine dicke Wolke vor die Sonne, der Regen begann wieder aufs Dachfenster zu prasseln, und die trotz Regenwand sichtbaren Bäume schwankten im Sturm.
Laufen? Ich? Heute? NÖ!
Erstens war ich gestern schon wieder auf einer Party (Einer meiner Anteile holt gerade entweder die Studienzeit nach oder hat eine sehrspätpubertäre Phase.) und habe den Weg ins Bett erst zu einer Zeit gefunden, zu der ich normalerweise aufstehe, zweitens hatte ich Rücken, und mit Rücken sollte man nicht laufen, sondern bewegungslos auf der Couch verharren und dabei Schwarzwälder-Kirsch-Eis aus der Familienpackung und Ovomaltine aus der Dose essen und drittens ist jetzt sowieso alles egal. Ich werde in absehbarer Zeit aussehen wie Bridget Jones in Teil 2, garantiert nicht die Disziplin von Renée Zellweger haben, die sich die angefressenen Kilos mittels Kohlsuppendiät schnellstmöglich wieder abgehungert hat und einsam und verlassen in meiner großen Küche bei der Zubereitung einer gesunden Mahlzeit platzen.
Der einzige Trost: Ich werde nicht von Schäferhunden angefressen werden. Ich wohne im ersten Stock, und meine Vermieter würden merken, wenn ich nicht mehr morgens um vier über ihnen randaliere.
Ein Lob habe ich mir allerdings gerade verdient: Einen so langen Text zu schreiben, um mich vor mir selbst zu rechtfertigen, obwohl ich das hätte für mich behalten können, um nicht bei meiner verehrten LeserInnenschaft als faule, fette Sau zu gelten, ist doch ein vorsichtiges Klopfen auf die verweichlichte Schulter wert. Immerhin wüssten Sie nicht, wie fett und faul ich bin, wenn ich Sie nicht informiert hätte!
In der aktuellen "Federwelt" gibt es gerade einen Artikel darüber, wie man so schreibt, dass die LeserInnen Lust haben, weiter zu lesen. Der letzte Absatz hat den Regeln in keiner Weise entsprochen. Entschuldigung!
Heute jedenfalls war Extrem-Couching angesagt. Immer, wenn der noch bewegliche Teil von mir fand, jetzt könnte man doch loslaufen, schob sich im Handumdrehen eine dicke Wolke vor die Sonne, der Regen begann wieder aufs Dachfenster zu prasseln, und die trotz Regenwand sichtbaren Bäume schwankten im Sturm.
Laufen? Ich? Heute? NÖ!
Erstens war ich gestern schon wieder auf einer Party (Einer meiner Anteile holt gerade entweder die Studienzeit nach oder hat eine sehrspätpubertäre Phase.) und habe den Weg ins Bett erst zu einer Zeit gefunden, zu der ich normalerweise aufstehe, zweitens hatte ich Rücken, und mit Rücken sollte man nicht laufen, sondern bewegungslos auf der Couch verharren und dabei Schwarzwälder-Kirsch-Eis aus der Familienpackung und Ovomaltine aus der Dose essen und drittens ist jetzt sowieso alles egal. Ich werde in absehbarer Zeit aussehen wie Bridget Jones in Teil 2, garantiert nicht die Disziplin von Renée Zellweger haben, die sich die angefressenen Kilos mittels Kohlsuppendiät schnellstmöglich wieder abgehungert hat und einsam und verlassen in meiner großen Küche bei der Zubereitung einer gesunden Mahlzeit platzen.
Der einzige Trost: Ich werde nicht von Schäferhunden angefressen werden. Ich wohne im ersten Stock, und meine Vermieter würden merken, wenn ich nicht mehr morgens um vier über ihnen randaliere.
Ein Lob habe ich mir allerdings gerade verdient: Einen so langen Text zu schreiben, um mich vor mir selbst zu rechtfertigen, obwohl ich das hätte für mich behalten können, um nicht bei meiner verehrten LeserInnenschaft als faule, fette Sau zu gelten, ist doch ein vorsichtiges Klopfen auf die verweichlichte Schulter wert. Immerhin wüssten Sie nicht, wie fett und faul ich bin, wenn ich Sie nicht informiert hätte!
In der aktuellen "Federwelt" gibt es gerade einen Artikel darüber, wie man so schreibt, dass die LeserInnen Lust haben, weiter zu lesen. Der letzte Absatz hat den Regeln in keiner Weise entsprochen. Entschuldigung!
11 März 2010
Elementare Höflichkeitsregeln - HÄ???
Da sind diese beiden Mädchen. ("Frau" mag ich das nicht nennen, weil nicht mit meinem Frauenbild kompatibel.) Sie betreten in der Regel die Umkleide, wenn ich gerade fertig geduscht habe. Sie sprechen nicht. Das unter älteren Menschen ab 30 übliche "Guten Tag!" oder "Guten Morgen!" beim Betreten eines Raumes, in dem sich andere Personen aufhalten, scheint ihnen unbekannt zu sein. Vielleicht sind sie auch so früh am Morgen noch nicht vernehmungsfähig.
Trotzdem frage ich mich, wie ein junger, scheinbar gesunder, recht gutaussehender und offensichtlich sportlicher Mensch so schlechte Laune haben kann. Was treibt diese Mädchen dazu, sich frühmorgens in einem Fitnessclub zu betätigen, wenn das - gemessen am Gesichtsausdruck - körperliches Unbehagen zu bereiten scheint? Erleben sie den Tag so, wie sie ihn begrüßen - als Ärgernis? Oder finden sie ganz im Gegenteil ihr Leben großartig, spannend und wunderschön, wollen es aber nicht um jeden Preis teilen?
Ich kann ihnen nicht in den Kopf sehen. Aber ich kann dankbar dafür sein, dass sie nicht meine Töchter sind, denn solch ein Gesicht am Frühstückstisch würde mich unweigerlich in eine tiefe Depression treiben.
Und ich kann dankbar sein dafür, dass ich bin, wer ich bin - und im Vergleich zu diesen unhöflichen, maulfaulen und schlechtgelaunten Gören bin ich ein echter Sonnenschein!
Trotzdem frage ich mich, wie ein junger, scheinbar gesunder, recht gutaussehender und offensichtlich sportlicher Mensch so schlechte Laune haben kann. Was treibt diese Mädchen dazu, sich frühmorgens in einem Fitnessclub zu betätigen, wenn das - gemessen am Gesichtsausdruck - körperliches Unbehagen zu bereiten scheint? Erleben sie den Tag so, wie sie ihn begrüßen - als Ärgernis? Oder finden sie ganz im Gegenteil ihr Leben großartig, spannend und wunderschön, wollen es aber nicht um jeden Preis teilen?
Ich kann ihnen nicht in den Kopf sehen. Aber ich kann dankbar dafür sein, dass sie nicht meine Töchter sind, denn solch ein Gesicht am Frühstückstisch würde mich unweigerlich in eine tiefe Depression treiben.
Und ich kann dankbar sein dafür, dass ich bin, wer ich bin - und im Vergleich zu diesen unhöflichen, maulfaulen und schlechtgelaunten Gören bin ich ein echter Sonnenschein!
10 März 2010
Wir machen alle Fehler
Einst
liebte ich Dich.
Wir wachsen
mit unseren
Erfahrungen.
Fehler?
Sind Erfahrungen
in aufgeklärten
Köpfen.
liebte ich Dich.
Wir wachsen
mit unseren
Erfahrungen.
Fehler?
Sind Erfahrungen
in aufgeklärten
Köpfen.
Bilder, aus Tönen entstanden
iTunes spielt per Zufallsgenerator diese Melodie, und sofort entstehen all die Bilder vor meinem inneren Auge. Ich sehe einen Balkon, überall Strandhafer, einen hölzernen Liegestuhl, bespannt mit Segeltuch, die Sonne scheint, es ist unglaublich warm, direkt vor mir wachsen die Türme des Entsorgungsbetriebes in den Himmel, unter mir sehe ich heruntergebrannte, in der Tageshitze geschmolzene Kerzen, einen noch größeren Balkon.
Die Wohngegend ist schlecht.
Balkon und Sommer sind wunderschön, inspirierend.
Ich höre IHN sagen: "Bei diesem Lied werde ich immer traurig."
Ich sehe mich weinen, scheinbar an seiner Seite.
Die Töne verklingen.
Das Bild verblasst.
Die Wohngegend ist schlecht.
Balkon und Sommer sind wunderschön, inspirierend.
Ich höre IHN sagen: "Bei diesem Lied werde ich immer traurig."
Ich sehe mich weinen, scheinbar an seiner Seite.
Die Töne verklingen.
Das Bild verblasst.
09 März 2010
Ich denke nur noch an das Eine...
... und sollte vielleicht entweder mein Blog umbenennen oder ein neues bauen. (Der Blog? Das Blog? The blog??? - Guasa, hilf!!!)
Also: Ich sollte das, was ich hier gerade schreibe, unter die Überschrift "Laufbemerkungen" stellen. Oder ganz neu anfangen unter dem Namen: "Die bekloppte Läuferin aus Whausen oder Gedanken, die niemand interessieren".
Ich bleibe einfach hier. Diese ganze Formatiererei würde mich zuviel Zeit kosten. Zeit, die ich zur Zubereitung kohlenhydratreicher, fettarmer und möglichst lange sättigender Müslis brauche, zum Rennen, Abtrainieren des Rettungsringes mittschiffs und für ausreichend Schlaf. Wenn Ihnen nicht gefällt, was ich beim Laufen gedanklich absondere, lesen Sie doch woanders weiter!
Außerdem denke ich auch an andere Dinge, wenn ich ehrlich bin. Daran zum Beispiel, dass mein leckerer Rotwein zur Neige geht und ich nur noch das teure, im Barrique-Fass (oder so) gereifte Zeugs habe, das ich mir aber für eine besondere Gelegenheit aufheben wollte. Häufiger wandern meine Gedanken auch in Richtung Feuerwehr - ich kann diese blöden Hanteln, die ich tragen muss, noch immer nicht länger als 50 Sekunden festhalten. (Werde das auch nicht näher erläutern, weil Sie mich sonst für vollkommen durchgeknallt halten. Was ich faktisch auch bin.) Ganz besonders bewegt mich die Frage, wann die alte Dame aus dem Nebenhaus schläft: Immer, wenn ich wach bin, ist bei ihr auch Licht. Das ist doch nicht normal!
An völlig andere Dinge denke ich auch. Dinge, die mir ein unglaublich breites Grinsen ins Gesicht zaubern. "Wölfisches Grinsen" nannte mein Physiotherapeut dieses freundliche Lächeln kürzlich.
Was mich lächeln macht? Der klare, schwarze Himmel über meinem Dachfenster mit all den vielen Sternbildern, die ich nicht kenne. Der quietschblaue Himmel heute nachmittag. Meine Mutter, die fast völlig freiwillig und trotz eines drohenden Friseurbesuches eine halbe Wagenladung Nudelsalat gemacht hat. Die kuhgefleckte Katze vom Sportplatz. Manchmal auch die Feuerwehr.
Nein, ich denke nicht nur an "Das Eine"! Unglaublich viel Leben tummelt sich in meinem Kopf, und höchstens die Hälfte davon ist von Laufen bestimmt.
Also: Ich sollte das, was ich hier gerade schreibe, unter die Überschrift "Laufbemerkungen" stellen. Oder ganz neu anfangen unter dem Namen: "Die bekloppte Läuferin aus Whausen oder Gedanken, die niemand interessieren".
Ich bleibe einfach hier. Diese ganze Formatiererei würde mich zuviel Zeit kosten. Zeit, die ich zur Zubereitung kohlenhydratreicher, fettarmer und möglichst lange sättigender Müslis brauche, zum Rennen, Abtrainieren des Rettungsringes mittschiffs und für ausreichend Schlaf. Wenn Ihnen nicht gefällt, was ich beim Laufen gedanklich absondere, lesen Sie doch woanders weiter!
Außerdem denke ich auch an andere Dinge, wenn ich ehrlich bin. Daran zum Beispiel, dass mein leckerer Rotwein zur Neige geht und ich nur noch das teure, im Barrique-Fass (oder so) gereifte Zeugs habe, das ich mir aber für eine besondere Gelegenheit aufheben wollte. Häufiger wandern meine Gedanken auch in Richtung Feuerwehr - ich kann diese blöden Hanteln, die ich tragen muss, noch immer nicht länger als 50 Sekunden festhalten. (Werde das auch nicht näher erläutern, weil Sie mich sonst für vollkommen durchgeknallt halten. Was ich faktisch auch bin.) Ganz besonders bewegt mich die Frage, wann die alte Dame aus dem Nebenhaus schläft: Immer, wenn ich wach bin, ist bei ihr auch Licht. Das ist doch nicht normal!
An völlig andere Dinge denke ich auch. Dinge, die mir ein unglaublich breites Grinsen ins Gesicht zaubern. "Wölfisches Grinsen" nannte mein Physiotherapeut dieses freundliche Lächeln kürzlich.
Was mich lächeln macht? Der klare, schwarze Himmel über meinem Dachfenster mit all den vielen Sternbildern, die ich nicht kenne. Der quietschblaue Himmel heute nachmittag. Meine Mutter, die fast völlig freiwillig und trotz eines drohenden Friseurbesuches eine halbe Wagenladung Nudelsalat gemacht hat. Die kuhgefleckte Katze vom Sportplatz. Manchmal auch die Feuerwehr.
Nein, ich denke nicht nur an "Das Eine"! Unglaublich viel Leben tummelt sich in meinem Kopf, und höchstens die Hälfte davon ist von Laufen bestimmt.
07 März 2010
Quälend langer Sonnenscheinlauf
Ich könnte mich kurz fassen: Mit diesen schweren Turnschuhen werde ich in Kassel höchstens den Bambini-Lauf durchhalten.
Aber ich fasse mich nicht kurz. Stattdessen erwartet Sie jetzt eine knapp 25 km lange Leidensgeschichte, die im strahlenden Sonnenschein eines Sonntagmorgens ihren Anfang nimmt.
4.30 Uhr: Ich muss dringend ins Bett. Will nachher laufen. Was für eine unglaublich nette Party!
(Schon klar - hier scheint die Sonne noch nicht. Na und? Sie bereitet sich darauf vor, das muss reichen.)
8.30 Uhr: Warum bin ich schon wach, und was macht diese Sonne in meinem Schlafzimmer?
8.40 Uhr: Kann nicht mehr schlafen, warum also nicht einen Milchkaffee mit viel Zucker im Bett?
8.50 Uhr: Habe ich Lust zu laufen?
8.51 Uhr: Ja. Aber ich weiß noch nicht, wie lange.
11.30 Uhr: Angeklötert mit wärmender und feuchtigkeitstransportierender Unterwäsche, den pinken Kompressionsstrümpfen (die jetzt natürlich niemand sieht), Mütze, Sonnenbrille, Trinkflasche, Handschuhen.
11.35 Uhr: Los geht's! Boah, ist die Sonne schön!
11.50, 12.07, 12.22, 12.50 Uhr: Quietschen. In die Sonne grinsen. Genießen. Laut mitsingen um den Preis mehrerer schwer traumatisierter Rennradfahrer. Immerhin sind sie nicht vor Schreck vom Rad gefallen. Und mir ist schon lange nichts mehr peinlich, was mit meinem Gesang zu tun hat. Nicht jeder hat die Fähigkeit, innerhalb kürzester Zeit einen sehr großen Raum evakuieren zu können.
12.15, 12.55, 13.40 Uhr: Pinkelpause. Was ist das lästig, diesen ganzen Kram erst herunterzupuhlen, dann wieder hochzuziehen und dabei weit genug oben zu balancieren, um nicht an einem vereisten Grashalm festzufrieren! Manchmal wünschte ich mir, ich wäre ein Kerl. (Falls es FreudianerInnen unter meinen LeserInnen gibt: Ja, es handelt sich hier eindeutig um punktuellen Penisneid!)
12.20 Uhr: Boah, was ist das hier steil! Die Landstraße war ja schon schlimm, aber warum haben die ihr Dorf mitten auf einem (so gefühlten) 8.000er gebaut?
12.30 Uhr: Bergrunter ist fein. Und wieso fährst Du blödes A... so dicht an mir vorbei? Ist eine harmlose Läuferin im Landkreis NOM Freiwild oder was?
12.35 Uhr: Noch so ein Idiot. Diesmal weiblich und nicht tiefergelegt, sondern mit der Situation überfordert. Ich muss mal.
12.45 Uhr: Ist das schön! Ich muss schon wieder laut schreien. Naja, eher juchzen. Dieser unglaublich blaue Himmel, der den Schnee zum Leuchten bringt. Und die Sonne im Gesicht ist schon richtig warm. Bestimmt kann ich bald in kurzen Hosen rennen. Ob ich wohl schon die Hälfte geschafft habe?
13.05 Uhr: Jetzt sollten es 15 km sein, vorausgesetzt, die fiesen Steigungen haben mich nicht völlig zurückgeworfen. Meine Turnschuhe sind irgendwie schwerer geworden. Ich muss schon wieder. Kein Baum weit und breit. Blöd. Mein Rücken beschwert sich. Ich ignoriere das.
13.20 Uhr: Boah, was ist diese Straße lang! Ist mir vorher nie so aufgefallen. Ich muss ganz dringend. Immer noch kein Baum. Und im Schnee kann man sich gar nicht gut verstecken.
13.40 Uhr: Hmmmm. Jetzt geht es mir besser. Naja, ist eigentlich gelogen. Ob ich linksrum abkürze?
13.42 Uhr: Nichts da! Hier wird nicht geweicheiert! Wer feiern kann, kann auch rennen. Also los!
13.55 Uhr: Durst. Trinken ist alle. Muss nicht. Turnschuhe sind noch schwerer geworden. Hose auch. Und die blöde Kappe drückt an den Ohren. Wieso habe ich jetzt auch noch Gegenwind?
14.07 Uhr: Aua.
14.15 Uhr: Wenn ich jetzt schon nicht mehr will, was mache ich bloß, wenn ich genau jetzt dann später noch ca. 20 km zu laufen habe?
14.20 Uhr: Ich HASSE Autofahrer!
14.30 Uhr: Gehpause. Aua. Großes Aua. Irgendwie überall. Bin ich eigentlich völlig bekloppt?
14.32 Uhr: Ich versuche es nochmal mit Laufen.
14.33 Uhr: AUA!!!
14.45 Uhr: Ich sehe das Dorf! Zuhause! Badewanne! Dies ist einer der wenigen Momente, in denen ich mir einen Kerl in meine Wohnung wünsche, vorausgesetzt, er wäre willens und in der Lage, alles zu massieren, was mir wehtut. Lange.
14.49 Uhr: Ich liebe dieses Dorf. Ich hasse meine Füße.
14.53 Uhr: AUA!!! Aber irgendwie trotzdem schön... In 10 Wochen müsste ich jetzt noch knappe 19 km weiterlaufen... Bin ich eigentlich völlig bekloppt???
Aber ich fasse mich nicht kurz. Stattdessen erwartet Sie jetzt eine knapp 25 km lange Leidensgeschichte, die im strahlenden Sonnenschein eines Sonntagmorgens ihren Anfang nimmt.
4.30 Uhr: Ich muss dringend ins Bett. Will nachher laufen. Was für eine unglaublich nette Party!
(Schon klar - hier scheint die Sonne noch nicht. Na und? Sie bereitet sich darauf vor, das muss reichen.)
8.30 Uhr: Warum bin ich schon wach, und was macht diese Sonne in meinem Schlafzimmer?
8.40 Uhr: Kann nicht mehr schlafen, warum also nicht einen Milchkaffee mit viel Zucker im Bett?
8.50 Uhr: Habe ich Lust zu laufen?
8.51 Uhr: Ja. Aber ich weiß noch nicht, wie lange.
11.30 Uhr: Angeklötert mit wärmender und feuchtigkeitstransportierender Unterwäsche, den pinken Kompressionsstrümpfen (die jetzt natürlich niemand sieht), Mütze, Sonnenbrille, Trinkflasche, Handschuhen.
11.35 Uhr: Los geht's! Boah, ist die Sonne schön!
11.50, 12.07, 12.22, 12.50 Uhr: Quietschen. In die Sonne grinsen. Genießen. Laut mitsingen um den Preis mehrerer schwer traumatisierter Rennradfahrer. Immerhin sind sie nicht vor Schreck vom Rad gefallen. Und mir ist schon lange nichts mehr peinlich, was mit meinem Gesang zu tun hat. Nicht jeder hat die Fähigkeit, innerhalb kürzester Zeit einen sehr großen Raum evakuieren zu können.
12.15, 12.55, 13.40 Uhr: Pinkelpause. Was ist das lästig, diesen ganzen Kram erst herunterzupuhlen, dann wieder hochzuziehen und dabei weit genug oben zu balancieren, um nicht an einem vereisten Grashalm festzufrieren! Manchmal wünschte ich mir, ich wäre ein Kerl. (Falls es FreudianerInnen unter meinen LeserInnen gibt: Ja, es handelt sich hier eindeutig um punktuellen Penisneid!)
12.20 Uhr: Boah, was ist das hier steil! Die Landstraße war ja schon schlimm, aber warum haben die ihr Dorf mitten auf einem (so gefühlten) 8.000er gebaut?
12.30 Uhr: Bergrunter ist fein. Und wieso fährst Du blödes A... so dicht an mir vorbei? Ist eine harmlose Läuferin im Landkreis NOM Freiwild oder was?
12.35 Uhr: Noch so ein Idiot. Diesmal weiblich und nicht tiefergelegt, sondern mit der Situation überfordert. Ich muss mal.
12.45 Uhr: Ist das schön! Ich muss schon wieder laut schreien. Naja, eher juchzen. Dieser unglaublich blaue Himmel, der den Schnee zum Leuchten bringt. Und die Sonne im Gesicht ist schon richtig warm. Bestimmt kann ich bald in kurzen Hosen rennen. Ob ich wohl schon die Hälfte geschafft habe?
13.05 Uhr: Jetzt sollten es 15 km sein, vorausgesetzt, die fiesen Steigungen haben mich nicht völlig zurückgeworfen. Meine Turnschuhe sind irgendwie schwerer geworden. Ich muss schon wieder. Kein Baum weit und breit. Blöd. Mein Rücken beschwert sich. Ich ignoriere das.
13.20 Uhr: Boah, was ist diese Straße lang! Ist mir vorher nie so aufgefallen. Ich muss ganz dringend. Immer noch kein Baum. Und im Schnee kann man sich gar nicht gut verstecken.
13.40 Uhr: Hmmmm. Jetzt geht es mir besser. Naja, ist eigentlich gelogen. Ob ich linksrum abkürze?
13.42 Uhr: Nichts da! Hier wird nicht geweicheiert! Wer feiern kann, kann auch rennen. Also los!
13.55 Uhr: Durst. Trinken ist alle. Muss nicht. Turnschuhe sind noch schwerer geworden. Hose auch. Und die blöde Kappe drückt an den Ohren. Wieso habe ich jetzt auch noch Gegenwind?
14.07 Uhr: Aua.
14.15 Uhr: Wenn ich jetzt schon nicht mehr will, was mache ich bloß, wenn ich genau jetzt dann später noch ca. 20 km zu laufen habe?
14.20 Uhr: Ich HASSE Autofahrer!
14.30 Uhr: Gehpause. Aua. Großes Aua. Irgendwie überall. Bin ich eigentlich völlig bekloppt?
14.32 Uhr: Ich versuche es nochmal mit Laufen.
14.33 Uhr: AUA!!!
14.45 Uhr: Ich sehe das Dorf! Zuhause! Badewanne! Dies ist einer der wenigen Momente, in denen ich mir einen Kerl in meine Wohnung wünsche, vorausgesetzt, er wäre willens und in der Lage, alles zu massieren, was mir wehtut. Lange.
14.49 Uhr: Ich liebe dieses Dorf. Ich hasse meine Füße.
14.53 Uhr: AUA!!! Aber irgendwie trotzdem schön... In 10 Wochen müsste ich jetzt noch knappe 19 km weiterlaufen... Bin ich eigentlich völlig bekloppt???
06 März 2010
Schneesturm Nr. 327
Früher habe ich unglaublich gern Jack London gelesen. Und habe immer die Bücher erwischt, in denen es Schneestürme oder Kälte gab. In so einem Buch bin ich heute auch gelaufen.
Auf dem Zettel standen 11,2 km Tempodauerlauf. Heißt: Schnell. Noch nicht so richtig rennen, aber schon schnell. So, als würde man um Kies- oder Maschsee rennen, mit Konkurrenz, Zuschauern und dem nötigen blinden Ehrgeiz, ganz nach der Devise: "Den krieg ich auch noch!"
Da es nachts angefangen hatte zu schneien, ich ausschlafen wollte und putzen und kochen und waschen, habe ich bis nachmittags gewartet. Aber immer, wenn ich aus dem Fenster geschaut habe, schneestürmte es.
Ein paar Minuten Ruhe nutzte ich dann zum Losrennen. Naja, rennen... Der Bürgersteig war a...glatt, die ersten paar Kilometer ging es irgendwie, aber die Straße, die seit Silvester fast ununterbrochen gesperrt war, wies tiefe Schneeverwehungen mit darunter verborgenem Glatteis auf.
Was habe ich geflucht!
Ja, das Leben will angenommen werden! Sehe ich alles ein. Aber kann das Leben mir nicht wenigstens schneefreie Straßen besorgen?
Ich habe jedenfalls geschimpft wie der berühmte Rohrspatz. Habe Leben, Wetter, Robert T. Betz und Petrus verflucht und laut "Sch...!!!" in den Sturm gebrüllt. War dem Sturm sch...egal. Den anderen auch, denke ich.
Nach 8 Kilometern fand ich, dass es eigentlich sowieso egal ist, zog meine zur Mütze umfunktionierte Sturmhaube vor mein Gesicht und zurrte die Kapuze fest. Interessanterweise spielte mein iPod "Gonna fly now" vom Rocky-Soundtrack. Also habe ich laut in den Schnee gebrüllt, habe dem Wettergott (Göttinnen sind mitgemeint.) erklärt, dass ich alles gut finde, was er gerade veranstaltet und um freie Wege gebeten.
Und mich nach 11,5 Kilometern, um einiges an Willenskraft und Leidensfähigkeit reicher und trotz Handschuhen mit so kalten Händen, dass ich den blöden Doppelknoten an meinem Trailrunningschuh nur mit viel Geschimpfe und Gekämpfe aufbekam, mit einem Kopfsprung in die Badewanne gestürzt.
Der Rest des Abends spielte sich dann in wohltemperierten Räumen ab. Aber das wollen Sie nicht wissen.
Auf dem Zettel standen 11,2 km Tempodauerlauf. Heißt: Schnell. Noch nicht so richtig rennen, aber schon schnell. So, als würde man um Kies- oder Maschsee rennen, mit Konkurrenz, Zuschauern und dem nötigen blinden Ehrgeiz, ganz nach der Devise: "Den krieg ich auch noch!"
Da es nachts angefangen hatte zu schneien, ich ausschlafen wollte und putzen und kochen und waschen, habe ich bis nachmittags gewartet. Aber immer, wenn ich aus dem Fenster geschaut habe, schneestürmte es.
Ein paar Minuten Ruhe nutzte ich dann zum Losrennen. Naja, rennen... Der Bürgersteig war a...glatt, die ersten paar Kilometer ging es irgendwie, aber die Straße, die seit Silvester fast ununterbrochen gesperrt war, wies tiefe Schneeverwehungen mit darunter verborgenem Glatteis auf.
Was habe ich geflucht!
Ja, das Leben will angenommen werden! Sehe ich alles ein. Aber kann das Leben mir nicht wenigstens schneefreie Straßen besorgen?
Ich habe jedenfalls geschimpft wie der berühmte Rohrspatz. Habe Leben, Wetter, Robert T. Betz und Petrus verflucht und laut "Sch...!!!" in den Sturm gebrüllt. War dem Sturm sch...egal. Den anderen auch, denke ich.
Nach 8 Kilometern fand ich, dass es eigentlich sowieso egal ist, zog meine zur Mütze umfunktionierte Sturmhaube vor mein Gesicht und zurrte die Kapuze fest. Interessanterweise spielte mein iPod "Gonna fly now" vom Rocky-Soundtrack. Also habe ich laut in den Schnee gebrüllt, habe dem Wettergott (Göttinnen sind mitgemeint.) erklärt, dass ich alles gut finde, was er gerade veranstaltet und um freie Wege gebeten.
Und mich nach 11,5 Kilometern, um einiges an Willenskraft und Leidensfähigkeit reicher und trotz Handschuhen mit so kalten Händen, dass ich den blöden Doppelknoten an meinem Trailrunningschuh nur mit viel Geschimpfe und Gekämpfe aufbekam, mit einem Kopfsprung in die Badewanne gestürzt.
Der Rest des Abends spielte sich dann in wohltemperierten Räumen ab. Aber das wollen Sie nicht wissen.
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