30 Mai 2010

Mairegen macht groß

Ja, von Rechts wegen ist der Mai ein Wonnemonat: Der Raps blüht, die Kirschen ebenfalls, es gibt Spargel, die ersten Erdbeeren, Salat aus dem eigenen Garten und blühendes Glück auf Balkon oder Terrasse.

Dieser Mai hat beschlossen, anders zu sein. Es regnet. Es ist kühl. Wer Fahrrad fahren möchte, tut das besser handschuhbewehrt. Sonne - Mangelware. Gefühlte Abwesenheit seit Oktober 2009.

Aber da sind hoch interessante Wolkengebilde am Himmel. Heute gab es sieben verschiedene Wetter. Es ist immer noch dämmerig. Die kürzeste Nacht des Jahres liegt noch immer vor uns; wir können uns noch immer darauf freuen.

Diesbezüglich hätte ich einen Wunsch: Ich würde diese Nacht gern mit einem geliebten Menschen durchwachen, den möglicherweise vollen Mond anheulen, zaubern, lieben, mich von meinem Gefühl an einen Baum fesseln lassen.

Ich lerne gerade Warten. Ruhen. Still sitzen. Das Gras beim Wachsen beobachten, obwohl es das von allein kann. Aber vielleicht wächst es schneller, wenn ich gucke.

(Lebens-) Erfahrung macht nicht zwingend geduldiger...

Regen

Manchmal regnet das Leben ja mittendrauf. Aller festsitzender Schmutz wird abgewaschen, weil der Regen und der Sturm sich verbündet haben.
Kurz darauf ist der Himmel möglicherweise noch immer nicht blau, aber klarer. Die Wolkenbilder sind deutlicher, zeigen Möglichkeiten statt der zuvor präsentierten Drachen und Schimären.

Blut wird zu Wasser, Regen zum Lebenselixier.

Und wenn es jetzt gelingt, in die Stille zu gehen, ergibt sich die einmalige Gelegenheit, der Symphonie des Lebens zuzuhören.

26 Mai 2010

Heimfahrt

Ich komme aus der Stadt. Rege mich über all die Schnarchtatzen auf, die mich am schnellen Heimweg zu hindern versuchen. Wo ich links abbiegen müsste, setze ich den Blinker rechts, wende ein paar Meter weiter und rase frohlockend an denjenigen vorbei, die im Straßenverkehr noch immer die elementaren Höflichkeitsregeln zu wahren versuchen. Oder die einfach zu blöd sind, ein wenig zu tricksen. Dankeschön!

Links die Shell-Tankstelle, die vor einiger Zeit den Tankwart wieder eingeführt hat. Kurz darauf rechts der riesige Plastikspargelbund, der maximal einen Tag steht und dann wieder in sich zusammenfällt. (Ich bewundere das Durchhaltevermögen und den Kampfgeist derjenigen, die dieses Ding immer wieder aufblasen.)

Landstraße, der Linksabbieger ist in Sicht. Ich setze den Blinker, freue mich schon jetzt auf den Anblick.

Im Dorf ist seit einiger Zeit Tempo 30 und Rechts vor Links, was mir an fast jedem Abend die Gelegenheit gibt, zu schauen. Da ist das Storchennest, das noch nie genutzt wurde, seit ich hier wohne, die Weide mit den beiden Pferden, Mutter und Tochter, links das Gestüt. Ich habe den alten Retriever, der sich immer selbst spazieren führt, seit dem Winter nicht mehr gesehen. Ob er überlebt hat?

Die Dorfstraße windet sich in Kurven. Es gibt ein neues Schild für den einzigen Kiosk, ein großes Schild, auf dem unter anderem "Coffee to go" steht, was ich bei jedem Schauen fehl am Platz finde.
Er ruft nicht an.
Dann, kurz darauf, der leere Platz, auf dem während des Winters der komplett zu Schrott gefahrene Audi stand. Wo mag die Autoleiche bestattet worden sein?
Von der Hauptstraße aus kann ich mein Schlafzimmerfenster sehen und bin etwas beschämt, weil ich es heute morgen zu eilig hatte, um die Gardinen etwas zu richten. Sieht unordentlich aus, irgendwie.

Egal.

Ich bin zuhause.

Blond...

bin ich nicht.
War ich auch nie, selbst wenn ich es war.
Blond ist nicht einfach nur eine Haarfarbe, es ist eine Lebenseinstellung. Bei näherer Überlegung allerdings nicht die der Blondine, sondern die des Blondinenliebhabers!
Blondinen haben Sex-Appeal.
Blondinen sind doof, können aber gut ...
Blondinen schauen zu IHM auf.
Blondinen sind eben ... blond.

Das sagt eine Menge aus über den Blondinenliebhaber, finde ich.
Ich bin mal kurz Kerl. (Früher konnte ich das gut, allerdings hatte ich da platinblonde und nur 2 mm kurze Haare und wurde vor der Damentoilette immer weiter gewunken; mal sehen, ob es mir mit langen BRAUNEN Haaren und als legitime Frauenclobesucherin auch noch gelingt.)

Bei Blondine denke ich an Pamela Anderson und ihre gemachten Busen. Ihre riesigen gemachten Busen. Gleich danach an die Schmolllippen. (Wie ging das noch gleich? Botox oder Fliegenkacke?)
Kurz danach fällt ein hilfloses, zartes, aber unglaublich gutaussehendes blondes Wesen in meine Arme (Ich bin immer noch ein Kerl.), haucht "Mir ist nicht gut.", ihre Lider flattern, und ich darf sie wiederbeleben. Selbstverständlich bedankt sie sich bei mir mit der Nummer meines Lebens.
Heidi Klum? Nein, zu erfolgreich.
Claudia Schiffer? Zu alt, zuviele Kinder.
Dolly Buster? Zu alt, zuviel Botox und/oder Fliegenkacke.

Bin jetzt wieder ich. Frauen und Männer sind irgendwie anders, egal auf welche Toilette sie gehen.

25 Mai 2010

Vor dem Vollmond ist während des Vollmonds, aber selten nach dem Vollmond.

Ein Blick zur Uhr sagt mir, dass ich, vorausgesetzt, ich falle auf der Stelle stumpf um und ins Bett, jetzt noch viereinhalb Stunden schlafen kann. Wiederum vorausgesetzt, ich halte den mir selbstverordneten Rhythmus ein. Wohlwissend, dass für alles, was mein Kopf nicht möchte, meine heissgeliebten und in letzter Zeit vielbesprochenen Bandscheiben sorgen werden. Danke dafür! (Man soll von Zeit zu Zeit mit seinem Körper sprechen und ihm Dankbarkeit für sein bisheriges reibungsloses Funktionieren zuteil werden lassen, sagt der von mir sehr geschätzte Herr Betz in einem seiner Vorträge. So geschehen.)
Aber... und Sie kennen das, wenn Sie halbwegs regelmäßig mitlesen: Ich bin kein Stück müde! Ganz im Gegenteil, je weiter die Zeiger Richtung Mitternacht galoppieren, desto wilder turnt mein Gehirn. Und mit einem saltoschlagenden Gehirn kann kein vernünftiger Mensch schlafen.
Also belästige ich Sie jetzt solange mit meinem Geschwafel, bis ich müde werde. (Der eine oder andere Schluck Rotwein könnte helfen.)

Vollmond. Anders ausgedrückt: Der Mond ist dabei, voll zu werden. Was mir erklärt, warum ich aussehe wie eine schwangere Kuh, die eine andere schwangere Kuh auf dem Rücken trägt. Mein Gewichtsrhythmus folgt nämlich dem des Mondes. Ich habe gestern überhaupt nicht viel gegessen (Eine große Portion Rührei mit Brot zum Frühstück, nachmittags ein paar Löffelchen Kakaopulver aus der Dose, abends eine große Portion Fisch mit Kartoffeln und Spargel. Und einen Liter Spargelwasser getrunken. Und Cola Light Koffeinfrei. Und noch zwei kleine Löffelchen Kakaopulver aus der Dose. Njam.) und trotzdem auf wundersame Weise seit Samstag nachmittag 2 Kilo zugenommen. Obwohl ich heute morgen nach dem Laufen und vor dem Trinken auf die Waage gestiegen bin und sie extra auf den Balkon gestellt habe, weil ich da immer am wenigsten wiege.

Blöder Mond.


Das wusste schon Herbie Grönemeyer, als er noch Humor hatte.


Aber warten Sie nur ab - in ein paar Tagen ist Vollmond (und ich wahrscheinlich völlig übernächtigt), und danach nimmt er wieder ab. (Nicht Grönemeyer - der Mond!)
Ich auch!!! Egal, was ich esse! Das war schon immer so.


Gut, der Zyklus hat sich irgendwie verlängert, und es funktioniert auch nicht immer, seit ich vor viel zu langer Zeit meinen 40. Geburtstag in einer dunklen Ecke gefeiert habe. Aber ich bin guter Hoffnung, dass mit dem 50. alles wieder anders wird. Spätestens jedoch mit dem 70., wenn meine Bandscheiben wieder in Ordnung sind und ich die ersten Ultraläufe hinter mir habe.

Gute Nacht!

24 Mai 2010

Und dann wäre da noch die Wahrnehmung

Die Sonne schien heute aus sämtlichen Knopflöchern. Sommer. Naja, Spätfrühling. Oder Frühsommer. Was auch immer. Warm. Blauer Himmel.
Da höre ich die Hoppskollegin kurz nach dem Wetterbericht sagen: "Aber ab Montag soll es wieder schlechter werden! Und der längste Tag ist ja auch in ein paar Wochen vorbei."
Der Part-Time-Lover (Liebste???) schaut verängstigt nach eventuell vorhandenen dicken Wolken.
Wie wäre es, wenn wir unsere Energie und Wahrnehmung auf das richteten, was wir wollen und wünschen statt auf das, wovor wir Angst haben?
Vielleicht könnten wir allein mit einem Wahrnehmungswechsel die Welt zu einer besseren machen?
Ich gehe jetzt ins Bett.
Und davon aus, dass nachher ein wunderschöner Tag auf mich wartet.
Nicht nur auf mich.

23 Mai 2010

Schriftstellerinnenbekenntnisse unter dem unheilvollen Einfluss von Cola Light Koffeinfrei

Ich höre gerade Musik, die das letzte Mal meinen CD-Player bevölkert hat, als der Nichtlieblingsex einmal mehr absent war, obwohl ich ihn dringend gebraucht hätte. Zu seiner Ehrenrettung muss ich allerdings zugeben, dass ich es ihm nicht gesagt habe. Damals trank ich zum Hören Bier aus Plastikflaschen. Das tue ich heute kaum noch, oder anders: Ich kaufe es nicht. Mein Bier kommt aus Kisten und Glasflaschen. Aber das gehört jetzt nicht hierher.
Damals... Sommer war, ich lebte in einer sehr netten kleinen Wohnung in einer weniger netten kleinen Stadt, weit weg vom Heutenichtlieblingsex. Das ist zwar gar nicht das Thema, aber eine sehr schöne Einleitung.
Eigentlich wollte ich nämlich über Befindlichkeiten und Wahrnehmungen schreiben. Darüber, wie Menschen Realität (so überhaupt vorhanden) bewerten. Dann habe ich mir Musik gesucht, fand Café del Mar für heute Abend nicht passend, den Soundtrack von Miami Vice hatte ich schon vormittags gehört, und nach Klassik oder Beverly Craven stand mir nicht der Sinn. Irgendwie sprang die betreffende CD in meine Hand, und auch der Player akzeptierte, ohne dass ich mehr als einmal anschieben musste. (Er ist schon alt, der Player.)
Und schon schreibe ich nicht mehr das, was ich geplant hatte zu schreiben.
Als ich eben geschaut habe, was gestern meinen Fingern entsprungen ist, war ich einigermaßen erstaunt - konnte ich mich doch nur noch an ein Gedicht erinnern. Den Rest muss ich unter Halbmondeinfluss abgesondert haben.
Das passiert mir häufig: Es schreibt aus mir. Das schönste Erlebnis diesbezüglich war mein während des National Novel Writing Month entstandener Roman; manchmal bin ich allerdings auch etwas irritiert ob meiner Gedanken, an die ich mich in der Regel am nächsten Tag nicht erinnern kann. (Nein, ich bin NICHT jedesmal betrunken, wenn ich schreibe!)
Ein Mensch, mit dem ich eine kurze Zeit meines Lebens geteilt habe, hat eines Sommernachts einen Film mit mir angeschaut, an den ich mich überhaupt nicht mehr erinnern kann. Hauptperson war ein werdender Schriftsteller, der am Anfang sagte: "Du bist erst dann ein Schriftsteller, wenn irgendwer Deinen Scheiß liest." Danke, dass Sie mich gerade zur Schriftstellerin machen!
Es ist Pfingstsonntag, das Wetter war großartig, alle Welt hat gegrillt, und die dunkle Wolke, die vorhin kurz die Sonne zu verbergen suchte, ist weg. Was daran liegen könnte, dass es jetzt überall dunkel ist. Aber es ist immer noch warm. Möglicherweise bin ich verliebt. Oder ist das nur eine weitere Geschichte in meinem Kopf?
Mag es lebenslänglich aus mir schreiben - ich gebe mich gern hin.

22 Mai 2010

Lieben lernen

Gib mir all
Deine Liebe.
Ich werde sie
aufbewahren,
hegen,
pflegen.

Gib mir all
Deine Liebe.
Ich werde sie
achten,
bewahren,
halten.

Ich gebe Dir
all meine Liebe.
Du wirst sie
zertreten,
zerstören,
zerbrechen.

Doch ich
stehe.
Und
meine Liebe
IST.

Ich sehe Sommer

auf meinem Balkon.
Fühle Sommer
in meinem Herzen.
Höre Sommer,
wenn die Vögel brüllen.
Rieche Sommer,
wenn die Nachbarn Rasen mähen.
Schmecke Sommer,
wenn ich grünen Spargel koste.
Neugierig auf Dich.
Angst vor zuviel Nähe.
Chimären kreuzen meine Nächte.
Kann ich Dich lieben?
Torheit spricht aus meinen Träumen.

Aua!

Angst vor Schmerzen
Unsicherheit in den Bewegungen
Aber genug Kampfgeist, um gut zu leben!

Sonne. Mond.

Als ich heute morgen wachgeworden bin, war der Himmel klar, und der Tag versprach, wunderschön zu werden.
Kurze Zeit später bewölkte es sich. Sollte es bei diesem kurzen Gastspiel bleiben?

Gegen Vormittag habe ich Sonne und blauen Himmel bestellt.

Und einmal mehr erlebt, dass das, worauf ich meine Energie richte, auch in mein Leben kommt. Heute habe ich meine Energie auf Sonne und Liebe gerichtet. Beides war da. Mir ist immer noch ganz warm.

Natürlich könnte ich auch trauern, weil der längste Tag des Jahres schon so nah und es noch immer nicht richtig warm ist. Ich könnte mich in Sorgen ergehen wegen einer möglichen Wirtschaftskrise.

Aber da ist ein Halbmond über meinem Balkon. Die neu gepflanzten Blumen wachsen und gedeihen. Die Vermieterstöchter spielen Kricket. Ich habe mir Kerzen angezündet, die ein wunderschönes, warmes Licht ins Wohnzimmer zaubern.
Das Leben möchte gelebt und genossen werden. Und das funktioniert nicht, wenn ich meine Gedanken darauf richte, was demnächst NICHT mehr ist.


Ich bin. Du bist. (Wofür ich unglaublich dankbar bin.)
Das Leben ist.
Der Sommer wartet.
Was gibt es Schöneres?

21 Mai 2010

Lebenszeichen

Was wäre,
wenn der Lobbyist keine Subventionen verlangte,
keine Abgeordneten zum Mittagessen einladen würde,
auf anständige Weise versuchte,
durchs Leben zu kommen?
Der dazugehörige Begriff ist "Ehre".
Bekannter vielleicht, aber mit ähnlicher Bedeutung: "Aufrichtigkeit". (Ich vermeide Anglizismen für heute.)

Ich wüsste gern,
wer mehr als 2.000 € verdient und diese Wörter trotzdem noch kennt.

Ich will nicht gewählt werden
und bin darum auch nicht
korrumpierbar,
Seilschaften interessieren mich nicht,
und Schwafler gehören auf den Scheiterhaufen
der Geschichte.
(Schwafler in meinem näheren Umfeld hätte ich gern ganz woanders...)

Wollte ich die ersten zarten Strahlen der Sonne ignorieren,
sähe ich:

Meer stirbt im Golf von Mexiko.
Europäische Flugzeuge parken
wegen eines isländischen Vulkans,
die thailändischen Schönheiten verlieren ihren Charme
angesichts der Rothemden,
die deutsche Bankiersfrau ist wahrscheinlich
tot, und
die Verletzung Ballacks verhindert
ein deutsches Sommermärchen.

Glücklicherweise jedoch
lässt sich heute die Sonne nicht ignorieren,
und
ich bin wild entschlossen,
die Unkenrufe nach schlechtem Wetter zu ignorieren.

Leider habe ich keine
Handlungsvollmacht.

Ich wollte ja nicht gewählt werden...

11 Mai 2010

Mehr Buchstabenspiele

Elefantengehirn
Isolation
Feuersbrunst
Egoismus
Rigidität
Sehnsucht
Unehrlich
Chimäre
Heimsuchung
Tod.



Deine Taten
Unter Beobachtung
Umsicht
Nihilismus
Defaitismus
Ignoranz
Charakterschwäche
Haltsuchend
.

09 Mai 2010

Deine Hand

liegt auf meinem Bauch.

Alles, was Schmerz ist,
nimmst Du fort.

Bezahlst
mit Schmerzen,
die Du nicht kanntest.

Mir geht es gut
jetzt.

Hast Du Dich geopfert?

Wetterbericht

Ich darf nicht mehr "Armband" sagen; denn dann besteht die durchaus realistische Gefahr, von meiner besten Freundin verhauen zu werden. Noch vor Kurzem hätte ich mich durch schnelleres Laufen retten können, aber jetzt sind wir Prolaps-Schwestern, und Rennen wäre kontraproduktiv.

Also: Das Wetter ist. Ich schreibe recht häufig, dass der Regen auf mein Dachfenster prasselt. Das tut er auch heute abend. Soll er. Auf dem gegenüberliegenden Dachfirst haben vorhin zwei Spatzen zu vögeln versucht. Sie wollte nicht und hat nach ihm gehackt. Jetzt muss er wahrscheinlich erst ein amtliches Nest heranschaffen, bevor sie ihn ranlässt... Vögel haben es auch nicht leicht.

Ich habe übrigens das, was ich nicht sagen darf, seit gestern nicht um. Nein, ich habe es nicht aufgegeben, nur vergessen! Und geistig gewechselt. Oft. In Goslar gab es einiges zu lästern... (Die Rammelsburg ist wirklich sehenswert.)

Sonst?

Es gibt Menschen, die sich dafür entschuldigen, dass es einem anderen Menschen nicht gut geht; obwohl sie damit überhaupt nichts zu tun haben.
Andere Menschen wiederum sind traurig, weil gleich etwas zuende ist, was gerade schön ist. Dabei ist nie zuende, was gerade schön ist, weil es für immer
bleibt, wenn man es lässt.

Dann gibt es noch Menschen, mit denen ich noch immer Frieden suche. Ob der Friede mich irgendwann findet? Oder ist das die falsche Herangehensweise?

Ich habe heute in einem Anfall von Aufräum- und Veränderungswahnsinn mein Wohnzimmer umgestellt und Blumen auf den Balkon geschleppt, von denen ich hoffe, dass sie die 1° - 12°, die für die nächsten Wochen angesagt sind, aushalten. Aber irgendjemand muss doch anfangen, oder? Es ist Mitte Mai, der Raps könnte leuchten, wenn es nicht so grau drumherum wäre (Armbandwechsel - duck und renn), bald/jetzt ist die schönste Zeit für Spargel, Erdbeeren, Kirschen und all die anderen Leckereien, die SCHÖNES WETTER brauchen!

Mein Fahrrad war immer noch nicht bei der Inspektion...

07 Mai 2010

Laufen mit sämtlichen Anteilen oder "Wer denkt da in mir?"

Es gibt ja so Momente, da bin ich Frau meiner Sinne. Ich weiß, was ich tue, warum ich es tue, wann genau ich damit anfangen will, und niemand stört mich dabei. Nichtmals ich.

Heute morgen wütete - wie jeden Morgen - mein Wecker. Ich habe ihm zwar beigebracht, das "Pippi-Langstrumpf-Lied" zu singen, finde ihn aber trotzdem manchmal lästig.
Nach zweimal snoozen fand ich den Weg aus dem Bett und zur Yogamatte. Absolvierte ein paar Sonnengrüße und ein paar Tibeter und konnte danach in aufrechtem Gang mein Schlafzimmer verlassen, natürlich nicht, ohne mich vorher bei meinem Rücken zu bedanken, dass er mitgespielt hatte.

Dann saß ich mit Milchkaffee am PC, hörte dem Regen beim Prasseln zu und fragte mich, ob ich wirklich in ein paar Minuten Richtung Muskelbude aufbrechen will. Schweinehund fand, wir sollten noch ein bisschen daddeln. Haben wir dann auch.

Gegen 5.20 Uhr wurde dann meine innere Läuferin wach, jagte mich ins Schlafzimmer, wo ich die rattenteuren Regenklamotten, die ich vor Jahren vom Nichtlieblingsex geschenkt bekommen habe, aus dem Schrank kramte. Bevor mein Gehirn noch protestieren oder der Schweinehund intervenieren konnte, waren wir schon auf der Straße. Auf den ersten Metern fanden wir es arschkalt und nass, danach war es irgendwie egal.
Auf der Mitte kam uns (mir, dem Schweinehund und der inneren Läuferin) ein unglaublich gut aussehender Hundemix entgegen: Ein bisschen Schäferhund, ein bisschen Huskie und zwei verschiedenfarbige Augen. Frauchen sah dagegen eher unspektakulär aus. (Armbandwechsel.)

Dann ging es gleichzeitig ein wenig bergab und mein iPod spielte Darude. Jetzt übernahmen meine Beine die Regie und fingen an zu rennen. Boah, war das großartig! Auf der Straße stampfende Füße, die Schritte werden immer größer, schneller, noch schneller, Scheiß auf Regen oder kalt, egal, welcher Monat gerade ist, einfach nur rennen, rennen, rennen.

Aua.

Wir hatten völlig vergessen, dass wir ja Rücken haben und das, was wir tun, eigentlich gar nicht tun sollten, und wenn überhaupt, dann langsam und vorsichtig.

Die letzten zwei Kilometer waren für uns alle unangenehm. (Armbandwechsel)

Aber zuhause angekommen roch die Wohnung noch immer nach frischem Kaffee, warm war es, und Ibuprofen wartete im Bad auf uns.

Alles wurde gut, der Tag gestaltete sich mehr als großartig, und alle Anteile wurden Freunde.

05 Mai 2010

Der heutige Armbandbericht

Dreimal gewechselt habe ich: Zweimal, weil ich im Auto laut über den vor mir Fahrenden gemotzt habe. Einmal, weil einer meiner Anteile lästern wollte.
Ich war es nicht! Aber sie wohnen alle in meinem Kopf (Ich bin kerngesund, falls da gerade Zweifel auftauchen wollen!), und deswegen bin ich als Teamleitung für derart kontraproduktive Äußerungen auch verantwortlich.

Eigentlich hätte ich ein viertes Mal wechseln müssen. Egal. Hätte zu diesem Zeitpunkt nicht gepasst. Und ich habe mich damit herausgelogen, dass ich den Gedanken weitgehend für mich behalten habe.

Morgen soll es kalt werden und regnerisch. Ist das nicht ganz wunderbar? Wir müssen kein schlechtes Gewissen haben, wenn wir zuhause bleiben. Und im Gartenmarkt ist es nicht so voll.

Das Leben ist großartig - man muss es nur lassen!

Haut

Nichts will ich von Dir
als Deine Hände
auf meiner Haut.

Du
musst
nicht
reden,
nichts
leisten.

Sei.
Das ist alles,
was ich will von Dir.

Noch viel kürzerer Armbandbericht

Hätte der Abend vor dem Morgen stattgefunden, hätte ich nicht wechseln müssen: Es gibt Abende, die an Großartigkeit kaum zu überbieten sind und genau deswegen alle Beschwerden ins Absurde führen. Möglicherweise hätte ich die Klappe halten können.

Da aber dieser Tag im "normalen" Rhythmus stattfand, blieb mir nichts anderes übrig als zu lästern.
Klagen oder Beschweren gehören recht selten zu meinem Repertoire; meine Herausforderung liegt ganz eindeutig im Bereich "Lästern" und "Reden über.."


Ich werde das ändern. Sofort! Morgen!

Bis dahin wünsche ich allen Lästermäulern einen sehr bunten Blumenstrauß an Änderungen.

Umweglos

Ich rieche Dich an meinen Händen,
fühle Dich an meiner Haut,
sehe Dich mit anderen Augen,
höre Dich mit meinem Herzen,
schmecke Deine Lippen.

All meine Sinne
träumen
Dich
in meine Arme.

03 Mai 2010

So ein Bandscheibenvorfall

... kann schon recht lästig sein, vor allem bei ganz alltäglichen Dingen.

Haben Sie schon einmal versucht, sich die Haare in der Bikinizone zu entfernen, wenn Sie sich nicht schmerzfrei bücken können? (Armbandwechsel - das war ganz eindeutig eine Klage!) Das (Nicht die Klage, sondern das Bücken) zieht zwangsläufig weitere Schmerzen nach sich: Wenn Sie nämlich (wie ich) zu faul sind, aus der Dusche zu steigen, um diese Schönheitsoperation an einem Ort vorzunehmen, an dem Sie sich rückenschonend die überflüssigen Haare entfernen können, müssen Sie sich eben vorbeugen oder das Ganze im Blindflug erledigen.

Beides tut weh, das habe ich heute herausgefunden.(Außerdem bekommt man Pickel. Das habe ich gestern feststellen müssen.) Was also ist besser: Abbe (Extrem schlechtes Deutsch für: Weg sind sie!) Haare und Scheißegalhaltung oder Haare???
Und natürlich frage ich mich, welcher Schwachkopf auf die Idee gekommen sein mag, dass die erotisch veranlagte Frau Bikinizonen zu rasieren und High Heels anzuziehen hat. (Wer auch immer das war - sobald der Vorfall ausgeheilt ist, hätte ich gern eine Runde Sparring mit ihm.)


P.S.: Hatte ich erwähnt, dass ich heute häufiger hätte wechseln müssen, als ich es getan habe?

Und zuviel gegessen habe ich auch - ich bin böse, inkonsequent und undiszipliniert. Prost!


Ganz davon abgesehen, dass ich ja sowieso eher Fan von Boxen und Bergstiefeln bin...

Danke für die Zeit!

Manchmal gibt es Momente, in denen Du bist.
In denen die Zeit zeitlos ist.
In denen Du in fremden Armen liegst und fühlst.

Manchmal gibt es Momente, in denen sich die Zeit verliert.
In denen sich drei Minuten anfühlen wie die Ewigkeit,
In denen eine Umarmung bleibt für immer.

Manchmal gibt es Momente, die Dein Leben ändern
für eben diesen Moment.

Manchmal gibt es Momente, die in Dein Herz einziehen,
um dort zu bleiben.
Für immer.

Wochenanfang und Armbandbericht

Also... Gestern habe ich nicht wechseln müssen. Was daran gelegen haben könnte, dass ich einen unglaublich schönen Vormittag hatte (später mehr), Platz auf der Hantelbank, keine Außenkontakte und einen längeren Nachmittagsschlaf bei einem langweiligen Film. (Das habe ich aber nur gedacht und muss deswegen jetzt nicht wechseln!)

Heute war es schon ein bisschen anders: Ich habe das Armband einfach da gelassen, wo es ist, weil ich mir blöd dabei vorgekommen wäre, angesichts meiner nicht informierten Gesprächspartner/innen an meinem Arm herumzuspielen. Außerdem hätte es die Möglichkeit gegeben, mein Geläster als "Systemische Zustandsanalyse" zu deuten. Und genau so will ich es auch verstanden wissen! (Okay, okay, ich wechsle! Aber einen Versuch war es wert, oder?

Fazit: Morgen ist der erste Tag, an dem ich versuchen werde, mich zu bemühen, möglichst wenig zu motzen und zu lästern. (Verkauft jemand günstig Knebel???)