31 August 2010

Chancenlos

Wie sollte ich finden,
was ich suche,
wenn ich nicht sage,
dass ich suche?

Wie sollte ich Dich finden,
wenn ich fortlaufe,
sobald Du Dich zeigst?

Wie solltest Du mich finden,
wenn Du mich nicht
erkennen kannst?

Darf ich Dich lieben?

Verliere mich
in Deinen Strudeln.
Blauer Strom bist Du,
fließt durch meine Adern;
Dein Auge durchleuchtet
mein Sein.
Du schaust
Durch
Mich.

Mir bleibt

Ertrinken
in diesem
Deinem
kühlen
BLAU.

Träume, gezaubert.

Manchmal wünschte ich mir, dass der Traumzauberer tatsächlich Träume zaubern könnte. Oder anders: Wahrscheinlich kann er Träume zaubern, aber ich ducke mich unter dem Feuer seines Zauberspruchs hinweg und verliere mich in den Nebeln meiner Vorstellungen:

Traumzauberer.

Zaubert er Träume?

Ist er ein Zauberer, der träumt?

Zaubert er in meinem Traum, oder
zaubert er in einem Traum?


Wird er sich im Schaum der Wellen auflösen, wenn ich seinen Zaubereien Glauben schenke?

BEzaubert er mich?

Was, wenn ich seinem Zauber erliege? Werde ich träumen dürfen?

30 August 2010

Ambivalent

Mein Kopf liegt an Deiner Schulter;
kannst Du mich halten?
Kannst Du Dir ein anderes
Bild
von mir
machen?

Kannst Du Schwäche sehen
und trotzdem
Stärke fühlen?

Wirst Du bleiben,
obwohl ich lüge,
dass Du gehen
sollst?

Eine effektive Trainingseinheit

sieht anders aus... Sieben (in Zahlen: 7!!!) Minuten auf dem Crosstrainer, dabei stolze 46 Kalorien verbraucht, ein bekanntes Gesicht taucht neben dem Trainingsgerät auf, und alle Energie wird auf die zwischenmenschliche Kommunikation gerichtet. Eine ganze Weile später beschließen die Kommunizierenden, dass es sinnvoll sein könnte, sich noch etwas zu bewegen. Man bewegt sich zunächst auf ein weiteres Gerät zu, um dann noch einmal ausführlich das Für und Wider sportlicher Betätigung zu diskutieren. Aber man ist ja schonmal da. Nach weiteren dreißig Minuten angeregten Gesprächs wird das Trainingsgerät betreten - für ca. 15 Minuten, der Trainingspuls dümpelt bei 115 Schlägen pro Minute (Die ich auch zähle, wenn ich mich - aus welchen Gründen auch immer - leicht echauffiere.), Kalorienverbrauch knapp unter 100. Das ist nichtmal ein Schokokuss!! Aber man hat geschwitzt und kann sich jetzt besten Gewissens noch ein halbes Stündchen unterhalten. Was man auch tut.

Ich bin gerade 30 Kilometer Auto gefahren für 22 Minuten Crosstrainer! Das ist eine mögliche Version.

"Boah, ich war heute fast zwei Stunden in der Muskelbude!" werde ich erzählen, wenn man mich danach fragt.

29 August 2010

Pragmatik / Grammatik / ungeheuerlich

Heute ging es um die oben genannten Worte, und das ist daraus geworden:

Der tiefgelegte Kerl kann Pragmatik;
ohne jede Kenntnis der Grammatik
grunzt er leise vor sich hin,
Ungeheuerlich's im Sinn. (Ja. okay, ist ein bisschen erzwungen, der Reim...)

Er sucht das Weibchen,
trinkt zuviel Gin,
legt Twingos tiefer;
pisst an die Kiefer.

Dem Weibchen tut er herzlich leid,
doch Küssen ginge ihr zu weit.


Und das alles läuft unter dem Motto: "Reim Dich, oder ich schlag Dich!" *zwinker* ... und ich hatte da schon an ein ganz bestimmtes Autokennzeichen gedacht...

28 August 2010

Die Lieferung kommt nicht!

Ich habe Dich bestellt!
Habe Größe, Aussehen und benötigte Eigenschaften
angegeben.

Wo bist Du,
zum Donner?

Wortgewordene Liebe

Ein paar Sätze von Dir haben mein Herz berührt; es fühlt sich an, als hättest Du es sanft gestreichelt.
Ich lasse mich umarmen von Deinen Worten, stelle mir vor, dass ich Schwarz auf Weiß geliebt werde.
Da liegt eine Welt zwischen uns.

Trotzdem habe ich das Gefühl, dass ich nur meinen Arm nach Dir ausstrecken muss.

Du wirst mich spüren.

Wir werden uns finden.

26 August 2010

Anders werden.

Kennen Sie dieses Gefühl, herumzujagen, ohne messbaren Erfolg? Bei mir zieht dieses Gefühl die Schultern nach oben, knabbert an meiner Nagelhaut, verbreitet Verspannung. Es ist das "Ich-kann-doch-sowieso-nichts-ändern-"Gefühl.

Aber ich kann etwas ändern! Mein Gefühl kann ich ändern. Meine Haltung kann ich ändern. Meine Möglichkeiten kann ich wahrnehmen.
Alles kann ich ändern.
Ist eine Mutfrage.

25 August 2010

Leben. Ist.

Zeit bleibt nicht steh'n,
Leben verrinnt,
mit jedem Tag,
der neu beginnt.
singt Eisblume.

Nein! Schreit es in mir, aus mir. Leben verrinnt nicht, es IST. Und es ist an mir, es zu leben und all diese Geschenke anzunehmen. Leben ist mehr als ein- oder aus zu atmen.

Leben ist (für mich) der Rabe auf dem abgeernteten Feld, ist die Kassiererin, die mich anlächelt, ist dieser eine Stern, den ich von meinem Dachfenster aus sehen kann, ist der Besuch bei meiner Mutter, deren Augen mich anleuchten wie der letztgenannte Stern, ist die Entscheidung, Verbindlichkeit statt kurzlebigen Handauflegens zu wählen, erfülltes Alleinsein statt "Lieber IHN als niemanden!", ist das Gefühl von liebevollen Händen auf meinem Körper, sind Gedanken, die durch meinen Kopf schießen, gepaart mit dem Mut, sie auch zu äußern. Ist ein kleiner, schwarzer Hund auf meinem Schoß.

Leben ist. Leben bewertet nicht. Leben schenkt. Jeden Tag neu und alles. Ich bin Leben. Ich habe Leben. Leben schenkt sich. Jeden Tag neu und mit allem.
Leben ist. Es fordert nichts.

14 Tipps, mich zu verlassen:

Wie kannst Du mich verlieren?

Bleib lange genug fort.
Ruf mich nicht an.
Schick mir keine SMS.
Auch keine Mails.
Sag mir, dass es mich nicht gibt.
Bestehe auf Unverbindlichkeit.
Sage niemals "Danke, dass es Dich gibt!".
Schlaf in meinem Bett, verlasse es morgens wortlos.
Bleib cool.
Ruf mich nicht an.
Sei stets unverbindlich.
Rede nicht mit mir.
Hau
mir
mitten
in
die Fresse,
wenn
ich
Dir
meinen
Bauch
zeige.
Tritt
zu!

Und schon bin ich weg.

Verliebt? Verloren? Vollmond?

Du bringst mich zum Lachen.
Ein Gedanke an Dich
lockt mein
Haifischgrinsen.

Ich suche nach Dir.

Dich gefunden zu haben
macht mir
Herzrasen.

Wir spielen.
Das Spiel mit Dir
zerstört meine
Struktur.

Gut so.

Sollte ich verliebt sein?

24 August 2010

Hätte ich Dich geträumt?

Deine Füße liegen in meinen Händen,
Dein Vertrauen kreuzt
meine
Lebenslinien.

Gedanken schreien mein Herz an:

Wirst Du sein können,
was ich mir wünschte,
als meine Hände
Dich hielten?

Kannst Du
mein
Schicksal
sein?

Bleib.
Ich bitte Dich.

Noch nicht 21.00 Uhr,

aber es dämmert schon. Mein Kollege kündigte bereits an, dass Veranstaltungen draußen jetzt bald ein Ende haben werden, Simfy singt von Eisblumen. Ich mag den Sommer nicht loslassen!
Ja, ich werde in nicht einmal zwei Wochen auf DER INSEL sein, werde meine Füße in den Sand bohren, mein Gesicht in die Sonne halten, Wellen zuhören, im Sommer SEIN.

Aber die Zeit ist so unglaublich schnell vergangen; die Hitzewelle habe ich nicht so genossen, wie sie es verdient hätte, war nur dreimal am See, habe die Mittsommernacht verpennt.

Ich will den Sommer festhalten, will den Geruch von frischgemähtem Gras in meine Arme reissen und nie wieder loslassen, will in die Sonne lächeln ohne dieses Gefühl des Verlusts, das sich in mir ausbreitet beim Hören der Wettervorhersage, will mich noch nicht auf Herbst einlassen, nicht einmal auf Altweibersommer. Ich will auf meinem Balkon sitzen mitternächtens und Vollmond gucken. Will mich halb tot schwitzen beim Laufen, beim bloßen Anblick einer Hantel Schweißausbrüche bekommen. ICH WILL SOMMER! Immer!

23 August 2010

Vollmond - schon wieder...

Da war ich sicher, sehr, sehr bewusst zu leben. Und trotzdem ist seit dem letzten Vollmond gerade ein Wimpernschlag vergangen.

Mache ich etwas falsch?

Ich spüre jeden Tag, und ich habe das Gefühl, meine Tage sind sehr, sehr lang und gehaltvoll.

Vielleicht gibt es ja unterschiedliche Wahrnehmungen: Der einzelne Tag nahezu endlos, die Summe mehrerer Tage überschaubar?

Egal. Da ist wieder dieser Mond am Himmel. Der Schlaf wird und will mich nicht finden, und ich möchte nicht gefunden werden. Bei Vollmond zaubert es sich besonders gut, und ich habe viel zu zaubern zur Zeit: Eine Liebe muss geweckt, ein Wunsch erfüllt, ein Weg gegangen werden; und all das erfordert Zauberkünste. Geschichten sehnen sich nach einer Fortsetzung, Liebe muss gefunden und mit einer Perspektive gespielt werden.

Aber selbst, wenn all das nicht wäre - dieser Augustvollmond, der sich durch die Wolken kämpft und dem Himmel ein neues Gesicht gibt, will und muss bestaunt werden, mit großen Augen und einem Lächeln im Gesicht.

22 August 2010

Friede, Freude, Eierkuchen

... waren die heutigen Worte.

Das ist daraus geworden:

Backe, backe Eierkuchen,
wer will meinen Liebsten suchen!
Der Mistkerl hat mich nachts verlassen,
wird mein letztes Geld verprassen.

Voll Freude aß er, was ich backte,
wusste nicht, dass ich zerhackte
Bittermandel, Nuss und mehr,
so gab es keine Gegenwehr.

Jetzt modert er im grünen Hain,
der Sieg ist endlich wieder mein.
Friede ist nun mein Bestreben,
ich habe noch soviel zu geben!

Beziehung vs. Single-Dasein

Wenn Sie die Wahl hätten, was wäre Ihre:

Eine Beziehung; irgendwann war da Aufregung, Liebe, Erotik. Jetzt ist Ruhe, Sicherheit, gemeinsames Aufwachen, manchmal Streit um Alltägliches, Pärchentage, wenn die Kinder gut untergebracht sind.

Oder:

Allein leben. Tun, was durch den Sinn geht. Kerzenlicht am Abend. One Night Stand am Wochenende. Selbstbestimmung. Singlewohnung. Keine Kinder, eventuell ein Haustier.

Wählen Sie gut! Es könnte für ein paar Tage Ihr alles bestimmendes Credo sein!

Vollmondjagd

Ein fast voller Mond
erleuchtet

mein Bett.

Gehe ich auf die Jagd,
oder
lasse ich mich finden?

Denn manchmal sucht die Beute
ihren
Jäger.

Wer muss ich sein,
um
gefunden
zu werden?

21 August 2010

Sommerlicher Nachruf auf Christoph S.

Beim Lesen meiner letzten Ergüsse könnte man ja fast meinen, ich sei depressiv. Bin ich aber gar nicht! Habe mir nur wieder nach wochenlanger Abstinenz den einen oder anderen Sekt erlaubt; und dann wollen die Hemingway und die Bukowsky in mir ganz dringend ans Licht der geschätzten Öffentlichkeit. Ich habe sie dann auch gelassen...

Es sommert wieder. Vollmond ist auch schon fast. Und in zwei Wochen um diese Zeit werde ich schlüpfende Schildkröten am Kommos Beach beobachten. Oder bei dem einen oder anderen Raki auf dem Dorfplatz von Pitsidia nicht zielführende Diskussionen führen. Oder schon schlafen, weil so ein Tag mit Strand, Sonne, Lesen und konsequentem Nichtstun unglaublich anstrengend ist.

Allein deshalb geht es mir schon großartig.

Traurig finde ich den Tod von Christoph Schlingensief, weil ich erstens der Ansicht bin, dass Deutschland auf gar keinen Fall einen von den wenigen Provokateuren, die es gibt, hätte verlieren dürfen, und weil ich zweitens ein schlechtes Gewissen habe: Ich habe in meinem politischen Leben exakt fünfmal gewählt: Als ich durfte, mit knapp über 18 Jahren die Grünen, irgendwann bei der Niedersachsenwahl Herrn Schröder, weil mir eine im Nachhinein als komplett geistesgestört identifizierte Stimme sagte, dass der doch ganz unbedingt Kanzler werden muss, zweimal bei der Europawahl die Tierschutzpartei und einmal die Partei von C. Schlingensief, "Chance 2000" genannt. Damals fand ich, dass ein Ansatz, der die Politik ad absurdum zu führen versucht, ein guter sein muss. Das finde ich immer noch.

Bin allerdings bekennende Kunstbanausin und habe niemals irgendein Stück von Herrn S. gesehen. Was ein schweres Versäumnis ist, wie ich fürchte.

Möge er glücklich gestorben sein!

18 August 2010

Ich träumte Dich,

Doch wie willst Du mich finden,
hinter all
diesen Gittern?

Ich träumte Dich,

als Du nicht bei mir warst.

Erinnerte Dich,
als Du fort warst.

Hasste Dich
als Du zu ihr gegangen bist.

Tötete Dich
als Du zu mir
zurückkehrtest.

Ich träumte Dich,

doch Du
wirst niemals
mein Inhalt
sein.

Ich träumte Dich

Es ist,
als wärest Du nie
fort
gewesen.

Ich habe keine Angst!

Obwohl ich weiß,
dass Dein Kopf
in meinem Kissen
morgen
nur noch
(m)ein Traum
gewesen sein wird.

17 August 2010

Vier Jahre ist es her,

seit ich mein erstes gereimtes Gedicht genau hier gebloggt habe; damals war meine Intention Rache, Verletzung, den Schlag in die Fresse, den ich gerade gespürt hatte, mit Zinsen zurück zu geben.

Damals konnte mich eine junge Dame, die einen Status innehatte, den ich nie erstrebte, aus dem Gleichgewicht bringen.

Heute bin ich dieser jungen Dame sehr, sehr dankbar. Sie beschrieb meinen Anfang. Ich machte ihn.

Überhaupt bin ich all den Menschen unglaublich dankbar, die mich zum Tun zwangen. Gleichgültig, wer sie waren und was sie taten, sie haben mir genau die nötigen Anstöße gegeben - jeder einzelne dieser Schubser, sanft oder nicht, war nötig, richtig und wichtig.

Heute spüre ich: Es gibt keine schlechten oder bösen Menschen, es gibt nur Echos auf unsere Rufe.

Doofes Wetter und nette alte Damen

Ja, ich weiß: Das Wetter ist. Ich kann es nicht ändern, und es ist nicht meine Angelegenheit! Außerdem sollte ich dankbar sein, dass es so arschkalt ist; denn so habe ich keinerlei Bedürfnis, irgendetwas auszuziehen und mich als Rundumtätowierte zu outen. Trotzdem juckt das neue Tattoo unter meinen warmen Klamotten wie verrückt, und mein Humor hat mich beim letzten Platzregen verlassen.

Dann also lieber die netten alten Damen. Meine Mutter ist so eine. Nein, sie ist nicht immer nett; vor allem aber ist sie eher nett zum Lieblingsex als zu mir. Sie würde auch im Notfall immer seine Partei ergreifen, wenn man sie denn aufforderte. Also tue ich das sicherheitshalber nicht. Und halte sie für genau die großartige Frau, die sie auch ist; mit oder ohne Parteinahme für den Ex.
Immerhin ist sie die Frau, die mich erstens zur Welt gebracht, zweitens vor allen Unwägbarkeiten des Lebens verteidigt und mir drittens den Mut gegeben hat, zu sein, wer ich bin.

Dann gibt es noch die Mutter von einem Ex. (Unterscheiden Sie bitte: MEIN Lieblingsex und EIN Ex.) Sie ist ganz anders als meine Mutter. Aber sie ist unglaublich liebenswert und hat eine Menge zu sagen. Unsortiert manchmal. Aber immer von Herzen. Dieser Frau würde ich jeden vermeintlichen Fehler verzeihen, denn sie hat immer alles getan, was sie konnte.

Wie jede/r von uns...

15 August 2010

Lieber Traumzauberer,

mögen Deine Gedanken noch philosophischer werden, Dein Leben noch bunter, Dein Schlaf noch viel verträumter, Deine Lachfalten tiefer.

Mögest Du der Mensch bleiben, der Du bist - ein sehr wertvoller.

Genieße jeden Tag, den Du lebst, sei dankbar für jedes morgendliche Aufwachen und für jedes Bier. ;-)

Deine Stimme, Gedanken und Worte begleiten mich auf vielen Wegen, und dafür danke ich Dir.

Hab' ein glückliches und erfülltes nächstes Lebensjahr!

Wortspielereien - Es galt "Tödlich, Balance, Sahne" zu verwursten.

Du liegst unter mir,
forderst Aktivität.

Finde ich die Balance
zwischen Selbstaufgabe und Gefallen?

Ich hatte Dich gesucht,
doch
mir scheint,
Du wirst nicht
die Sahne
in meinem Leben sein.

Tödlich
war Dein Ansinnen.

Ein perfektes Wochenende

Ich muss heute ein sehr großes "Dankeschön!" an das Leben loswerden. Das Wochenende war unglaublich schön, bewegt, teilweise schmerzhaft, manchmal sonnig, in Teilen verregnet. Ich habe mich verliebt.

In eine Laufstrecke.

Hoffe, dass ich sie wiedererkennen werde, wenn ich versuche, ohne Wettkampfdruck zu laufen und zu genießen. Heute habe ich dann doch mehr auf meine Füße, den Vordermann und die nächste Steigung geschaut als auf die Landschaft. (Von der man wegen Dauerregen auch recht wenig gesehen hat.)

Aber ich habe einmal mehr festgestellt, dass jede einzelne Minute unglaublich kostbar ist. (Und es mir völlig gleichgültig, ob Sie das jetzt für so einen Motivationsmist halten...) Keiner dieser Eindrücke, die ich heute hatte, wird jemals wiederkommen; sie waren einzigartig. Der regennasse Fußweg, der steil bergab führte, die beiden Herren, die am Straßenrand standen und klatschten, der kleine Junge, der nicht so recht verstand, warum man ihn vor die Haustür geschleppt hatte, der Bussard im Feld, der Platzregen, der Nieselregen, der Wind - all das werde ich nie wieder erleben.

Meine Mutter, die mir erst zugehört und dann von ihren eigenen Erlebnissen erzählt hat, der Blick in ihre unglaublich jungen, strahlenden Augen, das breite Kreuz meines Lieblingsphysiotherapeuten, der mir beim Lauf auf einer der gemeinen Steigungen enteilte, die Begegnungen während des Laufens, die drei vollgeheulten Taschentücher, während ich "True Women" angeschaut habe, den Genuss, das neue Live-Album vom Grafen hören zu dürfen und all die Bilder, die dabei durch meinen Kopf geisterten; all das wird es so nie wieder zu sehen/hören/fühlen geben,

Das Leben schenkt sich. Jeden Tag neu.

13 August 2010

Schmerzen. Gewünscht.

manchmal
muss
ich mir
schmerzen
geben,
um
mich
zu
spüren.

aus den
schmerzen
des
heutigen
tages
ist
ein
vogel
aufgeflogen.

mein dank
gilt
dem
tattookünstler.

für diese
bilder
leide ich
gern.

10 August 2010

"Sei mein Licht
und mein Blick, der mir zeigt wo ich bin.
Sei mein Wort.
Und mein Herz, das mir sagt, wo ich bin."

Schon wieder Unheilig. Schon wieder "Danke für die Worte!"

Nichts zu interpretieren. Träume. So ein Licht ist schon etwas Nettes. Wenn da nur nicht immer diese Schalter wären...
Licht kann so unglaublich schnell dunkel werden, Schatten werfen.
Manchmal ist das Licht auch viel zu hell.

"Ich streck' die Seele,
leg mich in Deinen Arm.
(...) Sei mein Licht."

Niemand kann eines anderen Menschen Licht sein.

Deutsche Tugenden II

Das schreibt Der Westen:


Die Deutschen leben ungesund

Panorama, 10.08.2010, Marc-André Podgornik

Jeder zweite Deutsche ernährt sich nicht ausgewogen. Foto: ddp

Jeder zweite Deutsche ernährt sich nicht ausgewogen. Foto: ddp


Und weil wir ein gründliches Völkchen sind, wird alles aufgegessen - wegen dem schönen Wetter!


Die Frankfurter Rundschau findet deutlichere Worte für das urdeutsche Phänomen "Fleiss" (Der sich leider in erster Linie auf den Konsum von Schweinkram bezieht.):


Zu dick, zu faul, zu gestresst

Schockierendes Studienergebnis: Nur 14 Prozent der Deutschen gelten als rundum gesund. Für den Rest gilt: zu wenig Bewegung, schlechte Ernährung und zu viel Alkohol und Zigaretten.


Und wozu führt das mittelfristig? Die WELT weiß es:


Dicke Mädchen kommen schneller in die Pubertät

Laut einer US-Studie werden Mädchen immer früher geschlechtsreif. Deutsche Forscher sehen einen Zusammenhang zwischen Pubertät und Fettleibigkeit.

Foto: pa Bereits mit sieben Jahren wachsen zehn Prozent der weißen Amerikanerinnen Brüste. Entscheidend sind Übergewicht und Hautfarbe.

Daraus schließe ich: Es werden in nächster Zukunft mehr Aufkleber benötigt. Und BHs in Körbchengröße F.

Gedankentod

Avalon
verschwand in den Nebeln,
als das Christentum seinen Siegeszug hielt
und die letzten Zauberinnen
vergessen wurden.

Der Turm
der Kindlichen Kaiserin
bröckelte,
weil die Menschen sich von ihrer Phantasie
abwandten.

Wohin wirst Du
verschwunden sein,
wenn ich meine Gedanken
von Dir nehme und
um MICH kreisen lasse?

09 August 2010

Deutsche Tugenden

Woran denken wir da zuerst? Mir fällt spontan "Gründlichkeit" ein. Oh ja, wir sind sowas von gründlich! Eine besondere Meisterschaft in dieser Disziplin wird im Vertuschen von Schadensfällen, Verleugnen von Mitschuld (Love Parade?) oder Bestechlichkeit, Zerlegen von hochpreisigen Sportwagen oder Brötchenbestellungen für bzw. durch den amtierenden Bundespräsidenten an den Tag gelegt.

Was hätten wir noch? "Fleiß" wird uns doch seit Menschengedenken nachgesagt. Nun, ich kenne in der Tat ein paar Menschen, die fleißig sind bis zur Selbstaufgabe, aber leider nicht gründlich genug bei der Innenschau. Denn dann würden sie für eine Zeit das Bedürfnis nach Fleiß der längst fälligen Erholungspause opfern. Und kann man es als "Fleiß" bezeichnen, wenn ein kranker Mitarbeiter aus Angst um seine Stelle mit 39° Fieber am Arbeitsplatz erscheint?

"Ordnung" ist auch etwas existenziell Wichtiges - allerdings haben viele Menschen ausschließlich das Bedürfnis, ihren eigenen Bereich in Ordnung zu halten; sobald sie irgendwo zu Besuch sind, ist es vorbei mit dem Ordnungssinn, und es wird nach Herzenslust herumgesaut. (Ich weiß, wovon ich rede - ich habe mir mein Studium unter anderem mit der Reinigung von Reisebussen finanziert.)
Ordnung im globaleren Sinn funktioniert auch nicht immer oder wird häufig von der Vergesslichkeit überflügelt. Denken wir an die dringend notwendigen Sparmaßnahmen: Eine positive Prognose (Das Vertrauen der mittelständischen Unternehmen in einen Zusammenhang zwischen Vollmond und Verkaufserlösen hat sich gefestigt.) reicht aus, der Sparzwang gerät in Vergessenheit, und es wird ordentlich Geld zum Fenster hinausgeworfen für weitere vertrauensbildende Maßnahmen. Oder noch mehr Prognosen. Also schon auch ordentlich. Aber leider nicht zielführend.

Früher hieß es, dass Geist, Intelligenz und musisches Talent zu den deutschen Tugenden gehören. Setzen Sie sich doch einmal zur Mittagszeit in einen Schulbus, betreten Sie zur Stoßzeit den Freihantelbereich eines Fitnessclubs oder bringen Sie eine Wanze in einem tiefer gelegten Golf mit Northeimer Kennzeichen (Alternativ: EIC, NDH, WBS, HR, KB...) an. Falls ich diesen Post überlebe, können wir uns gern über Ihre Forschungsergebnisse austauschen. Ergebnisoffen.

08 August 2010

Drei Worte

Ich bin dankbar.
Ich danke Dir.
Bin weit gelaufen.
Habe Schönes gesehen.
Bin geliebt worden.
Hatte einen Tag.
Sonne auf Haut.
Werde gut schlafen.
Von Dir träumen.
Fühle Dich hier
und bin trotzdem
in meiner Nähe.

Karate Kid - "Remake"

Dieser Film ist viel, viel besser als ein schlichtes Remake nach knapp 25 Jahren! Der Lieblings-Ex und ich haben uns gegenseitig die Tränchen abgewischt zwischendrin. Okay, okay, wir sind beide Filmheuler, zugegeben! Trotzdem: Der Film ist berührend, voller Action, Jaden Smith der beste Nachwuchsschauspieler, den ich jemals gesehen habe, Jackie Chan macht Pat Morita alle Ehre, und das Ende ist im Vergleich zum Original überraschend, aber äußerst versöhnlich. Sollte da tatsächlich eine neue Geisteshaltung zum Vorschein kommen? Respekt statt Rache?

Außerdem hat der Film Überlänge - und nicht nur aufgrund der Wucherpreise im Kinopalast finde ich Überlänge gut und habe die zunächst leisen und gegen Ende immer massiveren Beschwerden meines Rückens zwar nicht ignoriert, aber mit Langmut ertragen.

Wenn Sie also entweder ein Kind der 80er sind oder eine starke Affinität zu diesem goldleuchtendsten Jahrzehnt verspüren, die Chinesische Mauer mögen, großartige Naturaufnahmen (Die gab es als Zugabe.) und Kampfsport à la Rocky oder Bloodsport (Sie wissen schon: Die Helden trainieren wie die Verrückten, machen entweder Spagat zwischen zwei Stühlen oder rennen irgendeinen Berg hinauf; im Wettkampf bekommen sie ununterbrochen Prügel und gewinnen dann allein aufgrund ihres Kampfgeistes.), sollten Sie sich diesen Film nicht entgehen lassen.

Manches läuft immer zur genau richtigen Zeit vor den Füßen herum, und wenn es dann "dran" ist, kann es auch mitgenommen werden. So etwas Ähnliches sagt der Lieblings-Ex (Dem ich übrigens mit einem Tag Verspätung die "Kinderaugen" widme.). Recht hat er!

Warum ich "es" heute aufgehoben habe und eine Zeitlang mit mir herumtragen werde, ist eine andere Geschichte, die ich möglicherweise nicht erzählen werde.

07 August 2010

Liebe

kann immer nur dort sein, wo sie ersehnt wird.

Wünsche reichen nicht.

Träume lügen.

Kinderaugen

sehe ich noch immer.

Dein Lächeln ist
geblieben,
allem
zum Trotz.

Du siehst die Sonne
wo andere sich längst
abgewandt haben.

Du ergreifst Möglichkeiten,
wenn die meisten längst
aufgegeben hätten.

Das Lächeln,
das Du dem Leben schenkst,
ist
unwiderstehlich!

Nur geträumt

Unsicherheit
nur Du
siehst
eine
Regung.

Liebe?
Eins-Sein?
Beieinander?
Ewige
Nächte?

Niemals!
Ich
choreographierte
Harmonie.
Tat
so, als ob.

Aber
lebendig
sein

liebt
Überfluss, nicht schlichtes
Gelingen.

Ich habe den Aufkleber!

Und fühle den tiefen, inneren Drang, meinen Mitmenschen mitzuteilen, dass ich auf gar keinen Fall eine Kinderhasserin bin. Ich liebe Kinder! Allerdings finde ich die meisten Eltern ziemlich daneben.
Ehrlich, wie soll denn aus einem Kind ein glücklicher, erfolgreicher und gesunder Mensch werden, wenn es den fluchend hinter Mammas oder Pappas Auto Herschleichenden als "Mandy", "Kevin", "Chantalle", "Dario" oder sonst eine Zustandsbeschreibung vorgestellt wird? Dieses arme, unschuldige Wesen verbringt einen großen Teil seines kleinen Lebens auf dem Rücksitz eines persönlichkeitslosen Kombis und würde ununterbrochen Flüche hören, wenn nicht zwei Scheiben zwischen dem Kind und den Fluchenden wären!

Also noch einmal: Ich mag Kinder! Bitte lassen Sie nicht die Luft aus meinen Reifen, nur weil Sie sich über den Aufkleber ärgern; ich dränge Sie ja auch nicht von der Straße, weil ich zuhause ankommen möchte, bevor ich die letzte Ölung beantragen muss!

04 August 2010

August. Wetter.

Anfang August ist es, und gerade hatte ich die Gelegenheit, einer Regenwand beim Heranwabern zuzusehen. Auch zuzuhören. Die Vögel stellten ihr Gezwitscher ein, der blaue Himmel über meinem Dachfenster wurde schwarz, und kurz darauf prasselte es.
Wenn ich vom leichten Gekübel absehe, sieht es fast wieder friedlich aus da draußen.
Von drinnen.
Denn da draußen ist es a...kalt, es weht ein eisiger Wind (gefühlt, nach zwei Wochen Hitzewelle), alles ist irgendwie feucht, und auch, wenn dies eine Angelegenheit ist, die deutlich außerhalb meines Einflussbereichs liegt, habe ich ein paar Probleme damit, bei diesem üblen Mistwetter nicht eventuell zuständige Institutionen zu beschimpfen.
Meine Mutter, die schon länger nach dem Motto "Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich's gänzlich ungeniert!" lebt, hat sich angewöhnt, in solchen Fällen Petrus zu beschimpfen. Auf offener Straße. Erst vorgestern hat sie ihm in aller Öffentlichkeit erklärt, dass Schirmhalten und Einkaufswagen ziehen anstrengend sind und er sich gefälligst zeitnah entscheiden soll, ob sie einen Bus braucht oder auch per Pedes (trocken) nach Hause kommt.

Aber gute Laune ist ohnehin relativ. Ist es gute Laune, wenn ich behaupte "Alles wird gut! Ich weiß nur nicht, wann.."? Ist es gute Laune, wenn ich bei "Faster, Harder, Scooter!" laut mitbrülle, rechts überhole und auf die Pennschüssel im Auto vor mir schimpfe?

Einigen wir uns auf: "Da ist Wetter."? Oder: "Lass uns morgen darüber reden."?

03 August 2010

Liebestolles Dahinschmelzen

Schneemänner haben es ja auch nicht leicht. Schon gar nicht im Sommer. Oder haben Sie irgendwann während der letzten Monate an Schneemänner gedacht? Ich nicht. Ich habe aber auch keinen gebaut und dann kläglich schmelzen lassen mit den ersten Frühlingssonnenstrahlen; stattdessen habe ich einigen beim Sterben zugesehen. Was traurig war.

Heute, aus gegebenem Anlass (siehe unten), habe ich mir vorgestellt, dass ein Schneemann heftig in eine Eisblume verliebt war und immer Richtung Fenster geschaut hat, an dem sie jede Nacht neu erblüht ist und sich dann am Morgen in neuer Pracht zeigte.
Leider konnten sich weder Schneemann noch Eisblume bewegen, und so blieb ihnen nichts anderes übrig, als sich aus der Ferne anzuschmachten. Kurz. Denn sobald die ersten Sonnenstrahlen auf das Fenster trafen, schmolz die Eisblume, und der Schneemann blieb allein zurück.

Bis eines Tages die Sonne im genau richtigen Winkel auf das Fenster schien und ihre reflektierten Strahlen den Schneemann trafen. Dieser fühlte die Wärme, fühlte, wie sein kaltes Herz langsam schmolz, Tränen flossen aus seinen kohlschwarzen Augen, er wurde kleiner und kleiner, bis nichts von ihm übrig blieb als ein in die Ewigkeit gehauchtes "Endlich!" und ein feuchter Fleck vor dem Fenster, den die Sonne im Laufe des Nachmittags trocknete.

Wären Sie melancholisch veranlagt, könnten Sie jetzt mit dem Schneemann und der Eisblume fühlen, vielleicht würden sogar ein paar Tränen fließen beim Gedanken an diese tragische Liebe.
Sind Sie dagegen eher das optimistische Modell, können Sie sich vielleicht vorstellen, dass die zu Tauwasser verwandelten Liebenden sich unter der Erde wiederfanden und durch ihre Vereinigung für das Aufblühen der ersten Frühlingsblumen sorgten.
Sie sind Realist? Das glaube ich nicht - denn dann hätten Sie Wichtigeres zu tun, als alberne kleine Geschichten von liebestollen Wintergestalten zu lesen.

Wie ich darauf gekommen bin? Ich habe schon wieder "Unheilig" gehört, "Herz aus Eis" (Herzlichen Dank an den Grafen!), den Rest haben meine Finger auf der Tastatur ganz von allein gemacht.

Außerdem ist es a...kalt heute: 22°.

02 August 2010

"Freiheit!"

... schrie Mel Gibson in "Braveheart", und keine Folter, keine Versprechen, keine Macht der Welt konnte ihn von diesem Glauben abhalten.

Etwas Ähnliches habe ich gerade sehr tief in meinem Inneren wiederentdeckt: Freiheit. Unabhängigkeit. Nichtangewiesensein.

Allerdings muss ich zugeben, dass ich im Notfall (Jemand stellt mich vor die Wahl, für andere oder ein Wort zu leiden oder so zu tun, als ob.) möglicherweise einen schnellen Tod der Folter vorgezogen hätte; erfahrungsgemäß sind diejenigen, für die man leidet und kämpft und stirbt, eher vergesslich. An Bravehearts Stelle hätte ich gesagt: "Jep! Die katholische Kirche ist geil! Der König ist noch viel geiler! Freiheit finde ich schon irgendwie nicht so wesentlich." Und spätestens, wenn das Fallbeil dann auf mich heruntergefallen wäre, hätte ich meine beiden Mittelfinger herausgestreckt und "Lüge!!!" geschrien. Ich bin allerdings in der Zivilisation aufgewachsen, nicht in Schottland...

Meine Freiheit ist eine andere: Ich muss nicht dafür sterben, und meine Kämpfe sind blutlos, wenn auch nicht weniger anstrengend.
Meine Freiheit ist eine Freiheit von Deinem Geist. Wer immer Du sein magst...