21 März 2012

1. Monat!

... und trotzdem ist mir gerade überhaupt nicht nach Feiern zumute.

Nein, ich möchte NICHT darüber schreiben! Wenn Sie gerade Fußball gehört oder geschaut haben, sollte Ihnen klar sein, dass ich mich gerade in einem Taumel zwischen tiefer Depression und größter Mordlust befinde.

Ein Versprechen zur Nacht: Ich werde Sie nicht mehr mit Fußballgeschichten belästigen. Fußballgucken ist für Doofe. Ich bin intelligent. Seit gerade eben.

18 März 2012

Tag 26, der Untergang von König Otto und verklappte High Heels

So langsam gehen mir die Zahlen der letzten Spiele mit bayrischer Beteiligung auf die Nerven. Gut, auch Hannover schlägt sich momentan recht wacker, aber trotzdem... Spaß macht das nicht.

Und gestern habe ich mir während meines Frühjahrsputzes auch noch die Bundesliga-Show auf NDR2 angehört - mit sämtlichen Konferenzschaltungen und Werbeunterbrechungen! Letztere sind übrigens besonders perfide, jedenfalls für nicht Werbeunterbrechungsprofis. Bei jedem zweiten Spot dachte ich, es geht weiter. Aber nichts da: Krombacher kündigt die Konferenz an, die dann nicht kommt, weil Hasseröder sagt, dass man nüchtern Auto fahren soll, dann gibt es noch die richtige Entscheidung im Autohaus und Frühlingsfrische im Baumarkt.

Aber gut, es hat mich ja niemand dazu gezwungen! Außerdem war ich in solch einer Aufräum- und Wegwerfwut, dass es mir überhaupt nicht weiter aufgefallen ist. Und wenn, habe ich rasch auf "Pause" gedrückt - das geht nämlich beim Livestream (den ich erst seit ein paar Wochen kenne, erzählen Sie es bitte nicht weiter!) auch.

Woher mein neuerwachtes Interesse an der Fußballbundesliga kommt? Keine Ahnung. Die Spieler kenne ich ja glücklicherweise immer noch nicht alle. Eigentlich verfolge ich nur, ob Bayern München verliert, ärgere mich, wenn das nicht geklappt hat, und gebe mich ansonsten norddeutschem Lokalpatriotismus hin.
Und natürlich verfolge ich das Wirken meines ehemaligen Traineridols Otto Rehagel, hatte ich doch gehofft, er straft all die "Der ist doch viel zu alt!"-Schreier Lügen. Hat leider bisher nicht funktioniert. 2004 ist eben doch schon 8 Jahre her, und die Berliner sind keine Griechen.

Dieses seltsame Interesse an Bundesligaergebnissen und Trainerwechseln muss irgendwie mit meinen ausrangierten High Heels zu tun haben: Seit ich endgültig beschlossen habe, diese Selbstmordwerkzeuge nicht mehr an meine Füße zu lassen, sind meine männlichen Anteile wieder erwacht. Und die fahren erstens wie die Wildsau Auto, können zweitens nicht gleichzeitig einen Termin eingeben und sinnvolle Sätze bilden und hören eben drittens Fußball. Heute abend habe ich mich außerdem dabei ertappt, dass ich meinen Bizeps mit dem des Nebenmannes verglichen habe. Er hatte den größeren. Dafür sind meine Zöpfe länger. (Ups, das war mein weiblicher Anteil! Herzlich willkommen!)

Aber kommen wir noch einmal auf die High Heels zurück: Ich habe ja Rücken und damit eine sehr gute Entschuldigung. Aber selbst, wenn alle meine Bandscheiben da wären, wo sie ordnungsgemäß hingehören, würden mich keine 10 Pferde mehr in diese Dinger hineinbekommen. Auch kein Kerl.
Meine Theorie, warum der Durchschnittsmann so auf Frauen steht, die in 12-cm-Pfennigabsätzen daherstolpern, ist folgende: Frau steht ja quasi auf Zehenspitzen. Das führt automatisch dazu, dass sie erstens den Hintern rausstreckt, um nicht auf die Klappe zu fallen und durch das erzeugte Mörderhohlkreuz natürlich auch der Busen einen halben Meter nach vorn gedrückt wird. Und was haben wir da? Genau die zwei Attribute, auf die erwähnter Durchschnittskerl so verrückt ist. Ganz davon abgesehen, dass an Flucht überhaupt nicht zu denken ist. Also nichts wie umgeworfen die Dame und an den langen blonden Haaren ins nächste Wasserbett gezerrt. Der Rest ist wildes Gluckern.

Huch, ich schweife ab - das war wieder mein weiblicher Anteil. Der funktioniert nämlich auch in flachen, bequemen Schuhen.

Eine sinnvolle Sache gibt es allerdings, die frau mit High Heels tun kann: Lesen Sie meinen nächsten Kurzkrimi, dann wissen Sie es! (Nein, Sie müssen jetzt noch nicht googeln - die Idee kam mir gerade eben. Ich sage aber gern Bescheid, wenn ich fertig bin.)

Haben Sie es nett, pflegen Sie alle Ihre Anteile und laufen Sie häufiger barfuß - das ist gesund!

16 März 2012

Tag 24 und die männlichen Fruchtfliegen

"Wenn männliche Fruchtfliegen keinen Sex bekommen, suchen sie Trost im Alkohol. Sexuell zufriedene Fliegen-Männchen trinken deutlich weniger, schreiben US-Forscher im Fachmagazin „Science“. Sex aktiviere genau wie Alkohol ein Belohnungszentrum im Gehirn. Möglicherweise könne die Untersuchung dazu beitragen, Suchtverhalten beim Menschen besser zu erklären und zu behandeln.

Die Forscher um Galit Shohat-Ophir von der University of California in San Francisco hatten im Labor männliche Fruchtfliegen mit weiblichen zusammengebracht, die sich zuvor bereits gepaart hatten. Die Weibchen hatten folglich kein Interesse mehr an Sex und wiesen die Männchen zurück. Ließen die Wissenschaftler den frustrierten Fliegen-Männchen anschließend die Wahl zwischen normalem und Ethanol-haltigem Futter, stürzten sie sich auf den Alkohol.

Zurückweisung und das Verlangen nach Ersatzbefriedigung

Die Forscher fanden auch eine Erklärung für das Verhalten: Sex und Alkohol veränderten den Gehalt eines kleinen Moleküls im Gehirn der Fliegen, berichten sie. Nach Sex werde mehr von dem Neuropeptid F genannten Molekül gebildet. In der Folge lasse das Verlangen nach Alkohol nach. Bei zurückgewiesenen Fliegen-Männchen hingegen sei das Neuropeptid-F-Level sehr niedrig. Die Fliegen erhöhten ihn durch den Verzehr von Alkohol.

In verschiedenen Experimenten belegten die Forscher diese Annahme. Sie zeigten, dass sie das Trinkverhalten der Fliegen beeinflussen konnten, indem sie den Neuropeptid F-Gehalt im Gehirn gezielt veränderten. Beim Menschen gebe es ein ganz ähnliches Molekül, das Neuropeptid Y, heißt es in einer Pressemitteilung der Universität von Kalifornien."
... heißt es in einem Artikel bei Focus Online heute. Also... Wenn ich Kerl wäre, würde ich mich ja gegen solche Vergleiche verwahren! Okay, Zurückweisung durch das (welchem Geschlecht auch immer angehörende) Objekt der Begierde führt zu Frustration. Und die wird in unseren Breitengraden gern mal in Hochprozentigem ersäuft. Wobei ja alle, die das schon einmal versucht haben, feststellen mussten, dass Kummer erstens schwimmen kann und sich zweitens unter Alkoholeinfluss gern noch ein wenig aufbläht.

Trotzdem - ich möchte nicht mit einer Fruchtfliege verglichen werden! Möglicherweise schrumpfen ja unsere intellektuellen Möglichkeiten angesichts heftigen Liebeskummers auf Insektenniveau (was eindeutig gegen derartige Aktivitäten spräche, Frühling hin oder her), aber spätestens, wenn wir am nächsten Morgen mit einem kapitalen Kater erwachen, haben wir erstens unser - wenn auch noch watteummanteltes - Gehirn wieder und zweitens einen guten Freund, der uns durch den Tag begleitet.

Oder ist das bei Ihnen anders, meine Herren?

Welche Schlüsse ziehen wir also daraus?
  1. Sex nur mit willigen Partner/innen verhindert Frustration und Alkoholmissbrauch.
  2. Wir bitten Herrn Prof. Dr. Mang, eine Zeitlang von Brustvergrößerungen, Fettabsaugen und Schamlippenkorrektur abzulassen und sich mit der Entfernung des Neuropeptid F aus unseren Gehirnen zu befassen. Sieht bestimmt auch nicht gut aus, das Ding.
  3. Sport treiben, statt verzweifelt nach einem Partner oder einer Partnerin zu suchen! Erstens ist das gesund, zweitens schüttet der Körper haufenweise Drogen aus, die absolut legal und kostenfrei sind und trotzdem glücklich machen und drittens sollten wir hemmungslose Paarungsversuche ohnehin besser den Fruchtfliegen überlassen. Finde ich.
  4. Haben Sie ein schönes Wochenende!

P.S.: Bin bei Tag 24. Es geht mir großartig. Ich habe ein Kilo abgenommen und das gestern mit einer halben Packung Cremissimo, Geschmacksrichtung "Sacher Torte" und einer kleinen Packung Jahrmarktswaffeln gefeiert. Da war wahrscheinlich auch dieses Neuropeptid F dran schuld. Oder Cortisol. Vielleicht sollte ich mich auch doch auf die Suche nach einem Kerl machen, wenn ich ernsthaft abnehmen will. (Theo???)

...
Studie zu Liebesenttäuschten: Fruchtfliegen ertränken Sex-Frust im Alkohol - weiter lesen auf FOCUS Online: http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/natur/studie-liebesenttaeuschte-fliegen-suchen-trost-im-alkohol_aid_724548.html

13 März 2012

Tag 21 - Schweizerisch sprechende Fußballer mit Migrationshintergrund

Irgendwann demnächst muss ja der von mir hochgeschätzte FC Bayern München wieder gegen Basel antreten. Das ist dieser Schweizer Verein, der in der Hinrunde 1:0 gewonnen und mir damit ein feierabendliches, äußerst beglücktes Lächeln entlockt hat. (Liebe nordhessischen Bayern-Anhänger: Das war böse! Ich werde gleich nach meiner heutigen Therapiestunde 100mal "Du sollst nicht schlecht über fremde Fußballvereine reden!" schreiben. Versprochen.)

Heute steht ein Spiel mit ähnlicher Brisanz an wie weiland im DFB-Pokal-Endspiel zwischen Bayern München und Borussia Mönchengladbach (Bevor Sie sich totgoogeln: 31.05.1984, der falsche Verein hat 7:6 nach Elfmeterschießen gewonnen.) Verschossen wurde der entscheidende Elfmeter von einem Herrn namens Lothar Mattäus. Es war sein letztes Spiel für 'Gladbach, bevor er zum FC BAYERN MÜNCHEN wechselte. Elender Verräter, der! Aber er ist ja gestraft genug: Damals war er schon nicht besonders hell, konnte aber gut Fußball spielen. Und so ein Fußballerkopf sollte ja köpfen und nicht denken.
Heute gibt es eine Doku-Soap mit ihm, in deren Verlauf er seinem überragenden IQ zu verdankende Bonmots unter das Unterschichtenfernsehvolk werfen kann, seine Freundinnen werden immer jünger und sind - obwohl in der Regel strotzdoof - immer noch schlauer als er. Weswegen sie ihm auch in immer kürzeren Abständen weglaufen.

Tja, hätte er damals ordentlich gespielt...

Ups. "I'm blowing away!", wie der Brite zu sagen pflegt (hoffe ich jedenfalls, dass er das so sagt...).

Heute spielt bei Basel ein junger Mann namens Xherdan Shaqiri mit. Der spricht erstens perfektes Schwytzerdütsch und wird zweitens in der nächsten Saison zum FC Bayern München wechseln. Hoffen wir also für Basel, dass es kein Elfmeterschießen geben wird.

Das war der etwas längere und nicht sehr wichtige Teil meiner fast täglichen Botschaft aus der geistigen Welt.

Wichtiger: Tag 21. Oder anders: 3 Wochen geschafft! Oder noch anders: "Nichts auf der Welt ist so mächtig wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist." (Victor Hugo)

Zusammengefasst: "Entscheide Dich, hol dreimal tief Luft, kneif die A...backen zusammen, und dann nix wie los!" (La Guapa)

11 März 2012

Tag 19 - Frauen überholen.

Nein, ich habe nicht geschwiegen, weil ich meinen nicht durchgehaltenen Vorsatz betrauert habe! Da muss ich erstens die "Auf-eine-Niederlage-Warter" und zweitens die "Alles-ist-unglaublich-schwer-Vertreter" ent-täuschen (kein Flüchtigkeitsfehler, sondern im Sinne von "Ende der Täuschung" gemeint).

Heute ist Tag 19, und es ist immer noch leicht. Unglaublich leicht. So leicht, dass ich mir überhaupt nicht vorstellen kann, warum ich solche Angst davor gehabt habe. Aber das erwähnte ich möglicherweise schon.

Übrigens habe ich während der letzten Woche herausgefunden, warum der schnarchtatzige Pendler vor mir gedacht haben mag, was er möglicherweise gedacht hat: Ich fahre irgendwie irre schnell. Überall. Glücklicherweise ist das Gesetz mit diesen fiesen 8 Punkten, die man selbst bei kleinsten Verstößen (z.B. wenn man ein unsinniges Schild ignoriert) innerhalb kürzester Zeit sammeln kann und die dann zu zwangsweiser Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs führen, noch nicht in Kraft, und so nehme ich meinen gefühlten Spielraum so lange wahr, wie es eben geht.
Das macht natürlich, dass all diejenigen, die so fahren wie es auf den schwarzen Zahlen im roten Kreis steht, viel zu langsam sind. Warum machen die das auch? Der Verkehr würde viel störungsfreier fließen, wenn alle mit meiner Haltung unterwegs wären. Und mehr Spaß machen würde es auch.

Mein lieber Freund La Guasa hat ja anlässlich des vergangenen Weltfrauentages ein wenig nachgeforscht. Ergebnis siehe hier: http://ineinemzug.blogspot.com/2012/03/schlagzeilen-zum-weltfrauentag.html.
Ich habe ebenfalls Feldstudien betrieben und bin dabei zu folgendem, nicht zwingend repräsentativen Ergebnis gekommen: Ich bin nicht mehr die gefühlt einzige Frau, die etwas offensiver unterwegs ist! Neuerdings werde ich erschreckend häufig von übermotorisierten SUVs abgehängt, von Kleinwagen mit Gebamsel am Rückspiegel bedrängt oder rechts überholt von der Familienkutsche. Und da sitzen Frauen drin! Solche wie ich! Das irritiert mich maßlos und macht mich auch ein kleines Bisschen ärgerlich. Wie sollen wir denn den Kerlen glaubhaft klarmachen, dass sie ihre Potenzprobleme mit dem fahrbaren Untersatz zu kompensieren versuchen, wenn wir selbst so tun, als hätten wir Eier?

Wenn nur ab und zu mal eine Frau fährt, als trainierte sie für die Rallye Monte Carlo (nämlich ich und vielleicht noch eine), wäre das ja in Ordnung. Aber wo bleibt das Alleinstellungsmerkmal, wenn selbst die hauptberufliche Hausfrau mit minderjähriger Brut auf dem Rücksitz und den entsprechenden Aufklebern ("Marialara an Bord" oder "Karim Johannes fährt mit") an der Windschutzscheibe sich wie eine durchs Gebüsch brechende Wildsau gebärdet?

Glücklicherweise ist bald Frühling. Dann nehme ich das Fahrrad und erschrecke Fußgänger. Da kommt mir wenigstens keine makellos manikürte Chefsekretärin im Mini in die Quere.

05 März 2012

Tag 13 und Gedanken eines Northeimer Pendlers

Dass ich jetzt bei Tag 13 bin, finde ich gar nicht mehr erstaunlich. Es ist wie früher beim Schulaufsatz: Wenn man erst einmal den Anfang gefunden hat, geht alles andere leicht. Ist beim Wechsel vom rauchenden zum nichtmehrrauchenden Menschen ähnlich. Irgendwie scheint es immer die Angst vor der Änderung zu sein, die uns daran hindert, den Tellerrand zu verlassen und uns mit dem Gedanken anzufreunden, dass die Erde zwar schon lange rund, das aber noch längst nicht alles an Erkenntnissen ist, die wir suchen dürfen.


Okay. Hier bin ich also: Kurz vor Woche 2, immer noch bestens gelaunt, einigermaßen energiegeladen (trotz exzessivem DVD-Konsum am Wochenende) und wild entschlossen, die faule Sau in mir aufs Feld zu treiben und mehr zu schreiben.



Erzählen Sie es nicht weiter, bitte. Ich bin schon bei der Arbeit. Aber das muss ich unbedingt loswerden! Und die schriftstellerisch verbrachte Zeit arbeite ich nach - Ehrenwort! (Meines gilt - ich bin nicht Bundespräsidentin!)


Ich wohne ja 15 km von meinem Arbeitsplatz entfernt. Mein Weg führt mich tagtäglich über die B3, und mitten auf der Strecke gibt es einen Tunnel. Den gibt es schon sehr, sehr lange. Heute habe ich mich geistig in das Auto meines Vordermannes (Astra, nicht mehr ganz neu) gesetzt, um sozusagen indianisch in seinen Schuhen zu wandern und ihn somit besser verstehen und vielleicht auch mehr wertschätzen zu können.


Es hat funktioniert! Kaum hatte ich meinen Geist geleert (was morgens um 7.00 Uhr relativ leicht ist) und mich an seine Stelle gesetzt, konnte ich ihn denken hören.



Und das ging so:

"Verdammt nochmal, hätte ich mich doch bloß nicht an die 50 gehalten, dann wäre jetzt nicht der Colalaster vor mir! Ohgottohgott, war die Auffahrt schon immer so eng? Schaffe ich es noch vor dem riesigen Polo da hinten? Okay... Bremsen... Warten... Und Vollgas! Juhu! Bin drauf!

Warum ist da so eine lange Schlange? Warum fahren die nur 60? Achja, der Colalaster. Blöd. Muss ich wohl hinterherschleichen.

Huch! Was war das denn? Schnell eine Vollbremsung! Da hat mich gerade ein Roller überholt. Boah, habe ich mich erschreckt. Das geht doch wohl gar nicht am frühen Morgen! Ich bin auf so etwas noch nicht eingestellt! Und warum fährt die blöde Kuh im Peugeot hinter mir so dicht auf? Ich kann doch gar nicht schneller!

Oh verdammt, Überholverbot. Naja, ich wäre ja sowieso nicht dran vorbei gekommen.

Was ist denn das? Ojemine, ein Tunnel! War der gestern auch schon da? Und man darf nur 80 fahren - schnell eine Vollbremsung. Ogottogott, ist das dunkel da vorn! Irgendwann durfte man doch mal nur 50 fahren. Da war diese Baustelle. Ist noch gar nicht so lange her.

Verdammt, Du blöde Ziege, halt Abstand!!! Ich fahre nicht schneller hier, es ist dunkel, da vorn ist der Colalaster und überhaupt durfte man hier früher nur 50. So!

Ich würde ja gern noch langsamer fahren; dunkel ist irgendwie anders als draußen. Eigentlich wäre ich sowieso viel lieber zuhause. Bin müde. Und warum schaffe ich es nie vor diesem Colalaster?

Ach Du liebe Güte, jetzt bremst der vor mir auch noch! Schnell mitbremsen, wer weiß, was da vorn los ist!

Da wird es hell. Gleich bin ich auf der Arbeit. Aber jetzt gebe ich erstmal Vollgas, ist ja zweispurig. Und ich muss erstens diesen doofen Colalaster überholen und zweitens die Kuh hinter mir verblasen.

Mann, bin ich froh, dass es gleich vorbei ist! Ich bin überhaupt noch nicht wach genug für solche Abenteuer."

01 März 2012

Tag 7 und 8, also Woche 1

Gestern habe ich mich erst als verhindertes Rechengenie geoutet und dann festgestellt, dass 14,8 km/h ziemlich flott und mit 5 kg Übergewicht nicht zu bewältigen ist. Habe mein Glück dann mit 13,8 km/h versucht und bin noch einmal kläglich gescheitert.

Die Tatsache, dass ich versucht habe, aus der Rechnung: Wenn ich 10 km in 60 Minuten schaffe, sind das 6 min/km und 10 km/h. So weit, so logisch. Um nun herauszufinden, wie schnell ich das Laufband einstellen muss, um die laut Trainingsplan kinderleichten 4,03 min/km zu laufen, habe ich versucht, einen Dreisatz bzw. Kettensatz zu bilden. Dreisatz kann ich ja gerade noch. Der hat aber nicht gereicht. Das Wort "Kettensatz" kenne ich noch aus meiner Berufsschulzeit. Punkt. Die Zelle, die weiß, wie man das macht, muss ich irgendwann versoffen haben. (Hallo Zwergenkönigin - Danke für das Bonmot!)
Also habe ich meinen für Kaufmännisches Rechnen zuständigen Kollegen angerufen, der ob meiner wilden Rechenoperationen kurz verwirrt war und mir dann sagte: "Teil doch einfach die 60 min. durch 4,03 min.!" Da muss ein auf Kompliziertheit eingestellter Mensch ja erstmal drauf kommen! Die Frage "Das ist jetzt aber nicht dienstlich, oder?" musste ich wahrheitsgemäß mit "Nö." beantworten.

60 min. geteilt durch 4,03 min. ergibt ca. 14,8 km/h. Womit wir wieder bei meinem gescheiterten Versuch wären.

Aber ich habe eine Entschuldigung: Erstens habe ich immer noch ein bisschen Angst um meinen Rücken; möglicherweise beschwert der sich, wenn ich uns zuviel zumute. Zweitens, drittens und viertens war es schon nach 20.00 Uhr, in der Muskelbude herrschte Pumakäfigklima, und ich war schon seit 15 Stunden auf den Beinen. (Nein, ist keine Entschuldigung. Ist einfach so.)

Zuhause habe ich dann mit einem Becher heißer Milch mit Honig und Mandelmus Woche 1 gefeiert.

Wirklich - letzte Woche hätte ich noch nicht gedacht, dass es mir so leicht fallen würde! Meine Theorie scheint zu funktionieren: "Alles, für das ich mich mit ganzem Herzen entscheide, ist leicht!" So!

Einziger Wermutstropfen dieses ansonsten perfekten Tages: Da bekommt jemand, gegen den gerade staatsanwaltlich ermittelt wird, als Belohnung dafür, dass er nach drei Monaten gezwungenermaßen Konsequenzen aus seinem ehrlosen Handeln zieht, einen jährlichen Ehrensold, für den ich (die ich mich für halbwegs integer halte) 6 Jahre arbeiten müsste. Herzlichen Glückwunsch, Herr Wulff - alles richtig gemacht!