26 März 2008

Abendspaziergänge

Manches ist gar nicht so schlimm, wie es zu sein scheint. Statt sich zum Verlierer zu küren, kann man das Problem zum Wettkampf machen. Man kann in die Sterne schauen. Man kann die Ruhe genießen. Vielleicht die Landschaft.
Es gibt haufenweise Sterne. Zwischen den Sternen tummeln sich Flugzeuge. Glücklicherweise stürzen sie nicht ab.
Manchmal schieben sich Wolken vor die Sterne, und dann vergesse ich, dass es die Sterne gibt. Und doch, sie sind da, ob ich sie sehe oder nicht.
Manchmal bitte ich die Götter, das zu tun, was gut für mich ist. Aber ich habe sehr genaue Vorstellungen von dem, was ich will und bin recht beleidigt, wenn die Götter eben nicht glauben, dass es gut für mich sein könnte.
Manchmal stecke ich meinen Kopf in den besagten Misthaufen und hoffe auf einen schnellen Erstickungstod. Aber ich muss weiteratmen, weil mein Instinkt mich dazu zwingt.
Manchmal tue ich Dinge, für die ich mich schämen sollte. Wenn ich dann genauer hinsehe, stelle ich fest, dass ich mir die Wahl genommen habe.
Manchmal wünsche ich mir etwas, verrate aber niemandem, was ich mir wünsche und bin dann sehr enttäuscht, dass ich nicht bekomme, was ich mir gewünscht habe. Dann erinnere ich mich daran, dass sogar der Weihnachtsmann nichts bringt ohne ordnungsgemäßen Wunschzettel.
Manchmal erwarte ich zuviel und gebe zuwenig.
Und wenn ich jetzt auf meinen Balkon gehe und den Kopf in den Nacken lege, werde ich Sterne sehen.

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