05 August 2018

Wochennachlese 2: Meine Höhepunkte und Aufreger der vergangenen Woche

Höhepunkt Nr. 1: Ich bin heute das erste Mal seit meinem aufgegebenen Versuch, den Ottonenlauf zu finishen, zweieinhalb Stunden gelaufen - bei ca. 28°, also angenehm kühlen, frischen Temperaturen. Das war voll schön! 

Höhepunkte Nr. 2 und 3: Zwei Besuche im Witzenhäuser Freibad.

Das Foto und weitere Informationen zu diesem wirklich schönen Freibad finden Sie unter http://www.stadtwerke-witzenhausen.de/de/baeder.


 
Höhepunkt Nr. 4: Der Einzug meines wunderbaren, formschönen, funktionalen und intuitiv zu bedienenden neuen technischen Kleingerätes. Er heißt Vivoactive 3 (nein, das ist keine Werbung!!!), und ich habe ihn jetzt schon lieb.





Aufreger Nr. 1: Da schreibt das örtliche Käseblatt auf einer halben Seite darüber, dass Menschen Hitze eher im Urlaub bereit sind zu tolerieren, weil sie sich im Urlaub gesünder ernähren, mehr schlafen können und nicht arbeiten müssen - und ich Volldepp lese das auch noch! 
Natürlich kann ich Hitze besser vertragen, wenn ich meine Beine im Pool hängen und einen Drink mit Schirmchen in der Hand habe, als wenn ich in Sicherheitsklamotten eine Autobahn teere, warme Brötchen aus einem heißen Backofen zerre oder im nicht klimatisierten Sprinter Eisdielenbedarf durch Ostwestfalen karre!

Echt jetzt: Das Einzige, was an der aktuellen Wetterlage extrem anstrengend ist, ist das dämliche Gerede darüber!

Aufreger Nr. 2: Gütersloh. Gucken Sie unten.

04 August 2018

Wochennachlese 1: Das Kennzeichen des Landkreises Gütersloh und seine schlimmen Folgen für den Verkehrsfluss

Das Kennzeichen von Gütersloh ist "GT". Die nicht besonders attraktive Stadt Gütersloh gehört zum schönen Ostwestfalen. Was Sie im Landkreis Gütersloh erwartet, ist ca. alle zwei Kilometer ein Schild, auf dem steht: "Im Landkreis Gütersloh wird zu Ihrer eigenen Sicherheit die Geschwindigkeit mittels Radar überwacht." (oder so ähnlich)
Dieses Schild wird begleitet von Tempo-70-Schildern, die sich vorzugsweise an gut ausgebauten, breiten Straßen befinden. Blitzer Geschwindigkeitskontrolle Radar Ge

Dämonen, Angst, Alptraum, Phobie
Ein Gütersloher Phobiker angesichts zweier Radarfallengespenster.
Wir müssen also davon ausgehen, dass Menschen, die permanent damit rechnen, in eine Radarfalle zu geraten und einige Wochen später die Differenz zwischen Tempo 70 und ihrer eigenen Geschwindigkeit zu zahlen gezwungen sind, mit der Zeit phobisch werden. So versuchen sie immer, möglichst schnell da zu sein - wo auch immer "Da" sein mag -, weil sie ja auf dem Weg nach "Da" meistens nur 70 km/h fahren dürfen. 
Rechnen Sie also nicht damit, dass Sie von jemandem vorgelassen werden, der mit einem Gütersloher Kennzeichen unterwegs ist.

Ebenso ist es unwahrscheinlich, dass der Fahrer eines solchen KfZ in der Lage ist, angesichts einer Spurverringerung von z.B. drei auf zwei Fahrspuren vor einer Autobahnbaustelle in der Lage ist, sich mittels Reißverschlusssystem in den fließenden Verkehr einzufädeln geschweige denn bis ans Ende seiner Spur vorzufahren. Nein, der Gütersloher an sich hat das dringende Bedürfnis, spätestens beim ersten Auftauchen des Hinweisschildes "Reißverschluss erst in 1.500 m" sofort auf eine sichere Spur zu wechseln.

Cosplay, Doof, Lustig, Dumm
Ein Ureinwohner des Landkreises Gütersloh beim Mittagessen.
Glauben Sie mir, Höflich- oder Zurechnungsfähigkeit sind weder im Landkreis Gütersloh noch von einem Fahrer mit dem dazugehörigen Kennzeichen zu erwarten! Beerdigen Sie diesbezügliche Erwartungen, sobald Sie die Außenbezirke erreichen! Rechnen Sie eher damit, dass der Gütersloher eher ein bisschen blöd ist.

Das wäre übrigens auch eine Erklärung für die vielen Radarfallen: Vielleicht wird deswegen soviel geblitzt, weil die Bewohner nicht in der Lage sind, ohne entsprechende Verkehrsüberwachung anständig Auto zu fahren.

03 August 2018

Die Verschwörung zwischen DHL, Deutscher Post und der Rentenversicherung

Im Grunde handelt es sich hier weniger um eine Verschwörungstheorie als vielmehr um eine noch zu verifizierende These.

Dieser Post entsteht übrigens, während ich zur Stoßzeit in der hiesigen Postfiliale als Vorletzte in einer anwachsenden Schlange von Kundinnen* stehe und darauf warte, ein Päckchen, das wie üblich nicht den Weg aus dem DHL-Fahrzeug in meine Hände gefunden hat, sondern eben den Umweg über die Postfilialenschlange gehen muss, in Empfang nehmen zu können.
 
In meditativer Langsamkeit bedient werden wir von einem männlichen Überbleibsel des Postbeamtentums. Er ist allein.
Warum sollte man auch zu besagten Stoßzeiten die einzige Filiale des Ortes mehrfach besetzen? Ja, es gibt drei Schalter; ich hege allerdings den Verdacht, dass diese nur deshalb noch nicht einer größeren Büropflanze weichen mussten, weil die Deutsche Post den Eindruch eines vorhandenen Potentials zu erwecken versucht.

Briefkasten Alt Post Postkasten Metall PosAber zu meiner Theorie: Die DHL liefert ja bekanntlich niemals direkt an die Empfängerinnen aus, sondern stellt grundsätzlich nur Personen ein, die in der Lage sind, sich lautlos anzuschleichen, eine Paketbenachrichtigung im Briefkasten zu applizieren und dann ebenso lautlos wieder zu verschwinden. Zumindest habe ich vor unserem Haus noch nie eine zuklappende Lieferwagentür gehört, sondern immer nur das endgültige "Klong!" unseres Briefkastendeckels, wenn ich meinen Spurt dorthin wieder gegen den Paketboten verloren habe. 

 So weit, so schlecht. Wir, die um den direkten Erhalt ihres Paketes geprellten Kundinnen sind also gezwungen, die nächste Postfiliale aufzusuchen. Dort finden sie... eine größere Schlange von Leidensgenossinnen.

Menschen, Stadt, Menge, Gruppe, Linie Während des nicht nur zur Vorweihnachtszeit gefühlt stundenlangen Anstehens kann es schon einmal zu Kreislaufzusammenbrüchen oder schlimmstenfalls Herzinfarkten kommen. Und hier kommt die Rentenversicherung ins Spiel: Jede Kundin, die beim Warten in einer Postschalterschlange frühzeitig ums Leben kommt, erspart Rentenzahlungen, die in die Zehntausende, bei guter Gesundheit sogar in die Hunderttausende gehen. Rechnet man die dazu, die beim Versuch, den Paketboten einzuholen, ihr Leben lassen, kommt man deutschlandweit auf Einsparungen in Millionenhöhe. Weil der Job körperlich und aufgrund der permanenten Beschimpfungen durch die Kundinnen auch psychisch belastend ist, verringert sich die Lebenserwartung der Paketboten ebenfalls signifikant.  Wir haben es also offensichtlich mit einem landesweiten Komplott zu tun, was hiermit bewiesen wäre.    


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... dessen Wirksamkeit auch im Tierversuch getestet wurde.

Einen Tipp habe ich allerdings noch, um die Effizienz dieser Tötungsmaschinerie namens "Logistik" zu steigern: Schalten Sie in Zeiten wie diesen die Klimaanlagen in den Postfilialen ab, sonst besteht allergrößte Gefahr, dass die Kundinnen sich während der Wartezeit von der Hitzewelle draußen erholen.


*Der besseren Lesbarkeit wegen benutze ich nur die weibliche Form. Dies bedeutet keine Geschlechtsdiskriminierung; Männer sind immer mit gemeint.

02 August 2018

"HInter jedem erfolgreichen Mann steht eine Frau...

... die ihm den Rücken freihält." So oder ähnlich lautet der Ausspruch, der gern bemüht wird, wenn der erfolgreiche Mann gefragt wird, wie er das geschafft hat. "Hätte sich meine Frau nicht um die Kinder/den Haushalt/den Hund/die Katze gekümmert, wäre es viel schwerer für mich gewesen." lautet dann gern die Antwort.

Wären wir etwas weniger wohlwollend, könnten wir es auch so formulieren: "Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine Frau, die ihm zuliebe auf ihren eigenen Erfolg verzichtet hat."

Oder noch deutlicher: "Vor jeder Frau, die immer noch in der Küche herumturnt, statt den Nobelpreis zu gewinnen, steht ein Mann, der ohne sie nicht einmal seine Unterhose fände."  

Natürlich, es gibt auch Frauen, die es trotz ihres berühmten Mannes geschafft haben, selbst erfolgreich zu sein: Simone de Beauvoir, George Sand, Marie Curie... Aber diese Damen sind erstens besonders herausragend und zweitens in der Minderheit.

Mit so einem seine Unterhose nicht findenden Herrn hatte ich gestern zu tun - glücklicherweise nur kurz. Ich könnte Ihnen Geschichten erzählen... Aber nachher liest der arme Kerl hier mit und findet nach der Lektüre vor lauter Schreck nicht nur seine Unterhose, sondern auch den Einschaltknopf seines möglicherweise vorhandenen Großhirns* nicht wieder, deswegen lasse ich das bleiben.
Nur soviel: Ich bin voller Dankbarkeit für eine Begegnung, die mir gezeigt hat, wie gut organsiert, intelligent, kräftig, belastbar, praktisch veranlagt und technikaffin ich doch bin. Gleichzeitig stehe ich einmal mehr völlig fassungslos vor einem Phänomen, das ich nur als "galoppierende Blödheit" bezeichnen kann - und bin voller Mitleid für die Dame, die dem einmal die Wäsche herauslegen muss...

Fußabdruck, Fuß, Drucken, Sand, Strand
Seine Fußspuren während des Versuches zu arbeiten habe ich hier einmal bildhaft nachgestellt.
"*Das Groß- oder Endhirn bildet den größten Teil des menschlichen Gehirns und den differenziertesten des Zentralnervensystems. Es ist verantwortlich für viele Denk- und Handlungsprozesse, die den Menschen von anderen Lebewesen unterscheiden." heißt es bei http://flexikon.doccheck.com/de/Gro%C3%9Fhirn

01 August 2018

"Hinter jeder laufenden Frau...

steht ein Mann, der mit Bananen wirft." 

Das ist eine kleine Abwandlung des Sprüchleins "Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau."

Meine Bananenwerfer (bildlich gesprochen) haben beim gemeinsamen Lauf dafür gesorgt, dass mein Durchhaltevermögen gestärkt, meine Durchschnittsgeschwindigkeit erhöht und meine nicht nur läuferische Komfortzone verschoben wurde (bei Temperaturen, bei denen zu laufen im Grunde Körperverletzung bedeutete) - dafür möchte ich mich an dieser Stelle recht herzlich bedanken.

Während der eine in einer Geschwindigkeit  vor mir die nicht enden wollenden Anstiege nahm, dass ich nicht allzu weit von leichten Minderwertigkeitskomplexen hinterher hechelte, zeigte mir der andere noch diese Schleife und jenen Anstieg und dort den viel schöneren Feldweg immer dann, wenn ich dachte, wir wären gleich fertig und wieder am Auto.

Wer weiß, wann ich am letzten Samstag ohne dieses Roßbächer Bootcamp* im Ziel angekommen wäre???

Gepard, Afrika, Namibia, Katze, Laufen
Dieser ist nach ein paar Trainingseinheiten ausgewandert.
Hier ein paar erfolgreiche andere Teilnehmer: 


Hase, Tier, Säugetier, Lepus, Tierwelt











Skelett Weis Fallen Laufen Stolpern Knoche
Der war zu schwach.
 Tier, Pferde, Freiheit, Mustang, Stute    


*Roßbächer Bootcamp: Eine spezielle Trainingsform, die nur in einem kleinen Ort inmitten des Naturschutzparks Kaufunger Wald praktiziert wird und die es den Laufenden zu einem späteren Zeitpunkt ermöglicht, irgendwie durchzuhalten.

31 Juli 2018

Reinigungskräfte von Orkanstärke


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Heute kommt wieder die Reinigungskraft. Das ist eine sehr angenehme, freundliche, ruhige Dame - solange sie nicht putzt. Weil sie von solch einer Urgewalt ist, dass es mir Angst macht, versuche ich an den "Putzfrauentagen" immer, woanders zu sein, an einem ruhigen, gemütlichen Ort: Im Fitnessclub oder Einkaufscenter, auf der Autobahn, bei der Arbeit. Gilt es, Dienstags (das ist der Putzfrauentag) eine Zwölf-Stunden-Vertretung zu übernehmen, bin ich sofort dabei. Ich befördere auch gern Eisdielenbedarf nach Berlin, um dort stundenlang im Stau zu stehen, wenn sich gar nichts anderes bietet.
Komme ich doch einmal in die Situation, zuhause bleiben zu müssen, habe ich sehr schnell das Gefühl, mich am Rande eines Tornados zu befinden. Ich sage ganz bewusst nicht "im Auge des Tornados", denn da soll es angeblich ruhig sein. 

Nach der Begrüßung, dem Austausch von Höflichkeiten und einem ersten Glas Wasser legt sie los. Romms, wird der Staubsauger aus der Ecke gezerrt, krawumm, folgen Eimer und Wischgerät, pengpuff, auch das Staubtuch kommt zum Einsatz. 
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Das mag für Sie jetzt übertrieben klingen, aber genau so ist es. Nur ein Beispiel: Wir haben so ein hochprofessionelles Bodenwischgerät mit dazugehörigem Eimer. Wenn man es richtig macht, kann man den Wischer irgendwie in einem Aufsatz des Eimers auswringen. Das Teil rotiert dann. Wenn meine liebe Schwiegermutter damit hantiert, hört man allenfalls ein leises Platschen. Ich benutze ganz altmodisch einen geräuschlosen Wischmop, weil ich mit diesem neumodischen Kummuff (nordhessisch für "Zeug, Kram") nicht klarkomme. Die nette Dame schafft es, mit diesem Gerät den Lärm einer im Gleichschritt marschierenden Bundeswehrkompanie nachzuahmen.

So geht es exakt drei Stunden. Der Staubsauger röhrt, der Wischer krakeelt, der 

Staubwedel macht Kapow Comic Comic-Buch Kampf Explosion Kra, und ich bin spätestens zur Halbzeit ein zitterndes Nervenbündel.

Wenn ich putze, hat das immer etwas Meditatives, Ruhiges. Ich halte das, was ich da tue, trotzdem für effektiv, und ich finde auch den Schmutz in den Ecken, weil ich gern einmal den Reinigungsvorgang mit ein paar sportlichen Aktivitäten verbinde.
Aber die nette Dame wurde zur Entlastung meiner lieben Schwiegermutter engagiert. Das funktioniert zwar nicht, weil diese immer schon am Tag vorher saubermacht, damit die Reinigungskraft einen guten Eindruck von uns hat, aber mich hat ja wieder keiner gefragt.

Tatsache ist: Dienstags kann ich endlich einmal das Meditieren auf einem überfüllten Flughafenterminal oder bei Kampfhandlungen proben.
 
Ein Gutes hat der alle zwei Wochen stattfindende, putzende Tornado jedoch: Wenn der Niedersachse nach Nordhessen einmarschiert, kann mich das nicht mehr erschrecken. Ich werde ihm mutig mit dem Wischmop in der Hand entgegentreten. Hintergrund, Eimer, Caucasian, Aufgaben

30 Juli 2018

Wo ist der Clown, der den Stau lustiger macht?

Die folgende Aufzeichnung stammt vom letzten Donnerstag. Da durften wir den vorerst heißesten Tag des Sommers erleben, mein Sprinter hatte eine nicht funktionierende Klimaanlage, was besonders tragisch ist, wenn man erst zu spät merkt, dass die Luft, die aus den Lüftungsschlitzen kommt, nur minimal kühler ist als die Hitze, die einem Backofen unmittelbar nach dem Öffnen entweicht. 

Feuer, Holzbrand, Flammen, Brennen

Aufgrund der Hitze habe ich vergessen, dass ich mir das erzählt habe, aber jetzt habe ich es zufällig wiedergefunden und möchte es Ihnen nicht vorenthalten.

Autobahn, Rettungsgasse, Stau, Auto 


Es ist also Donnerstag, der 26. Juli, wir befinden uns auf der A33, irgendwo bei Paderborn (Ostwestfalen), und es ist recht warm.

"Ich stehe im Stau auf der A33, bei 38° und weit geöffneten Fenstern, weil ohne Klimaanlage. Selbstverständlich habe ich mich an der Bildung einer ordnungsgemäßen Rettungsgasse beteiligt und quetsche mich an die linke Leitplanke, während rechts von mir ein osteuropäischer LKW nach dem nächsten durch eben diese Rettungsgasse hindurchjagt. 
Deshalb fühle ich mich nicht nur gekocht, sondern auch verarscht und verfluche jegliche Form von Warentransport durch LKW, aber das ist nicht das Thema. Auf dem Randstreifen fährt vorbei ein orangefarbenes Fahrzeug, das ebenfalls orange blinkt und auf dessen Rückseite "Fahrbahnunterhaltung" steht.
Jetzt warte ich die ganze Zeit darauf, dass Musik aus unsichtbaren Lautsprechern ertönt, ein Clown herausspringt und ein paar Späße macht Zirkus Clown Lachen Jonglieren Gaukler Bäloder jemand aussteigt und den Wartenden eisgekühlte Getränke serviert. Aber niemand unterhält uns. Wir stehen weiter im Stau. Doof. Warum nennen die das 'Fahrbahnunterhaltung', wenn sie einfach nur blöd herumfahren???"