27 Mai 2018

Bilstein-Marathon 2018 - Spätlese

Liebe Leserin, lieber Leser!

Auf diesen Post wartet seit fast drei Wochen ein heldenhafter Finisher der 42,195 km, die sich auf ca. 1.150 Höhenmeter verteilen, und deswegen musste er auch dringend geschrieben werden. Wegen des Heldenhaften, das allen Marathon-Finishern anhaftet. Weil ich eine faule Sau bin, eben erst heute. 

Wenn Sie mit Laufen nichts am Hut haben, brauchen Sie hier nicht weiterzulesen. Denn genau darum geht es: stundenlanges Laufen und viel "ruff un runner", wie der Nordhesse sagt, schönes Wetter und darum, dass ich meinen Spaß daran entdeckt habe, anderen bei der Rennerei zuzusehen. Allerdings brauche ich diese Erfahrung nicht noch einmal, so dass ich meine nächste Laufgeschichte wieder mit eigenen Füßen erleben möchte.

Möglicherweise haben Sie mein Fußgemurkel mit verfolgt, das mich fast fünf Monate lang gepiesackt hat. In diesen fünf Monaten bin ich ungefähr soviel gelaufen wie im Normalfall in ein bis zwei Wochen. Das war doof. Deswegen habe ich, als klar war, dass der Bilstein-Marathon dieses Jahr ohne mich auskommen muss, eben geholfen: Tische schleppen, Kisten schleppen, dekorativ herumstehen und orientierungslosen Fremdlingen die Toilette zeigen. Und dann habe ich eben auch noch den oben erwähnten Helden wochenlang angestachelt, damit er startet. Ist er auch. Früh, mit den Wanderern. Damit er die gleich hinter sich hat und sie ihm nicht später, wenn es anstrengend wird, den Weg versperren mit ihrem Stöckchengeziehe. Wanderer sind ja gern einmal dem ambitionierten Läufer im Weg, wie jeder weiß.

Nach dem Startschuss habe ich weiter Tische getragen und dekorativ herumgestanden - bis mir die Idee kam, den Laufhelden ja schon einmal ein paar Meter begleiten zu können. Also habe ich ihm an einem einsamen Baum aufgelauert. Da mussten sie alle lang. Dabei habe ich scheinbar irgendwie offiziell ausgesehen, denn zwei Wanderer fielen vom Laufschritt, der verboten ist, sofort wieder in schnelles Gehen und guckten mich schuldbewusst an. Ich lächelte freundlich und versuchte, mein Gesicht in missbilligende Falten zu legen. Immerhin ist es nicht fair, ordentlichen Wanderern durch verbotenes Rennen zuvorzukommen, finde ich.

Dann kam der Laufheld angetrabt, erklärte, es ginge ihm gut, und ich joggte zwei Kilometer mit. Als Dankeschön bekam ich das durchgeschwitzte Unterhemd mit den Worten "Ist zu warm für das Ding!" in die Hand gedrückt und trug es mit spitzen Fingern zurück an den Start, um es dort einem Freund in die Hand zu drücken.

Jetzt war viel Zeit, und das dekorative Herumstehen wurde mir langweilig. Die einzige Abwechslung war ein aufgeregter schwarzer Hund, der mit Herrchen die 57 Kilometer in Angriff zu nehmen gedachte und durch wildes Gebell und nicht weniger wildes Herumgespringe seiner Vorfreude Ausdruck gab.

Ich wüsste gern, wie hoch die Startgebühr gewesen ist...

Nach dem Start der Ultraläufer war wieder viel Zeit. Mir wurde immer wärmer und langweiliger. Außerdem wollte mein inneres Kampfschwein sich marathonfein machen und vielleicht doch noch mitrennen.
Das habe ich verhindert, indem ich mit dem Auto zum Verpflegungsstand des FC-Bayern-München-Fanclubs gefahren bin. Ja, Sie lesen richtig! Ich bin mit dem Auto gefahren! Zum Fanclub des FC Bayern München. 
Dafür hatte ich aber einen guten Grund. Erstens wollte ich nicht laufen, weil ich ja meine Begleitung für die letzten fünf Kilometern zum Ziel zugesagt hatte und mir deswegen meine Kräfte einteilen musste (siehe oben; ich war ja nicht in Form), zweitens befand sich der Verpflegungsstand der Bayernfans eben dort, und drittens hoffte ich, irgendwo einen kleinen Darmstadt-98-Wimpel unterjubeln zu können.

Die Fans erwiesen sich als nette und wissbegierige Zeitgenossen, und ich hatte viel mehr Spaß als beim dekorativen Herumstehen im Startbereich. Also erzählte ich Veteranengeschichten von meinen drei bisher absolvierten Marathons und kam mir unglaublich erfahren vor. Wäre aber trotzdem viel lieber selbst gerannt. 
Inzwischen war es irre warm geworden, und die Leckerlis für die Läufer schmolzen in der Sonne. Deswegen tranken die Bayernfans erst einmal Bier; es sollte ja nicht auch warm werden. Ich schnippelte Waffeln, Riegel und Bananen in mundgerechte Stücke. Gemeinsam versuchten wir, alles Schokoladige vor der Hitze in Sicherheit zu bringen - erfolglos. Auch die Getränke wurden schön warm, was vom ersten Ultraläufer, der sich stärken wollte, mit einem üblen Fluch quittiert wurde.

Wir versorgten eine Menge Wanderer und Läufer (die -innen sind mit gemeint), bis der Held um die Ecke kam, erklärte, dass er eigentlich jetzt nicht mehr könnte und außerdem ein schmerzendes Knie hätte, sich ordentlich verpflegte und dann mit mir gemeinsam die letzten Kilometer in Angriff nahm. Ich musste mir immer wieder sagen, dass er ja schon 37 davon in den Knochen hatte und verkniff mir sinnlose Aufmunterungen. 
Wir quatschten über dies und das, stiegen bergauf, joggten bergab, und - schwupps! - hörte man das Ziel. Ich war inzwischen froh, dass mein Körper ein Mitlaufen verhindert hatte; es war wirklich höllisch warm.

Zweihundert Meter vor dem Ziel bog ich ab und wühlte mich gehend durch die Zuschauer. Den Zieleinlauf sollte er allein genießen - immerhin war er ja schließlich auch den überwiegenden Teil ohne irgendeine Unterstützung und mit purer Willenskraft gerannt.

Im Ziel gab es ein schönes Zielfoto (mit Finishermedaille und dem obligatorischen alkoholfreien Weizen), und ich habe mich über seinen Erfolg fast so gefreut, als wäre ich selbst gelaufen.


Auf ein Neues in 2019!

20 Mai 2018

Eintracht Frankfurt hat den DFB-Pokal gewonnen!

... und Bayern München damit verloren. Warum das gut so ist, werde ich Ihnen, liebe Bayern-Fans und werte Bayern-Spieler, jetzt erklären.

Vorweg muss ich mich aber in Schadenfreude ergehen. Hat doch der arroganteste Verein von allen (meine Sicht auf die Fußballwelt ohne Anspruch auf Neutralität oder Objektivität) nicht nur das Triple nicht geschafft (Champions League, DFB-Pokal und Deutsche Meisterschaft), nein, nach einer brüllelangweiligen Saison, bei der sich nur die Frage stellte, wann denn die Meisterschaft feststeht, haben sie gestern auch das noch sicher geglaubte Double abhaken müssen. Halleluja!


Denn der große FC Bayern München ist gestern von der hingebungsvoll kämpfenden und höchst engagiert spielenden Eintracht Frankfurt aus dem Olympia-Stadion geschossen worden - höre ich ein weiteres "Halleluja!"?

Es wurde ja im Anschluss fürchterlich gejammert und geschimpft, dass dieser nicht gegebene Elfmeter das ganze Spiel bestimmt hätte. Ich erinnere deswegen daran, dass schon so viele Elfmeter für den FCB gegeben wurden - oder für die gegnerische Mannschaft eben nicht - und man durchaus das eine oder andere Mal den Verdacht hegte, hinter dem Spiegel des Schiedsrichters hätte der Kontoauszug einer Bank auf den Caymans gesteckt. Hier wurde in schönster Regelmäßigkeit von bayrischer Seite erklärt: "Ein Elfmeter bestimmt nicht das ganze Spiel." Möglicherweise gilt das auch anders herum.

Über diesen Spielverlust waren die Spieler dann offensichtlich so erbost, dass sie sofort und vollständig jede elementare Höflichkeitsregel vergessen haben, sich noch vor der Kamera die Medaillen vom Hals rissen und in den Katakomben verschwanden. Das nenne ich Verlierenkönnen!
Ich wünsche Ihnen, verehrte Bayernspieler, daher von ganzem Herzen, dass sich in der nächsten Saison ausreichend Mannschaften bereitfinden, die Ihnen das wieder vermitteln. Also das Gefühl des Verlierens. Ich glaube, Sie brauchen das.

Doch jetzt lassen Sie mich noch ein wenig jubilieren. Das Bild von Gacinovic, der auf das leere Bayerntor zujoggte und den Ball zum 3:1 versenkte, wird mir auf immer Antidepressivum und innerer Konfettiregen sein. Und es erinnerte mich an dieses wunderbare Endspiel in der Champions-League am 26.05.1999: Bayern München führte seit der 6. Minute mit 1:0, dann, in der Nachspielzeit, sie hatten schon das Wort "Sieg" auf den Gesichtern, glich ManU aus - in der 91. Minute. Und in der 93. Minute fiel das Siegtor - für Manchester United.
Auch das war ein Erlebnis, an das ich mich immer wieder gern erinnere.

Hatte ich übrigens erwähnt, dass dieser Post für Bayern Fans eklig und für Menschen ohne Interesse an Fußball obsolet ist? Nein? Dann entschuldige ich mich an dieser Stelle, wenn Sie sich bis hierhin durchgebissen haben und verspreche Ihnen, dass ich noch einige fußballfreie Posts in meiner Sprachaufzeichnungsapp für Sie bereithalte.

Aber jetzt muss ich mich noch ein bisschen weiterfreuen.


16 Mai 2018

Warum Sie fett sind, obwohl Sie sich einreden, schlank zu sein

Haben Sie sich schon einmal gefragt, ob Sie möglicherweise zur extrem gefährdeten Gattung der Tofis gehören? 
Nein? Sollten Sie aber.

Denn auch, wenn Sie sich vollkommen normal finden, mit einer schlanken Silhouette gesegnet, besser aussehend als die Mehrheit der immer dicker werdenden Weltbevölkerung - das täuscht!

Tanz, Tänzerin, Weiblich, Dame, Mädchen
Das sehen Sie im Spiegel.
Vergessen Sie alle Komplimente, die man Ihnen in letzter Zeit gemacht hat! Sie sind krank. Sie sind gebrechlich. Sie machen es nicht mehr lange, weil Sie an verstecktem Fett sterben werden!


Der Tofi an sich sieht nämlich gesund aus, ist es aber nicht. Das hat eine Frau Dr. Anne Fleck, die sich vertrauenerweckend "Doc Fleck" nennt, herausgefunden, selbstverständlich flugs ein Buch dazu geschrieben, das sie eingänglich "Schlank!" genannt hat, und damit geistert sie durch alle Sender. Wenn Sie also Radio hören und sich durch die Werbepausen quälen, weil Sie wissen wollen, ob schon Krieg ist und wo genau Sie im Stau stehen, dürften Sie Doc Fleck bereits kennen. Wenn nicht, sollten Sie sie dringend kennenlernen, wenn Sie überleben wollen.


Kaufen Sie also das Buch und fragen Sie sich, ob Sie ein Tofi sind. "Tin outside, fat inside" heißt das ausgeschrieben, also auf Deutsch: "Außen schlank, innen eine fette Sau". Und dann fangen Sie endlich an, abzunehmen. Sie sind fett, ob Sie es glauben oder nicht. 
Cartonfigur, Jellybean, Bunt, Glänzend
Das sind Sie innendrin.

Und deswegen leben Sie gefährlich, egal, wie Ihr Spiegelbild und Ihr BMI aussehen.

08 Mai 2018

Herzlich willkommen in Wowtzenhausen!


Ich weiß nicht, was der Zugereiste sich gedacht hat, als er, durch unser schönes Städtchen schlendernd, dieses Plakates ansichtig wurde. 
Hat er verwirrt in seinem Reisealmanach oder bei Wikipedia nachgeschlagen, um herauszufinden, ob die nordhessische Kleinstadt, in der er sich zu befinden glaubte, inzwischen umbenannt wurde?
Fand er das rührend? Goldig? Oder dachte er sich: "Du meine liebe Güte, Schilda ist also gar nicht in Schwaben, sondern im nördlichsten Hessen!" 

Ich liebe mein Wahlheimatstädtchen, und ich wohne ausnehmend gern hier, eben auch, weil es so viel Angefangenes, Rührendes und Goldiges zu bieten hat. So wird beispielsweise, wie mir meine Wahlverwandtschaft glaubhaft versichert, seit mehreren Jahrzehnten über den Bau einer neuen Werrabrücke diskutiert. Böse Zungen behaupten gar, das Vorhaben sei seit der vorletzten Jahrhundertwende im Gespräch.
Das aktuelle Stadtparlament hat es jedoch verstanden, mir den Eindruck zu vermitteln, dies sei eine ganz neue, aufregende Idee, die noch in diesem Jahrzehnt umgesetzt wird.

Witzenhausen Brücke Fluss Häuser Städtisch
Die Werrabrücke, von der Innenstadt aus gesehen. Hübsch, aber nicht sehr tragfähig.

Weiterhin hat sich Wotzenhausen bei mir den Ruf erworben, bunt, tolerant, friedlich zu sein und für Schwächere Sorge zu tragen. So ist erst kürzlich ein für Kleinstadtverhältnisse riesiges Polizeiaufgebot, das sich mitten in der Nacht aufgemacht hatte, einen, wie sich im Nachhinein herausstellen sollte, nicht rechtsgültigen Abschiebebeschluss durchzusetzen, von ein paar engagierten Menschen zwar nicht daran gehindert, aber massiv behindert worden. Die Nachbarschaftshilfe funktioniert hier, und zwar ohne Ansehen und Herkunft der Person. Das ist schön.
Die AfD-Anhänger konnten übrigens bei der auf diese Aktion folgende Demonstration 50 Personen aktivieren, die Gegenseite war mit ca. 200 Menschen, die Wotzenhausen lieber bunt und goldig haben wollen, statt reindeutsch und braun, vertreten. Man feierte. Friedlich.
Ich glaube, es war an diesem Nachmittag mehr Polizei als Demonstrierende anwesend. Aber die war wahrscheinlich nur Deko.

Ja, Wowtzenhausen ist eine liebenswerte Stadt! Und ich freue mich, dass es seit dem Ende der Woche der Witzenhäuser (Sie verstehen jetzt das WoW???) wieder seinen angestammten Namen führen darf.

Ich werde mit den dicken Autos einfach nicht fertig!

"Dicke sind in!" hieß es kürzlich im Radio bei einer dieser von einem munteren männlich-weiblichen Moderatorenduo präsentierten Vor- oder Nachmittagsshows mit für das arbeitende und staustehende Volk verdaubarem Informationsanteil.
Kurz darauf stellte es sich heraus, dass von dicken Kraftfahrzeugen die Rede war, angeführt von den so genannten SUV*. 
Es ging also um die wundersame Vermehrung dieser SUV und das dem folgende Größenwachstum auch aller anderen Fahrzeuge. 

Das wundert mich nicht! Denn es sind ja auch Dicke in, also die auf zwei Beinen, die drinsitzen. 

Sumoringer, Athlet, Ringer, Halle, Sport
Diese Dicken sollen und wollen so aussehen. Was man von den meisten anderen nicht behaupten kann...
Und die brauchen viel mehr Platz als ein schlanker Langstreckenläufer oder eine wohlgestalte Pilates-Anhängerin. 
Zweitens ist das Bedürfnis nach passiver Sicherheit gestiegen, was eben auch dazu führt, dass die Menschen mehr Blech um sich herum haben wollen. Auch das wundert mich nicht. Denn es sind ja genügend Schwachköpfe und Amateure unterwegs. Da verspüre auch ich, die ich mitnichten eine Anhängerin dieser Blechriesen bin, ein Bedürfnis nach passiver Sicherheit - gepaart mit einem noch viel größeren nach aktiver und prophylaktischer Selbstverteidigung, z.B. durch den Einbau von Laserkanonen oder Kurzstreckenraketen, die sich über das Armaturenbrett zünden lassen. Aber das ist leider immer noch verboten.

Auto Maschine Verkehr Maschinen Straße Vol
Viel Platz wird auch zum blöden Herumstehen und Verkehraufhalten gebraucht.
Wir fassen zusammen: SUVs sind in, je größer, desto besser. Allerdings konnten sich Straßen- und Parkplatzbau diesem Phänomen noch nicht anpassen. Das führt gern einmal dazu, dass die linke Spur auf Autobahnbaustellen durch solch ein Fahrzeug blockiert wird, weil der Fahrer nicht glaubt, am rechts fahrenden LKW vorbeizukommen. Immer wieder sieht sich solch ein armer Mensch auch genötigt, zwei Parkplätze zu belegen, weil einer für seine übergroße und -motorisierte Kasperkiste einfach nicht ausreicht. Erstens ist der Fahrer wahrscheinlich zu blöd, um ordentlich einzuparken oder seine optisch-akustische Einparkhilfe wird hysterisch, sobald er näher als einen Meter an das Nachbarauto herankommt. Zweitens sind die Parkbuchten in den meisten Fällen tatsächlich für bis in die frühen 2000er Jahre normal große Fahrzeuge gebaut, und drei dieser großen Ksiten passen da einfach nicht nebeneinander hin. Drittens werden die Menschen aus Umständen, die zu erläutern hier zu weit führen würde, immer ignoranter gegenüber anderen Lebewesen, und so ist es ihnen schlichtweg egal, ob außer ihnen ein weiterer Zeitgenosse parken möchte. Viertens dann wird die Bevölkerung immer fetter und braucht deswegen noch zusätzlich Platz zum verletzungsfreien Verlassen des Großraumwagens.  

Wenn Sie mich fragen (was Sie natürlich nicht tun, aber ich schreibe es Ihnen trotzdem): Ich glaube, dass dieses vermehrte Aufkommen großer Fahrzeuge, was auch das Wachstum früherer Kleinwagen beinhaltet, kein gutes Zeichen für unser weiteres Zusammenleben ist. Ich bekomme inzwischen angesichts eines neuen Renault Twingo am Steuer meiner 22 Jahre alten C-Klasse ernsthafte Beklemmungen - insbesondere, wenn der Twingo in meinem Rückspiegel auftaucht und dabei irre groß und gefährlich aussieht.

Übrigens hat mich gerade ein VW Tiguan zu einer Vollbremsung gezwungen, weil sein berenteter Fahrer mitten auf der Bundesstraße stehengeblieben ist. Ohne Blinken. Einfach nur so. Hat möglicherweise aus seiner erhöhten Position ein Rehlein ausgemacht und möchte es sich in Ruhe ansehen.

Nein, ich bin keine Freundin von dicken Autos!





* Die ich, nebenbei bemerkt, immer für Sub Urban Vehicles gehalten hatte. Das ist aber falsch, und es handelt sich um Sport Utility Vehicle. Was die Tatsache, dass sie vorwiegend von überforderten Hausfrauen oder alten Säcken gefahren werden, noch viel ironischer macht.

07 Mai 2018

Der reihernde Reiher

Ein Reiher reihert vor sich hin,
der Erpel findet das voll schlimm.
Er quakt: "Du blödes Reihervieh,
hör auf damit! Ich reiher nie.

Bist wohl aus Afrika gekommen,
über das Mittelmeer geschwommen,
kannst weder Deutsch noch dich benehmen;
du Reiher solltest dich was schämen!

Und wenn du trotzdem reihern musst,
dann tu's woanders, denn die Lust,
die du beim Fischwürgen empfindest
und dich genüsslich dabei windest,
fühlt eine deutsche Ente nicht.
Du Wicht!"

27 April 2018

Heute aktuell: Etwas über hochmotorisierte Autos und schleichende Fahrer


 Porsche, Luxus, Cayenne, Suv, Teuer

Ich habe mich darüber ja schon häufiger ausgelassen; trotzdem stellt sich mir diese Frage immer und immer wieder und eben auch jetzt gerade: Warum kauft sich ein Mensch ein hochmotorisiertes Fahrzeug, wenn er damit nicht viel schneller fährt als mit dem Mofa? Was geht in einem Menschen vor, der in einem Touareg, A8, Jeep, vielleicht sogar einem Porsche sitzt, also recht sportlich daherkommt, und in einem gemütlichen Altherrentempo über die Landstraße schleicht? Das kann ich doch auch in einer Ente machen! Oder mit einem Renault Zoe! Okay, letzterer sieht scheiße aus, aber es sieht noch viel schlimmer aus, wenn ein Auto, das von Rechts wegen schnell gefahren werden will, derartig missbraucht wird.
Glauben Sie mir: Es ist nicht schön, wenn Sie vor sich ein schickes, sportliches, glänzendes Auto haben, das Sie mit einem zerbeulten, auf 120 km/h gedrosselten Schreddersprinter überholen müssen - und können! 

Das ist einfach traurig! Es muss doch auch einmal jemand an diese armen Autos denken!

Andererseits können sich diejenigen, die einen adäquaten Fahrstil hätten, solch eine Kiste nicht leisten. Vorhin, auf der Autobahn, bin ich zum Beispiel von einem Renault Twingo älteren Baujahrs, junge, blonde Dame am Steuer, bedrängt worden. Die kam knapp an mir vorbei - aber sie hat wenigstens versucht, schnell zu fahren!
Das ist tragisch: Ich hätte ihr gegönnt, alle Fahrzeuge auf dieser Autobahn zu überholen. Sie konnte nicht, weil ihres eben nicht genug PS hatte. So eine junge Dame sollte das hochmotorisierte, schicke Auto fahren! In den Twingo gehört der alte Sack, der den Verkehr mit seiner Schleicherei aufhält!
Auto Kleinwagen Automobil Fahrzeug Kleinwa
Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich missgönne den älteren Herrschaften ihre Fahrzeuge nicht! Sollen Sie die gern fahren - aber eben schnell!


Es sollte eine Tauschbörse geben: "Tausche hochmotorisiertes Fahrzeug aus Altersgründen gegen kleine Studentenkarre. Ohne Aufpreis. Ich habe es jetzt nicht mehr eilig, und passive Sicherheit ist mir so kurz vor dem Ableben auch nicht mehr wichtig." Das wäre mal eine vernünftige Aktion!