21 Mai 2017

Bielefeld gibt es nicht - Arminia Bielefeld aber schon!

Das hätte ich Ihnen ja schon viel früher gezeigt, wenn ich es denn gewusst hätte! Aber während ich verzweifelt versucht habe, aus Bielefeld wieder herauszukommen, hatte ich beim besten Willen keine Kapazitäten für die Arminia.
Dabei habe ich die lieb: Vor drei Jahren, am 19. Mai 2014, bin ich Darmstadt-Fan geworden. Da haben die aufopferungsvoll gegen die Arminia aus Bielefeld gekämpft, eine 1:3-Niederlage im Hinspiel mit einem 4:2 gekontert und durften damit in die 2. Bundesliga aufsteigen. Ich bin froh, dass Bielefeld ihnen das ermöglicht hat!

Aber jetzt kommt eine Kabinenrede. Die Sie vielleicht als interessierter Fußballfan schon gehört bzw. gesehen haben. Ich nicht. Ich bin erst gestern während eines mittelanstrengenden Aufgusses in der Sauna von einem Philosophen darauf aufmerksam gemacht worden. Hat man ja auch nicht so oft...

Aber jetzt halte ich die Klappe. Genießen Sie die Kabinenrede! Spätestens jetzt wissen Sie, warum der FC Schlagtsietot so zum Sterben langweilig ist - die reden nämlich nur, wenn sie vorher druckreif geübt haben. Und die Zeiten von Herrn Trappatoni sind ja auch schon lange vorbei.

Danach hat die Arminia übrigens 6:0 gegen Eintracht Braunschweig gewonnen. 

19 Mai 2017

Kleiner Abgesang auf das schöne Bielefeld

Ach, wäre Ostwestfalen schön,
müsste man Bielefeld nicht sehn!
Es gäbe Rinteln, Hameln, Minden,
nach Bielefeld müsst' man nicht finden.

Der Autofahrer weiß genau:
In Bielefeld ist heut' kein Stau.
Denn Bielefeld ist gar nicht da,
und das ist wirklich wunderbar.

So stimmen wir gemeinsam ein
in diesen letzten kleinen Reim,
wir jubeln, jodeln, tirilieren -
die Freude lässst uns transpirieren:

"Wie schön wär' es auf dieser Welt,
gäbe es kein Bielefeld!"

16 Mai 2017

Was haben Donald Trump und Die PARTEI gemeinsam?

Satire: Die PARTEI macht das mit Absicht, Donald Trump ist es.
Twitter: Die PARTEI twittert intelligente Tweets, Donald Trump Fake News und Postfaktisches.
Wähler: Die PARTEI (zuletzt 0,6% in NRW) mobilisiert die wenigen hochintelligenten Menschen in den jeweiligen Wahlkreisen, Donald Trump abgehängte Volldeppen, die Europa für eine Insel halten und Bayern für deren Hauptstadt.
Mauerbau: Haben beide im Programm. Donald Trump bekommt seine aber nicht finanziert, weil die Mexikaner schlauer sind; die PARTEI wurde bereits in Göttingen tätig.
Gegner: Die PARTEI zumindest den Freundeskreis Niedersachsen-Thüringen (auch abgehängte Volldeppen, aber deutsche), Donald Trump seine eigene Partei und den intelligenten Teil der amerikanischen Bevölkerung.

So könnte ich jetzt endlos weiter aufzählen. Aber es ist früh, ich will gleich zur Arbeit, und Sie wissen selbst, wie es weitergehen könnte. Sie sind ja intelligent. 
Trotzdem möchte ich nicht versäumen, noch eine Theorie zum Besten zu geben: Jedes Volk wird von den Eliten regiert, die es selbst "bestellt" hat, wissentlich oder unbeabsichtigt. Wir haben Merkel. Die Türken haben Erdogan. Amerika hat Trump. Frankreich hätte fast Marine le Pen gehabt.

Was bestellen wir als nächstes? Den Weltuntergang???

Asteroid, Meteorit, Einschlag, Meteor
Weltuntergang. Lieferung innerhalb der nächsten 14 Tage möglich.


15 Mai 2017

Als ich gestern fast einen Vortrag über aktives Stressmanagement gehalten hätte...

Die örtliche Krankenkasse hatte zum Gesundheitstag geladen, und ich durfte dabei sein. Was war ich stolz! Einen Vortrag zum Mitmachen sollte ich halten, und ich habe mir das Thema "Säbelzahntiger, Telefone und Stressprävention" ausgedacht.

Aber dann kam alles anders. Die Uhrzeiten für die verschiedenen Mitmachangebote wurden streng geheim gehalten, der Moderator hatte statt eines Lautsprechers seinen kleinen Ghettoblaster* als Verstärker mitgebracht und war nur im Umkreis von 1,5 Metern zu hören. 
Außerdem war die Konkurrenz groß: Für die schwer gestresste Hausfrau mit Doppelbelastung stand da der berühmte Kochmax, Erfindung eines berühmten Staubsaugerherstellers und feuchter Traum jedes Zeitoptimierers. In dieses Gerät schmeißt man einfach alles hinein, was man in seinem Essen haben möchte, dann zerkleinert es die Zutaten, matscht sie irgendwie zusammen, dünstet sie (oder was es sonst tun mag, damit das Zeugs heiß wird), und heraus kommt eine vollwertige, nahr- und schmackhafte Mahlzeit.

Außerdem gab es noch Kinderschminken, Bratwürste, Saftbar, Teddyklinik,

Mann, Alt, Dick, Opa, Alter Mann  Teddy, Teddybär, Verband, Krank ein Rudergerät, eine Apotheke und viele wohlgestalte, rauchende, essende oder Bier trinkende Menschen - wie sich das für einen Gesundheitstag gehört.

Mir wurde schnell klar, dass ich hier nur Publikum bekam, wenn ich mich laut schreiend auszog und dabei mit ahler Wurscht jonglierte.

Das hatte ich aber nicht geübt. Also schlenderte ich an den Ständen entlang, bestaunte die Leistungen der Ureinwohner am Ruderergometer und beim Geduldsspiel, probierte einen leckeren Frischkornbrei, erklärte einer interessierten Besucherin, warum ich Klienten habe und keine Mandanten und ging wieder nach Hause, um mich dort über einen ganz unsportlich daherkommenden, aber vom besten Ehemann von allen liebevollst, mit den eigenen zwei Händen und ohne Kochmax zubereiteten Käsekuchen herzumachen.

Käsekuchen, Kuchen, Lebensmittel, Süß

Das Fazit dieses Tages: Örks.





*Für die jungen Leser/innen: Das ist ein Ghettoblaster.  Damit konnte man Musik hören. Viele Menschen trugen ihn mit sich herum und beschallten ihre Umgebung. Zum Laufen, so wie heute das Smartphone, konnte man ihn nicht mitnehmen, weil es dafür noch keine Armbefestigungen gab.

14 Mai 2017

Bayern ist Meister, Merkel bleibt Kanzlerin - so langweilig!

Sagt doch dieser gottsdämlichblöde Reporter von HR1 am Samstag nach der Bundesligakonferenz, dass der Abstieg von Fahne, Flagge, Fußball, Bundesliga absehbar gewesen sei, weil sie nicht mit den "großen" Mannschaften mithalten konnten. Wie bitte? Hier eine kleine Auswahl:
  • 22.10.16 Darmstadt:Wolfsburg - 3:1
  • 18.12.16 Darmstadt:München - 0:1 (Da haben "bessere" Mannschaften viel schlechter ausgesehen!)
  • 11.02.16 Darmstadt:Dortmund - 2:1 (Kommen Sie mir nicht mit dem schlechten Platz!)
  • 16.04.16 Darmstadt:Schalke - 2:1
  • 13.05.16 München:Darmstadt - 1:0 (Auf dem teuersten Platz der Republik...)
Die weniger hoch dotierten Mannschaften wie Freiburg, Mainz und Bremen habe ich gar nicht aufgezählt, ebenso die verdienten Unentschieden. Okay, es ist eine gewisse Auswärtsschwäche zu konstatieren. Aber davon war ja auch nicht die Rede. 
Auf jeden Fall war der heftige Kampf gegen den Abstieg deutlich spannender als die Tatsache, dass der FC (kurzzeitige Schreibblockade und Wortfindungsstörung, darum nenne ich sie jetzt einfach den FC Schlagtsietot) nach einem Spieltag schon Meister war. Gähn. Einzig die Schadenfreude über das wieder einmal verkackte Triple hat mich vor dem Tiefschlaf gerettet.


Da war noch alles gut.
Und jetzt ist auch noch der Schulz-Zug entgleist. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich finde den genauso unglaubwürdig wie alle anderen, die Politik (semi-) professionell betreiben. Aber wenigstens durfte man noch auf einen halbwegs spannenden Wahlkampf hoffen: Inhaltsleere gegen Sitzfleisch, Phrasendrescherei gegen scheinbare Sedierung, europäisches Establishment gegen ostdeutsches Machtstreben.

Angela Merkel, Politiker, Deutsch
Da freut sich de Muddi!
 
   


Jetzt ist nur noch spannend, ob die AfD sich traut, beim nächsten Parteitag ein "Ausländer raus - Deutschland den Deutschen!"-Schild hochzuhalten und dazu die ersten beiden Strophen des Deutschlandliedes zum Besten zu geben. 

Naja, wenigstens hat der Herr Lindner die Haare schön, und beim ESC sind "wir" nur Vorletzte geworden. Ich lege mich mal wieder hin.

13 Mai 2017

In Witzenhausen macht man seine Verkehrsschilder jetzt selber!

Nämlich so:

So gesehen an der Baustelle vor dem Witzenhäuser Freibad.

Fehlt das passende Schild, nimmt der Witzenhüsser Bauarbeiter einfach eines, das noch von der letzten Großbaustelle übrig ist, dengelt es wieder halbwegs zurecht und malt mit einem dicken Edding die benötigte Botschaft drauf.


Diese Form der Eigeninitiative und Improvisationskunst hat meiner Ansicht nach ein dickes "Wow!" verdient.

12 Mai 2017

Ostwestfalen ist ein Landstrich, den es nicht gibt!

Comic, Angst, Fliehen, Schreck
Beginnende Panikattacke, hervorgerufen durch OWT.
Dieser Post ist einem sehr lieben Freund gewidmet, der seit vielen Jahren unter einer ihn stark belastenden, wahrscheinlich bereits chronifizierten psychischen Erkrankung leidet: Dem OWT*. Regelmäßig einmal die Woche durchströmen ihn wechseltemperierte Schauer, er muss sich schütteln, bekommt Pickel und Ausschlag und hat größte Schwierigkeiten, sein Bett zu verlassen und seiner Arbeit nachzugehen. 
Ich habe Hoffnung, dass mein heutiger Beitrag auch andere Menschen, die unter dem OWT leiden, erreichen und ihnen Mut machen wird. Sie sind nicht allein!

Die Karte habe ich neben vielen anderen hilfreichen Informationen bei Wikipedia gefunden. Hier die wichtigsten Fakten: Ostwestfalen erstreckt sich über eine Fläche von ca. 5274 Quadratkilometern, die Einwohnerzahl betrug 2012 2.025.000, die bevölkerungsreichste Stadt ist Bielefeld mit 336.352 Einwohnern (12/2016), die üblichsten KfZ-Kennzeichen BI, GT, HF, HX, MI, PB.

Ein besonderes Kennzeichen dieser Region ist das Verstecken bzw. Tarnen von Radarfallen. Die ostwestfälischen Ordnungsbehörden scheinen die Regulierung des Individualverkehrs bis zu seinem Erliegen zu ihrer Hauptaufgabe erklärt zu haben. Ein probates Mittel scheinen sachlich unbegründete Geschwindigkeitsbeschränkungen zu sein. So finden sich an gut ausgebauten Bundesstraßen gern einmal Tempo-70-Schilder, zwischen denen sich bundeswehrgrüne Radarfallen im Gebüsch verbergen.
Darüber hinaus gibt es weitere Maßnahmen: Bielefeld, ostwestfälische Metropole sowie Gegenstand unzähliger Verschwörungstheorien, zeichnet sich dadurch aus, dass Hauptausfallstraßen durch Wohngebiete mit Verkehrsberuhigung führen und eine Rush-Hour im klassischen Sinn nicht bestimmt werden kann. Der Feierabendverkehr in Bielefeld findet ohne Unterbrechung den ganzen Tag über statt. Nicht ganz klar ist, ob die städtischen Behörden mit der Verkehrsführung verhindern wollen, dass die Ureinwohner hinaus- oder Fremde (also Nicht-Ostwestfalen) hineinkommen.
Auch kleine Dorfstraßen sind offiziell als Autobahnausweichstrecken nutzbar, aber grundsätzlich mit Dauerbaustellen, die eine einspurige Verkehrsführung nötig machen, versehen. So hat der ortsunkundige Besucher die Gelegenheit, die Ureinwohner in ihrem ganz privaten Bereich zu beobachten.

Ostwestfalen beim Betonieren eines Vorgartens.
Während des Staustehens auf einer dieser Ausfallstraßen habe ich festgestellt, dass der Ostwestfale gern einmal seinen Vorgarten betoniert und lustige kleine Skulpturen oder günstig im Baumarkt erhältliche Steinkugeln aufstellt. Auch Gewächshäuser werden häufig zweckentfremdet, indem statt frischem Gemüse alte Einrichtungsgegenstände dorthinein verbracht werden.
Auf den ersten Blick mag dieses Verhalten wunderlich wirken; betrachtet man jedoch den Schmutz, den auswärts flüchtende Fremdlinge mit ihren Kraftfahrzeugen verursachen, gewinnt es eine gewisse Sinnhaftigkeit.

Ich bin bereits zweimal von unterschiedlichen Geräten fotografiert worden, habe beim Versuch, erst nach Bielefeld ein- und lange darauf wieder auszureisen, viel Zeit mit der Betrachtung nicht nur der ostwestfälischen Vorgärten verbringen müssen und kann versichern, dass auch bei mir eine beginnende Traumatisierung spürbar ist.

Der besagte Freund muss geschäftlich einmal die Woche dieses Gebiet bereisen, und so ist es nur verständlich, dass er inzwischen eine Strategie gewählt hat, die es ihm überhaupt erst ermöglicht, sein Fahrzeug in ostwestfälische Richtung zu lenken: Er behauptet, dass es Ostwestfalen nicht gibt. Es sei ein weißer Fleck auf der Landkarte und niemand wisse, was sich dort befinde.
Grundsätzlich halte ich das für eine gute Strategie; allerdings hat er erst kürzlich erfahren müssen, dass auch Ordnungswidrigkeiten, die man in einem Gebiet begeht, das auf der eigenen Landkarte nicht existiert, geahndet werden.

Abschließend ein Aufruf an alle Leser/innen, die ebenfalls Symptome eines beginnenden oder schon chronischen OWT bei sich feststellen: Melden Sie sich bei mir! Ich bin dabei, die Erkrankung tiefer zu erforschen und über Hinweise, Berichte von Betroffenen und ihren Angehörigen dankbar. Gern unterstütze ich Sie auch beim Aufbau von Selbsthilfegruppen.


*Es handelt sich hierbei um ein noch nicht in der einschlägigen Literatur erwähnten oder in die ICD (International Classification of Deseases) aufgenommenes Phänomen, das Ostwestfalen-Trauma. Die Autorin beansprucht daher für sich, diese Erkrankung zuerst öffentlich beschrieben zu haben.