03 April 2008

Aber Und Trotzdem Weil

Manchmal sprudelt es nur so, von oben (dann ist es wahrscheinlich Regen, und ich bin zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs), von unten (das ist die wegen des Sprudelns von oben überlaufende Espolde, der "Hausbach") oder von innen (das ist dann Dichtkunst). Zur Zeit sprudelt es an allen Ecken und Enden.

Eigentlich sollte ich lernen. Fitnesskram. Trainingslehre. Anatomie. Ernährung.
Eigentlich.
Eigentlich würde ich jetzt viel lieber die Nacht durchschreiben, eine Flasche Rotwein an meiner Seite, leider nichts Pelziges.

Aber.
Aber ist häufig.
Aber kommt immer, wenn es gerade nicht passt.
Aber ist Regen, wenn man keinen Schirm dabei hat.
Aber ist Umsatzsteuerzahlung, wenn man gerade kein Geld hat.
Aber ist Winter, wenn die Seele nach Wärme schreit.
Aber ich kann dem "Aber" mein "Aber" entgegensetzen.

Dann beschließe ich, dass Regen etwas Großartiges ist und die Luft reinigt.
Dann genieße ich den Gegenwind in meinem Gesicht.
Dann freue ich mich über die Rücklage, die ich für Notlagen geschaffen habe und die ich jetzt dem Finanzamt zur Verfügung stellen darf - und damit indirekt dem Land, das ich so sehr liebe.
Dann bin ich sicher, dass der Winter so lange dauert, weil der Sommer ebensoviel Zeit beansprucht.
Dann glaube ich, dass ich eine Prüfung ohne nennenswerten Lernaufwand bestehen kann.
Dann hoffe ich, dass irgendwie alles gut wird.

Und schaffe mir damit selbst die Kraft, die ich brauche, um Gegenwind, Platzregen, Schneesturm und Finanzamt auszuhalten.
Und habe die Hoffnung, dass ich irgendwann demnächst Lebensqualität über reines Aushalten, Auf-die-Uhr-sehen und Warten hinaus fühlen kann.
Und weiß, dass ich irgendwann während der nächsten Monate ein zweites Mal Silvester feiern und damit dem Jahr 2008, dem Leben und mir eine zweite Chance geben werde.

Alles wird gut - weil es muss!

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