27 März 2017

Ehrliche Arbeit

Heute habe ich unter anderem Zuckersäcke durch die Gegend geschleppt. Das war nach den 20 Kilometern vom Sonntag nicht unanstrengend. Aber es hat Spaß gemacht. Weil es das ist, was ich "ehrliche" Arbeit nenne.
Ehrliche Arbeit habe ich gemacht, wenn ich nach Hause komme, mir die Knochen ein bisschen schmerzen, aber ich zu einem guten Ergebnis beitragen durfte.
Ehrliche Arbeit bedeutet, dass ich abends nicht mehr darüber nachgrübeln muss, ob ich auch nichts vergessen habe. Wenn der letzte Zuckersack gestapelt ist, bin ich fertig. Im wahrsten Sinne des Wortes. Yorkshire Terrier, Terrier, Hund, Klein Aber ich bin nicht genervt, frustriert, oder demotiviert, weil ich mal wieder in der mir gegebenen Zeit den riesigen Berg Arbeit nicht geschafft habe und mir die To-Do-Listen im Kopf den Feierabend verhageln.
Ehrliche Arbeit bedeutet, dass ich im weitesten Sinne etwas herstelle, bewege, in die Hand nehme. Das tue ich nicht, wenn ich mit Nullen und Einsen auf einem Computer herumspiele, riesige Geldsummen von Konto A nach Konto B verschiebe und dabei an Steuerflucht denke oder Menschen, die eigentlich recht zufrieden mit ihrem Leben sind, zwangsweise berate.
Ehrliche Arbeit heißt für mich: Ich fange an, ich höre auf, ich bin fertig. Vorher, dabei und danach darf ich so bleiben, wie ich bin, muss mich nicht verbiegen; und nicht nur deswegen geht es mir gut. Ob das ein Herr Zetsche von sich sagen kann oder eine Frau Merkel?

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