Eigentlich sollte ich längst im Bett sein - die letzte Nacht war recht kurz. Eigentlich... Ich habe heute, zwar indirekt, aber deswegen nicht weniger willkommen, ein Kompliment bekommen von einem alten Herrn: "Wer sie (also mich) einmal zur Frau bekommt, kann sich glücklich schätzen." Ich muss noch immer lächeln, denn ich sehe ihn vor mir: Strahlende blaue, sehr lebendige Augen, jetzt, wo er bei sich zu sein scheint, wortkarg, wenn man ihn fragt, wie es ihm geht, sagt er anscheinend fast immer: "Gut." Mir hat er gesagt, dass er seine Tür für mich auflassen würde. Ich kann nicht anders als lächeln beim Gedanken an ihn, und ich gebe ehrlich zu, dass ich sehr, sehr stolz bin. Wenn jemand mit soviel Lebenserfahrung so etwas sagt, darf ich es auch sein, denke ich. Mein überkritisches Ich fragt zwar recht hartnäckig, was ich bitteschön denn getan habe, um so eine positive Meinung zu erzeugen. Ältere Menschen sind vielleicht nicht mehr so gut im Beurteilen anderer?
Liebes Kritik-Ich, ich habe Deine Meinung gehört, und es ist mir sch...egal, was Du schon wieder zu meckern hast! Geh am besten gleich zu meiner Mutter, tu Dich mit ihr zusammen, schimpft gemeinsam über meine Unzulänglichkeiten! Ich jedenfalls werde glauben, was er gesagt hat. Versteh mich nicht falsch, ich habe Dich wirklich gern, Du gehörst zu mir (Für Neu-LeserInnen: Ich rede gerade mit einem meiner Anteile, und es geht mir großartig. Sie sind auch ganz viele, möglicherweise kennen Sie nur noch nicht alle. Wirklich. Vertrauen Sie mir!), und ich weiß es zu schätzen, dass Du für möglichst viel Perfektion sorgen willst. Heute aber möchte ich mir diese schönen Worte nicht verwässern lassen, und darum bitte ich Dich recht herzlich: Halt's Maul! Jetzt!
Mein Blick fällt auf die Pfingstrosen, die ich mir mitgenommen habe und deren Duft meine Wohnung erfüllt. Da war nicht nur der alte Herr; ich habe sehr viel Liebe genossen in den letzten Tagen, Sonne, habe mich und meinen Körper gespürt, habe Holz gehackt und mit einem wildgewordenen Rasenmäher gekämpft. Ich habe mir fette Menschen an Flüssen angeschaut und trotzdem nicht den Blick für den Prinzen verloren. Ich war nicht auf Kreta, aber ich war an (m)einem Strand. Musste beim Abschied schon genauso weinen wie vor viel zu langer Zeit, als ich mich das letzte Mal von Kreta verabschiedet habe. Die Tränen haben mich bis nach Hause begleitet, aber sie haben sich richtig angefühlt. Ein Zeichen für Leben, für die Fähigkeit, Nähe zuzulassen trotz Angst, genießen zu können und es mir selbst auch zu erlauben.
An einem Strand ist es möglich, die Gedanken schweifen zu lassen, in sich hineinzufühlen, zu genießen, zu sein. Und ich war. Bin noch immer, aber irgendwie ein ganz kleines bisschen anders. Denn jetzt trage ich die positive Meinung zweier alter und erfahrener Menschen in meinem Herzen. Und noch viel mehr, aber das ist eine andere Geschichte und wird hier nicht erzählt werden.
Liebes Kritik-Ich, ich habe Deine Meinung gehört, und es ist mir sch...egal, was Du schon wieder zu meckern hast! Geh am besten gleich zu meiner Mutter, tu Dich mit ihr zusammen, schimpft gemeinsam über meine Unzulänglichkeiten! Ich jedenfalls werde glauben, was er gesagt hat. Versteh mich nicht falsch, ich habe Dich wirklich gern, Du gehörst zu mir (Für Neu-LeserInnen: Ich rede gerade mit einem meiner Anteile, und es geht mir großartig. Sie sind auch ganz viele, möglicherweise kennen Sie nur noch nicht alle. Wirklich. Vertrauen Sie mir!), und ich weiß es zu schätzen, dass Du für möglichst viel Perfektion sorgen willst. Heute aber möchte ich mir diese schönen Worte nicht verwässern lassen, und darum bitte ich Dich recht herzlich: Halt's Maul! Jetzt!
Mein Blick fällt auf die Pfingstrosen, die ich mir mitgenommen habe und deren Duft meine Wohnung erfüllt. Da war nicht nur der alte Herr; ich habe sehr viel Liebe genossen in den letzten Tagen, Sonne, habe mich und meinen Körper gespürt, habe Holz gehackt und mit einem wildgewordenen Rasenmäher gekämpft. Ich habe mir fette Menschen an Flüssen angeschaut und trotzdem nicht den Blick für den Prinzen verloren. Ich war nicht auf Kreta, aber ich war an (m)einem Strand. Musste beim Abschied schon genauso weinen wie vor viel zu langer Zeit, als ich mich das letzte Mal von Kreta verabschiedet habe. Die Tränen haben mich bis nach Hause begleitet, aber sie haben sich richtig angefühlt. Ein Zeichen für Leben, für die Fähigkeit, Nähe zuzulassen trotz Angst, genießen zu können und es mir selbst auch zu erlauben.
An einem Strand ist es möglich, die Gedanken schweifen zu lassen, in sich hineinzufühlen, zu genießen, zu sein. Und ich war. Bin noch immer, aber irgendwie ein ganz kleines bisschen anders. Denn jetzt trage ich die positive Meinung zweier alter und erfahrener Menschen in meinem Herzen. Und noch viel mehr, aber das ist eine andere Geschichte und wird hier nicht erzählt werden.
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