13 März 2018

Natürliches Verhalten am Steuer eines Kraftfahrzeugs

Vor einigen Jahren ging das Ergebnis einer Radarüberwachung an einer Grundschule durch die Lokalpresse. Natürlich galt im Dunstkreis der Schule Tempo 30, und so schickte sich die örtliche Polizei eines Tages an, die Einhaltung dieser Geschwindigkeit zu überprüfen.
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Helikoptereltern bringen ihre Kinder zur Schule
Das Ergebnis war interessant: Innerhalb kürzester Zeit wurde eine größere Zahl an Autofahrer/innen angehalten, weil sie die vorgeschriebene Geschwindigkeit überschritten hatten, teilweise in einem Maße, dass man vermuten konnte, sie wähnten sich auf einer Rallye oder auf der Flucht. Es handelte sich hierbei in der Vielzahl um Eltern, die ihre Kinder entweder noch im Auto oder gerade an der bezeichneten Grundschule abgeliefert hatten.

Gestern, auf meiner Backwarentour, kam mir - ebenfalls in einer Tempo-30-Zone - ein BMW mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit entgegen. Am Steuer konnte ich im Vorbeirasen (wohlgemerkt: der BMW raste, nicht mein Lieferwagen!) eine junge Frau und im Fond zwei Kinder in Kindersitzen erkennen.
Bei der von der Fahrerin auserkorenen Rennstrecke handelt es sich um ein Neubaugebiet mit so genannten Spielstraßen, in dem vorzugsweise junge Familien ansässig sind.

Natürlich fragte ich mich, was die Dame zum Rasen bewogen haben mag. Nun, ich vermute, dass sie es erstens tat, weil sie es konnte. So ein BMW kann schnell fahren und möchte es auch. Zweitens habe ich die Theorie, dass sie es auch deswegen tat, weil sich ihre Kinder im Fahrzeug und somit in scheinbarer Sicherheit befanden. 

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Mutter mit Kind, ohne Auto
Diese Überlegung bringt uns zurück zum Ergebnis der Verkehrsüberwachung an der Grundschule: Auch hier bin ich der festen Überzeugung, dass die Eltern, die wegen überhöhter Geschwindigkeit geblitzt wurden, deswegen so schnell fuhren, weil sie ihre Brut in Sicherheit wussten - entweder schon in der Schule oder aber noch im Fahrzeug, im TÜV-geprüften Kindersitz und mehrfach gesichert.
Offensichtlich scheint vergessen zu werden, dass es außerhalb der eigenen Familie auch noch anderes schützenswertes Leben gibt. Anders ist zumindest mir dieses Verhalten nicht erklärbar.
Das wiederum ist im Grunde genommen sehr beruhigend, zeigt es doch, dass der kinderproduzierende Mensch immer noch sehr nah an der Natur ist. Auch dort wird der eigene Nachwuchs mit Zähnen und Klauen beschützt und fremder gern einmal aufgegessen oder "einfach nur so" getötet. Der einzige Unterschied: Tiere benutzen ihre Zähne, Mutti und Vati ihre Kraftfahrzeuge. 


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Löwin mit Kind von fremder Mutter

Korrigieren Sie mich, liebe Eltern, wenn Sie das anders sehen!

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