Nein, es wird jetzt nicht christlich. Auch nicht religiös. Und wie ich hoffe, auch nicht blasphemisch.
Habe heute im Auto "E Nomine" gehört. Das zweite Stück auf der CD handelt von Jesus und Pilates und heisst: "Denn sie wissen nicht, was sie tun...". Aber darum geht es nicht. Ich bin nicht sonderlich bibelfest, erinnere aber gut "Das Leben des Brian" von Monty Python und eben dieses gerade auf dem Nachhauseweg gehörte Lied.
Während der Fahrt habe ich all dieses Wissen zusammengeworfen und herausgekommen ist die Frage, wie sehr Jesus sich von Gott, der Welt, dem Schicksal, dem Leben und dem ganzen Rest verar... gefühlt haben mag.
Vorausgesetzt, er war nicht nur ein Prophet, Gottes Sohn, der Messias oder wie auch immer ihn die verschiedenen Religionen bezeichnen mögen, sondern eben auch ein Mensch, dann durfte er häufiger Hoffnung haben, dass er möglicherweise doch überleben würde. Zunächst war ja nicht sicher, ob er überhaupt verraten werden würde. Dann küsste ihn Judas, und er landete im Knast. Kurz darauf wäre er fast übersehen worden bei der Kreuzverteilung (Monty Python), aber ehrlich, wie er nun einmal war, reihte er sich bei den zum Tode verurteilten ein.
Dann wollte Pontius Pilatus ihn eigentlich überhaupt nicht töten lassen, weil er nicht einsehen konnte, was "Schlechtes an ihm sei". Pilates war der Ansicht, dass es ausreichend sei, wenn er Jesus auspeitschen und dann losgeben würde. Lebend, nur mit ein paar Schrammen. Aber das Volk schrie: "Kreuziget ihn!", und er beugte sich dem Willen des Volkes.
Zum Schluss sollten noch ein paar Verbrecher, die schon am Kreuz hingen, begnadigt werden. Aufgrund eines akustischen Missverständnisses begnadigte Pilatus die Falschen.
Und Jesus sagte noch immer: "Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun!"
Respekt. Ich hätte mich ja bei der ersten Gelegenheit verpisst und dafür gesorgt, dass diejenigen, die mich verpfiffen haben, mit einem Messer im Kreuz in irgendeiner Kloake landen.
Ich hätte Gott angeschrien, ihm das Recht abgesprochen, mich seinen Sohn zu nennen oder in letzter Sekunde noch schnell einen anderen Namen angenommen, nur um ihn zu ärgern, ich hätte ebenfalls das Volk angeschrien und um mich gespuckt, wenn die Chance, zu entkommen, an mir vorbeigezogen wäre.
Mit meinen letzten Atemzügen hätte ich alle verflucht, die an meinem Tod beteiligt gewesen wären.
Eines ist jedenfalls sicher: Die Worte "Herr, vergib ihnen..." wären mir niemals, wirklich niemals über die Lippen gekommen.
Wie ich auf diese Gedanken komme? Angesichts von Korruption, Werbepausen, Sponsoring und Geldmacherei stellt sich mir die Frage, ob es überhaupt jemals einen nicht käuflichen Menschen gegeben hat. Denn woher nehme ich die Gewissheit, dass Menschen erst bestechlich sind, seit sie Aufnäher mit dem Produktnamen auf ihrem Kragen herumtragen, ohne für Unbeteiligte hörbare Aufforderung öffentlich ihren Sponsoren danken und Aufsichtsratsposten bekommen, nachdem sie als Politiker gewisse Lobbyisten bedient haben? Wenn ich Nachrichten lese über getötete Säuglinge, Raubmord mit 3 Euro Beute, Folterungen von Mitschülern, die per Handy aufgezeichnet werden oder über die Vergewaltigung von Kindern frage ich mich, wo die Menschen geblieben sind, die "Moral", "Ethik" und "Rücksichtnahme" nicht nur in ihrem Wortschatz haben, sondern auch danach leben.
Und wenn ich meine eigenen Reaktionen betrachte, muss ich mich fragen, ob ich in der Lage wäre, meine Feinde zu lieben, die andere Wange hinzuhalten und zu vertrauen.
Bin ich nicht. Will ich nicht.
Ich will zurückschlagen, ich will und werde meine Feinde hassen, und ich will Beweise für das Gute in Wemauchimmer.
Eines allerdings weiss ich: Ich hätte Jesus' Tod nicht verlangt.
Immerhin etwas.
Habe heute im Auto "E Nomine" gehört. Das zweite Stück auf der CD handelt von Jesus und Pilates und heisst: "Denn sie wissen nicht, was sie tun...". Aber darum geht es nicht. Ich bin nicht sonderlich bibelfest, erinnere aber gut "Das Leben des Brian" von Monty Python und eben dieses gerade auf dem Nachhauseweg gehörte Lied.
Während der Fahrt habe ich all dieses Wissen zusammengeworfen und herausgekommen ist die Frage, wie sehr Jesus sich von Gott, der Welt, dem Schicksal, dem Leben und dem ganzen Rest verar... gefühlt haben mag.
Vorausgesetzt, er war nicht nur ein Prophet, Gottes Sohn, der Messias oder wie auch immer ihn die verschiedenen Religionen bezeichnen mögen, sondern eben auch ein Mensch, dann durfte er häufiger Hoffnung haben, dass er möglicherweise doch überleben würde. Zunächst war ja nicht sicher, ob er überhaupt verraten werden würde. Dann küsste ihn Judas, und er landete im Knast. Kurz darauf wäre er fast übersehen worden bei der Kreuzverteilung (Monty Python), aber ehrlich, wie er nun einmal war, reihte er sich bei den zum Tode verurteilten ein.
Dann wollte Pontius Pilatus ihn eigentlich überhaupt nicht töten lassen, weil er nicht einsehen konnte, was "Schlechtes an ihm sei". Pilates war der Ansicht, dass es ausreichend sei, wenn er Jesus auspeitschen und dann losgeben würde. Lebend, nur mit ein paar Schrammen. Aber das Volk schrie: "Kreuziget ihn!", und er beugte sich dem Willen des Volkes.
Zum Schluss sollten noch ein paar Verbrecher, die schon am Kreuz hingen, begnadigt werden. Aufgrund eines akustischen Missverständnisses begnadigte Pilatus die Falschen.
Und Jesus sagte noch immer: "Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun!"
Respekt. Ich hätte mich ja bei der ersten Gelegenheit verpisst und dafür gesorgt, dass diejenigen, die mich verpfiffen haben, mit einem Messer im Kreuz in irgendeiner Kloake landen.
Ich hätte Gott angeschrien, ihm das Recht abgesprochen, mich seinen Sohn zu nennen oder in letzter Sekunde noch schnell einen anderen Namen angenommen, nur um ihn zu ärgern, ich hätte ebenfalls das Volk angeschrien und um mich gespuckt, wenn die Chance, zu entkommen, an mir vorbeigezogen wäre.
Mit meinen letzten Atemzügen hätte ich alle verflucht, die an meinem Tod beteiligt gewesen wären.
Eines ist jedenfalls sicher: Die Worte "Herr, vergib ihnen..." wären mir niemals, wirklich niemals über die Lippen gekommen.
Wie ich auf diese Gedanken komme? Angesichts von Korruption, Werbepausen, Sponsoring und Geldmacherei stellt sich mir die Frage, ob es überhaupt jemals einen nicht käuflichen Menschen gegeben hat. Denn woher nehme ich die Gewissheit, dass Menschen erst bestechlich sind, seit sie Aufnäher mit dem Produktnamen auf ihrem Kragen herumtragen, ohne für Unbeteiligte hörbare Aufforderung öffentlich ihren Sponsoren danken und Aufsichtsratsposten bekommen, nachdem sie als Politiker gewisse Lobbyisten bedient haben? Wenn ich Nachrichten lese über getötete Säuglinge, Raubmord mit 3 Euro Beute, Folterungen von Mitschülern, die per Handy aufgezeichnet werden oder über die Vergewaltigung von Kindern frage ich mich, wo die Menschen geblieben sind, die "Moral", "Ethik" und "Rücksichtnahme" nicht nur in ihrem Wortschatz haben, sondern auch danach leben.
Und wenn ich meine eigenen Reaktionen betrachte, muss ich mich fragen, ob ich in der Lage wäre, meine Feinde zu lieben, die andere Wange hinzuhalten und zu vertrauen.
Bin ich nicht. Will ich nicht.
Ich will zurückschlagen, ich will und werde meine Feinde hassen, und ich will Beweise für das Gute in Wemauchimmer.
Eines allerdings weiss ich: Ich hätte Jesus' Tod nicht verlangt.
Immerhin etwas.
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