Fortan - Sie kennen dieses Phänomen - fuhren überall Autos mit dem Kennzeichen "MKK" um mich herum, und ich freute mich, dass ich es nun zuordnen konnte. Wir stellten häufig fest, dass der Markkleeberger ein reiselustiger Gesell ist, denn wir trafen sogar in Dänemark auf einige Exemplare.
Monate später, die Schwiegermutter saß mit im Auto, sah ich wieder ein Fahrzeug mit dem besagten Kennzeichen, krähte fröhlich: "Ha! Markkleeberg!", und die Schwiegermutter korrigierte: "Nein, nein, das ist der Main-Kinzig-Kreis. Schon immer."
Ich schaute den Mann an, aber der Mann schaute nicht zurück. Ich sagte: "Liebster, ist das so? Sag was!" Er antwortete: "Ich war sicher, dass es sich um Markkleeberg handelt. Aber kann auch sein, dass es der Main-Kinzig-Kreis ist."
Fortan zieht für mich das Behaupten nicht belegter Tatsachen durch den Mann stets die Frage nach sich: "Ist das gesichert, oder ist das Markkleeberg?"
Weiterhin hat mich dieses Erlebnis zu der Feststellung gebracht, wie unterschiedlich doch Männer und Frauen mit selbst aufgestellten Thesen umgehen. Während Männer unbestätigte Annahmen mit einer an Gestik, Mimik und Tonfall erkennbaren Überzeugung als Tatsachen verbreiten,

Was ist bei uns anders? Ich wünschte mir wirklich, dass ich mit der gleichen Überzeugung wie ein Mann in der Lage wäre, absoluten Schwachsinn zu verbreiten. Wieviel Zeit ich sparen könnte, wenn ich nicht immer alles auf den Wahrheitsgehalt überprüfen und mich auf eventuelle tiefergehende Fragen vorbereiten würde!
Und was ich mit dieser Zeit alles anfangen könnte: Staubsaugen, seine Wäsche waschen, den Hund lüften, ein Fernstudium absolvieren...

Sollten deswegen soviel mehr Männer in leitende Positionen gelangen als Frauen? Sie haben ja viel mehr Zeit zum Angeben, während wir mit einer adäquaten Vorbereitung unserer Besprechungen beschäftigt sind!
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