31 Januar 2010

Das Wort zum Februar

Boah, was hat dieser Monat lange gedauert! Sollte etwa dieser Vortrag, den ich gehört habe und in dem es heißt, dass bewusstes Leben länger zu sein scheint, schon Wirkung gezeigt haben?

In allgemeine Zahlen gefasst hatte der Januar Folgendes zu bieten:

  • Die normale Durschnittstemperatur wurde dieses Jahr um 3,2° unterboten. (Das erklärt, warum ich es zeitweise wirklich a...kalt fand.
  • Außerdem hat die Sonne nur 27 Stunden geschienen. Auch das deckt sich mit meinen Tagebuchaufzeichnungen.
  • "Daisy" hingegen hat sich - zumindest in Südniedersachsen - als laues Lüftchen entpuppt.
  • Der Steuerfreibetrag für Singles steigt um 170 €. Ich habe also genau zum richtigen Zeitpunkt damit angefangen, angestellt zu sein. Trotzdem ist da so ein Gefühl, dass die 170 € mir an anderer Stelle und mit Zinsen wieder abgeknöpft werden.
  • Die Hotelbranche hat sich mit einer großzügigen Spende eine verminderte Mehrwertsteuer erkauft, die jetzt die Partei unseres umtriebigen (Ups.) neuen Außenministers in Erklärungsnöte gebracht hat. (Aber wie ich das Langzeitgedächtnis des durchschnittlichen Wahlvolkes kenne, nicht für lange.)
  • Gleichzeitig werden einige Krankenkassen Zusatzbeiträge erheben, was die Politikschaffenden zu wildestem Protestgeschrei veranlasste. Das allerdings ist etwa so, als würde ein Ladendieb erst den Supermarkt leerräumen und nach erfolgreicher Flucht "Haltet den Dieb!" brüllen.

Mein persönlicher Januar sah so aus:

  • Nach ein paar Tagen habe ich mich bis auf Weiteres meines "Complaint-free-world"-Armbandes entledigt. Hat gerade keinen Sinn. Etwas in mir will lästern. Und wenn es das so dringend will, lasse ich es auch.
  • Vor ein paar Wochen ist Moppel in meine Wohnung eingezogen. Moppel ist unsichtbar, stellt sich heimlich mit mir zusammen auf die Waage und wiegt 4 Kilo. Außerdem hat Moppel immer Hunger, was mich zu verstärkter Nahrungsaufnahme zwingt und mir (Ihn sieht ja niemand!) unter den neuen KollegInnen den Rufnamen "Fressmaschinchen" eingebracht hat.
  • Laufen war eine echte Herausforderung: Ich musste gleichzeitig auf vereiste Flächen aufpassen, mich durch teilweise knietiefen Schnee kämpfen und versuchen, trotz lauten Schimpfens meinen Puls im Normalbereich zu halten. Eines ist sicher: Willenskraft und Leidensfähigkeit sind aus diesem Monat gestärkt hervorgegangen.
  • Ich habe gelernt, den vor mir Fahrenden höchst unsympathisch zu finden, zumindest solange, bis ich herausgefunden habe, dass die Pennschüssel vier Autos weiter vorn Schuld am Kriechgang hat.

Meine Wünsche für den Februar:

  1. Schnee auf den Feldern, den Bäumen und zugefrorenen Seen, weil malerisch.
  2. Schneefrei auf meinen Laufstrecken.
  3. Moppel zieht wieder aus oder nimmt vier Kilo ab.
  4. Einen Beamer für mein Auto, um die vor mir Fahrenden per Leitstrahl auf dem nächsten Acker abzusetzen und mir freie Fahrt zu verschaffen.
  5. Sommer. 25°.
  6. Einen genauso langen Februar - irgendwie ist das Leben netter, wenn die Zeit so lange dauert.

30 Januar 2010

Befellte Vierfüßer im Schnee

Da ist einmal die Nachbarskatze, schwarz-weiß gefleckt, extrem arrogant, großer Kopf. Sie hasst Schnee. Und findet, dass ich schuld daran bin. Heute morgen tappte sie mir über den Weg: Mit Todesverachtung schüttelte sie nach jeder Berührung des feuchkalten Elements ihre Pfoten aus, und als ich das Haus verließ und auf mein unter Schneemassen begrabenes Kfz zustrebte, bedachte sie mich mit einem Blick, der mich von -3° unmittelbar in die Hölle katapultiert hätte, wenn es nach ihrem Willen gegangen wäre.
Glücklicherweise erreichte ich unfallfrei und gut gekühlt mein Auto - zeitgleich mit dem Pudel des anderen Nachbarn. Der hatte kurzerhand beschlossen, sein Revier auszuweiten und zu verteidigen und versuchte, mich in den Fuß zu beißen. Pudel mit Knöpfdeckchen sehen ja schon etwas albern aus... Und gegen einen sicherheitsschuhbewehrten Menschenfuß im Schnee haben sie keine Chance. (Nein, ich habe ihn natürlich nicht getreten! Stattdessen biss er sich die Zähne an meinem Stiefel aus. Was bin ich froh, dass meine Schulzeit schon eine Weile hinter mir liegt und ich mich warm und praktisch und pudelsicher anziehen darf, obwohl es uncool aussieht!)

Den nettesten Anblick des heutigen Tages bot allerdings das sehr große Pferd, dass sich wie ein Hund rücklings im Schnee gewälzt hat; Hufe nach oben, Kopf in die weiße Pracht gebohrt, breit grinsend (Menscheninterpretation).

Ja, es ist kalt! Und ja, es ist nervig, immer soviel anziehen zu müssen! Trotzdem. Winter ist großartig, kurzweilig und ... kalt. Schön kalt.

27 Januar 2010

Winter II

Du
frierst.

Ich
nehme Dich
in
meine Arme.

Spürst Du
meine
Wärme?

Winter I

Winter

ist wunderschön.

Die Farben können sich nicht entscheiden
zwischen
Pastell und Dramatik.

Eisbären schwanken
über Schollen.
Sterben aus trotz Glühwein.

Du frierst.
Du hasst es.
Du willst ihn nicht.
Winter ist grauenhaft für Dich.

Winter ist.
Eine Angelegenheit
des Lebens.
Unbeeinflussbar.

Deines?

Samtene Haut,
die Haare gebändigt,
teilst Du lächelnd
die Katastrophen Deines Lebens
mit mir.

Wie sollte ich Dich
dort lassen,
wo Du bist?

Schuldig ohne Beweis!

Liegt es am Verkehr, dass ich seit einigen Wochen aus Herzenslust motze, möhre, maule, meckere? Hat die Tatsache, dass ich mein Armband abgelegt habe, diesen Umstand begünstigt, oder ist es die Folge?

Verurteilen ist leicht. Allzu leicht.

Wir verurteilen fast ununterbrochen. Alle.

Ich habe heute die Schnarchtatze vor mir verurteilt und - als ich endlich die Gelegenheit dazu bekam - halsbrecherisch überholt.

Später habe ich eine Person, die ich noch nicht kannte, aufgrund einiger rudimentärer Informationen verurteilt und dieses Urteil rasch revidiert.

Das Wetter habe ich nahezu ununterbrochen verurteilt.

Kurz darauf standen der hessische Ministerpräsident, der Gesundheitsfond und die Arbeitsmarktpolitik auf der Anklagebank.

Nichts davon waren meine Angelegenheiten.

26 Januar 2010

Prrr...

Sage ich etwas Neues, wenn ich feststelle, dass es a...kalt ist? Wo, bitteschön, findet die Klimaerwärmung statt? Ich persönlich kenne eine Menge Eisbären, die sich im winterlichen Südniedersachsen sauwohl fühlen würden: Es gibt Eisschollen, gestern habe ich eine halberfrorene und darum leicht zu jagende Bisamratte gesehen, und all diese Handtaschenhunde im Jäckchen gäben auch eine feine Eisbärenvorspeise ab, bevor dann gefrorener Jogger an Lungenentzündung serviert wird.

Gestern abend habe ich den kapitalen Fehler gemacht, meine nicht nur streng riechenden, sondern auch durchgeschwitzten Hupfdohlenschuhe im Auto zu lassen - heute morgen war die Scheibe gefroren. Von innen. Das habe ich allerdings erst festgestellt, nachdem ich eine halbe Flasche Scheibenenteiser auf den äußeren Teil meiner Frontscheibe verfeuert hatte. Aber mit etwas Humor und Wagemut kann auch ein Guckloch von Fingernagelgröße Zuversicht verbreiten; vorausgesetzt, die Lüftung funktioniert, und es vergrößert sich im Laufe der Fahrt.

Heute abend hätte ich natürlich die Halbgarage, die mir meine Vermieterin in einem Anfall von Mitleid geschenkt hat, über mein Auto ziehen können. Da ich mich aber geduckt habe, als räumliches Vorstellungsvermögen und Bastellust verteilt wurden, ziehe ich frühmorgendliches Kratzen vor. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich beim Festzurren der Halbgarage erfroren wäre, geht gegen 90%. Und ich mag mein Leben, auch wenn ich von innen Eis kratzen und mich mit einem Guckloch von Fingerhutgröße dem Northeimer Berufsverkehr stellen muss.

Denken Sie doch bitte an mich, wenn Sie morgen Ihr nicht zugefrorenes Fahrzeug aus der Garage holen. Vor allem aber: Fahren Sie nicht vor mir her! Garagenparker sind immer auch Eis-und-Schnee-Weicheier.

25 Januar 2010

"Geh in die Stille!"

... sagt R. Betz und meint, man solle sich hinsetzen oder -legen, den eigenen Atem spüren und hören, was es denkt.

"Es denkt." halte ich für einen sehr passenden Ausdruck. Denn ich habe selten das Gefühl, dass ich denke. Viel häufiger denke ich, dass etwas in mir denkt. Und es denkt Gedanken, die ich teilweise für reichlich bescheuert halte.

Heute morgen zum Beispiel, mitten im Sonnengruß, dachte es in mir: "Muss ich jetzt kratzen?", "Wo kommt der Scheißschnee auf einmal her?", "Ist das senile Bettflucht, was ich hier betreibe?", "Wird alles gutgehen?", "Götter, passt auf meine Lieben auf!", "Ich muss dringend abnehmen!", "Ich habe Hunger!", "Daddeln oder arbeiten?" usw.usw.usw.

Hatte ich in letzter Zeit einmal erwähnt, dass es in uns zwischen 50.000 und 80.000 Gedanken denkt? Jeden Tag???

Klingt großartig auf den ersten Blick. Leider wiederholen wir 80% dieser Gedanken ständig.

Haben sich Angelina Jolie und Bratt Pitt wirklich getrennt? Wieso funktioniert mein "J" nur, wenn ich mit aller Kraft draufhaue? Ist es in Ordnung, Rachegelüste zu haben? Warum darf ich die Pennschüssel vor mir nicht umbringen? Westerwelle - Schwesterwelle... (Ist nicht von mir, aber sehr nett.) Ich sollte mir mein Essen besser einteilen. Warum habe ich immer soviel Hunger? Training um 6.00 Uhr ist fein.

Klingt doch hochintellektuell, oder etwa nicht?

Das Schlimme dabei ist: Ich weiß erstens nicht, welche Gedanken ich dauernd wiederhole, zweitens habe ich (noch) nicht die Geduld, mich hinzusetzen und meinen Gedanken zuzuhören, drittens fürchte ich ernsthaft, dass ich mich für strotzdoof halten könnte, wenn ich es doch einmal tue und viertens habe ich schon seit ewigen Zeiten nicht mehr meinem Spiegelbild in die Augen gesehen. Ich schaue immer nur etwas tiefer, erschauere (je nach Tagesform laut oder leise) und beschließe zum x-ten Mal, dass ich dringend abnehmen muss. Will. Soll.

Gut. DEN Gedanken wiederhole ich ständig. Er ist sozusagen mein Mantra: 59 kg bei 16% Kfa. (Völlig bekloppt, schon klar. Zumal ich wissen sollte, dass es nicht funktioniert, solange mein Nutellaglas sich auf wundersame Weise im Schrank vermehrt. Und niemand Ovomaltine wegen unlauteren Wettbewerbs verklagt. Oder die Krombacher Brauerei.)

Fazit: Wenn ich in die Stille gehe, schlafe ich ein. Mit einer Menge Nutella im Bauch und dem Gedanken an ein denkarmes Leben im Kopf.

Gute Nacht allerseits!

Stellen Sie das Denken ein!

Jetzt!

Wintermusik

Ich höre Dich spielen,
schwere, tiefe Töne.
Ich sehe Dich
in tiefem, schwerem Schnee.

Sehe, wie Du Dich
Fuß vor Fuß
vorankämpfst.

Höre Deinen
schweren Atem.

Du magst den Winter nicht,
doch Du gibst ihm
Raum.
Spielst mit ihm.
Oder spielst Du für ihn?

24 Januar 2010

Stiller (?) Lauf

Heute habe ich Stille gesucht beim Laufen. Ich wollte mich denken hören. Also iPod aus und gehorcht. Mein Atem sagte: "Scheisskalt, warum hast Du kein Tuch vor dem Mund, und was soll der Blödsinn überhaupt?" Mein Ohr konnte keine Stille hören. Links die Bundesstraße und entfernungsbedingtes Summen der Autos, rechts die ICE-Trasse mit dem Gebrüll der Züge; über mir schien es noch ein paar Flugzeuge zu geben, die ebenfalls geräuschvoll ihre Bahn zogen.

Also nichts mit Stille?

Doch. Aber anders.

Zwischen all diesen technischen Geräuschen war auf einmal der Schrei eines Raubvogels zu hören, das Krächzen der Raben, die ich mit meinem lauten Atem aufgescheucht zu haben schien, das Zwitschern einiger Vögel, die Robert Betz und Byron Katie gehört haben mussten und wild entschlossen waren, trotz dieser Arschkälte gut drauf zu sein. Arschkälte ist nämlich die Angelegenheit Gottes, des Schicksals oder desjenigen, den wir für zuständig erklären. Jedenfalls ist es nicht
meine.

Gefroren habe ich trotzdem. Und irgendwie hat es auch nicht soviel Spaß gemacht wie im Sommer mit Laufrock und pinken Kompressionssocken.

Welche Gedanken habe ich gehört in der nichtvorhanden Stille? Gute Wünsche habe ich verschickt für Menschen, die mir nahe stehen, geflucht habe ich über den Ostwind, an die Arbeit gedacht, an das, was ich gerade schreibe und an das, was ich später essen werde. Und es hat in mir abgewogen, ob Whisky und Kaffee oder Bier in der Badewanne die bessere Erkältungsprophylaxe sind. Es hat sich für Bier in der Badewanne entschieden. (Ich hatte keine Lust, Kaffee zu kochen.)

Fazit: Es war nicht still. Ich war froh, als ich fertiggelaufen hatte. Und stolz, überhaupt losgelaufen zu sein. Krombacher in der Badewanne nach einem Schnatterlauf ist lecker. Und garantiert gesund.

20 Januar 2010

Nebel. Wählen und gefressen werden.

"Etwas war im Nebel..." heißt es in einer der besonders gruseligen Kurzgeschichten von Stephen King.

Ja, es ist etwas im Nebel.

Es fühlt sich an wie in diesen Herbstnächten, wenn Du die immer gleiche Strecke nach Hause zurücklegst und auf einmal nicht mehr weißt, ob Du auf der richtigen Straße unterwegs bist, weil der Nebel jede Orientierung unmöglich macht. Du hoffst, dass Dich der Weg in die richtige Richtung führt; sicher bist Du jedoch schon lange nicht mehr.

Beim Blick in den Rückspiegel wird Dir Angst und Bange: Scheinwerfer kommen immer näher, werden riesig groß, erleuchten das Innere Deines Autos. Wer fährt da so dicht auf? Ist es ein anderer Orientierungsloser, der nichts weiter plant, als sich an Deine Rückleuchten zu heften, um seinen eigenen Weg nicht aus den Augen zu verlieren, oder ist es der Wahnsinnige, vor dem die Radiomoderatorin von ndr Info seit Stunden warnt?

Nichts ist zu mehr sehen. Die Scheinwerfer sind längst abgebogen, und Du hast das Gefühl, ganz allein auf der Welt zu sein. Niemand, der Dir den Weg zeigen kann; selbst Dein TomTom hat schon vor längerer Zeit den Dienst versagt.

Gehetzt blickst Du von rechts nach links, von vorn nach hinten. Etwas ist im Nebel, und es wird Dich mit Haut und Haar fressen. Etwas ist im Nebel, Du selbst hast es gerufen, vor langer Zeit, unbewußt zwar, aber nicht schuldlos.

Etwas lauert im Nebel... Gestern hat es eine großzügige Spende des Deutschen Hotelverbandes entgegengenommen. Morgen wird es jeden arbeitsfähigen ALGII-Empfänger zu gemeinnützigem Kaffeekochen und Geschirrspülen in die Parteizentrale verschleppen.

Wann wird es Dich, seinen Schöpfer, fressen?

18 Januar 2010

Google doch mal Bin Laden!

FBI gab Spanier als Osama Bin Laden aus

Llamazares, unfreiwilliger Mitarbeiter des FBI.

Llamazares, unfreiwilliger Mitarbeiter des FBI. (© CC / Mikel González)



Von WZ Online / Franz Zauner

Das FBI hat Osama Bin Laden künstlich gealtert, um eine Vorstellung seines gegenwärtigen Aussehens zu geben. Diese Meldung gab letzte Woche Anlass, einmal mehr über US-amerikanisches High-Tech nachzudenken.
Bis sich herausstellte, dass das amerikanische Bundeskriminalamt einfach nach Fotos gegoogelt hatte, die als Vorlage dienen könnten.


Das muss man sich einmal vorstellen: Da wird ein unbescholtener Bürger mal eben als Frisurenmodell für den meistgesuchten Terroristen der Welt missbraucht, weil man sein Foto gegoogelt hat!
Das nenne ich doch mal "sorgfältige Ermittlungen". Und hoffe von ganzem Herzen, dass die deutschen Behörden ausnahmsweise einmal nicht auf die Idee kommen, diese Vorgehensweise unseres großen Vorbilds zu kopieren. Sonst heißt es möglicherweise demnächst: "Hände hoch! Nicht bewegen! Sie sind dringend verdächtig, die Hauptstelle der Deutschen Bank ausgeraubt und die Wände mit 'Ackermann ist doof!' besprüht zu haben." Und auf die Frage, wie dieser Verdacht zustande gekommen ist, erhält man die Auskunft: "Wir haben Sie gegoogelt. Widerstand ist zwecklos."

17 Januar 2010

Sternhagelvoll

warst Du,
als Du mir Deine Liebe gestandest.

Soll ich frohlocken?

Gedenken

Manchmal
denke ich an Dich.

Dann frage ich mich,
ob es Dir gut geht.

Wohlwissend,
dass Dein Name

Unglück

ist.

Update

Ja, ich weiß, das ist Englisch. Und ich finde Englisch doof, wenn es im deutschen Sprachraum sein Unwesen treibt. Aber mir fällt gerade kein besseres Wort ein, und bevor ich stundenlang in meinem latent überlasteten Gehirn nach Deutschem krame, nehme ich doch das, was mir zuerst in den Sinn gekommen ist - sprachliche Korrektheit hin oder her.

Also.

Ziel dieses Eintrags ist es, diejenigen, die mich persönlich kennen und möglicherweise fragen, ob mich die Sprache verlassen hat, auf den neuesten Stand zu bringen. Wenn Sie das nicht interessiert, schauen Sie sich andere Blogs an. Später dürfen Sie gern wiederkommen; ich habe auch noch ein wenig nachgedacht.

"Arbeit ist sichtbar gemachte Liebe", sagte ein Philosoph, dessen Namen ich vergessen habe. Weiter erklärte er: "Wenn Du nicht mit Liebe arbeiten kannst, setze Dich vor den Tempel und erbitte Almosen von denen, die das tun. Denn ein Brot, das nicht mit Liebe gebacken wurde, schmeckt nicht, und ein Wein, der nicht mit Liebe gekeltert wurde, ist bitter." Ich habe gerade eine neue Liebe gefunden. Diese Liebe sorgt dafür, dass ich um 4.00 aufstehe, um dem morgendlichen Berufsverkehrsstau zu entgehen und gleichzeitig alles zu tue, was man eben morgens zwischen 4.00 und 6.30 so tun möchte: Laufen, schreiben, lesen, spielen, lernen...

Bis ich mich daran gewöhnt habe, wird es möglicherweise häufiger vorkommen, dass ich mich um 19.00 auf die Couch lege, um zu lesen, um 21.00 wach werde und ins Bett gehe. Auch das fühlt sich gut an. Alles fühlt sich gut an im Moment.

Heute habe ich zwei Graureiher gesehen. Der erste flog über die Straße und sah dabei unglaublich elegant aus, der zweite landete auf einem Baum, als ich mich gerade nach Saunagang Nummer 1 abkühlte. Beide nebeneinander hätten sämtliche Schnepfen aus "Germanys next Topmodel" locker am langen Flügel verhungern lassen. Graureiher sind sowieso viel netter anzusehen als überschminkte Stressgesichter.

Mein Armband? Ist ab. Ich habe mich dabei ertappt, dass ich immer, wenn ich es wechseln musste, weil ich gelästert hatte, schnell wieder gemotzt habe, um es wieder am "bequemeren" Handgelenk unterzubringen. Außerdem gab es viel Anlass zum Lästern. (Ich werde es wieder anlegen - irgendwann nach dem KS-Marathon. Oder wenn ich einen unauffälligen Weg gefunden habe, alle die, die mir auf die Nerven gehen, zu meucheln.)

10 Januar 2010

Die "Offene Beziehung"

... ist ein weiteres interessantes Phänomen der Flirtlines. Meistens wird sie vom männlichen Part geführt, und ich frage mich, ob frau von der Offenheit ihrer Beziehung weiß.

"Wenn die Beziehung zur WG wird, muss man sich anderweitig umschauen." lautet die Profilbeschreibung eines durchschnittlich aussehenden Herren mit Bauchansatz, im Werden begriffener Halbglatze, Karohemd und grenzdebilem Lächeln. Ich frage mich, wer die Beziehung zur WG gemacht hat; der durchschnittlich aussehende Herr, der möglicherweise auch nur durchschnittlich phantasiebegabt ist, oder die dazugehörige Dame, von der ich leider kein Photo anschauen kann.

Außerdem frage ich mich, warum mann seine Lust auf kostenfreie und in der Horizontalen stattfindende Aktivitäten mit dem anderen Geschlecht derart verklausuliert. "Hi, Mädels! Ich bin gebunden, habe keine Kohle, will aber trotzdem f...!" wäre doch die ehrlichere Variante.
Und wenn er intelligenter gewesen wäre als sein Bild vermuten lässt, hätte er auf eine optische Zur-Schau-Stellung
verzichtet. Dann wäre ihm wenigstens die Chance geblieben, innerhalb seiner Flatrate zu telefonieren und sich erst nach einem möglichen Treffen mit der nichtwerdenden Affäre in die Riege der Antiquitätenhändler einzureihen. Personal opinion, of course.

03 Januar 2010

Leben lieben

"Ich bin eine Liebhaberin von allem, was ist.", sagt Byron Katie, eine Frau, die 6 unglaublich lebens- und beziehungserleichternde Fragen erfunden hat. (Googlen Sie sie, wenn Sie wissen wollen, welche Fragen das sind!)

Heute gab es unglaublich viel von allem, was ist: Schneegestöber, Tiefschneelaufen, um 5.00 aufwachen und mit Schwung in den Tag hineinrennen (bildlich gesprochen), einen breit grinsenden Golden Retriever und sein etwas missmutig dreinschauendes Herrchen (Herrchen hatte Gegenwind - ich nicht...), Kampf mit der schneeabweisenden Kapuze für mein Auto (Die Kapuze hat gewonnen, was mit meinem nicht vorhandenen räumlichen Vorstellungsvermögen zu tun hat.), mehrmals Schnee schippen, kochende Experimente und erneut die Frage, womit ich all die Verkehrslegasteniker in mein Leben gerufen habe, vor allem aber, warum die unbedingt vor mir herschleichen müssen.

Irgendwie ist alles unglaublich spannend. Mein Tag war viel länger als die üblichen 16 Stunden.

Wie war Ihr Tag? Freuen Sie sich auf den ersten "Werktag" des neuen Jahrzehnts, oder halten Sie es mit Franky von ffn und zählen die Stunden bis zum Wochenende, inklusive "Woche durchschneiden" am Mittwoch?

02 Januar 2010

Warst Du?

Wo warst Du,
als der Vollmond direkt über meinem Kopf stand?

Wo warst Du,
als der erste Böller in die Nacht brüllte?

Wo warst Du,
als alle Kirchenglocken läuteten?

Wo warst Du,
als ich mitten in der Nacht durch tiefen Schnee stapfte?

Wo warst Du,
als ich lächelnd die Arme ausbreitete?

Wo warst Du,
als ich in den Tag hineinlief?

Wo war ich,
bevor
ich Dich vergessen habe?

01 Januar 2010

Danksagungen

Es gibt einige Menschen, denen ich danken möchte für das, was sie während des letzten Jahres für mich getan haben:

Ich habe sehr viel Spanisch gelernt. Danke für den Unterricht!
Da ist jemand mit mir zusammen 21 Kilometer gelaufen. Danke für die Begleitung!
Später hat mich jemand verlassen. Danke für Deine Entscheidung!
Im Urlaub wurde ich bemuttert (und bevatert). Danke für Eure Zeit!
Jemand hat mich gefunden. Vollmond mit mir geschaut. Danke für einen wunderschönen Monat!
Dann hat man mich gegangen. Danke für die Starthilfe!
Gegen Ende wurde ich eingeladen. Danke für schöne Tage!