Ich habe mir
Sonne
gewünscht,
doch
ich kann sie nicht sehen.
Der Nebel ist zu dicht.
Ich habe mir
Licht
bestellt,
doch
ich kann es nicht finden.
Die Dunkelheit gibt nichts preis.
Ich habe die
Stille
ersehnt,
doch
ich muss ihr Hetzen hören.
Der Knall ist viel zu laut.
Frauen und Männer, Pinguine, Zeitgeschehen, Laufen und die Unmöglichkeit gelingender Kommunikation.
26 Oktober 2010
24 Oktober 2010
Männer und Frauen sind unterschiedlich, und das wissen wir nicht erst seit gestern.
So setzen Männer z.B. ihre Prioritäten nach der Situation, während bei den Frauen der Mann zur Priorität wird.
Das ist weder vernünftig noch entwicklungsfördernd, aus Sicht der Frau.
Es mag sein, dass es zu Zeiten, als der Säbelzahntiger um die Höhle strich, sinnvoll war, sich hinter dem Kerl mit dem Faustkeil zu verstecken.
Heute jedoch gibt es ausschließlich Hauskatzen, die schlimmstenfalls in den Blumenkübel scheissen, Briefe vom Finanzamt oder der KiTa-Leitung; nichts Lebensbedrohendes jedenfalls. Auch die Höhle ist stets geheizt und verfügt über elektrisches Licht.
Trotzdem ist Mann nach wie vor immer irgendwie weg: Mit einer anderen, bei seiner Arbeit, seinem Verein, dem täglichen Marathontraining oder schlicht in der Kneipe.
Seine Höhlenverteidigerfunktion hat er längst an die Dame seiner Wahl abgegeben und den einst lebensrettenden Faustkeil sofort nach dessen Marktreife gegen ein Smartphone getauscht.
Die logische Konsequenz für die leidgeprüfte Gefährtin? Ab mit dem Kerl in eine andere Höhle, Küchenmesser und Flaschenöffner eingepackt und den kurzen Marsch in den nächsten Wald angetreten! Dort sollte ein Überlebenstraining absolviert, Käfer gegessen, ein Wildschwein mit bloßen Händen erwürgt und auf einem Baum geschlafen werden.
An Leib und Seele gestärkt wird die Dame zurückkehren, ihr Auto tiefer legen, Fußballregeln auswendig lernen und die wichtigsten Vokabeln wie "Hmpf!", "Boah, ey!", "Haste nix mit zu tun!" und ein paar Grunzlaute lernen, die für den Anfang reichen werden.
Das ist weder vernünftig noch entwicklungsfördernd, aus Sicht der Frau.
Es mag sein, dass es zu Zeiten, als der Säbelzahntiger um die Höhle strich, sinnvoll war, sich hinter dem Kerl mit dem Faustkeil zu verstecken.
Heute jedoch gibt es ausschließlich Hauskatzen, die schlimmstenfalls in den Blumenkübel scheissen, Briefe vom Finanzamt oder der KiTa-Leitung; nichts Lebensbedrohendes jedenfalls. Auch die Höhle ist stets geheizt und verfügt über elektrisches Licht.
Trotzdem ist Mann nach wie vor immer irgendwie weg: Mit einer anderen, bei seiner Arbeit, seinem Verein, dem täglichen Marathontraining oder schlicht in der Kneipe.
Seine Höhlenverteidigerfunktion hat er längst an die Dame seiner Wahl abgegeben und den einst lebensrettenden Faustkeil sofort nach dessen Marktreife gegen ein Smartphone getauscht.
Die logische Konsequenz für die leidgeprüfte Gefährtin? Ab mit dem Kerl in eine andere Höhle, Küchenmesser und Flaschenöffner eingepackt und den kurzen Marsch in den nächsten Wald angetreten! Dort sollte ein Überlebenstraining absolviert, Käfer gegessen, ein Wildschwein mit bloßen Händen erwürgt und auf einem Baum geschlafen werden.
An Leib und Seele gestärkt wird die Dame zurückkehren, ihr Auto tiefer legen, Fußballregeln auswendig lernen und die wichtigsten Vokabeln wie "Hmpf!", "Boah, ey!", "Haste nix mit zu tun!" und ein paar Grunzlaute lernen, die für den Anfang reichen werden.
Wenn sie dann noch ihren Bizeps trainiert, wird der Kerl zur Deko und das Smartphone überflüssig.
Nachholbedarf, meinerseits nicht toleriert.
Das durchschnittliche Paar soll ja angeblich nur 7 Sätze pro Tag miteinander reden, sagt die Statistik. Wie es scheint, hebt das durchschnittliche saunabesuchende Paar diese 7 Sätze über mehrere Wochen auf und entlässt sie dann während eines zehnminütigen Saunaganges in die Welt.
Damit hätte ich überhaupt kein Problem. Ein lange zusammen lebendes Paar soll sich unterhalten dürfen! Und wann sie ihre 7 Sätze austauschen, ist mir absolut und vollkommen gleichgültig - solange sie das nicht tun, während ich in der gleichen Sauna liege und ruhebedürftig bin!
Denn das löst nicht nur eine gewisse Unentspanntheit meinerseits aus, sondern auch ein signifikant erhöhtes Aggressionspotential.
So weiß ich zum Beispiel, wo in der Maa-Sauna (Das ist die mit dem nett vor sich hin lodernden Kamin, den man aber nur genießen kann, wenn alle die Klappe halten.) die dicken Handschuhe und der Feuerhaken sind und hätte nicht übel Lust, beides zweckzuentfremden.
Falls also eines der Pärchen, die mich heute bei zwei von meinen drei Saunagängen an den Rand der Raserei getrieben haben, hier mitliest: Beim nächsten Treffen werde ich den Feuerhaken benutzen!
Und damit Sie wissen, wann Sie tunlichst ruhig sein sollten: Ich bin die, die sich auf der Bank zusammengerollt, beide Zeigefinger in die Ohren gestopft und extrem laut geatmet hat.
Damit hätte ich überhaupt kein Problem. Ein lange zusammen lebendes Paar soll sich unterhalten dürfen! Und wann sie ihre 7 Sätze austauschen, ist mir absolut und vollkommen gleichgültig - solange sie das nicht tun, während ich in der gleichen Sauna liege und ruhebedürftig bin!
Denn das löst nicht nur eine gewisse Unentspanntheit meinerseits aus, sondern auch ein signifikant erhöhtes Aggressionspotential.
So weiß ich zum Beispiel, wo in der Maa-Sauna (Das ist die mit dem nett vor sich hin lodernden Kamin, den man aber nur genießen kann, wenn alle die Klappe halten.) die dicken Handschuhe und der Feuerhaken sind und hätte nicht übel Lust, beides zweckzuentfremden.
Falls also eines der Pärchen, die mich heute bei zwei von meinen drei Saunagängen an den Rand der Raserei getrieben haben, hier mitliest: Beim nächsten Treffen werde ich den Feuerhaken benutzen!
Und damit Sie wissen, wann Sie tunlichst ruhig sein sollten: Ich bin die, die sich auf der Bank zusammengerollt, beide Zeigefinger in die Ohren gestopft und extrem laut geatmet hat.
21 Oktober 2010
Das will ich nicht wissen!
Ich will nicht wissen, was sie denken.
Ich will nicht wissen, was sein könnte.
Ich will nicht wissen, was werden wird.
Ich will sein.
Nichts sonst.
Ich will mit meinem Leben tanzen,
voller Leichtigkeit,
will an die Liebe glauben,
voller Zuversicht,
will mich fallen lassen
vertrauensvoll.
Wissend,
dass niemand
mich
halten
wird.
Ich will nicht wissen, was sein könnte.
Ich will nicht wissen, was werden wird.
Ich will sein.
Nichts sonst.
Ich will mit meinem Leben tanzen,
voller Leichtigkeit,
will an die Liebe glauben,
voller Zuversicht,
will mich fallen lassen
vertrauensvoll.
Wissend,
dass niemand
mich
halten
wird.
19 Oktober 2010
Und dann wäre da noch
bei vollem Bewusstsein sinnentleert Fabriziertes:
Ich glaubte stets an Deine Treue,
dacht' niemals, dass ich es bereue,
Dir meinen Schwur zu schenken,
wollt' nur noch an Dich denken.
Doch Glauben heißt nicht Wissen,
wie werd' ich Dich vermissen,
jetzt bist Du fort, ich find' Dich nicht,
und Tränen netzen mein Gesicht.
All das sieht nur die Außenwelt.
Hast Du jedoch genügend Geld,
nach dem sich finst're Kerle recken,
verschwindest Du im Kohlebecken.
"Bau' ein Gedicht aus diesen 3 Wörtern!" war die Aufgabe. Für heute habe ich alles gegeben. Und entschuldige mich, wenn das nicht gereicht haben sollte...
Ich glaubte stets an Deine Treue,
dacht' niemals, dass ich es bereue,
Dir meinen Schwur zu schenken,
wollt' nur noch an Dich denken.
Doch Glauben heißt nicht Wissen,
wie werd' ich Dich vermissen,
jetzt bist Du fort, ich find' Dich nicht,
und Tränen netzen mein Gesicht.
All das sieht nur die Außenwelt.
Hast Du jedoch genügend Geld,
nach dem sich finst're Kerle recken,
verschwindest Du im Kohlebecken.
"Bau' ein Gedicht aus diesen 3 Wörtern!" war die Aufgabe. Für heute habe ich alles gegeben. Und entschuldige mich, wenn das nicht gereicht haben sollte...
Versöhnung
Heute sehe ich mein Gesicht
im Spiegel.
Frage mich nach Liebe.
Sage viel zu oft "Nein."
Wie könnte ich
Dich
verurteilen?
Du bist
der Spiegel
meiner Gedanken.
Mein Spiegel
fand
ein Bild.
Dich.
im Spiegel.
Frage mich nach Liebe.
Sage viel zu oft "Nein."
Wie könnte ich
Dich
verurteilen?
Du bist
der Spiegel
meiner Gedanken.
Mein Spiegel
fand
ein Bild.
Dich.
Gesichterkampf
Einst sah ich
nur Dich.
Deine Augen stets geschminkt,
meinem suchenden Blick verborgen,
Dein Lächeln aufgemalt.
Bin er-wachsen, endlich,
Deinem Blick entronnen.
Sehe Dich heute
als den Clown,
der Du immer warst.
Kann Dein Sein
anerkennend lächelnd
beklatschen.
nur Dich.
Deine Augen stets geschminkt,
meinem suchenden Blick verborgen,
Dein Lächeln aufgemalt.
Bin er-wachsen, endlich,
Deinem Blick entronnen.
Sehe Dich heute
als den Clown,
der Du immer warst.
Kann Dein Sein
anerkennend lächelnd
beklatschen.
18 Oktober 2010
"Quid pro quo!"
... sagte Hanibal Lecter zu Clarice Starling und meinte damit: "Ich gebe Dir nur etwas, wenn Du mir vorher auch etwas gegeben hast."
Genau das ist das Prinzip vieler Beziehungen: Geben und Nehmen. "Eine Beziehung muss ein Geben und Nehmen sein." heißt es oft.
Aber so funktioniert es nicht. Wenn ich nur gebe, weil ich vorher bekommen habe, werde ich möglicherweise niemals geben, sondern mich wegsperren, damit mir nichts genommen wird.
Wenn ich darauf warte, etwas zu bekommen, nachdem ich gegeben habe, werde ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ent-täuscht (kein Flüchtigkeitsfehler) werden.
Wenn ich liebe, wirklich liebe, will ich geben, nichts sonst.
Oder anders: "Ich fürchte nichts. Ich erwarte nichts. Ich bin frei." steht auf dem Grabstein von Nikos Katzantakis.
Was muss das für ein unglaublich kraftvoller Akt der Befreiung sein, wenn es gelingt, sich von der Erwartung zu lösen, wenn die Einsicht, dass alles, was geschieht, auch geschehen soll, dass jede Ent-Täuschung Lernen bedeutet, jeder nichterfüllte Wunsch einen tieferen Sinn hat, Einzug halten darf! Gegenwart. Sonst nichts.
Wie sehr könnte ich lieben, wenn es mir gelänge, nur in der Gegenwart zu leben, ohne Angst vor Verlust, ohne einen Blick zurück auf scheinbar Misslungenes?
Ich dürfte alles, was ich habe, in die Welt werfen, hätte den Mut, ein "Ich liebe Dich." zu sagen ohne Angst vor Zurückweisung. Kein Taktieren, kein Umeinanderschleichen, stattdessen Sein. Mit- oder Ohneeinander.
Die Liebe wird sein. Sie braucht keine Antwort.
Das Leben wäre ein Paradies mit ganzen Säcken voller Äpfel.
Genau das ist das Prinzip vieler Beziehungen: Geben und Nehmen. "Eine Beziehung muss ein Geben und Nehmen sein." heißt es oft.
Aber so funktioniert es nicht. Wenn ich nur gebe, weil ich vorher bekommen habe, werde ich möglicherweise niemals geben, sondern mich wegsperren, damit mir nichts genommen wird.
Wenn ich darauf warte, etwas zu bekommen, nachdem ich gegeben habe, werde ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ent-täuscht (kein Flüchtigkeitsfehler) werden.
Wenn ich liebe, wirklich liebe, will ich geben, nichts sonst.
Oder anders: "Ich fürchte nichts. Ich erwarte nichts. Ich bin frei." steht auf dem Grabstein von Nikos Katzantakis.
Was muss das für ein unglaublich kraftvoller Akt der Befreiung sein, wenn es gelingt, sich von der Erwartung zu lösen, wenn die Einsicht, dass alles, was geschieht, auch geschehen soll, dass jede Ent-Täuschung Lernen bedeutet, jeder nichterfüllte Wunsch einen tieferen Sinn hat, Einzug halten darf! Gegenwart. Sonst nichts.
Wie sehr könnte ich lieben, wenn es mir gelänge, nur in der Gegenwart zu leben, ohne Angst vor Verlust, ohne einen Blick zurück auf scheinbar Misslungenes?
Ich dürfte alles, was ich habe, in die Welt werfen, hätte den Mut, ein "Ich liebe Dich." zu sagen ohne Angst vor Zurückweisung. Kein Taktieren, kein Umeinanderschleichen, stattdessen Sein. Mit- oder Ohneeinander.
Die Liebe wird sein. Sie braucht keine Antwort.
Das Leben wäre ein Paradies mit ganzen Säcken voller Äpfel.
Der Golfstrom ist abgerissen!
Diese Information erhielt ich Ende letzter Woche. Irgendwo tief in einer sehr weit hinten liegenden Ecke meines erschreckend unterbeschäftigten Gehirns klopfte ein Gedanke. "Frank Schätzing" säuselte er, und "Der Schwarm", aber auch "The day after tomorrow". Aha. Weltuntergang. Die Erde setzt sich endlich zur Wehr. Eiszeit. Oder etwas ähnliches.
"Okay!" antwortete ich ruhig und souverän. "Dann muss ich mir wohl wärmere Kleidungsstücke zulegen." Und damit war das Thema für mich erledigt, auch wenn man mir noch wohlmeinend erläuterte, dass ein abgerissener Golfstrom zunächst einmal ewigen Winter bei -40° bedeuten würde. Ich erklärte meinerseits, dass mich das erst ab dem Moment interessieren wird, ab dem ich ernsthaft anfange zu frieren. Und dann ist es immer noch früh genug, sich Gedanken zu machen.
Ganz davon abgesehen, dass mein Weltuntergangsszenario mich nicht schnatternd am warmen Ofen, sondern mit einer Flasche exquisiten Whiskys am Strand sitzen sieht, wo ich DER WELLE völlig ungerührt und leicht angetrunken ins nichtvorhandene Auge sehe.
Heute morgen war mir allerdings a...kalt. Und das blieb den ganzen Tag so. Noch vor ein paar Tagen habe ich mich über den goldenen und angenehm warmen Oktober gefreut, beim letzten Vollmond lag ich splitterfasernackt an einem südkretischen Strand und fand die Temperatur genau richtig. Zum Schwimmen. Zum Abkühlen.
Heute habe ich gefroren. Beim Feierabendlauf dachte ich, dass beim nächsten Mal die längeren Unterhosen mitlaufen müssen. In Schierke, auf dem Brocken, dem Kahlen Asten und im Schwarzwald hat es geschneit! Und im Wetterbericht werden weiter sinkende Temperaturen prognostiziert.
Sollte der Golfstrom doch abgerissen sein???
Gleich morgen werde ich "Asylantrag + Kreta" googlen.
"Okay!" antwortete ich ruhig und souverän. "Dann muss ich mir wohl wärmere Kleidungsstücke zulegen." Und damit war das Thema für mich erledigt, auch wenn man mir noch wohlmeinend erläuterte, dass ein abgerissener Golfstrom zunächst einmal ewigen Winter bei -40° bedeuten würde. Ich erklärte meinerseits, dass mich das erst ab dem Moment interessieren wird, ab dem ich ernsthaft anfange zu frieren. Und dann ist es immer noch früh genug, sich Gedanken zu machen.
Ganz davon abgesehen, dass mein Weltuntergangsszenario mich nicht schnatternd am warmen Ofen, sondern mit einer Flasche exquisiten Whiskys am Strand sitzen sieht, wo ich DER WELLE völlig ungerührt und leicht angetrunken ins nichtvorhandene Auge sehe.
Heute morgen war mir allerdings a...kalt. Und das blieb den ganzen Tag so. Noch vor ein paar Tagen habe ich mich über den goldenen und angenehm warmen Oktober gefreut, beim letzten Vollmond lag ich splitterfasernackt an einem südkretischen Strand und fand die Temperatur genau richtig. Zum Schwimmen. Zum Abkühlen.
Heute habe ich gefroren. Beim Feierabendlauf dachte ich, dass beim nächsten Mal die längeren Unterhosen mitlaufen müssen. In Schierke, auf dem Brocken, dem Kahlen Asten und im Schwarzwald hat es geschneit! Und im Wetterbericht werden weiter sinkende Temperaturen prognostiziert.
Sollte der Golfstrom doch abgerissen sein???
Gleich morgen werde ich "Asylantrag + Kreta" googlen.
17 Oktober 2010
Wie soll ich Dir sagen,
dass ich Dich ...,
dass ich mir wünschte...,
dass ich mir vorstellen könnte...,
dass ich sehr gern mit Dir...
Du würdest es mir nicht glauben,
meine Wünsche ignorieren,
meine Vorstellungen absurd finden,
wärest nicht gern mit mir...
Also sage ich es Dir
sicherheitshalber
nicht.
Sage stattdessen
Nichts.
dass ich mir wünschte...,
dass ich mir vorstellen könnte...,
dass ich sehr gern mit Dir...
Du würdest es mir nicht glauben,
meine Wünsche ignorieren,
meine Vorstellungen absurd finden,
wärest nicht gern mit mir...
Also sage ich es Dir
sicherheitshalber
nicht.
Sage stattdessen
Nichts.
16 Oktober 2010
15 Oktober 2010
Who's that girl?
Heute ist sie mein Bild;
Sie ist Mutter,
Erde,
ist jeder Grashalm.
Sie ist Jungfrau,
Amazone,
spielt jede Rolle.
Sie trägt Kriegsbemalung
neben Friedensfarben.
Wer wird sie morgen sein?
Sie ist Mutter,
Erde,
ist jeder Grashalm.
Sie ist Jungfrau,
Amazone,
spielt jede Rolle.
Sie trägt Kriegsbemalung
neben Friedensfarben.
Wer wird sie morgen sein?
14 Oktober 2010
Herzlich Willkommen, Struktur!
Es gab ja mal Zeiten, da wäre es mir peinlich gewesen, auch nur darüber zu reden. Die sind vorbei. Ich brauche, liebe und begehre meine Struktur. Ich will auf gar keinen Fall ohne sie sein.
Manchmal verlieren wir uns nämlich aus den Augen, und das führt dann zu unkontrolliertem Um-die-Lampe-kreisen meinerseits. Was meine Struktur in der Zeit treibt? Keine Ahnung.
Wahrscheinlich kümmert sie sich um jemanden, der es nötiger hat. Oder sie macht Pause und genießt das Unstrukturiertsein. Mache ich ja auch; gleiches Recht für alle!
Trotzdem können wir nicht ohneeinander. Wir sind das klassische Liebespaar: Wir pflegen unsere gemeinsamen Rituale, wir kuscheln miteinander, manchmal streiten wir uns, und manchmal brauchen wir eine Beziehungspause.
Inzwischen könnte ich nicht mehr sagen, wer in unserer Beziehung die Hosen an hat. Ist aber auch gleichgültig. Solange sie immer wieder zu mir zurückkehrt, darf sie sogar fremdgehen, ohne dass ich mich zurückgesetzt fühle.
Ich nutze die strukturfreie Zeit dann für Schmetterlingbeobachten und Sternegucken, Sauna oder Tanzen, Rotwein oder Käsestängli. Manchmal vergesse ich sogar mein Training; dann ist sie aber im Ausland, turnt mit irgendwelchen Menschen herum, die Struktur mehr als nötig haben.
Ich wünsche ihr, dass sie ihren Einsatz zu schätzen wissen. Andererseits... Je eher sie von einem Fremden zurückgewiesen wird, desto schneller ist sie wieder bei mir. Und dann hätte ich die Oberhand, denn sie wäre ja auf mein Wohlwollen angewiesen.
Einstweilen ist sie bei mir, wir knuddeln, knutschen und gehen gleich gemeinsam ins Bett. Um 4.00 Uhr wird sie mich wecken und daran erinnern, dass ich laufen wollte.
Ob ich dann auch losrenne, hängt davon ab, ob ich mit oder ohne Struktur laufen muss. Wenn sie liegenbleibt, stehe ich auch nicht auf!
So!
Manchmal verlieren wir uns nämlich aus den Augen, und das führt dann zu unkontrolliertem Um-die-Lampe-kreisen meinerseits. Was meine Struktur in der Zeit treibt? Keine Ahnung.
Wahrscheinlich kümmert sie sich um jemanden, der es nötiger hat. Oder sie macht Pause und genießt das Unstrukturiertsein. Mache ich ja auch; gleiches Recht für alle!
Trotzdem können wir nicht ohneeinander. Wir sind das klassische Liebespaar: Wir pflegen unsere gemeinsamen Rituale, wir kuscheln miteinander, manchmal streiten wir uns, und manchmal brauchen wir eine Beziehungspause.
Inzwischen könnte ich nicht mehr sagen, wer in unserer Beziehung die Hosen an hat. Ist aber auch gleichgültig. Solange sie immer wieder zu mir zurückkehrt, darf sie sogar fremdgehen, ohne dass ich mich zurückgesetzt fühle.
Ich nutze die strukturfreie Zeit dann für Schmetterlingbeobachten und Sternegucken, Sauna oder Tanzen, Rotwein oder Käsestängli. Manchmal vergesse ich sogar mein Training; dann ist sie aber im Ausland, turnt mit irgendwelchen Menschen herum, die Struktur mehr als nötig haben.
Ich wünsche ihr, dass sie ihren Einsatz zu schätzen wissen. Andererseits... Je eher sie von einem Fremden zurückgewiesen wird, desto schneller ist sie wieder bei mir. Und dann hätte ich die Oberhand, denn sie wäre ja auf mein Wohlwollen angewiesen.
Einstweilen ist sie bei mir, wir knuddeln, knutschen und gehen gleich gemeinsam ins Bett. Um 4.00 Uhr wird sie mich wecken und daran erinnern, dass ich laufen wollte.
Ob ich dann auch losrenne, hängt davon ab, ob ich mit oder ohne Struktur laufen muss. Wenn sie liegenbleibt, stehe ich auch nicht auf!
So!
10 Oktober 2010
Siehst Du mich?
Manche Dinge, die ich sehe, siehst Du nicht.
Wirst Du vielleicht niemals sehen:
Schönheit der Worte,
Kraft der Eigenart.
Blumen der Andersartigkeit.
Manche Dinge, die ich verschenke,
kommen nicht bei Dir an:
Liebe in meinen Worten,
die Gabe meiner Eigenarten,
das Gänseblümchen ohne Deko.
Wird es jemals reichen,
dass ich bin?
Wirst Du vielleicht niemals sehen:
Schönheit der Worte,
Kraft der Eigenart.
Blumen der Andersartigkeit.
Manche Dinge, die ich verschenke,
kommen nicht bei Dir an:
Liebe in meinen Worten,
die Gabe meiner Eigenarten,
das Gänseblümchen ohne Deko.
Wird es jemals reichen,
dass ich bin?
Nirgendwo ist hier.
Vor ein paar Wochen habe ich am Kommos Beach gestanden, den Blick auf den Sonnenuntergang gerichtet. Ich habe geweint, weil es so unglaublich schön war, habe mich bei den Göttern bedankt, die mir diesen Anblick geschenkt haben, dieses Gefühl, dieses Leben.
Heute habe ich auf einem Feld bei Gladebeck gestanden, den Blick auf den Sonnenuntergang gerichtet. Ich habe geweint, weil es so unglaublich schön war, habe mich bei den Göttern bedankt, die mir diesen Anblick geschenkt haben, dieses Gefühl, dieses Leben.
Ich muss nirgendwo hin - das Gefühl ist in mir. Ich bin das Gefühl!
Heute habe ich auf einem Feld bei Gladebeck gestanden, den Blick auf den Sonnenuntergang gerichtet. Ich habe geweint, weil es so unglaublich schön war, habe mich bei den Göttern bedankt, die mir diesen Anblick geschenkt haben, dieses Gefühl, dieses Leben.
Ich muss nirgendwo hin - das Gefühl ist in mir. Ich bin das Gefühl!
Vergeblichkeit
Umeinander tanzen wir,
denn
wir können nicht anders.
Voreinander verstecken wir uns,
denn
wir sind zu ängstlich.
Miteinander wären wir gern,
doch
wir wagen es nicht.
Beieinander sind wir nicht,
denn
wir bleiben vereinzelt.
denn
wir können nicht anders.
Voreinander verstecken wir uns,
denn
wir sind zu ängstlich.
Miteinander wären wir gern,
doch
wir wagen es nicht.
Beieinander sind wir nicht,
denn
wir bleiben vereinzelt.
Schein.
Deine Hand in meinem Haar
zwingt mich in die Knie.
Bin trotzdem auf Augenhöhe
mit Dir,
denn nichts
und niemand
könnte mich zwingen,
es sei denn,
ich ließe es zu.
Freiwillig.
zwingt mich in die Knie.
Bin trotzdem auf Augenhöhe
mit Dir,
denn nichts
und niemand
könnte mich zwingen,
es sei denn,
ich ließe es zu.
Freiwillig.
09 Oktober 2010
Die Gnade der frühen Geburt
Wenn ich in der Umkleide der Fitnesshalle stehe, kann ich mit geschlossenen Augen sagen, wie alt die Person, die da hereinkommt, ungefähr sein muss. Höre ich ein "Guten Tag", "Guten Morgen", "Hallo", ist sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit deutlich über 35. Höre ich nichts, sondern sehe ein Wesen in zu engen Hüftjeans mit Schwabbel über dem Bund und heruntergezogenen Mundwinkeln hereinschlurfen, ist sie recht sicher unter 25. Dazwischen gibt es unterschiedliche Varianten.
Die U-25-jährigen riecht man auch. Sie bevorzugen süße Düfte und besprühen sich mit soviel Deo, dass es bei Aldi Nord für eine Menge Sonderangebote reichen würde.
Damit könnte ich leben. Womit ich ein echtes Problem habe, sind all diese Hasen, die an SEINER Seite den Weg in die Fitnesshalle gefunden haben. Da wird auf Hantelbänken herumgesessen, das Ausdauergerät für IHN geputzt; möglicherweise hat sie auch seinen Eiweißshake in ihrer überdimensionierten Handtasche.
Sie alle könnten meine Töchter sein. Wären sie es, hätten sie keine Zeit für die Fitnessbude. Sie müssten Simone de Beauvoir und Alice Schwarzer (Das ist die, die jetzt immer im Fernsehen in albernen Spielshows auftritt und Werbung für die Bildzeitung gemacht hat. Früher war sie die unglaublich engagierte Herausgeberin der EMMA.) auswendig lernen, mindestens zehn Selbstverteidigungstechniken beherrschen und mir glaubwürdig versichern, dass sie jeden k.o. schlagen werden, der von ihnen verlangt, dass sie putzen.
Glücklicherweise habe ich weder Töchter noch Söhne. Ich darf still vor mich hin trainieren, muss niemanden wegsperren oder gar töten.
Das Leben weiß, was es tut.
Die U-25-jährigen riecht man auch. Sie bevorzugen süße Düfte und besprühen sich mit soviel Deo, dass es bei Aldi Nord für eine Menge Sonderangebote reichen würde.
Damit könnte ich leben. Womit ich ein echtes Problem habe, sind all diese Hasen, die an SEINER Seite den Weg in die Fitnesshalle gefunden haben. Da wird auf Hantelbänken herumgesessen, das Ausdauergerät für IHN geputzt; möglicherweise hat sie auch seinen Eiweißshake in ihrer überdimensionierten Handtasche.
Sie alle könnten meine Töchter sein. Wären sie es, hätten sie keine Zeit für die Fitnessbude. Sie müssten Simone de Beauvoir und Alice Schwarzer (Das ist die, die jetzt immer im Fernsehen in albernen Spielshows auftritt und Werbung für die Bildzeitung gemacht hat. Früher war sie die unglaublich engagierte Herausgeberin der EMMA.) auswendig lernen, mindestens zehn Selbstverteidigungstechniken beherrschen und mir glaubwürdig versichern, dass sie jeden k.o. schlagen werden, der von ihnen verlangt, dass sie putzen.
Glücklicherweise habe ich weder Töchter noch Söhne. Ich darf still vor mich hin trainieren, muss niemanden wegsperren oder gar töten.
Das Leben weiß, was es tut.
08 Oktober 2010
Liebe. Nur ich.
Heute Abend habe ich meine Erwartungen nach Hause geschickt; ich möchte allein sein.
Das Wasser ist warm, der Duft von Monoî Tiaré wabert durch den Raum; im Hintergrund singt George Michael von unbeschwerten Zeiten – „Careless Whisper“ vermischt sich mit dem Geruch des Öls.
Heute werde ich mich nicht einfach nur waschen. Heute werde ich mich wahrnehmen. Fühlen, seifenfrei.
Meine Hände schlingen sich umeinander. Schöne Hände hätte ich, sagte man mir vor Längerem. Ich mag sie auch, meine Hände. Streiche mit der einen an meinem Arm herab, berühre mit der anderen die Hüfte. Runder scheint sie mir, die Hüfte. Waren da nicht letztes Jahr noch die Knochen spürbar?
Ich lasse den Gedanken ziehen. Im Moment ist es gleichgültig; ich verlange keine Perfektion von mir, ausnahmsweise nicht; will sein, urteilsfrei, habe Wochenende. Von allem.
Ich mag meine Beine. Sie sind lang und muskulös, kräftig und ausdauernd. Sie fühlen sich gut an.
Meine Brüste… Noch weigern sie sich standhaft, der Erdanziehung nachzugeben. Ich sage ihnen ein leises, aber überzeugtes Dankeschön.
Dann finde ich die leere Flasche, schnuppere. Monoî Tiaré ist gegenwärtig, betört mich. Ich entlasse die Blüte in die Wanne, fülle die Flasche neu, streichle mich mit Wasser. Die Wärme fühlt sich gut an auf meiner Haut.
Meine Hand findet mich.
Ich lasse mich fallen in ein neues Ich.
Das Wasser ist warm, der Duft von Monoî Tiaré wabert durch den Raum; im Hintergrund singt George Michael von unbeschwerten Zeiten – „Careless Whisper“ vermischt sich mit dem Geruch des Öls.
Heute werde ich mich nicht einfach nur waschen. Heute werde ich mich wahrnehmen. Fühlen, seifenfrei.
Meine Hände schlingen sich umeinander. Schöne Hände hätte ich, sagte man mir vor Längerem. Ich mag sie auch, meine Hände. Streiche mit der einen an meinem Arm herab, berühre mit der anderen die Hüfte. Runder scheint sie mir, die Hüfte. Waren da nicht letztes Jahr noch die Knochen spürbar?
Ich lasse den Gedanken ziehen. Im Moment ist es gleichgültig; ich verlange keine Perfektion von mir, ausnahmsweise nicht; will sein, urteilsfrei, habe Wochenende. Von allem.
Ich mag meine Beine. Sie sind lang und muskulös, kräftig und ausdauernd. Sie fühlen sich gut an.
Meine Brüste… Noch weigern sie sich standhaft, der Erdanziehung nachzugeben. Ich sage ihnen ein leises, aber überzeugtes Dankeschön.
Dann finde ich die leere Flasche, schnuppere. Monoî Tiaré ist gegenwärtig, betört mich. Ich entlasse die Blüte in die Wanne, fülle die Flasche neu, streichle mich mit Wasser. Die Wärme fühlt sich gut an auf meiner Haut.
Meine Hand findet mich.
Ich lasse mich fallen in ein neues Ich.
Du kannst alles essen, aber nicht alles wissen!
Dieses alte Sprichwort ist eindeutig gelogen. Wenn ich nämlich alles oder zumindest sehr viel weiß, kann ich nicht mehr alles essen, weil ich dann weiß, was drin ist.
Nehmen wir zum Beispiel die Familienpackung Langnese Cremissimo, die vorgestern stressbedingt (Irgendeine Entschuldigung brauchte ich.) dran glauben musste. Als ich noch nicht wusste, dass ich da mal eben knappe 1000 Kalorien, soviel Fett, dass es den gesamten Tagesbedarf sprengt und böse Kohlenhydrate (Eis wird leider nicht aus Vollkorn gemacht...) zu mir nehme, hat es irgendwie besser geschmeckt. Fressgelage mit schlechtem Gewissen machen einfach nicht soviel Spaß.
Wäre ich konsequent gewesen, hätte ich statt Eis, Fritt-Stangen und Haribo Colorado ein paar Nüsse, höchstens zwei Stückchen Bitterschokolade mit mindestens 86% Kakao und einen Yogitee Schoko ohne Honig zu mir genommen. Vielleicht noch etwas Gemüse dazu, allerdings nicht roh, weil das die Leber nicht mag, zumindest abends nicht. Meine würde es wahrscheinlich nicht interessieren, weil sie die Verarbeitung des bisschen Alkohol, das im Körper durch den abendlichen Verzehr von Rohkost entsteht, im Verhältnis zum Rotwein- oder Bierkonsum für einen mittelschweren Witz halten und so nebenbei erledigen würde.
Und wie fand schon Dr. von Hirschhausen heraus: "Die Leber wächst mit ihren Aufgaben!" Recht hat er!
Früher, als ich noch nichts wusste, gab es nach der Taxischicht ein Rahmschnitzel mit Kroketten zum Frühstück, am Sonntag wurden ein paar Tüten Chips und zwei Tafeln Schokolade pro Person angeschafft, Couch und Sessel bevölkert und Video geschaut.
Heute rechne ich mir erst aus, wie lange ich laufen muss, um die fettarme, vegetarische Biopizza ohne künstliche Aromen vertilgen zu können und entscheide mich in 90% der Fälle für einen Besuch in der Muskelbude und anschließendem Genuss eines Eiweißshakes.
Was mich aber ganz besonders nachdenklich stimmt: Ich glaube nicht, dass ich damals dicker gewesen bin als heute. Die Klamotten aus den 80ern, die ich in weiser Voraussicht bzw. aus purer Sentimentalität aufgehoben habe, passen mir immer noch. Das T-Shirt, das ich in der 5. Klasse mit Bugs Bunny beklebt habe, auch.
Ich war ein dickes Kind...
Nehmen wir zum Beispiel die Familienpackung Langnese Cremissimo, die vorgestern stressbedingt (Irgendeine Entschuldigung brauchte ich.) dran glauben musste. Als ich noch nicht wusste, dass ich da mal eben knappe 1000 Kalorien, soviel Fett, dass es den gesamten Tagesbedarf sprengt und böse Kohlenhydrate (Eis wird leider nicht aus Vollkorn gemacht...) zu mir nehme, hat es irgendwie besser geschmeckt. Fressgelage mit schlechtem Gewissen machen einfach nicht soviel Spaß.
Wäre ich konsequent gewesen, hätte ich statt Eis, Fritt-Stangen und Haribo Colorado ein paar Nüsse, höchstens zwei Stückchen Bitterschokolade mit mindestens 86% Kakao und einen Yogitee Schoko ohne Honig zu mir genommen. Vielleicht noch etwas Gemüse dazu, allerdings nicht roh, weil das die Leber nicht mag, zumindest abends nicht. Meine würde es wahrscheinlich nicht interessieren, weil sie die Verarbeitung des bisschen Alkohol, das im Körper durch den abendlichen Verzehr von Rohkost entsteht, im Verhältnis zum Rotwein- oder Bierkonsum für einen mittelschweren Witz halten und so nebenbei erledigen würde.
Und wie fand schon Dr. von Hirschhausen heraus: "Die Leber wächst mit ihren Aufgaben!" Recht hat er!
Früher, als ich noch nichts wusste, gab es nach der Taxischicht ein Rahmschnitzel mit Kroketten zum Frühstück, am Sonntag wurden ein paar Tüten Chips und zwei Tafeln Schokolade pro Person angeschafft, Couch und Sessel bevölkert und Video geschaut.
Heute rechne ich mir erst aus, wie lange ich laufen muss, um die fettarme, vegetarische Biopizza ohne künstliche Aromen vertilgen zu können und entscheide mich in 90% der Fälle für einen Besuch in der Muskelbude und anschließendem Genuss eines Eiweißshakes.
Was mich aber ganz besonders nachdenklich stimmt: Ich glaube nicht, dass ich damals dicker gewesen bin als heute. Die Klamotten aus den 80ern, die ich in weiser Voraussicht bzw. aus purer Sentimentalität aufgehoben habe, passen mir immer noch. Das T-Shirt, das ich in der 5. Klasse mit Bugs Bunny beklebt habe, auch.
Ich war ein dickes Kind...
03 Oktober 2010
Tag der Deutschen Einheit - 2. Versuch
20 Jahre! Das hatte ich überhaupt nicht bemerkt und auch nicht registriert, dass ja Feuerwerk gezündet, Fahnen geschwenkt und Reden gehalten werden müssen.
Ich habe derweil in meiner Erinnerung gegraben. Am Tag der Grenzöffnung, ein Samstag war es, hatte ich Spätschicht in der Taxizentrale. Nach dem Aufwachen öffnete ich kurz das Fenster, holte tief Luft und schloss es sofort wieder. Da waberte ein Gestank durch Göttingen, den ich nicht einordnen konnte. "Trabis." erklärte mein damaliger Liebster lakonisch.
Unglücklicherweise trafen an diesem denkwürdigen Tag zwei Ereignisse aufeinander: Die Trabis wurden freigelassen (Was nicht geplant gewesen war.) und es war allgemeiner Brenntag (Was noch heute im örtlichen Kalender vermerkt und ein Jahr im Voraus geplant wird.). So traf stinkendes Zweitaktergemisch auf Brandgeruch, und ich verlor die Lust darauf, vor die Tür zu gehen.
Musste ich aber.
Also kämpfte ich mich durch Gestank und Stau, vorbei am Göttinger Rathaus, wo unübersichtliche Menschenmassen mit Stofftaschen bewehrt für ihr Begrüßungsgeld Schlange standen.
Die wenigen Kollegen, die sich nicht dem der allgemeinen Vereinigungseuphorie geschuldeten Rausch ergeben hatten, waren ähnlich lustlos wie ich.
Abends banden dann die ersten politisch Aktiven Trauerbänder an die Antennen ihrer Taxis und begründeten das mit dem Begräbnis der DDR. Ich bekam immer noch nicht richtig Luft und hatte außerdem stressbedingt deutlich mehr geraucht als normalerweise in einer Schicht. Und wenn ich ganz ehrlich war, fand ich den ganzen Aufwand eher lästig und hätte mir gewünscht, mehr in der Mitte der Bundesrepublik zu wohnen; da kamen die Trabis wenigstens nicht hin. Dachte ich.
Gegen Schichtende tauchte dann meine Ablösung auf, Tränen in den Augen und einen tragbaren Fernseher unter dem Arm. "Ist es nicht wunderbar?" fragte er mich gerührt. "Meinst Du den Gestank oder die Stofftaschen?" fragte ich zurück und verließ fluchtartig meinen Arbeitsplatz.
Mein Fazit zum heutigen, ebenso denkwürdigen Tag: Ich habe wieder nicht gemerkt, dass es ihn gab, bin aber sehr glücklich, dass weder Brenntag war noch ein Trabikorso nach Whausen vorgedrungen ist.
Der Rest ist pure Ignoranz. 'Tschuldigung!
Ich habe derweil in meiner Erinnerung gegraben. Am Tag der Grenzöffnung, ein Samstag war es, hatte ich Spätschicht in der Taxizentrale. Nach dem Aufwachen öffnete ich kurz das Fenster, holte tief Luft und schloss es sofort wieder. Da waberte ein Gestank durch Göttingen, den ich nicht einordnen konnte. "Trabis." erklärte mein damaliger Liebster lakonisch.
Unglücklicherweise trafen an diesem denkwürdigen Tag zwei Ereignisse aufeinander: Die Trabis wurden freigelassen (Was nicht geplant gewesen war.) und es war allgemeiner Brenntag (Was noch heute im örtlichen Kalender vermerkt und ein Jahr im Voraus geplant wird.). So traf stinkendes Zweitaktergemisch auf Brandgeruch, und ich verlor die Lust darauf, vor die Tür zu gehen.
Musste ich aber.
Also kämpfte ich mich durch Gestank und Stau, vorbei am Göttinger Rathaus, wo unübersichtliche Menschenmassen mit Stofftaschen bewehrt für ihr Begrüßungsgeld Schlange standen.
Die wenigen Kollegen, die sich nicht dem der allgemeinen Vereinigungseuphorie geschuldeten Rausch ergeben hatten, waren ähnlich lustlos wie ich.
Abends banden dann die ersten politisch Aktiven Trauerbänder an die Antennen ihrer Taxis und begründeten das mit dem Begräbnis der DDR. Ich bekam immer noch nicht richtig Luft und hatte außerdem stressbedingt deutlich mehr geraucht als normalerweise in einer Schicht. Und wenn ich ganz ehrlich war, fand ich den ganzen Aufwand eher lästig und hätte mir gewünscht, mehr in der Mitte der Bundesrepublik zu wohnen; da kamen die Trabis wenigstens nicht hin. Dachte ich.
Gegen Schichtende tauchte dann meine Ablösung auf, Tränen in den Augen und einen tragbaren Fernseher unter dem Arm. "Ist es nicht wunderbar?" fragte er mich gerührt. "Meinst Du den Gestank oder die Stofftaschen?" fragte ich zurück und verließ fluchtartig meinen Arbeitsplatz.
Mein Fazit zum heutigen, ebenso denkwürdigen Tag: Ich habe wieder nicht gemerkt, dass es ihn gab, bin aber sehr glücklich, dass weder Brenntag war noch ein Trabikorso nach Whausen vorgedrungen ist.
Der Rest ist pure Ignoranz. 'Tschuldigung!
Tag der Deutschen Einheit
... war früher immer der 17. Juni. Da wurde die Mauer fertig gestellt. Oder so.
Jetzt ist es der 3. Oktober, und ich kann mich beim besten Willen nicht daran erinnern, warum man diesen Tag feiern soll.
Heute jedenfalls ist Sonntag, und das bedeutet, dass der Tag der Deutschen Einheit nichts bedeutet, weil man sowieso frei hat. Helmut Kohl hat sich aus dem Rollstuhl gemeldet, Herr Gauck möchte Hartz-IV-Empfänger (Können Sie das Wort noch hören, gleichgültig, ob Sie betroffen sind oder nicht???) und integrationsunwillige Personen mit Migrationshintergrund stärker fordern. Nix wie los! Sollen die zwangsweise zur Erhaltung der durch den letzten Winter extrem mitgenommenen Autobahnen insbesondere im Westen der vereinten Republik eingesetzt werden oder doch lieber als Abfalleinsammler?
Dann ist da noch so ein holländischer Herr unterwegs in Berlin und wettert gegen muslimische Unterwanderung.
Wenn ich ganz ehrlich bin, ist das meine geringste Sorge. Ich fürchte mich viel mehr vor Überblödung. Und die ist absolut einheitsunabhängig. RTL, ZDF, ARD, SAT 1 und Pro7 werden in allen Teilen der zwangsvereinigten Republik empfangen, und die Wahrscheinlichkeit, dass der gesamtdeutsche IQ unter die Baguettegrenze sinkt, ist bundeslandunabhängig entschieden zu hoch.
Ein Hoch auf blühende Landschaften und frisch gezündete Synapsen!
Jetzt ist es der 3. Oktober, und ich kann mich beim besten Willen nicht daran erinnern, warum man diesen Tag feiern soll.
Heute jedenfalls ist Sonntag, und das bedeutet, dass der Tag der Deutschen Einheit nichts bedeutet, weil man sowieso frei hat. Helmut Kohl hat sich aus dem Rollstuhl gemeldet, Herr Gauck möchte Hartz-IV-Empfänger (Können Sie das Wort noch hören, gleichgültig, ob Sie betroffen sind oder nicht???) und integrationsunwillige Personen mit Migrationshintergrund stärker fordern. Nix wie los! Sollen die zwangsweise zur Erhaltung der durch den letzten Winter extrem mitgenommenen Autobahnen insbesondere im Westen der vereinten Republik eingesetzt werden oder doch lieber als Abfalleinsammler?
Dann ist da noch so ein holländischer Herr unterwegs in Berlin und wettert gegen muslimische Unterwanderung.
Wenn ich ganz ehrlich bin, ist das meine geringste Sorge. Ich fürchte mich viel mehr vor Überblödung. Und die ist absolut einheitsunabhängig. RTL, ZDF, ARD, SAT 1 und Pro7 werden in allen Teilen der zwangsvereinigten Republik empfangen, und die Wahrscheinlichkeit, dass der gesamtdeutsche IQ unter die Baguettegrenze sinkt, ist bundeslandunabhängig entschieden zu hoch.
Ein Hoch auf blühende Landschaften und frisch gezündete Synapsen!
Vergeblich
Ich wünsche Dich in meine Arme,
wohlwissend,
dass ich Dich verlassen werde,
sobald
Du
mich
gefunden
haben
wirst.
wohlwissend,
dass ich Dich verlassen werde,
sobald
Du
mich
gefunden
haben
wirst.
02 Oktober 2010
Zuhause. Wo auch immer.
Es fühlt sich unglaublich gut an, hier zu sein. Hier ist jetzt. Im Hier und Jetzt eben. Dinge tun, die in Fluss bringen, in den Himmel schauen und den Vollmond sehen, auch wenn er gerade über einem anderen Planeten stehen mag.
Mit einem Lächeln und ein paar Tränen an einen kretischen Strand denken, die Wellen hören, den Wind auf der Haut spüren und den Sand zwischen den Füßen.
In einen deutschen Herbst schauen und immer noch glücklich sein. In leergepflückten Haselnusssträuchern nach Haselnüssen suchen.
Nachts bloggen und hoffen, dass der Nebel des nächsten Tages lange genug bleibt.
Trotzdem die Sonnenstrahlen spüren, die durch den Nebel dringen.
Spätburgunder auf der Zunge zergehen lassen.
Nicht schlafen wollen, weil es sich gerade so schön lebt.
Mit einem Lächeln und ein paar Tränen an einen kretischen Strand denken, die Wellen hören, den Wind auf der Haut spüren und den Sand zwischen den Füßen.
In einen deutschen Herbst schauen und immer noch glücklich sein. In leergepflückten Haselnusssträuchern nach Haselnüssen suchen.
Nachts bloggen und hoffen, dass der Nebel des nächsten Tages lange genug bleibt.
Trotzdem die Sonnenstrahlen spüren, die durch den Nebel dringen.
Spätburgunder auf der Zunge zergehen lassen.
Nicht schlafen wollen, weil es sich gerade so schön lebt.
01 Oktober 2010
Berührt?
Berührung, zufällig.
Hände aneinander.
Augen ineinander.
Alles in mir drängt
in Dich.
Sicherheitshalber bleibe ich
im Zufall.
Hände aneinander.
Augen ineinander.
Alles in mir drängt
in Dich.
Sicherheitshalber bleibe ich
im Zufall.
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