Ich liebte Dich,
immer.
Doch die lange Leine,
die mich an Dich fesselte,
erwies sich als Bindfaden.
Ich liebe Dich
noch immer.
Doch das Gefängnis,
in dem ich mich nach meinem Geständnis
wiederfand,
war zu eng.
Ich musste fort.
Mein innerer Anwalt
riet mir zur Flucht.
Frauen und Männer, Pinguine, Zeitgeschehen, Laufen und die Unmöglichkeit gelingender Kommunikation.
31 Januar 2012
Wulffen wir ein bisschen?
Mir ist klar, dass ich gerade schwieriges Terrain betrete. Die meisten rollen allein bei der Erwähnung des obersten Vertreters unserer Republik wild mit den Augen, ein Trainingspartner schlug jüngst vor, "Bundespräsident" zum Unwort des Jahres 2012 zu machen, und selbst seine einstige Mentorin, die Frau Merkel, bezieht klar keine Stellung zu ihm.
Ich will ja auch gar nicht über irgendwelche Verpflechtungen zwischen Politik und Wirtschaft schwadronieren, bin ich doch seit langem der festen Überzeugung, dass schon ein großes Maß an Naivität nötig ist, um zu glauben, dass (nicht nur) unser Land von der Politik regiert wird und dass die gewählten VolksvertreterInnen aus tiefer Überzeugung an der Sache handeln, uneigennützig und altruistisch im besten Fall.
Früher habe ich sehr gern alte Filme und Serien wie "Die Buddenbrocks" oder "Das Haus am Eaton Place" gesehen. Die Vorstellungen, die hier von Ehre und Loyalität verbreitet wurden - gab es die irgendwann einmal auch im wirklichen Leben? Ein Präsident zu Zeiten der Buddenbrocks jedenfalls hätte sich schon letztes Jahr erschossen. Freiwillig. Man hätte ihm nicht einmal den Rücktritt nahelegen müssen.
Andererseits und emotionslos betrachtet:
Ich will ja auch gar nicht über irgendwelche Verpflechtungen zwischen Politik und Wirtschaft schwadronieren, bin ich doch seit langem der festen Überzeugung, dass schon ein großes Maß an Naivität nötig ist, um zu glauben, dass (nicht nur) unser Land von der Politik regiert wird und dass die gewählten VolksvertreterInnen aus tiefer Überzeugung an der Sache handeln, uneigennützig und altruistisch im besten Fall.
Früher habe ich sehr gern alte Filme und Serien wie "Die Buddenbrocks" oder "Das Haus am Eaton Place" gesehen. Die Vorstellungen, die hier von Ehre und Loyalität verbreitet wurden - gab es die irgendwann einmal auch im wirklichen Leben? Ein Präsident zu Zeiten der Buddenbrocks jedenfalls hätte sich schon letztes Jahr erschossen. Freiwillig. Man hätte ihm nicht einmal den Rücktritt nahelegen müssen.
Andererseits und emotionslos betrachtet:
Korruption (lateinisch corruptus ‚bestochen‘) im juristischen Sinn ist der Missbrauch einer Vertrauensstellung in einer Funktion in Verwaltung, Justiz, Wirtschaft, Politik oder auch in nichtwirtschaftlichen Vereinigungen oder Organisationen (zum Beispiel Stiftungen), um einen materiellen oder immateriellen Vorteil zu erlangen, auf den kein rechtlich begründeter Anspruch besteht.Korruption bezeichnet Bestechung und Bestechlichkeit, Vorteilsannahme und Vorteilsgewährung. (Wikipedia)
Oder auch:
In den feudalen europäischen Flächenstaaten des 18. Jahrhunderts wurde Korruption systematisch praktiziert. Friedrich II. bestach Minister am Hof von Kaiserin Maria Theresia und ging davon aus, dass diese ihrerseits seine Minister bestach. Diplomaten hatten gewissermaßen ein Anrecht darauf, bestochen zu werden. (immer noch Wikipedia, etwas weiter unten, guttenbergisch zitiert zugegebenermaßen)
Na, dann ist doch alles gut - ausgehend von der Theorie, dass alles, was um uns herum geschieht, nichts weiter ist als der Spiegel unserer Gedanken und Energien. Wir haben die Regierenden und die Wirtschaft, die zu uns passt und die wir quasi beim Universum bestellt haben. Und wer hätte nicht ein paar Klamotten im Schrank hängen, die er in einem Anfall von geistiger Umnachtung bestellt hat und nie wieder anziehen will???
Genießen Sie die Sonne und die klare Luft - beides gibt es kostenlos und unverdächtig!
30 Januar 2012
Heute. 2012.
Monoî Tiaré duftet noch immer.
Alles andere ist anders.
Ich mag meine Füße. Sie haben mich getragen, sie sind einen langen Weg gegangen mit mir. Sie sehen schön aus, gepflegt. Sie sind stark.
Meine Waden sind noch immer kräftig, Sportlerinnenwaden, obwohl ich mich längst nicht mehr oder noch nicht wieder zu den Sportlerinnen zähle, es vielleicht niemals mehr tun werde. Aber meine Waden sind großartig, ganz besonders die linke mit dem Tattoo; ich mag es auch nach ein paar Jahren immer noch gern ansehen.
Die Knie sind irgendwie dick, unförmig. Finde ich jedenfalls. Vielleicht ändert sich das demnächst, wenn ich wieder zur Sportlerin werde.
Die Oberschenkel... Oje... Schrumpel, wo ich hinsehe, am schlimmsten sieht es beim "Nach-unten-schauenden-Hund" aus, dann wöbberts, dass es eine Qual ist. Geht aber auch schlimmer. Das sehe ich täglich.
Mein Hintern ist noch immer die absolute Krönung. JLo würde vor Neid erblassen, da bin ich sicher. Blöderweise hängt der Rest von meinem Körper an diesem genialen Hintern dran. Aber ehrlich - da schrumpelt fast noch nichta, und das ist doch für 40++ eine ganz ordentliche Leistung, finde ich!
Diesen Hintern brauche ich aber auch, um von Bauch und Rücken abzulenken.
Hinten sehe ich aus wie ein sehr alter Tannenbaum, und vorn haben sich meine Bierexzesse verewigt. Nur, wenn ich sehr, sehr lange die Luft anhalte und den Oberkörper aufplustere, bekomme ich eine Idee davon, wie ich "damals" ausgesehen habe.
Naja, ich hatte ja auch Rücken inzwischen. Das tat weh und verhinderte Sport.
Meine Arme und Schultern mag ich sehr. Und die Kommentare meiner zumeist männlichen und alten Traditionen zugeneigten Bekannten, ich sollte doch bitte nicht noch mehr zulegen, nehme ich als Hinweis, dass ich den richtigen Weg eingeschlagen habe - nämlich in Richtung "Breites Kreuz, das von Bierbauch und Tannenbaum ablenkt und Arme, die aussehen, als könnte ich Bonsais ausrupfen".
Achja, meine Brüste. Die sind auch großartig, und ich liebe sie immer noch, mehr als früher, als ich die linke mehr mochte als die rechte. Jedesmal, wenn ich sie ansehe, danke ich meiner Schöpferin, dass ich weder Kinder gestillt noch billige Implantate gekauft habe. Nein, meine Brüste sind der Renner, und ich werde den Teufel tun und irgendetwas daran verändern.
In meinem Gesicht finde ich, ehrlich gesagt, nur die Augen interessant. Die sind schön. Graublau. Blicken tief, wenn es darauf ankommt.
Den Teil weiter oben, mein Gehirn, finde ich wieder sehr sympathisch; es hat mir immer gute Dienste geleistet und nie zuviel von mir verlangt.
Meine Haare sind auch schön. Dick, naturfarben und manchmal widerborstig. So wie ihre Inhaberin.
Heute eben.
18 Monate später.
Ich bin realistischer geworden. Kritischer. Habe die Romantik im Fluss versenkt.
Trotzdem mag ich mich noch, aber anders. Von innen heraus. Ist auch nicht schlecht.
Alles andere ist anders.
Ich mag meine Füße. Sie haben mich getragen, sie sind einen langen Weg gegangen mit mir. Sie sehen schön aus, gepflegt. Sie sind stark.
Meine Waden sind noch immer kräftig, Sportlerinnenwaden, obwohl ich mich längst nicht mehr oder noch nicht wieder zu den Sportlerinnen zähle, es vielleicht niemals mehr tun werde. Aber meine Waden sind großartig, ganz besonders die linke mit dem Tattoo; ich mag es auch nach ein paar Jahren immer noch gern ansehen.
Die Knie sind irgendwie dick, unförmig. Finde ich jedenfalls. Vielleicht ändert sich das demnächst, wenn ich wieder zur Sportlerin werde.
Die Oberschenkel... Oje... Schrumpel, wo ich hinsehe, am schlimmsten sieht es beim "Nach-unten-schauenden-Hund" aus, dann wöbberts, dass es eine Qual ist. Geht aber auch schlimmer. Das sehe ich täglich.
Mein Hintern ist noch immer die absolute Krönung. JLo würde vor Neid erblassen, da bin ich sicher. Blöderweise hängt der Rest von meinem Körper an diesem genialen Hintern dran. Aber ehrlich - da schrumpelt fast noch nichta, und das ist doch für 40++ eine ganz ordentliche Leistung, finde ich!
Diesen Hintern brauche ich aber auch, um von Bauch und Rücken abzulenken.
Hinten sehe ich aus wie ein sehr alter Tannenbaum, und vorn haben sich meine Bierexzesse verewigt. Nur, wenn ich sehr, sehr lange die Luft anhalte und den Oberkörper aufplustere, bekomme ich eine Idee davon, wie ich "damals" ausgesehen habe.
Naja, ich hatte ja auch Rücken inzwischen. Das tat weh und verhinderte Sport.
Meine Arme und Schultern mag ich sehr. Und die Kommentare meiner zumeist männlichen und alten Traditionen zugeneigten Bekannten, ich sollte doch bitte nicht noch mehr zulegen, nehme ich als Hinweis, dass ich den richtigen Weg eingeschlagen habe - nämlich in Richtung "Breites Kreuz, das von Bierbauch und Tannenbaum ablenkt und Arme, die aussehen, als könnte ich Bonsais ausrupfen".
Achja, meine Brüste. Die sind auch großartig, und ich liebe sie immer noch, mehr als früher, als ich die linke mehr mochte als die rechte. Jedesmal, wenn ich sie ansehe, danke ich meiner Schöpferin, dass ich weder Kinder gestillt noch billige Implantate gekauft habe. Nein, meine Brüste sind der Renner, und ich werde den Teufel tun und irgendetwas daran verändern.
In meinem Gesicht finde ich, ehrlich gesagt, nur die Augen interessant. Die sind schön. Graublau. Blicken tief, wenn es darauf ankommt.
Den Teil weiter oben, mein Gehirn, finde ich wieder sehr sympathisch; es hat mir immer gute Dienste geleistet und nie zuviel von mir verlangt.
Meine Haare sind auch schön. Dick, naturfarben und manchmal widerborstig. So wie ihre Inhaberin.
Heute eben.
18 Monate später.
Ich bin realistischer geworden. Kritischer. Habe die Romantik im Fluss versenkt.
Trotzdem mag ich mich noch, aber anders. Von innen heraus. Ist auch nicht schlecht.
Vorher. 2010.
Liebe. Nur ich.
Heute Abend habe ich meine Erwartungen nach Hause geschickt; ich möchte allein sein.
Das Wasser ist warm, der Duft von Monoî Tiaré wabert durch den Raum; im Hintergrund singt George Michael von meinen unbeschwerten Zeiten – „Careless Whisper“ vermischt sich mit dem Geruch des Öls.
Heute werde ich mich nicht einfach nur waschen. Heute werde ich mich wahrnehmen. Fühlen, seifenfrei.
Meine Hände schlingen sich umeinander. Schöne Hände hätte ich, sagte man mir vor Längerem. Ich mag sie auch. Streiche mit einer Hand an meinem Arm herab, berühre mit der anderen meine Hüfte. Runder scheint sie mir. Ich lasse den Gedanken ziehen. Im Moment ist es gleichgültig; ich verlange keine Perfektion, will sein, sonst nichts, habe Wochenende. Von allem.
Ich mag meine Beine. Sie sind lang und muskulös, kräftig und ausdauernd. Sie fühlen sich gut an.
Die Brüste… Noch weigern sie sich standhaft, der Erdanziehung nachzugeben. Ich umstreiche sie, sage ihnen ein leises, aber überzeugtes Dankeschön.
Dann finde ich die leere Flasche, schnuppere. Monoî Tiaré ist gegenwärtig, betört mich. Ich entlasse die Blüte in die Wanne, fülle die Flasche neu, streichle mich mit Wasser. Die Wärme fühlt sich gut an auf meiner Haut. Bin immer noch indifferent – was wird mir dieser Abend bringen? Bleibe ich mit mir, oder falle ich in einen Anderen?
Mein Gefühl sagt mir, dass meine Gesellschaft die bessere ist. Ich streichle mich, erkunde mich mit meinen Händen, tue all das, was ich mir von einem Geliebten wünschen würde: Ein kleines Spiel mit den Zehen, sanfte Finger auf meiner Wade, den Oberschenkeln, meiner Flanke. Eine Hand, die nichts weiter möchte als mich zu fühlen, bedingungslos.
Meine Hand findet mich. Streichelt mein Gesicht, meine Arme, und ich betrachte sie, als gehörte sie nicht zu mir. Kein Gedanke an die möglicherweise nachlassende Straffheit meiner Haut, niemand, der mir sagt, ich sei nicht mehr zwanzig.
Nur diese Hand, die mir sagt, dass ich mich lieben darf.
Ich lasse mich fallen in ein neues Ich.
Heute Abend habe ich meine Erwartungen nach Hause geschickt; ich möchte allein sein.
Das Wasser ist warm, der Duft von Monoî Tiaré wabert durch den Raum; im Hintergrund singt George Michael von meinen unbeschwerten Zeiten – „Careless Whisper“ vermischt sich mit dem Geruch des Öls.
Heute werde ich mich nicht einfach nur waschen. Heute werde ich mich wahrnehmen. Fühlen, seifenfrei.
Meine Hände schlingen sich umeinander. Schöne Hände hätte ich, sagte man mir vor Längerem. Ich mag sie auch. Streiche mit einer Hand an meinem Arm herab, berühre mit der anderen meine Hüfte. Runder scheint sie mir. Ich lasse den Gedanken ziehen. Im Moment ist es gleichgültig; ich verlange keine Perfektion, will sein, sonst nichts, habe Wochenende. Von allem.
Ich mag meine Beine. Sie sind lang und muskulös, kräftig und ausdauernd. Sie fühlen sich gut an.
Die Brüste… Noch weigern sie sich standhaft, der Erdanziehung nachzugeben. Ich umstreiche sie, sage ihnen ein leises, aber überzeugtes Dankeschön.
Dann finde ich die leere Flasche, schnuppere. Monoî Tiaré ist gegenwärtig, betört mich. Ich entlasse die Blüte in die Wanne, fülle die Flasche neu, streichle mich mit Wasser. Die Wärme fühlt sich gut an auf meiner Haut. Bin immer noch indifferent – was wird mir dieser Abend bringen? Bleibe ich mit mir, oder falle ich in einen Anderen?
Mein Gefühl sagt mir, dass meine Gesellschaft die bessere ist. Ich streichle mich, erkunde mich mit meinen Händen, tue all das, was ich mir von einem Geliebten wünschen würde: Ein kleines Spiel mit den Zehen, sanfte Finger auf meiner Wade, den Oberschenkeln, meiner Flanke. Eine Hand, die nichts weiter möchte als mich zu fühlen, bedingungslos.
Meine Hand findet mich. Streichelt mein Gesicht, meine Arme, und ich betrachte sie, als gehörte sie nicht zu mir. Kein Gedanke an die möglicherweise nachlassende Straffheit meiner Haut, niemand, der mir sagt, ich sei nicht mehr zwanzig.
Nur diese Hand, die mir sagt, dass ich mich lieben darf.
Ich lasse mich fallen in ein neues Ich.
Cooper ist im Anmarsch
... und ich frage mich, welcher Zauberlehrling beim Deutschen Wetterdienst auf die Idee gekommen ist, einer sibirischen Kaltfront einen angelsächsischen Namen zu verpassen. "Iwan" müsste das Ding heißen, "Alexej" meinetwegen oder "Wladimir". Aber doch nicht "Cooper"!
"Cooper" klingt für mich nach einem netten, kleinen Mischlingshund, der niemandem etwas zuleide tun will und dessen schlimmstes Vergehen es ist, auf eine öffentliche Rasenfläche zu kacken.
Dieser andere "Cooper" aber, dessen Name eigentlich "Wladimir" lauten müsste, bringt Kaltluft, wie es verniedlichend heißt. Ich drücke es in meinen frühlingsbedürftigen Worten anders aus: "Cooper" macht, dass ich die Wintersachen, die ich in meiner Vorstellung schon zur Altkleidersammlung gegeben habe, wieder heraussuchen muss, dass die ersten Winterlinge, die ich neulich beim Spaziergang entdeckt habe, unter einer meterhohen Schneedecke verschwinden und die Knospen an der japanischen Zierkirsche des Nachbarzahnarztes wieder abfallen werden.
Natürlich ist es dem Wetter piepegal, ob sich im weltweit unbekannten Whausen eine gewisse Guapa nach Frühling, Sonne und Laufen in kurzen Hosen sehnt. Ebenso wird es (das Wetter) nicht wissen, dass eine hereinbrechende Kaltfront meinen Bedarf an Nährendem (Schokolade, Erdnussmus mit Honig, Käse mit natürlichem Fettgehalt) gemeinsam mit meinem Gewicht wieder in eisige Höhen treiben wird.
Einzig positive wäre es, wenn all die fitnesswütigen menschlichen Eintagsfliegen, die jetzt gewissensbedingt für ein paar Wochen Parkplätze und Hanteln blockieren, bei einem ordentlichen Schneetreiben lieber zuhause blieben und ihre guten Vorsätze von der Couch aus pflegten.
Wie auch immer das Wetter werden mag - das Leben ist spannend und großartig, und Sie und ich haben die letzte Nacht überlebt.
Ich wünsche allseits einen perfekten Start in die arktische Woche!
"Cooper" klingt für mich nach einem netten, kleinen Mischlingshund, der niemandem etwas zuleide tun will und dessen schlimmstes Vergehen es ist, auf eine öffentliche Rasenfläche zu kacken.
Dieser andere "Cooper" aber, dessen Name eigentlich "Wladimir" lauten müsste, bringt Kaltluft, wie es verniedlichend heißt. Ich drücke es in meinen frühlingsbedürftigen Worten anders aus: "Cooper" macht, dass ich die Wintersachen, die ich in meiner Vorstellung schon zur Altkleidersammlung gegeben habe, wieder heraussuchen muss, dass die ersten Winterlinge, die ich neulich beim Spaziergang entdeckt habe, unter einer meterhohen Schneedecke verschwinden und die Knospen an der japanischen Zierkirsche des Nachbarzahnarztes wieder abfallen werden.
Natürlich ist es dem Wetter piepegal, ob sich im weltweit unbekannten Whausen eine gewisse Guapa nach Frühling, Sonne und Laufen in kurzen Hosen sehnt. Ebenso wird es (das Wetter) nicht wissen, dass eine hereinbrechende Kaltfront meinen Bedarf an Nährendem (Schokolade, Erdnussmus mit Honig, Käse mit natürlichem Fettgehalt) gemeinsam mit meinem Gewicht wieder in eisige Höhen treiben wird.
Einzig positive wäre es, wenn all die fitnesswütigen menschlichen Eintagsfliegen, die jetzt gewissensbedingt für ein paar Wochen Parkplätze und Hanteln blockieren, bei einem ordentlichen Schneetreiben lieber zuhause blieben und ihre guten Vorsätze von der Couch aus pflegten.
Wie auch immer das Wetter werden mag - das Leben ist spannend und großartig, und Sie und ich haben die letzte Nacht überlebt.
Ich wünsche allseits einen perfekten Start in die arktische Woche!
27 Januar 2012
Abends ist alles anders
Abends liegt die Tagesplanung in Trümmern,
taumeln Feierabendmüde ohne Feiern durch ihre Abende,
lauert der nächste Tag in einer dunklen Ecke, bereit,
uns mit Unerwartetem zu überfallen.
Abends zeigt sich, ob die Tagträume sich erfüllt haben,
ob die Morgenenergie sich über die Fahrt zur Arbeit
retten konnte.
Manchmal verhängt sich der Abend
mit Nebelschwaden.
Abends ist ein wenig Zeit,
um vor der nächtlichen Bewusstlosigkeit
auf Morgen
zu hoffen.
taumeln Feierabendmüde ohne Feiern durch ihre Abende,
lauert der nächste Tag in einer dunklen Ecke, bereit,
uns mit Unerwartetem zu überfallen.
Abends zeigt sich, ob die Tagträume sich erfüllt haben,
ob die Morgenenergie sich über die Fahrt zur Arbeit
retten konnte.
Manchmal verhängt sich der Abend
mit Nebelschwaden.
Abends ist ein wenig Zeit,
um vor der nächtlichen Bewusstlosigkeit
auf Morgen
zu hoffen.
Alle Jahre wieder
Der Januar war immer ein Frauending. Die "Brigitte" und ihre Freundinnen titeln seit Jahrzehnten mit Diäten, nachdem sie uns während der letzten beiden Monate des vorangegangenen Jahres mit Keksen, perfekter Menüwahl und Festtagszeitmanagement gemästet hatten. Jetzt aber naht die Bikinisaison mit riesigen Schritten, und es ist an der Zeit, die angefressenen Polster in weibliche Muskelmasse umzuwandeln. Nicht zu muskulös natürlich, sonst bekommen die Herren Angst vor den breiteren Schultern ihrer Auserkorenen!
Deshalb sehen wir auch haufenweise Hobbyklums mit symbolischen Hantelchen herumhantieren - das Sportprogramm, bei dem 10 Minuten am Tag ausreichen. Vorausgesetzt natürlich, frau setzt ordnungsgemäß ihr Powerhouse (das ist nichts Unanständiges, sondern heißt auf Deutsch "Rumpf- und Beckenbodenmuskulatur") ein und nimmt nicht mehr als die diätisch vorgeschriebenen 1.200 Kalorien pro Tag zu sich.
Auch ich stehe wie jedes Jahr vor dem Spiegel, frage mich, wo meine sommerliche Leichtigkeit abgeblieben ist und wann ich meinen derzeitigen Job kündigen soll, um mich als Michelinfrauchen zu bewerben. Oder als Model für Ulla Poppken. Und versuche angestrengt, mir nur und ausschließlich in die Augen zu sehen, denn die sind nicht übergewichtig.
Vor vielen Jahren sagte einmal ein Liebhaber "danach" zu mir: "Ich mag Deine Winterfigur." Hätte er es davor gesagt, wäre er für längere Zeit auf seine göttliche rechte Hand angewiesen gewesen. Keine Frau mag ihre Winterfigur! Und noch viel weniger mögen wir es, wenn ER eine Bemerkung darüber macht.
Glücklicherweise können wir inzwischen doppelt und dreifach kontern: Einerseits holt die Männerwelt essstörungstechnisch auf; insbesondere Sportler (und hier bevorzugt diejenigen, die die Muskelbuden dieser Welt bevölkern) tendieren dazu, sich mehr als nur kritisch zu beurteilen und sich neben exzessivem Training ebensolchen Diäten hinzugeben.
Zweitens gibt es inzwischen Adele.
Und diejenigen unter uns, die die Taktik "Angriff ist die beste Verteidigung" bevorzugen, weisen gern, oft und voller Bosheit auf seinen winterlichen Airbag hin.
Falls Sie also in nächster Zeit nichts von mir hören: Schauen Sie auf meine Laufkilometer - wenn die stündlich mehr werden, wissen Sie, was ich tue. Und weil ich zur essgestörten und narzisstischen Fraktion gehöre, können Sie davon ausgehen, dass ich zu geschwächt zum Schreiben bin - die Brigitte Diät...
Deshalb sehen wir auch haufenweise Hobbyklums mit symbolischen Hantelchen herumhantieren - das Sportprogramm, bei dem 10 Minuten am Tag ausreichen. Vorausgesetzt natürlich, frau setzt ordnungsgemäß ihr Powerhouse (das ist nichts Unanständiges, sondern heißt auf Deutsch "Rumpf- und Beckenbodenmuskulatur") ein und nimmt nicht mehr als die diätisch vorgeschriebenen 1.200 Kalorien pro Tag zu sich.
Auch ich stehe wie jedes Jahr vor dem Spiegel, frage mich, wo meine sommerliche Leichtigkeit abgeblieben ist und wann ich meinen derzeitigen Job kündigen soll, um mich als Michelinfrauchen zu bewerben. Oder als Model für Ulla Poppken. Und versuche angestrengt, mir nur und ausschließlich in die Augen zu sehen, denn die sind nicht übergewichtig.
Vor vielen Jahren sagte einmal ein Liebhaber "danach" zu mir: "Ich mag Deine Winterfigur." Hätte er es davor gesagt, wäre er für längere Zeit auf seine göttliche rechte Hand angewiesen gewesen. Keine Frau mag ihre Winterfigur! Und noch viel weniger mögen wir es, wenn ER eine Bemerkung darüber macht.
Glücklicherweise können wir inzwischen doppelt und dreifach kontern: Einerseits holt die Männerwelt essstörungstechnisch auf; insbesondere Sportler (und hier bevorzugt diejenigen, die die Muskelbuden dieser Welt bevölkern) tendieren dazu, sich mehr als nur kritisch zu beurteilen und sich neben exzessivem Training ebensolchen Diäten hinzugeben.
Zweitens gibt es inzwischen Adele.
Und diejenigen unter uns, die die Taktik "Angriff ist die beste Verteidigung" bevorzugen, weisen gern, oft und voller Bosheit auf seinen winterlichen Airbag hin.
Falls Sie also in nächster Zeit nichts von mir hören: Schauen Sie auf meine Laufkilometer - wenn die stündlich mehr werden, wissen Sie, was ich tue. Und weil ich zur essgestörten und narzisstischen Fraktion gehöre, können Sie davon ausgehen, dass ich zu geschwächt zum Schreiben bin - die Brigitte Diät...
25 Januar 2012
Liebe mich!
Denn
Ich bin die
mit der viel zu langen
Geschichte.
Ich bin die
mit der viel zu großen
Sehnsucht.
Ich bin die
mit dem nichtvorhandenen
Glauben.
Ich bin die,
die Dir keine Chance
geben wird.
Ich bin die
mit der viel zu langen
Geschichte.
Ich bin die
mit der viel zu großen
Sehnsucht.
Ich bin die
mit dem nichtvorhandenen
Glauben.
Ich bin die,
die Dir keine Chance
geben wird.
Liebe liebt anders
Ich liebe Dich,
so, wie Du bist,
wohl wissend, dass meine
Liebe
irgendwie anders bleibt.
Denn
Wie solltest Du mich sehen,
wenn Du es nicht wagst,
Deine Augen
zu
öffnen?
so, wie Du bist,
wohl wissend, dass meine
Liebe
irgendwie anders bleibt.
Denn
Wie solltest Du mich sehen,
wenn Du es nicht wagst,
Deine Augen
zu
öffnen?
24 Januar 2012
Zuhause!
Auf dem Berliner Hauptbahnhof waren mehr Menschen unterwegs als in meinem Heimatdorf wohnen. Was bin ich froh, dass ich da wieder weggefunden habe!
Nein, ich bin kein Großstadtmensch! Ich brauche Höflichkeit, ich mag es, wenn mich Jugendliche in tiefergelegten Hosen grüßen, obwohl ich nicht damit rechne, und ich fahre lieber mit meinem Auto zur Arbeit, als mich in der S-Bahn von einem Straßenmagazinverkäufer mit scheußlich monotoner Stimme vollquatschen zu lassen.
In Whausen ist es schön! Hier gibt es Schafe, Nachbarn, die sich sorgen, wenn es aus dem Schlafzimmerfenster nach alten Leichen riecht, Katzen, die völlig unbelästigt über die Hauptstraße flanieren, weil sie wissen, dass alle anhalten (Ortsfremde, wildgewordene 18-jährige im viel zu alten BMW und Hausfrauen mit ihrer Brut auf dem Weg zu Kindergarten und Grundschule ausgenommen); ich brauche weder Smartphone noch sonst irgendsolchen modernen Kram, um mich zurecht zu finden.
Nein, in Whausen weiß ich, was mich erwartet! Hier muss ich mich nicht selbst verteidigen können (obwohl ich es mit größtem Vergnügen täte), und wenn ich eine Straße suche, werde ich sie finden, ohne dass mir ein vermeintlich Ortskundiger den falschen Weg weist! Wenn ich Richtung Landstraße renne, grüßen mich die Entgegenkommenden, und wenn irgendeine Schnarchtatze den Weg zum Gaspedal nicht findet, weiß ich, wo sie wohnt und dass ich morgen eine Minute früher losfahren muss.
In Whausen ist alles gut!
Nein, ich bin kein Großstadtmensch! Ich brauche Höflichkeit, ich mag es, wenn mich Jugendliche in tiefergelegten Hosen grüßen, obwohl ich nicht damit rechne, und ich fahre lieber mit meinem Auto zur Arbeit, als mich in der S-Bahn von einem Straßenmagazinverkäufer mit scheußlich monotoner Stimme vollquatschen zu lassen.
In Whausen ist es schön! Hier gibt es Schafe, Nachbarn, die sich sorgen, wenn es aus dem Schlafzimmerfenster nach alten Leichen riecht, Katzen, die völlig unbelästigt über die Hauptstraße flanieren, weil sie wissen, dass alle anhalten (Ortsfremde, wildgewordene 18-jährige im viel zu alten BMW und Hausfrauen mit ihrer Brut auf dem Weg zu Kindergarten und Grundschule ausgenommen); ich brauche weder Smartphone noch sonst irgendsolchen modernen Kram, um mich zurecht zu finden.
Nein, in Whausen weiß ich, was mich erwartet! Hier muss ich mich nicht selbst verteidigen können (obwohl ich es mit größtem Vergnügen täte), und wenn ich eine Straße suche, werde ich sie finden, ohne dass mir ein vermeintlich Ortskundiger den falschen Weg weist! Wenn ich Richtung Landstraße renne, grüßen mich die Entgegenkommenden, und wenn irgendeine Schnarchtatze den Weg zum Gaspedal nicht findet, weiß ich, wo sie wohnt und dass ich morgen eine Minute früher losfahren muss.
In Whausen ist alles gut!
22 Januar 2012
Ein Sonnensturm soll die Erde treffen!
Zuerst habe ich ja beim Lesen dieser Schlagzeile gedacht: "Okay, Guapa, organisier dir etwas Nettes zu trinken; es geht zuende!"
Aber nein!
Dieser Sonnensturm der Klasse M stört einfach nur das eine oder andere GPS.
Und ich denke ja noch selbst, also muss ich mir kaum Sorgen machen.
Andererseits... Was ist mit all diesen Orientierungslosen, die ihrem GPS bedingungslos überallhin folgen??? Die sind ja wie die Jungs und Mädels, die ihren Ikonen auf Twitter hinterher rennen, und die Wahrscheinlichkeit, dass sie vor mir herdölmern, ist nicht gering und könnte mein eigenes Überleben verhindern!
Und was ist, wenn der Sonnensturm bis morgen anhält, der Zugführer gps-hörig ist und mich samt dem ICE ins Nirwana steuert???
Beten Sie für mich! Ich würde so gern wieder nach Whausen zurückkehren und die Schafe von der Wiese vorn rechts vor dem Ertrinken retten!
Aber nein!
Dieser Sonnensturm der Klasse M stört einfach nur das eine oder andere GPS.
Und ich denke ja noch selbst, also muss ich mir kaum Sorgen machen.
Andererseits... Was ist mit all diesen Orientierungslosen, die ihrem GPS bedingungslos überallhin folgen??? Die sind ja wie die Jungs und Mädels, die ihren Ikonen auf Twitter hinterher rennen, und die Wahrscheinlichkeit, dass sie vor mir herdölmern, ist nicht gering und könnte mein eigenes Überleben verhindern!
Und was ist, wenn der Sonnensturm bis morgen anhält, der Zugführer gps-hörig ist und mich samt dem ICE ins Nirwana steuert???
Beten Sie für mich! Ich würde so gern wieder nach Whausen zurückkehren und die Schafe von der Wiese vorn rechts vor dem Ertrinken retten!
2012
Dieser Maya-Kalender endet ja nur Ende des Jahres 2012. Das bedeutet noch lange nicht, dass außer dem Kalender irgendetwas anderes zuende gehen könnte!
Würde ich jedes Jahr, wenn der literarische Katzenkalender sich seinem Ende zuneigt, in Panik geraten, ich wäre ab Ende September beschäftigt. (Was ich nicht allzu schlimm fände...)
Aber sammeln wir einmal die Zeichen:
Seit ein paar Tagen schüttet es aus unsichtbaren Kübeln.
Es gibt Gewitter im Januar, die doch ordnungsgemäß in den Sommer gehörten.
Der Mond nimmt ab, und ich nehme zu.
Gegen Abend wird es immer wärmer, heute z.B. waren es pitschnasse 4° am Nachmittag und erwärmte sich auf klitschnasse 7° gegen Abend.
Es wird gelogen, betrogen, die Vorfahrt genommen und geschlichen.
Es lügen führende PolitikerInnen, z.B. die Kanzlerin, wenn sie sagt, dass sie den Bundespräsidenten ganz großartig findet und Phillip Rösler für einen fähigen Politiker hält, es betrügt der Ex-Verteidigungsminister (Sie erinnern sich an einen gewissen Herrn von Guttenberg, der immer noch behauptet, er sei überfordert gewesen mit dieser doofen Doktorarbeit?), der amtierende Bundespräsident betrügt ebenfalls, merkt es aber nicht, weil er glaubt, dass ihm Upgrades in die Business-Class und Urlaube in den Luxusdomizilen seiner Kumpel aus Wirtschaft und Versicherungswesen zustehen, der dämliche Cliofahrer aus dem Nachbardorf hat mir heute schon dreimal die Vorfahrt genommen, obwohl ich bis in die Mitte der Straße vordringe (wir haben Rechts vor Links in Whausen), und der Rentner, auf den ich warten muss, weil mir der Cliofahrer die Vorfahrt genommen hat, schleicht mit seiner geleasten A-Klasse vor mir her bis zum Tunnel.
Das sind Zeichen!
Das System bricht zusammen!
Schauen wir weltweit:
In Amerika kämpfen gerade millionenschwere Primaten um den ersten Platz auf der republikanischen Herausfordererliste.
Nicolas Sarkozy wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wieder die Monarchie in Frankreich einführen, und sein wird der erste Dauphin. (Hoffentlich singt es nicht...)
Kreuzfahrtschiffe gehen unter, und der HSV verliert 1:5. (Okay, ist nicht international, aber tragisch.)
Aber es gibt eine gute Nachricht: Borussia Mönchengladbach hat im ersten Spiel der Rücksaison (heißt das so???) 3:1 gegen Bayern München verloren!!!
Nochmal für Gladbach-Fans: 3:1 gegen Bayern! Die späte Rache für dieses fiese Nicht-Tor des Vaterlandsverräters Matthäus, der garantiert im nächsten Dschungelcamp anheuern wird, weil er den Unterhalt für seine minderjährigen Ex-Frauen nicht mehr zahlen kann!
Und dann nochmal für Bayern-Fans: Gladbach hat gegen den reichsten Verein der Bundesliga 3:1 gewonnen - wie weh tut das???
Vielleicht gibt es doch keinen Weltuntergang...
Würde ich jedes Jahr, wenn der literarische Katzenkalender sich seinem Ende zuneigt, in Panik geraten, ich wäre ab Ende September beschäftigt. (Was ich nicht allzu schlimm fände...)
Aber sammeln wir einmal die Zeichen:
Seit ein paar Tagen schüttet es aus unsichtbaren Kübeln.
Es gibt Gewitter im Januar, die doch ordnungsgemäß in den Sommer gehörten.
Der Mond nimmt ab, und ich nehme zu.
Gegen Abend wird es immer wärmer, heute z.B. waren es pitschnasse 4° am Nachmittag und erwärmte sich auf klitschnasse 7° gegen Abend.
Es wird gelogen, betrogen, die Vorfahrt genommen und geschlichen.
Es lügen führende PolitikerInnen, z.B. die Kanzlerin, wenn sie sagt, dass sie den Bundespräsidenten ganz großartig findet und Phillip Rösler für einen fähigen Politiker hält, es betrügt der Ex-Verteidigungsminister (Sie erinnern sich an einen gewissen Herrn von Guttenberg, der immer noch behauptet, er sei überfordert gewesen mit dieser doofen Doktorarbeit?), der amtierende Bundespräsident betrügt ebenfalls, merkt es aber nicht, weil er glaubt, dass ihm Upgrades in die Business-Class und Urlaube in den Luxusdomizilen seiner Kumpel aus Wirtschaft und Versicherungswesen zustehen, der dämliche Cliofahrer aus dem Nachbardorf hat mir heute schon dreimal die Vorfahrt genommen, obwohl ich bis in die Mitte der Straße vordringe (wir haben Rechts vor Links in Whausen), und der Rentner, auf den ich warten muss, weil mir der Cliofahrer die Vorfahrt genommen hat, schleicht mit seiner geleasten A-Klasse vor mir her bis zum Tunnel.
Das sind Zeichen!
Das System bricht zusammen!
Schauen wir weltweit:
In Amerika kämpfen gerade millionenschwere Primaten um den ersten Platz auf der republikanischen Herausfordererliste.
Nicolas Sarkozy wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wieder die Monarchie in Frankreich einführen, und sein wird der erste Dauphin. (Hoffentlich singt es nicht...)
Kreuzfahrtschiffe gehen unter, und der HSV verliert 1:5. (Okay, ist nicht international, aber tragisch.)
Aber es gibt eine gute Nachricht: Borussia Mönchengladbach hat im ersten Spiel der Rücksaison (heißt das so???) 3:1 gegen Bayern München verloren!!!
Nochmal für Gladbach-Fans: 3:1 gegen Bayern! Die späte Rache für dieses fiese Nicht-Tor des Vaterlandsverräters Matthäus, der garantiert im nächsten Dschungelcamp anheuern wird, weil er den Unterhalt für seine minderjährigen Ex-Frauen nicht mehr zahlen kann!
Und dann nochmal für Bayern-Fans: Gladbach hat gegen den reichsten Verein der Bundesliga 3:1 gewonnen - wie weh tut das???
Vielleicht gibt es doch keinen Weltuntergang...
21 Januar 2012
Geblieben
Ich sehe mich.
erkenne meine Angst
vor Dir.
Ich weiß um meine
selbstgewählte
Einsamkeit.
Nichts an mir
ist falsch.
Ich bin.
Und ich bin
gut,
wie ich bin!
Trotzdem werde ich niemals
bei Dir sein,
denn
meine Angst ist zu groß.
erkenne meine Angst
vor Dir.
Ich weiß um meine
selbstgewählte
Einsamkeit.
Nichts an mir
ist falsch.
Ich bin.
Und ich bin
gut,
wie ich bin!
Trotzdem werde ich niemals
bei Dir sein,
denn
meine Angst ist zu groß.
20 Januar 2012
Flüchtender
Ich sehe Dich,
erkenne Deine Flucht
vor
Nähe.
Ich weiß um
Dein Bedürfnis
nach
Einsamkeit.
Nichts an Dir
ist
lächerlich.
Du bist.
Gut, wie Du bist.
Auch wenn Du
niemals bei mir
sein wirst.
erkenne Deine Flucht
vor
Nähe.
Ich weiß um
Dein Bedürfnis
nach
Einsamkeit.
Nichts an Dir
ist
lächerlich.
Du bist.
Gut, wie Du bist.
Auch wenn Du
niemals bei mir
sein wirst.
Blender
Ich sehe Dich,
erkenne Dein Streben
nach
Einzigartigkeit.
Doch mit
diesem
extrem
albernen
und viel zu leicht
durchschaubaren
Habitus
wirst Du
in der
Bedeutungslosigkeit
eingegraben bleiben.
UNGESEHEN.
erkenne Dein Streben
nach
Einzigartigkeit.
Doch mit
diesem
extrem
albernen
und viel zu leicht
durchschaubaren
Habitus
wirst Du
in der
Bedeutungslosigkeit
eingegraben bleiben.
UNGESEHEN.
18 Januar 2012
Alles geben.
Wenn ich könnte,
wie ich ersehne
würde ich
VERTRAUEN,
GLAUBEN,
BLEIBEN.
Wenn ich wagte,
was ich will,
würde ich
KÄMPFEN,
TRÄUMEN,
TUN.
Doch meine Angst
hält mich zurück.
VON ALLEM.
wie ich ersehne
würde ich
VERTRAUEN,
GLAUBEN,
BLEIBEN.
Wenn ich wagte,
was ich will,
würde ich
KÄMPFEN,
TRÄUMEN,
TUN.
Doch meine Angst
hält mich zurück.
VON ALLEM.
Folge mir auf einem neuen Weg!
Scheiß auf Twitter!
Wer braucht kurzlebige Nachrichten?
Wer muss wissen,
wer im Dschungelcamp mit Kakerlaken knutscht?
Wer wartet auf den Weltuntergang?
Sei!
Sei Du!
Sei bei Dir!
Sei im Leben!
Bleib dort!
Und
Scheiß auf Twitter!
Nein, Du musst nicht mir folgen, denn ich bin unwesentlich.
Folge DIR! Folge Deinem Herzen!
Wer braucht kurzlebige Nachrichten?
Wer muss wissen,
wer im Dschungelcamp mit Kakerlaken knutscht?
Wer wartet auf den Weltuntergang?
Sei!
Sei Du!
Sei bei Dir!
Sei im Leben!
Bleib dort!
Und
Scheiß auf Twitter!
Nein, Du musst nicht mir folgen, denn ich bin unwesentlich.
Folge DIR! Folge Deinem Herzen!
Folge mir auf einem neuen ...
Schau nach oben,
es regnet, genau jetzt.
Hättest Du vor ein paar Stunden geschaut,
wäre eine fahle Sonne zu sehen gewesen.
Hättest Du am frühen Morgen den Blick gen Himmel gerichtet,
hätte ein klarer, heller Viertelmond
Dein verschlafenes Auge geblendet.
Es ist egal, wann Du schaust.
Schau hin!
es regnet, genau jetzt.
Hättest Du vor ein paar Stunden geschaut,
wäre eine fahle Sonne zu sehen gewesen.
Hättest Du am frühen Morgen den Blick gen Himmel gerichtet,
hätte ein klarer, heller Viertelmond
Dein verschlafenes Auge geblendet.
Es ist egal, wann Du schaust.
Schau hin!
Folge mir auf einem
Ich sehe Dich.
Dich.
Nur Dich.
Ich sehe Deine Angst.
Sie darf sein.
Ich sehe Deine Traurigkeit.
Sie darf sein.
Ich sehe Deine Wut.
Sie darf sein.
Ich fühle Deine Hilflosigkeit.
Sie darf sein.
Deine Angst lässt mich fliehen,
Deine Traurigkeit erzeugt meine Tränen,
Deine Wut macht mich aggressiv,
Deine Hilflosigkeit zeigt mir meine.
Ich bin bei Dir. Ich fühle Dich.
Dich.
Nur Dich.
Dich.
Nur Dich.
Ich sehe Deine Angst.
Sie darf sein.
Ich sehe Deine Traurigkeit.
Sie darf sein.
Ich sehe Deine Wut.
Sie darf sein.
Ich fühle Deine Hilflosigkeit.
Sie darf sein.
Deine Angst lässt mich fliehen,
Deine Traurigkeit erzeugt meine Tränen,
Deine Wut macht mich aggressiv,
Deine Hilflosigkeit zeigt mir meine.
Ich bin bei Dir. Ich fühle Dich.
Dich.
Nur Dich.
Folge mir auf...
Wie glücklich wären wir,
wenn unsere Träume
blieben?
Könnten wir im Gegenüber
die Erfüllung
eines unserer Träume sehen?
An eine Wirklichkeit glauben,
die diesem Traum
innewohnt?
Würden wir
einander lieben,
wenn wir es wagten,
voneinander zu träumen?
wenn unsere Träume
blieben?
Könnten wir im Gegenüber
die Erfüllung
eines unserer Träume sehen?
An eine Wirklichkeit glauben,
die diesem Traum
innewohnt?
Würden wir
einander lieben,
wenn wir es wagten,
voneinander zu träumen?
Folge mir...
Wie gern
würde ich meinen
Träumen folgen!
Doch sie verflüchtigen sich
schneller,
als ich
"Twitter"
sagen kann.
würde ich meinen
Träumen folgen!
Doch sie verflüchtigen sich
schneller,
als ich
"Twitter"
sagen kann.
17 Januar 2012
Überfüllte Tage
Warum rasen die Tage so? Ich habe das Gefühl, dass ich nicht schnell genug rennen kann, um sie einzuholen.
Jeder einzelne Tag hingegen ist dann wieder so voll mit Tun und Leben, dass er mir endlos erscheint.
Heute: Es ist ja für meine Verhältnisse schon sehr, sehr spät. Trotzdem will ich mein Bett gerade nicht finden, obwohl ich weiß, wo es steht und jetzt schon seit 17 Stunden wach bin. Komisches Bett...
Mein Tag: Aufgewacht, ein bisschen gewartet und mich gefreut, dass ich ja noch gar nicht aufstehen muss, etwas später doch aufgestanden, Yoga, Meditation (kurz), Mails geguckt, Tasche gepackt für sämtliche Gelüste (Laufen draußen, Laufen drinnen, Muskelbude), Wäsche abgenommen, Tomatensuppe gekocht und zwei Eier, erfolgreich am Spiegel vorbeigelaufen, solange ich nichts an hatte, das Frühstück im Mixer trinkbar zerkleinert, Nescafé in den "Coffee-to-go-Becher" von Tchibo gekippt, zur Arbeit. Gearbeitet. Kurzschulung in Vorkontierung. Spaziergang. Wieder gearbeitet. Fertig gearbeitet (für die Zeitrechnung: 16.10 Uhr), Büro von innen abgeschlossen, Laufklamotten angeklötert, Garmin (für Nichtläufer/innen: GPS für laufende Menschen, misst min pro km, Durchschnittsgeschwindigkeit, eben alles, was wichtig ist) ins Küchenfenster gelegt, auf dass er einen Satelliten finde, alle anderen Klamotten ins Auto, losgelaufen - was für ein absolut genialer, wunderschöner, quietschoranger, inspirierender Sonnenuntergang! Ich mochte gar nicht weggucken, fertig gelaufen, Guapa ins Auto, Muskelbude, Ankunft des besten Freundes, Kaffee gegenüber der Muskelbude, Doppelkopf (es ist jetzt 19.00 Uhr), für knappe zwei Stunden, abschließend eine Stunde Aurabürsten, nach Hause.
Da bin ich jetzt.
Meine Sporttaschen stehen unausgepackt im Flur, und ich habe ein latent schlechtes Gewissen beim Gedanken an den Unwohlgeruch, der mir morgen beim Reissverschlussaufziehen entgegenschlagen wird. Trotzdem reicht meine Energie nur noch für ein oder zwei Feierabendbiere und einen Feierabendpost. Oder zwei. Weiß noch nicht.
Ich finde ja schon, dass das sehr viel Tag für einen Tag ist...
Jeder einzelne Tag hingegen ist dann wieder so voll mit Tun und Leben, dass er mir endlos erscheint.
Heute: Es ist ja für meine Verhältnisse schon sehr, sehr spät. Trotzdem will ich mein Bett gerade nicht finden, obwohl ich weiß, wo es steht und jetzt schon seit 17 Stunden wach bin. Komisches Bett...
Mein Tag: Aufgewacht, ein bisschen gewartet und mich gefreut, dass ich ja noch gar nicht aufstehen muss, etwas später doch aufgestanden, Yoga, Meditation (kurz), Mails geguckt, Tasche gepackt für sämtliche Gelüste (Laufen draußen, Laufen drinnen, Muskelbude), Wäsche abgenommen, Tomatensuppe gekocht und zwei Eier, erfolgreich am Spiegel vorbeigelaufen, solange ich nichts an hatte, das Frühstück im Mixer trinkbar zerkleinert, Nescafé in den "Coffee-to-go-Becher" von Tchibo gekippt, zur Arbeit. Gearbeitet. Kurzschulung in Vorkontierung. Spaziergang. Wieder gearbeitet. Fertig gearbeitet (für die Zeitrechnung: 16.10 Uhr), Büro von innen abgeschlossen, Laufklamotten angeklötert, Garmin (für Nichtläufer/innen: GPS für laufende Menschen, misst min pro km, Durchschnittsgeschwindigkeit, eben alles, was wichtig ist) ins Küchenfenster gelegt, auf dass er einen Satelliten finde, alle anderen Klamotten ins Auto, losgelaufen - was für ein absolut genialer, wunderschöner, quietschoranger, inspirierender Sonnenuntergang! Ich mochte gar nicht weggucken, fertig gelaufen, Guapa ins Auto, Muskelbude, Ankunft des besten Freundes, Kaffee gegenüber der Muskelbude, Doppelkopf (es ist jetzt 19.00 Uhr), für knappe zwei Stunden, abschließend eine Stunde Aurabürsten, nach Hause.
Da bin ich jetzt.
Meine Sporttaschen stehen unausgepackt im Flur, und ich habe ein latent schlechtes Gewissen beim Gedanken an den Unwohlgeruch, der mir morgen beim Reissverschlussaufziehen entgegenschlagen wird. Trotzdem reicht meine Energie nur noch für ein oder zwei Feierabendbiere und einen Feierabendpost. Oder zwei. Weiß noch nicht.
Ich finde ja schon, dass das sehr viel Tag für einen Tag ist...
14 Januar 2012
Ältere Menschen
... gehören früh ins Bett.
Ich frage mich heute ernsthaft, wie ich es "früher, als ich noch jung war", geschafft habe, überhaupt erst zu einer Zeit loszugehen, zu der ich heute schon im zu großen Herrenschlafanzug in den letzten Zügen sitze.
Wirklich, es gab Abende, an denen ich irgendwann Morgens nach Hause gegangen bin! Im Hellen! Während um mich herum die Vögel brüllten!
Heute genieße ich den klaren Sternenhimmel gegen 22.30 Uhr, frage mich auf der Heimfahrt, warum all diese Autos in Richtung Stadt unterwegs sind und ich die Pennschüssel vor mir nicht überholen kann. Zur Sekunde sitze ich in besagtem zu großen Herrenschlafanzug vor dem Laptop und bin äußerst begeistert ob der Aussicht, mich jetzt nicht mehr aufbrezeln und in die nächste angesagte Lokalität begeben zu müssen.
Glücklicherweise muss ich nicht mehr auf die Pirsch. Erstens gehöre ich zu der Generation Frau, die sich selbst versorgen kann (das ist die Gnade der Geburt in den 60ern), zweitens habe ich den Traumprinzen dank meines reichen Erfahrungsschatzes als nicht existent definiert, und drittens habe ich in jüngeren Jahren partytechnisch hinreichend vorgelegt. Ich darf früh ins Bett!
Allen jüngeren Menschen viel Spaß auf der Jagd nach Wasauchimmer. Den älteren wünsche ich schöne Träume (den Damen vielleicht von dem, der hätte Prinz sein können, aber inzwischen der Blaubart-Fraktion angehört).
Dieser Rat gilt ausschließlich den Damen: Legen Sie sich einen zu großen Männerschlafanzug zu - die machen unglaublich unabhängig von fast allem!
Ich frage mich heute ernsthaft, wie ich es "früher, als ich noch jung war", geschafft habe, überhaupt erst zu einer Zeit loszugehen, zu der ich heute schon im zu großen Herrenschlafanzug in den letzten Zügen sitze.
Wirklich, es gab Abende, an denen ich irgendwann Morgens nach Hause gegangen bin! Im Hellen! Während um mich herum die Vögel brüllten!
Heute genieße ich den klaren Sternenhimmel gegen 22.30 Uhr, frage mich auf der Heimfahrt, warum all diese Autos in Richtung Stadt unterwegs sind und ich die Pennschüssel vor mir nicht überholen kann. Zur Sekunde sitze ich in besagtem zu großen Herrenschlafanzug vor dem Laptop und bin äußerst begeistert ob der Aussicht, mich jetzt nicht mehr aufbrezeln und in die nächste angesagte Lokalität begeben zu müssen.
Glücklicherweise muss ich nicht mehr auf die Pirsch. Erstens gehöre ich zu der Generation Frau, die sich selbst versorgen kann (das ist die Gnade der Geburt in den 60ern), zweitens habe ich den Traumprinzen dank meines reichen Erfahrungsschatzes als nicht existent definiert, und drittens habe ich in jüngeren Jahren partytechnisch hinreichend vorgelegt. Ich darf früh ins Bett!
Allen jüngeren Menschen viel Spaß auf der Jagd nach Wasauchimmer. Den älteren wünsche ich schöne Träume (den Damen vielleicht von dem, der hätte Prinz sein können, aber inzwischen der Blaubart-Fraktion angehört).
Dieser Rat gilt ausschließlich den Damen: Legen Sie sich einen zu großen Männerschlafanzug zu - die machen unglaublich unabhängig von fast allem!
10 Januar 2012
"Was Du liebst, lass frei...
... und wenn es zurückkommt, gehört es Dir für immer." (Chinesische Weisheit)
Was geschieht, wenn ich genau das erwarte, während ich freilasse, was ich zu lieben glaube? Ist es dann noch ein Freilassen?
Oder anders: Was geschieht, wenn ich das, was ich zu lieben glaube, freilasse, es zurückkehrt, um mir für immer zu gehören, ich es dann aber nicht mehr will, weil ich etwas anderes oder gar nichts mehr liebe?
Was geschieht, wenn das, was ich freigelassen habe, nur deswegen zu mir zurückkehrt für immer, weil das der einzige bekannte Weg ist?
Worin besteht der Unterschied zwischen "Freilassen" und "Sich verlassen lassen"?
Merkt das, was ich zu lieben glaube, wenn ich es nur freilasse, damit es zurückkehrt?
Wann weiß ich, dass ich liebe?
Wann weiß ich, wann ich das, was ich zu lieben glaube, freilassen muss?
Woher weiß ich, dass es mir für immer gehört?
Ist es gut, wenn mir etwas, das ich zu lieben glaube, für immer gehört? Vielleicht hat es ja nur keine bessere Wahl? Vielleicht bin ich nicht mehr als die bestmögliche Alternative?
Vielleicht ist es das Beste, nichts zu hoffen und nichts zu erwarten. Dann muss auch nichts freigelassen werden, damit es zurückkehrt, für immer bleibt und damit neue Fragen aufwirft.
Vielleicht ist es das Beste, nichts zu hoffen, nichts zu erwarten und sich selbst freizulassen. Dann hätte auch die Angst ihre Heimat gefunden.
Was geschieht, wenn ich genau das erwarte, während ich freilasse, was ich zu lieben glaube? Ist es dann noch ein Freilassen?
Oder anders: Was geschieht, wenn ich das, was ich zu lieben glaube, freilasse, es zurückkehrt, um mir für immer zu gehören, ich es dann aber nicht mehr will, weil ich etwas anderes oder gar nichts mehr liebe?
Was geschieht, wenn das, was ich freigelassen habe, nur deswegen zu mir zurückkehrt für immer, weil das der einzige bekannte Weg ist?
Worin besteht der Unterschied zwischen "Freilassen" und "Sich verlassen lassen"?
Merkt das, was ich zu lieben glaube, wenn ich es nur freilasse, damit es zurückkehrt?
Wann weiß ich, dass ich liebe?
Wann weiß ich, wann ich das, was ich zu lieben glaube, freilassen muss?
Woher weiß ich, dass es mir für immer gehört?
Ist es gut, wenn mir etwas, das ich zu lieben glaube, für immer gehört? Vielleicht hat es ja nur keine bessere Wahl? Vielleicht bin ich nicht mehr als die bestmögliche Alternative?
Vielleicht ist es das Beste, nichts zu hoffen und nichts zu erwarten. Dann muss auch nichts freigelassen werden, damit es zurückkehrt, für immer bleibt und damit neue Fragen aufwirft.
Vielleicht ist es das Beste, nichts zu hoffen, nichts zu erwarten und sich selbst freizulassen. Dann hätte auch die Angst ihre Heimat gefunden.
Drei bemerkenswerte Erlebnisse an einem Tag!
Das erste: Ich habe die Nacht überlebt. Das mag ja für viele albern klingen; ich habe seit einiger Zeit in meinem Handy den Begrüßungstext "Glück gehabt!" programmiert. (Wobei "programmiert" für mein mittlerweile 7 Jahre altes Handy fast schon anachronistisch wirken mag.) Egal. Ich glaube daran, dass ich jede Nacht sterben könnte und demzufolge dankbar über das Erwachen am nächsten Morgen sein darf. Genauso glaube ich daran, dass dieser neue Tag nicht einfach nur ein Tag ist, sondern die Möglichkeit, mein Leben völlig neu zu sehen und zu gestalten.
Dass ich es viel zu oft nicht tue, liegt in meiner Verantwortung. Das Geschenk sehe ich trotzdem, wenn ich einen guten Blick auf die Dinge habe.
Zweitens: Heute Nachmittag, beim Laufen, sprang mir ein Einbahnstraßenschild ins Auge.
Natürlich ist so ein Einbahnstraßenschild nichts Bemerkenswertes.
Es sei denn, es steht auf einer Wiese. Mittendrauf.
Wäre heute Montag, dann hätte ich mir das Vorhandensein dieses Schildes mit einem betrunkenen Wochenendstreich erklärt.
Aber heute war bzw. ist noch Dienstag. Und das Schild steht auf einer Wiese, die an ein extrem bewohntes und bewirtschaftetes Neubaugebiet grenzt. Irgendjemand hätte bemerken müssen, dass ein Einbahnstraßenschild auf der neu angelegten Wohngebietswiese keinen Sinn macht.
Andererseits - vielleicht will man potentielle Eindringlinge verwirren? Den korrekten Lauf des Handtaschenhündchens um das frisch gepflanzte Zierbäumchen garantieren? (Voraussetzung hier wäre, dass Handtaschenhündchen besser lesen können als echte Hunde, die ihre Besitzer beschützen und nicht von ihnen beschützt werden müssen.)
Dieses Schild hat mich ernsthaft beschäftigt, und irgendwie halte ich es für ein Zeichen. Das ich bisher allerdings noch nicht deuten konnte.
Wunder Nummer drei: Ich habe beim Doppelkopf gewonnen.
Dass ich es viel zu oft nicht tue, liegt in meiner Verantwortung. Das Geschenk sehe ich trotzdem, wenn ich einen guten Blick auf die Dinge habe.
Zweitens: Heute Nachmittag, beim Laufen, sprang mir ein Einbahnstraßenschild ins Auge.
Natürlich ist so ein Einbahnstraßenschild nichts Bemerkenswertes.
Es sei denn, es steht auf einer Wiese. Mittendrauf.
Wäre heute Montag, dann hätte ich mir das Vorhandensein dieses Schildes mit einem betrunkenen Wochenendstreich erklärt.
Aber heute war bzw. ist noch Dienstag. Und das Schild steht auf einer Wiese, die an ein extrem bewohntes und bewirtschaftetes Neubaugebiet grenzt. Irgendjemand hätte bemerken müssen, dass ein Einbahnstraßenschild auf der neu angelegten Wohngebietswiese keinen Sinn macht.
Andererseits - vielleicht will man potentielle Eindringlinge verwirren? Den korrekten Lauf des Handtaschenhündchens um das frisch gepflanzte Zierbäumchen garantieren? (Voraussetzung hier wäre, dass Handtaschenhündchen besser lesen können als echte Hunde, die ihre Besitzer beschützen und nicht von ihnen beschützt werden müssen.)
Dieses Schild hat mich ernsthaft beschäftigt, und irgendwie halte ich es für ein Zeichen. Das ich bisher allerdings noch nicht deuten konnte.
Wenn es morgen immer noch da ist, werde ich einmal in die angegebene Richtung laufen, möglicherweise weist es mir den Weg zu einem vergrabenen Schatz oder dem Sinn des Lebens? (In meiner derzeitigen Verfassung würde ich einen Schatz vorziehen, den könnte ich wenigstens gegen eine neue Uhr tauschen. Oder einen SUV. Oder Größeres. Der Sinn des Lebens ist, stellt aber einlösbaren Wert dar. Oder glauben Sie, unser amtierender Bundespräsident hätte sich für Sinn statt des Billigurlaubs in der Maschmeiervilla entschieden?)
Wunder Nummer drei: Ich habe beim Doppelkopf gewonnen.
08 Januar 2012
Sex wird überbewertet. Streiten auch.
So heißt es jedenfalls in einer Ausgabe des "Spiegel" irgendwann Ende Dezember. Man hat versucht, das Geheimnis funktionierender Beziehungen herauszufinden.
Die Botschaft ist recht schlicht: Erwarte nichts. Verzeihe möglichst viel. Suche die Gemeinsamkeiten. Streite nicht um Kleinigkeiten. Hör damit auf, Sex wesentlich zu finden, und bekomm keine Kinder, denn die sind Beziehungskiller.
Meiner bescheidenenen Meinung nach hätte man für diese Erkenntnis keine Mörderkohle für die Befragung sogenannter glücklicher Paare ausgeben müssen; es hätte ausgereicht, sich im Mitteleuropa vor der sexuellen Revolution und dem ersten Erscheinen der "EMMA" umzutun. Da haben die Frauen geputzt, waren wirtschaftlich abhängig, Kinder wurden geboren, solange es eben ging, und Streit gab es nicht, weil die Rollen klar verteilt waren.
Heutigentags streitet sich zwar die studierte Wirtschaftswissenschaftlerin mit ihrem Kerl, möglicherweise nimmt er auch die staatlich subventionierte Vaterzeit, die Wohnung putzt sie trotzdem. Und muss sich im schlechtesten Fall auch noch vor fremden Menschen "Schatzi" oder "Schnulli" nennen lassen.
Ich persönlich kann eine "Schatzi" ja nicht ernst nehmen, gleichgültig, wieviele Doktortitel sie auch haben mag. Und wenn ich dabei auch noch eine Vorstellung habe, dass Hase (der Kerl zu Schatzi) sich der Hausarbeit dauerhaft zu entziehen vermag, weil er nämlich Wichtigeres zu tun hat, erschließt sich mir das Bild einer glücklichen Partnerschaft: Solange Schatzi sich um den Abwasch und die Kindererziehung kümmert und Hase um die Karriere, ist alles gut.
Wir befinden uns im Jahr 2012. Schatzi wäscht trotzdem ab.
Die Botschaft ist recht schlicht: Erwarte nichts. Verzeihe möglichst viel. Suche die Gemeinsamkeiten. Streite nicht um Kleinigkeiten. Hör damit auf, Sex wesentlich zu finden, und bekomm keine Kinder, denn die sind Beziehungskiller.
Meiner bescheidenenen Meinung nach hätte man für diese Erkenntnis keine Mörderkohle für die Befragung sogenannter glücklicher Paare ausgeben müssen; es hätte ausgereicht, sich im Mitteleuropa vor der sexuellen Revolution und dem ersten Erscheinen der "EMMA" umzutun. Da haben die Frauen geputzt, waren wirtschaftlich abhängig, Kinder wurden geboren, solange es eben ging, und Streit gab es nicht, weil die Rollen klar verteilt waren.
Heutigentags streitet sich zwar die studierte Wirtschaftswissenschaftlerin mit ihrem Kerl, möglicherweise nimmt er auch die staatlich subventionierte Vaterzeit, die Wohnung putzt sie trotzdem. Und muss sich im schlechtesten Fall auch noch vor fremden Menschen "Schatzi" oder "Schnulli" nennen lassen.
Ich persönlich kann eine "Schatzi" ja nicht ernst nehmen, gleichgültig, wieviele Doktortitel sie auch haben mag. Und wenn ich dabei auch noch eine Vorstellung habe, dass Hase (der Kerl zu Schatzi) sich der Hausarbeit dauerhaft zu entziehen vermag, weil er nämlich Wichtigeres zu tun hat, erschließt sich mir das Bild einer glücklichen Partnerschaft: Solange Schatzi sich um den Abwasch und die Kindererziehung kümmert und Hase um die Karriere, ist alles gut.
Wir befinden uns im Jahr 2012. Schatzi wäscht trotzdem ab.
Protokoll
Manchmal weiß ich noch nicht, was ich schreibe, bevor ich angefangen habe. Manchmal lese ich das, was ich geschrieben habe, am nächsten Tag und kann mich nicht daran erinnern, dass ich es geschrieben habe. Dann war ich in der Regel und freundlich ausgedrückt ein bisschen angetüttert.
Manchmal geschieht es, dass meine Finger irgendetwas protokollieren, von dem ich vorher nicht weiß, was es sein wird. Ausgiebig geschehen ist dies 2008, als ich das erste Mal in meinem Leben die Erfahrung machen durfte, dass "es" aus mir schreibt. Ich hatte keine Ahnung, wie sich die Geschichte entwickeln würde, aber mein Leben bestand für mehrere Tage nur aus Schreiben. Das war ein sehr gutes Leben. Und wenn es mich ließe, das Leben, oder anders, wenn ich dem Leben die Chance gäbe, mich zu lassen, wäre das genau diese eine Sache, die mich glücklich machen könnte.
Manchmal mag die Angst vor wahrem Glück zu groß sein, um sich todesmutig hinein zu stürzen.
Möglicherweise ist das einer der Gründe, aus denen ich wahrscheinlich keinen Bestseller schreiben werde: Ich plane nicht. Ich recherchiere nicht. Ich glaube nicht, dass ich "gut" bin. Ich schreibe einfach drauflos.
Manchmal kommt dabei etwas Lesbares heraus.
Manchmal nicht, so wie heute. Spaß macht es trotzdem. Mir jedenfalls...
Die Weihnachtsbeleuchtung ist weg. Fast überall.
Gut so. Dann hat der werdende Vollmond mehr Platz zum Leuchten.
Manchmal geschieht es, dass meine Finger irgendetwas protokollieren, von dem ich vorher nicht weiß, was es sein wird. Ausgiebig geschehen ist dies 2008, als ich das erste Mal in meinem Leben die Erfahrung machen durfte, dass "es" aus mir schreibt. Ich hatte keine Ahnung, wie sich die Geschichte entwickeln würde, aber mein Leben bestand für mehrere Tage nur aus Schreiben. Das war ein sehr gutes Leben. Und wenn es mich ließe, das Leben, oder anders, wenn ich dem Leben die Chance gäbe, mich zu lassen, wäre das genau diese eine Sache, die mich glücklich machen könnte.
Manchmal mag die Angst vor wahrem Glück zu groß sein, um sich todesmutig hinein zu stürzen.
Möglicherweise ist das einer der Gründe, aus denen ich wahrscheinlich keinen Bestseller schreiben werde: Ich plane nicht. Ich recherchiere nicht. Ich glaube nicht, dass ich "gut" bin. Ich schreibe einfach drauflos.
Manchmal kommt dabei etwas Lesbares heraus.
Manchmal nicht, so wie heute. Spaß macht es trotzdem. Mir jedenfalls...
Die Weihnachtsbeleuchtung ist weg. Fast überall.
Gut so. Dann hat der werdende Vollmond mehr Platz zum Leuchten.
07 Januar 2012
Katzen an die Macht!
Ganz so plakativ hat Anna Magnani es nicht formuliert. In meinem literarischen Katzenkalender heißt es in der ersten Woche dieses Jahres "Vielleicht wäre es gut, wenn die Welt von Katzen regiert würde."
Als langjährige Dosenöffnerin und Katzenbedienstete erlaube ich mir eine gewisse Sachkenntnis in bezug auf die pelzigen Machthaber. Und als marginalisierte Bürgerin (das ist die politikerseits unbeachtete Randgruppe der Republik, die alle vier Jahre in kleiner werdender Zahl zu den Urnen trottet, um ihr Kreuzchen beim kleinsten Übel zu machen) bilde ich mir täglich eine neue Meinung zu Politik und Drumherum.
In einem anderen Zitat (an dessen Ursprung ich mich nicht erinnere) werden Katzen als Diebe und Trickbetrüger bezeichnet. Das kann ich nur bestätigen. Higgins war ein Meister im Kühlschranköffnen und Käseklauen, Teufel stahl die Wurst direkt vom Brot, und gemeinsam öffneten sie alles, was wir nicht ausreichend verriegelt und verrammelt hatten.
Ebenso würde ich es für unwahrscheinlich halten wollen, dass es "da oben", fernab der Realität einer schlichten Steuerzahlerin, noch möglich ist, sich nicht korrumpieren zu lassen. Nein, ich würde sogar soweit gehen zu behaupten, dass ein gewisser politischer Status nur möglich ist durch ein Höchstmaß an Korruption und ein umso geringeres, wenn es um Ehrlichkeit und Ethik geht.
Im Unschuldiggucken oder Wegtauchen, bis die Lage sich wieder beruhigt hatte, waren meine pelzigen Chefs übrigens wahre Meister.
Auch das passt: Herr Wulff guckt schon seit ein paar Wochen sehr unschuldig, und Herr zu Guttenberg ist nach Amerika weggetaucht und wartet auf bessere Zeiten.
Und wenn es um die Verteidigung des Reviers ging, wurde sich aufgeplustert, böse geguckt und wild gefaucht. Das machen sie gerade bei der FDP, wobei mir das Gefauche der Boygroup eher vorkommt wie "Vorsicht - wir haben Angst!"
Mein Fazit: Lassen wir sie es doch versuchen! Die Katzen, meine ich. Wir könnten uns diese vierjährige Farce der Wahl sparen (Katzen sind nämlich auch Diktatoren, wenn man sie lässt. Und meistens lassen wir sie.), hätten bei guter Führung unsererseits regelmäßig frische Mäuse vor der Tür und dürften die Bundeskanzlerin kraulen.
Netter anzusehen sind sie außerdem. Die Katzen.
Als langjährige Dosenöffnerin und Katzenbedienstete erlaube ich mir eine gewisse Sachkenntnis in bezug auf die pelzigen Machthaber. Und als marginalisierte Bürgerin (das ist die politikerseits unbeachtete Randgruppe der Republik, die alle vier Jahre in kleiner werdender Zahl zu den Urnen trottet, um ihr Kreuzchen beim kleinsten Übel zu machen) bilde ich mir täglich eine neue Meinung zu Politik und Drumherum.
In einem anderen Zitat (an dessen Ursprung ich mich nicht erinnere) werden Katzen als Diebe und Trickbetrüger bezeichnet. Das kann ich nur bestätigen. Higgins war ein Meister im Kühlschranköffnen und Käseklauen, Teufel stahl die Wurst direkt vom Brot, und gemeinsam öffneten sie alles, was wir nicht ausreichend verriegelt und verrammelt hatten.
Ebenso würde ich es für unwahrscheinlich halten wollen, dass es "da oben", fernab der Realität einer schlichten Steuerzahlerin, noch möglich ist, sich nicht korrumpieren zu lassen. Nein, ich würde sogar soweit gehen zu behaupten, dass ein gewisser politischer Status nur möglich ist durch ein Höchstmaß an Korruption und ein umso geringeres, wenn es um Ehrlichkeit und Ethik geht.
Im Unschuldiggucken oder Wegtauchen, bis die Lage sich wieder beruhigt hatte, waren meine pelzigen Chefs übrigens wahre Meister.
Auch das passt: Herr Wulff guckt schon seit ein paar Wochen sehr unschuldig, und Herr zu Guttenberg ist nach Amerika weggetaucht und wartet auf bessere Zeiten.
Und wenn es um die Verteidigung des Reviers ging, wurde sich aufgeplustert, böse geguckt und wild gefaucht. Das machen sie gerade bei der FDP, wobei mir das Gefauche der Boygroup eher vorkommt wie "Vorsicht - wir haben Angst!"
Mein Fazit: Lassen wir sie es doch versuchen! Die Katzen, meine ich. Wir könnten uns diese vierjährige Farce der Wahl sparen (Katzen sind nämlich auch Diktatoren, wenn man sie lässt. Und meistens lassen wir sie.), hätten bei guter Führung unsererseits regelmäßig frische Mäuse vor der Tür und dürften die Bundeskanzlerin kraulen.
Netter anzusehen sind sie außerdem. Die Katzen.
05 Januar 2012
Verlorene Tage
... würden die meisten nennen, was ich heute nicht getan habe.
Aufgewacht bin ich kurz nach Mitternacht und fand, dass der Tag noch zu jung sei, um von mir erobert zu werden.
Aufgestanden bin ich in ein bisschen später, aber immer noch in der Mitte der Nacht, durfte Sturm, Gewitter mitten im Januar, Regen, Ruhe, Hagel, Sonne beobachten, mir Geprassel auf meinem Dachfenster anhören und dabei die wild schwankende Tanne des Nachbargrundstücks ansehen. Katastrophentourismus ohne Anfahrt.
Ich habe ein Buch zuende gelesen, das mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit niemals einen Preis gewinnen wird, aber nichtsdestotrotz unglaublich spannend war.
Ich habe auf meiner Couch herumgelegen, weil ich mich zu erkältet fühlte, um irgendetwas anderes zu tun, aber viel zuviel Resturlaub habe, um mich krankschreiben zu lassen.
Zur Sekunde trinke ich Sekt mit Eis und Aperol, höre "When you believe" und glaube, dass schon irgendwie alles richtig ist, bin nach wie vor sicher, dass weder Twitter noch Facebook mich wollen, Smartphones viel zu schwer sind und ich den Weg nach wie vor ohne Susi finden werde.
Sicher ist: Sie alle können gegen meine Erkältung nichts anderes tun als ich selbst, nämlich still liegen und darauf warten, dass es vorbei geht.
So gesehen ist mein Tag nicht verloren gewesen. Ich habe ein Buch gelesen, nicht telefoniert, keine SMS geschrieben, nicht getwittert und niemanden bei Facebook dazu gezwungen, meine Erkältung gut zu finden.
Irgendwann später werde ich mit WickMediNait ins Bett gehen. Ohne Schlafanzug und ohne irgendjemandem außer Ihnen Bescheid gesagt zu haben! Gute Nacht!
Aufgewacht bin ich kurz nach Mitternacht und fand, dass der Tag noch zu jung sei, um von mir erobert zu werden.
Aufgestanden bin ich in ein bisschen später, aber immer noch in der Mitte der Nacht, durfte Sturm, Gewitter mitten im Januar, Regen, Ruhe, Hagel, Sonne beobachten, mir Geprassel auf meinem Dachfenster anhören und dabei die wild schwankende Tanne des Nachbargrundstücks ansehen. Katastrophentourismus ohne Anfahrt.
Ich habe ein Buch zuende gelesen, das mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit niemals einen Preis gewinnen wird, aber nichtsdestotrotz unglaublich spannend war.
Ich habe auf meiner Couch herumgelegen, weil ich mich zu erkältet fühlte, um irgendetwas anderes zu tun, aber viel zuviel Resturlaub habe, um mich krankschreiben zu lassen.
Zur Sekunde trinke ich Sekt mit Eis und Aperol, höre "When you believe" und glaube, dass schon irgendwie alles richtig ist, bin nach wie vor sicher, dass weder Twitter noch Facebook mich wollen, Smartphones viel zu schwer sind und ich den Weg nach wie vor ohne Susi finden werde.
Sicher ist: Sie alle können gegen meine Erkältung nichts anderes tun als ich selbst, nämlich still liegen und darauf warten, dass es vorbei geht.
So gesehen ist mein Tag nicht verloren gewesen. Ich habe ein Buch gelesen, nicht telefoniert, keine SMS geschrieben, nicht getwittert und niemanden bei Facebook dazu gezwungen, meine Erkältung gut zu finden.
Irgendwann später werde ich mit WickMediNait ins Bett gehen. Ohne Schlafanzug und ohne irgendjemandem außer Ihnen Bescheid gesagt zu haben! Gute Nacht!
Interpretationen einer Grabinschrift.
Manchmal fühle ich mich falsch.
Habe zu hohe Erwartungen
und glaube,
meine Träume sollten realistischer sein.
Manchmal denke ich im Kreis.
Hoffe auf etwas, das sich entzieht,
bete um Erlösung.
Doch irgendwann
werden meine Erwartungen Realität,
werden meine Träume sich erfüllen,
wird mein Glauben zum Wissen.
Das wird der Tag sein,
an dem ich mich träume,
an mich glaube,
mir meine Erwartungen erlaube.
Das wird der Tag sein,
an dem ich FREI sein werde.
Keine Hoffnung, keine Erwartungen, keine Ängste.
Nur Freiheit.
Habe zu hohe Erwartungen
und glaube,
meine Träume sollten realistischer sein.
Manchmal denke ich im Kreis.
Hoffe auf etwas, das sich entzieht,
bete um Erlösung.
Doch irgendwann
werden meine Erwartungen Realität,
werden meine Träume sich erfüllen,
wird mein Glauben zum Wissen.
Das wird der Tag sein,
an dem ich mich träume,
an mich glaube,
mir meine Erwartungen erlaube.
Das wird der Tag sein,
an dem ich FREI sein werde.
Keine Hoffnung, keine Erwartungen, keine Ängste.
Nur Freiheit.
04 Januar 2012
Stairway to Heaven
... ist dann auch so etwas ...
Ich weiß nicht mehr so genau, ob ich mir die Halswirbelsäulenblockade bei "Radar Love" oder "Stairway to Heaven" geholt habe oder oder es eine Kombination aus beidem plus "Nutbush City" war - jedenfalls konnte ich DAMALS (Dieses hässliche Wort, das deutlich macht, wie alt der oder die sich Erinnernde schon sein mag.) morgens nicht aus meinem Bett steigen, ohne den Kopf festzuhalten. Mein Weg führte mich dann direkt in die Notdienstambulanz. Dort hatte Frau Dr. Kapellen (Sie erinnern sich? Das ist die Dame, die schon seit ca. 20 Jahren falsche Diagnosen stellt.) Dienst. Sie tat das Einzige, was sie tun konnte: Sie gab mir ein paar Spritzen. Damals half es. Ich konnte wieder Taxi fahren.
Gerade jetzt, beim Hören, überkommt mich schon wieder so ein Gefühl, headbangen zu wollen.
Ich verkneife es mir. Ich habe Rücken.
Aber die Erinnerung an Zeiten, als ich noch nicht wusste, wie sich Bandscheibenvorfall und Verlassenwerden anfühlen, ist schon schön.
Ich weiß nicht mehr so genau, ob ich mir die Halswirbelsäulenblockade bei "Radar Love" oder "Stairway to Heaven" geholt habe oder oder es eine Kombination aus beidem plus "Nutbush City" war - jedenfalls konnte ich DAMALS (Dieses hässliche Wort, das deutlich macht, wie alt der oder die sich Erinnernde schon sein mag.) morgens nicht aus meinem Bett steigen, ohne den Kopf festzuhalten. Mein Weg führte mich dann direkt in die Notdienstambulanz. Dort hatte Frau Dr. Kapellen (Sie erinnern sich? Das ist die Dame, die schon seit ca. 20 Jahren falsche Diagnosen stellt.) Dienst. Sie tat das Einzige, was sie tun konnte: Sie gab mir ein paar Spritzen. Damals half es. Ich konnte wieder Taxi fahren.
Gerade jetzt, beim Hören, überkommt mich schon wieder so ein Gefühl, headbangen zu wollen.
Ich verkneife es mir. Ich habe Rücken.
Aber die Erinnerung an Zeiten, als ich noch nicht wusste, wie sich Bandscheibenvorfall und Verlassenwerden anfühlen, ist schon schön.
Hiroshima
... ist neben der Stadt in Japan ein wunderschöner Song von Wishful Thinking.
Es ist unglaublich lange her, dass ich dieses Lied das letzte Mal gehört habe. Damals gab es noch Kassetten, und mein Liebster hatte auf einer 90-Minuten-Kassette nur dieses eine Lied aufgenommen.
Ich kann mich nicht mehr erinnern, was wir getan haben während dieser 90 Minuten, aber noch heute kann ich fühlen, was ich möglicherweise vor 30 Jahren (Scheiße, bin ich alt!!!) gefühlt habe.
Auf einmal sind da Tränen in meinen Augen, obwohl ich lächeln muss.
Damals haben wir Träume gezaubert, und wir waren sicher, dass nichts und niemand uns trennen würde.
Ein paar Monate fühlten sich an wie ein Leben, seine Arme wie die Welt, sein Kuss wie Erwachen.
Was wäre geschehen, wenn wir keine Kinder gewesen wären?
Heute bin ich groß. ErWACHSEN. Trotzdem sehne ich mich nach diesen kurzen Momenten, in denen wir wagten, unsere Seelen zu berühren.
Heute ahne ich, dass meine Seele nur dieses eine Mal berührt wurde. Ich war ahnungslos genug.
Es ist unglaublich lange her, dass ich dieses Lied das letzte Mal gehört habe. Damals gab es noch Kassetten, und mein Liebster hatte auf einer 90-Minuten-Kassette nur dieses eine Lied aufgenommen.
Ich kann mich nicht mehr erinnern, was wir getan haben während dieser 90 Minuten, aber noch heute kann ich fühlen, was ich möglicherweise vor 30 Jahren (Scheiße, bin ich alt!!!) gefühlt habe.
Auf einmal sind da Tränen in meinen Augen, obwohl ich lächeln muss.
Damals haben wir Träume gezaubert, und wir waren sicher, dass nichts und niemand uns trennen würde.
Ein paar Monate fühlten sich an wie ein Leben, seine Arme wie die Welt, sein Kuss wie Erwachen.
Was wäre geschehen, wenn wir keine Kinder gewesen wären?
Heute bin ich groß. ErWACHSEN. Trotzdem sehne ich mich nach diesen kurzen Momenten, in denen wir wagten, unsere Seelen zu berühren.
Heute ahne ich, dass meine Seele nur dieses eine Mal berührt wurde. Ich war ahnungslos genug.
Neues Jahr ist,
... und bisher sind weder mein Literarischer Katzen- noch der Meerbilderkalender fürs Büro angekommen. Ich bin neben der Zeit, und das ist gut so!
Es ist auch gut, zum Jahresbeginn Urlaub zu haben; das gibt die Möglichkeit, ruhig und mit Freude ins Jahr zu starten und sich auf die Arbeit eine Woche später zu freuen. Geht mir jedenfalls so.
Ich weiß ja nicht, wie Ihr Übergang in dieses irgendwie besondere Jahr war - ich hatte einen großartigen Start: Dafür ein Dankeschön an 8 Erwachsene und viele gutgelaunte Kinder und Teenies. Ich habe das erste Mal in meinem Leben Böller und Raketen abgeschossen, das erste Mal mit ca. 17 Menschen "Dinner for One" gesehen und mich halbtot gelacht über Linus, der sich immer schon über das Tigerfell gefreut hat, bevor James stolpert.
Ich bin 10 Kilometer gelaufen (ZEHN!!!).
Das Schönste allerdings war die Verbindung: Ich weiß nicht, wann ich mich das letzte Mal so verbunden mit allem und allen gefühlt habe. Willkommen sein, dabei sein, mit anderen sein.
Nein, besser geht es nicht! Nicht für mich. Nicht in diesem Jahr.
Es ist auch gut, zum Jahresbeginn Urlaub zu haben; das gibt die Möglichkeit, ruhig und mit Freude ins Jahr zu starten und sich auf die Arbeit eine Woche später zu freuen. Geht mir jedenfalls so.
Ich weiß ja nicht, wie Ihr Übergang in dieses irgendwie besondere Jahr war - ich hatte einen großartigen Start: Dafür ein Dankeschön an 8 Erwachsene und viele gutgelaunte Kinder und Teenies. Ich habe das erste Mal in meinem Leben Böller und Raketen abgeschossen, das erste Mal mit ca. 17 Menschen "Dinner for One" gesehen und mich halbtot gelacht über Linus, der sich immer schon über das Tigerfell gefreut hat, bevor James stolpert.
Ich bin 10 Kilometer gelaufen (ZEHN!!!).
Das Schönste allerdings war die Verbindung: Ich weiß nicht, wann ich mich das letzte Mal so verbunden mit allem und allen gefühlt habe. Willkommen sein, dabei sein, mit anderen sein.
Nein, besser geht es nicht! Nicht für mich. Nicht in diesem Jahr.
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