26 November 2018

Besuchen Sie meine Website! Schreiben Sie sich für den Newsletter ein!

Liebe Leserin, lieber Leser!

Nur für den Fall, dass Sie den Weg noch nicht gefunden haben: Sie finden jetzt alle meine Blogs - und den von Frollein Frieda - auch auf meiner Website. Kommen Sie gern vorbei: https://sabinescholze.net.

Wenn Sie mögen, tragen Sie sich für den Newsletter ein. Dann bekommen Sie wöchentlich eine Geschichte, die in keinem der Blogs erscheint. Ganz im Gegenteil: Sie dürfen sogar den Inhalt mitgestalten! 

Als Geschenk für Ihre Anmeldung gibt es ein kleines E-Book mit einer entzückenden... Aber sehen Sie selbst.


Ich freue mich auf Sie!

13 November 2018

Upsi - da habe ich mich doch wieder einmal selbst überholt!


Das Pferd, Konik, Blöde Mina, Lustige
Wie blöd ist das denn???

... und Ihnen zwar die korrekte Adresse genannt, aber meinen Blog nicht für Sie freigegeben. 
 Schlau ist anders... Asche auf mein Haupt!
Aber jetzt - gucken Sie: https://schmittsfreundin.wordpress.com.

Die Denkversuche ziehen um!

Liebe Leserin, lieber Leser!

Sie werden sich erinnern, dass ich schon einmal versucht hatte, zu Wordpress umzuziehen. Ich habe Sie ja "damals" wie immer an allen meinen Gedanken und Aktivitäten teilhaben lassen:
  1. Der Umzug
  2. Doch kein Umzug bzw. Rückzug
  3. Stattdessen "Umzug light"
Wie Sie wissen oder nachlesen können, ist mir das seinerzeit nur teilweise gelungen. Unter anderem lag es daran, dass ich mich so schwer trennen kann. Wirklich, ich bin treu bis in den Tod, wenn es sein muss - auch einem Bloganbieter. 
Nein, das ist gelogen, und ich will nicht übertreiben; ich bin einfach nur eine faule Sau.

Sterblichkeit Totenkopf Vanitas Memento MoJetzt hat mir Google allerdings eine Steilvorlage geliefert: Google+ stellt seinen Dienst ein. Ich weiß nicht wann und habe vergessen warum, aber das ist mir auch vollkommen egal. Ich mag Facebook nicht, und ich mochte Google+ nicht. Da Blogger mich jedoch quasi zur Mitgliedschaft gezwungen hat, kann ich mich heute stolz als eines der sieben verbliebenen Mitglieder dieses von vornherein zum Sterben verurteilten sozialen Netzwerks bezeichnen. Aber das hat jetzt ein Ende! So!

Kurzum: Ich würde mich sehr freuen, liebe Leserin, lieber Leser, liebe Follower, liebe Freund/innen und Bekannte, liebe Alle, wenn Sie mir zu Wordpress folgen. Das ist ganz einfach: Sie klicken auf den unten stehenden Link und können mir auf Wordpress sogar folgen und meine Posts kommentieren, ohne Mitglied werden zu müssen:

https://schmittsfreundin.wordpress.com/


Wir lesen uns!


07 November 2018

So machen Sie es richtig! 7 Renovierungstipps von Schmitts Freundin

Ich bin eine Improvisationskünstlerin, und ich kann alles, bewegen, was weniger wiegt als ein indischer Elefant! 
Das ist natürlich im übertragenen Sinne gemeint. Aber ich muss mir das auch immer wieder sagen, weil ich mit einem perfektionistischen Handwerker verheiratet bin. Deswegen nutze ich auch gerade seine Abwesenheit schamlos aus, um unser Schlafzimmer auf meine ganz eigene Art und Weise zu renovieren. Das spart nämlich Zeit und Nerven - meine!

Sie erinnern sich an die Zeit der Badezimmerrenovierung? Ich wollte ja einfach nur fertig werden und hätte die Fliesen notfalls an die Wand genagelt, wenn es schneller gegangen wäre. 
Mein lieber Mann ist da ganz anders: Er macht keinen Strich an die Wand, bevor er nicht mit Wasserwaage, Maßband, Zollstock und irgendwelchen neumodischen Laserpointern überprüft hat, ob die Wand auch wirklich da und sein Strich lotrecht ist.
Das ist großartig, und ich bin jedesmal voll der Bewunderung ob der von ihm erzielten Ergebnisse! Aber ich bin auch realistisch genug, um mir darüber im Klaren zu sein, dass dies nicht meine Vorgehensweise ist. Ich brauche künstlerische Freiheit, und ich habe es meistens eilig! 

Für andere Eilige hier ein paar Tipps:


  1. Halten Sie sich nicht damit auf, irgendetwas abzukleben. Vertrauen Sie auf Ihre ruhige Hand! (Zeitersparnis ca. 1 Stunde)

So war es geplant.
Aber so ist doch auch schön.
2. Wenn Sie während der Arbeit feststellen, dass mehr Wand übrig ist als Zeit: Improvisieren Sie! Wo steht geschrieben, dass jeder Zentimeter gestrichen sein muss! (Zeitersparnis mindestens 1,5 Stunden)







3. Das Verputzen von Unebenheiten wird völlig überschätzt. Lassen Sie das und freuen Sie sich später über ein rustikales Ergebnis. (Zeitersparnis ca. 2 Stunden) 
4. Haben Sie immer einen nassen Lappen dabei, um Übergemaltes wegzuwischen.
5. Legen Sie sich Erkärungen zurecht, warum Sie es so gemacht haben, wie Sie es gemacht haben und warum es anders aussieht als geplant. Besser: Erzählen Sie niemandem, was Sie planen!
6. Sie haben versehentlich die Heizung mitgestrichen? Egal. Lassen Sie es so. Bei einer Raumtemperatur von weniger als 18° nehmen Sie ab, weil der Körper damit beschäftigt ist, den Wintereinbruch im Haus auszugleichen. (Zeitersparnis irre groß, weil Sie sich neben der Arbeit auch die Diät sparen)
7. Ringen Sie Ihren inneren Öko nieder und werfen Sie Pinsel und Rolle weg. Die bekommen Sie nie wieder richtig sauber. Oder bitten Sie einen perfekten Handwerker, sich darum zu kümmern, wenn er zufällig vorbeikommt, bevor die Farbe angetrocknet ist. (Zeitersparnis ca. 30 Minuten)

Ganz davon abgesehen: Sie wollen doch wohl nicht gleich weiter renovieren?

05 November 2018

Kommen Sie, staunen Sie! Schauen Sie sich meine Website an!

Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser!

Zuallererst bin ich ja gespannt wie ein Flitzebogen, wer mich in den nächsten Tagen aufgrund des Stichwortes "Kommen" finden und dann schnell wieder verschwinden wird, weil meine Aufforderung zum Kommen nicht das ist, was er gesucht hat...
Etwas so wie die Aufschrift, die ich kürzlich auf dem Lieferwagen einer Großbäckerei gelesen habe: "XXX-Brot - wir kommen täglich!" Ist doch schön, wenn das zuverlässig funktioniert.

Aber ich schreibe Ihnen heute nicht, um Sie an meinen philosophischen Überlegungen zum Kommen teilhaben zu lassen. Heute möchte ich Ihnen den Grund für meine scheinbare wochenlange Funkstille präsentieren: Ich habe mir eine Website gebaut! Ganz allein, ohne fremde Hilfe und mit fast ausschließlich englischer "Gebrauchsanweisung". Sie dürfen mich "Heldin" nennen.

Wollen Sie mal gucken? Aber gerne doch, dafür habe ich ja im Schweiße meines Angesichts Stunde um Stunde vor dem PC verbracht.


Tadah! Tusch! Trommelwirbel! Konfettiregen!

https://sabinescholze.net

Dort finden Sie auch Links zu allen meinen aktuellen Blogs - und zu Friedas ebenfalls. Denn das war mein Ziel: Alle meine Tätigkeiten als Schreiberling unter einem Dach zu vereinen.

Klar, Sie könnten es jetzt so machen wie es die meisten Männer tun und erst einmal alles suchen, was nicht professionell genug ist. Aber wissen Sie, meine Herren: Alle meine angenagelten Regale, meine todesmutig auf drei großen Schrauben balancierende Gardinenstange und mein getackerter Teppichboden würden noch heute halten, wenn ich sie nicht eigenhändig wieder herausgerissen hätte. 
Improvisation ist Frauensache, wissen Sie? Und wenn dann noch eine gehörige Portion Selbstvertrauen, Kreativität und Experimentierfreude hinzukommen, werden nicht nur brauchbare Menschen von ihren Müttern in die Welt entlassen, sondern eben auch Websites.

Besuchen Sie mich also - und bleiben Sie bei mir; Sie werden es nicht bereuen!

12 September 2018

Jetzt aber! 5 Erklärungen, warum die Dinge manchmal anders laufen


Liebe Leserin, lieber Leser,

letzte Woche hatte ich Ihnen ja schon eine Erklärung versprochen - und mich, ich gebe es zu, danach wieder in den Sommerschlaf begeben.

Wissen Sie, im Leben eines Schreiberlings gibt es so Phasen... Da turnen auf einmal Hunderte von Marcel Reich-Ranickis* durch den Kopf und schreien erbost: "Du kannst das doch gar nicht! Den Scheiß will keiner lesen! Hör einfach auf damit und mach etwas Ordentliches!"

Diese Stimmen sind einfach da, aus heiterem Himmel. Ich bewundere all diejenigen, die trotzdem unverdrossen weiterschreiben. Ich muss nach solch einer Ansage erst einmal ein paar Wochen lang auf wehrlose Luftblasen schießen oder stundenlang meinen armen Hund durch die Gegend zerren. Oder selbst rennen. Lange. Ohne Hund.

Es gibt tatsächlich Künstler und -innen, die über soviel Selbstbewusstsein verfügen, dass sie den missbilligenden Stimmen in ihrem Kopf ein "Rede du ruhig, ich mache trotzdem weiter!" entgegenschleudern können. Wow!

Das also ist passiert. Ich könnte Ihnen jetzt natürlich etwas von "Schreibblockade" und "Viel 
zu tun, Sie verstehen..." erzählen. Tastatur, Leer, Computer Aber ich will ja ehrlich mit Ihnen sein. Erstens mag ich Sie und zweitens haben Sie das verdient, wenn Sie trotz einmonatiger Pause meinerseits immer noch ab und zu hier vorbeikommen. Dankeschön übrigens dafür!

Sicher kennen Sie das aus Ihrem Leben auch: Sie wollen A tun, aber B drängt sich förmlich auf. Dann kommen noch E und X um die Ecke, und schon rutscht A auf Ihrer To-Do-Liste auf einmal ganz nach hinten.

Hier ein paar Erklärungen, mit denen Sie sich notfalls selbst beruhigen können, wenn Sie gerade so gar nicht aus dem Quark kommen. (Quark ist ja bekannterweise auch eine sehr zähe Substanz...):


  1. Sie brüten eine Erkältung aus. Dann ist der Körper so beschäftigt, dass der Kopf nicht auch noch mit hektischer Aktivität dazwischenfunken sollte. Erkältung Krank Fieberthermometer Erhöhte
  2. Sie haben gerade anderweitig zu tun: Geld verdienen, Pflanzen herumschleppen, den Garten vor den Auswirkungen einer mehrmonatigen Dürre retten, vor umtriebigen Zeitgenossen flüchten... 
  3. Sie wohnen auf dem Land und sind gerade nicht online, weil das neue, großartige, magentafarbene Superkabel noch nicht bis zu Ihnen verlegt wurde.
    Netzwerk Kabel Ethernet Stecker Patchkabel
    Der Kabelschlepper



  4. Ihr Vierbeiner hat gerade eine herausfordernde Phase, und Sie sind ausschließlich damit beschäftigt, ihm das Verspeisen von Briefträgern und Paketboten auszutreiben.
  5. In Ihrem Gehirn herrscht gähnende Leere, weshalb Ihre Kreativität gerade mal für die Tischdekoration ausreicht.
Fügen Sie gern eigene Entschuldigungen hinzu. Sie kennen diese Aufforderung: Kommentar bei Google+, Mail an schmittsfreundin@gmail.com oder Tweet an @schmittfreundin.
In den nächsten Tagen werde ich Sie mit den Sprachaufzeichnungen der letzten Wochen

 zuballern. Ich schwör's Ihnen! Beleidigung, Schwören, Wütend, Zorn





* Für diejenigen, die das "Literarische Quartett" nicht mehr miterleben durften, denen der Beginn damals einfach zu spät war oder die einfach lieber den Sportclub geguckt haben: https://www.youtube.com/watch?v=H5tNto6CgrE

06 September 2018

Rückblicke, Geburtstagsgrüße und etwas Persönliches

Liebe Leserin, lieber Leser,

Sie haben Recht: Ich bin eine treulose Tomate und habe mich einen Monat lang nicht bei Ihnen gemeldet. Das kann ich Ihnen erklären und werde das in einem der nächsten Posts auch tun, neben dem Versuch, Sie trotzdem irgendwie auf dem Laufenden zu halten.

Apropos "auf dem Laufenden": Ich bin am 19. August für ein paar Wollschweine einen Halbmarathon gelaufen und war fast drei Minuten schneller als in Bad Pyrmont. Daher an dieser Stelle auch ein herzliches Dankeschön an eben diese Wollschweine, die mir so freundlich zugegrunzt haben, als ich an ihnen vorbeilief.


Bildergebnis für tierparklauf sababurgBildergebnis für tierparklauf sababurg
Das Foto stammt von der Seite www.tierparklauf.de. Danke für den schönen Lauf an die Organisator/innen!

Heute geht es allerdings weder um die Wollschweine noch um mich oder das Laufen. Der sehr besondere Mensch, der heute Geburtstag hat, läuft nicht. Laufen ist Teufelswerk und ein völlig schwachsinniger Zeitvertreib.

Aber dieser sehr besondere Mensch ist trotzdem mit mir gewandert: Durch inzwischen fast vier Jahrzehnte. Und mit unserem ersten Sixpack, nämlich auf den Bahndamm, wo wir (erfolglos) versucht haben, eine dieser Flaschen mit einem Feuerzeug zu öffnen. Nach mehreren Fehlversuchen und Feuerzeugopferungen sind wir sehr kleinlaut wieder zurückmarschiert (nachdem wir unser Sixpack gut versteckt hatten) und haben uns einen ordentlichen Flaschenöffner organisiert. 
Das war der Auftakt zu sehr vielen Bierflaschen - und noch mehr gemeinsamen Erlebnissen, aufregend, schön, beängstigend, irgendwie Scheiße, aber eben sehr oft zusammen.

Hätte Namika nicht den Lieblingsmenschen erfunden, dann hätte ich das tun müssen. Ich kenne keine Liebesbeziehung, die so lange hält wie eine echte Frauenfreundschaft. 
Natürlich gibt es auch immer mal wieder Funkstille. Aber das ist normal, wenn man fast einen ganzen Lebensweg wenn nicht nebeneinander, so doch durch regelmäßigen Blickkontakt verbunden, geht. 
Ich weiß ja nicht, wie viele Menschen es in ihrem Leben gibt, die Sie schon ungeschminkt, sternhagelvoll, Rotz und Wasser heulend, superglücklich, hochzufrieden, stolz wie Oskar, mit und ohne Fettpölsterchen oder splitterfasernackt in jeder Beziehung gesehen haben -

meine beste und älteste Freundin kennt all das von mir.  Freundschaft Brüderlichkeit Hände Union Le  

Deshalb an dieser Stelle ein sehr herzliches: "Happy Birthday, Zwergenkönigin! Du bist mir die Liebste von allen!"

05 August 2018

Wochennachlese 2: Meine Höhepunkte und Aufreger der vergangenen Woche

Höhepunkt Nr. 1: Ich bin heute das erste Mal seit meinem aufgegebenen Versuch, den Ottonenlauf zu finishen, zweieinhalb Stunden gelaufen - bei ca. 28°, also angenehm kühlen, frischen Temperaturen. Das war voll schön! 

Höhepunkte Nr. 2 und 3: Zwei Besuche im Witzenhäuser Freibad.

Das Foto und weitere Informationen zu diesem wirklich schönen Freibad finden Sie unter http://www.stadtwerke-witzenhausen.de/de/baeder.


 
Höhepunkt Nr. 4: Der Einzug meines wunderbaren, formschönen, funktionalen und intuitiv zu bedienenden neuen technischen Kleingerätes. Er heißt Vivoactive 3 (nein, das ist keine Werbung!!!), und ich habe ihn jetzt schon lieb.





Aufreger Nr. 1: Da schreibt das örtliche Käseblatt auf einer halben Seite darüber, dass Menschen Hitze eher im Urlaub bereit sind zu tolerieren, weil sie sich im Urlaub gesünder ernähren, mehr schlafen können und nicht arbeiten müssen - und ich Volldepp lese das auch noch! 
Natürlich kann ich Hitze besser vertragen, wenn ich meine Beine im Pool hängen und einen Drink mit Schirmchen in der Hand habe, als wenn ich in Sicherheitsklamotten eine Autobahn teere, warme Brötchen aus einem heißen Backofen zerre oder im nicht klimatisierten Sprinter Eisdielenbedarf durch Ostwestfalen karre!

Echt jetzt: Das Einzige, was an der aktuellen Wetterlage extrem anstrengend ist, ist das dämliche Gerede darüber!

Aufreger Nr. 2: Gütersloh. Gucken Sie unten.

04 August 2018

Wochennachlese 1: Das Kennzeichen des Landkreises Gütersloh und seine schlimmen Folgen für den Verkehrsfluss

Das Kennzeichen von Gütersloh ist "GT". Die nicht besonders attraktive Stadt Gütersloh gehört zum schönen Ostwestfalen. Was Sie im Landkreis Gütersloh erwartet, ist ca. alle zwei Kilometer ein Schild, auf dem steht: "Im Landkreis Gütersloh wird zu Ihrer eigenen Sicherheit die Geschwindigkeit mittels Radar überwacht." (oder so ähnlich)
Dieses Schild wird begleitet von Tempo-70-Schildern, die sich vorzugsweise an gut ausgebauten, breiten Straßen befinden. Blitzer Geschwindigkeitskontrolle Radar Ge

Dämonen, Angst, Alptraum, Phobie
Ein Gütersloher Phobiker angesichts zweier Radarfallengespenster.
Wir müssen also davon ausgehen, dass Menschen, die permanent damit rechnen, in eine Radarfalle zu geraten und einige Wochen später die Differenz zwischen Tempo 70 und ihrer eigenen Geschwindigkeit zu zahlen gezwungen sind, mit der Zeit phobisch werden. So versuchen sie immer, möglichst schnell da zu sein - wo auch immer "Da" sein mag -, weil sie ja auf dem Weg nach "Da" meistens nur 70 km/h fahren dürfen. 
Rechnen Sie also nicht damit, dass Sie von jemandem vorgelassen werden, der mit einem Gütersloher Kennzeichen unterwegs ist.

Ebenso ist es unwahrscheinlich, dass der Fahrer eines solchen KfZ in der Lage ist, angesichts einer Spurverringerung von z.B. drei auf zwei Fahrspuren vor einer Autobahnbaustelle in der Lage ist, sich mittels Reißverschlusssystem in den fließenden Verkehr einzufädeln geschweige denn bis ans Ende seiner Spur vorzufahren. Nein, der Gütersloher an sich hat das dringende Bedürfnis, spätestens beim ersten Auftauchen des Hinweisschildes "Reißverschluss erst in 1.500 m" sofort auf eine sichere Spur zu wechseln.

Cosplay, Doof, Lustig, Dumm
Ein Ureinwohner des Landkreises Gütersloh beim Mittagessen.
Glauben Sie mir, Höflich- oder Zurechnungsfähigkeit sind weder im Landkreis Gütersloh noch von einem Fahrer mit dem dazugehörigen Kennzeichen zu erwarten! Beerdigen Sie diesbezügliche Erwartungen, sobald Sie die Außenbezirke erreichen! Rechnen Sie eher damit, dass der Gütersloher eher ein bisschen blöd ist.

Das wäre übrigens auch eine Erklärung für die vielen Radarfallen: Vielleicht wird deswegen soviel geblitzt, weil die Bewohner nicht in der Lage sind, ohne entsprechende Verkehrsüberwachung anständig Auto zu fahren.

03 August 2018

Die Verschwörung zwischen DHL, Deutscher Post und der Rentenversicherung

Im Grunde handelt es sich hier weniger um eine Verschwörungstheorie als vielmehr um eine noch zu verifizierende These.

Dieser Post entsteht übrigens, während ich zur Stoßzeit in der hiesigen Postfiliale als Vorletzte in einer anwachsenden Schlange von Kundinnen* stehe und darauf warte, ein Päckchen, das wie üblich nicht den Weg aus dem DHL-Fahrzeug in meine Hände gefunden hat, sondern eben den Umweg über die Postfilialenschlange gehen muss, in Empfang nehmen zu können.
 
In meditativer Langsamkeit bedient werden wir von einem männlichen Überbleibsel des Postbeamtentums. Er ist allein.
Warum sollte man auch zu besagten Stoßzeiten die einzige Filiale des Ortes mehrfach besetzen? Ja, es gibt drei Schalter; ich hege allerdings den Verdacht, dass diese nur deshalb noch nicht einer größeren Büropflanze weichen mussten, weil die Deutsche Post den Eindruch eines vorhandenen Potentials zu erwecken versucht.

Briefkasten Alt Post Postkasten Metall PosAber zu meiner Theorie: Die DHL liefert ja bekanntlich niemals direkt an die Empfängerinnen aus, sondern stellt grundsätzlich nur Personen ein, die in der Lage sind, sich lautlos anzuschleichen, eine Paketbenachrichtigung im Briefkasten zu applizieren und dann ebenso lautlos wieder zu verschwinden. Zumindest habe ich vor unserem Haus noch nie eine zuklappende Lieferwagentür gehört, sondern immer nur das endgültige "Klong!" unseres Briefkastendeckels, wenn ich meinen Spurt dorthin wieder gegen den Paketboten verloren habe. 

 So weit, so schlecht. Wir, die um den direkten Erhalt ihres Paketes geprellten Kundinnen sind also gezwungen, die nächste Postfiliale aufzusuchen. Dort finden sie... eine größere Schlange von Leidensgenossinnen.

Menschen, Stadt, Menge, Gruppe, Linie Während des nicht nur zur Vorweihnachtszeit gefühlt stundenlangen Anstehens kann es schon einmal zu Kreislaufzusammenbrüchen oder schlimmstenfalls Herzinfarkten kommen. Und hier kommt die Rentenversicherung ins Spiel: Jede Kundin, die beim Warten in einer Postschalterschlange frühzeitig ums Leben kommt, erspart Rentenzahlungen, die in die Zehntausende, bei guter Gesundheit sogar in die Hunderttausende gehen. Rechnet man die dazu, die beim Versuch, den Paketboten einzuholen, ihr Leben lassen, kommt man deutschlandweit auf Einsparungen in Millionenhöhe. Weil der Job körperlich und aufgrund der permanenten Beschimpfungen durch die Kundinnen auch psychisch belastend ist, verringert sich die Lebenserwartung der Paketboten ebenfalls signifikant.  Wir haben es also offensichtlich mit einem landesweiten Komplott zu tun, was hiermit bewiesen wäre.    


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... dessen Wirksamkeit auch im Tierversuch getestet wurde.

Einen Tipp habe ich allerdings noch, um die Effizienz dieser Tötungsmaschinerie namens "Logistik" zu steigern: Schalten Sie in Zeiten wie diesen die Klimaanlagen in den Postfilialen ab, sonst besteht allergrößte Gefahr, dass die Kundinnen sich während der Wartezeit von der Hitzewelle draußen erholen.


*Der besseren Lesbarkeit wegen benutze ich nur die weibliche Form. Dies bedeutet keine Geschlechtsdiskriminierung; Männer sind immer mit gemeint.

02 August 2018

"HInter jedem erfolgreichen Mann steht eine Frau...

... die ihm den Rücken freihält." So oder ähnlich lautet der Ausspruch, der gern bemüht wird, wenn der erfolgreiche Mann gefragt wird, wie er das geschafft hat. "Hätte sich meine Frau nicht um die Kinder/den Haushalt/den Hund/die Katze gekümmert, wäre es viel schwerer für mich gewesen." lautet dann gern die Antwort.

Wären wir etwas weniger wohlwollend, könnten wir es auch so formulieren: "Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine Frau, die ihm zuliebe auf ihren eigenen Erfolg verzichtet hat."

Oder noch deutlicher: "Vor jeder Frau, die immer noch in der Küche herumturnt, statt den Nobelpreis zu gewinnen, steht ein Mann, der ohne sie nicht einmal seine Unterhose fände."  

Natürlich, es gibt auch Frauen, die es trotz ihres berühmten Mannes geschafft haben, selbst erfolgreich zu sein: Simone de Beauvoir, George Sand, Marie Curie... Aber diese Damen sind erstens besonders herausragend und zweitens in der Minderheit.

Mit so einem seine Unterhose nicht findenden Herrn hatte ich gestern zu tun - glücklicherweise nur kurz. Ich könnte Ihnen Geschichten erzählen... Aber nachher liest der arme Kerl hier mit und findet nach der Lektüre vor lauter Schreck nicht nur seine Unterhose, sondern auch den Einschaltknopf seines möglicherweise vorhandenen Großhirns* nicht wieder, deswegen lasse ich das bleiben.
Nur soviel: Ich bin voller Dankbarkeit für eine Begegnung, die mir gezeigt hat, wie gut organsiert, intelligent, kräftig, belastbar, praktisch veranlagt und technikaffin ich doch bin. Gleichzeitig stehe ich einmal mehr völlig fassungslos vor einem Phänomen, das ich nur als "galoppierende Blödheit" bezeichnen kann - und bin voller Mitleid für die Dame, die dem einmal die Wäsche herauslegen muss...

Fußabdruck, Fuß, Drucken, Sand, Strand
Seine Fußspuren während des Versuches zu arbeiten habe ich hier einmal bildhaft nachgestellt.
"*Das Groß- oder Endhirn bildet den größten Teil des menschlichen Gehirns und den differenziertesten des Zentralnervensystems. Es ist verantwortlich für viele Denk- und Handlungsprozesse, die den Menschen von anderen Lebewesen unterscheiden." heißt es bei http://flexikon.doccheck.com/de/Gro%C3%9Fhirn

01 August 2018

"Hinter jeder laufenden Frau...

steht ein Mann, der mit Bananen wirft." 

Das ist eine kleine Abwandlung des Sprüchleins "Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau."

Meine Bananenwerfer (bildlich gesprochen) haben beim gemeinsamen Lauf dafür gesorgt, dass mein Durchhaltevermögen gestärkt, meine Durchschnittsgeschwindigkeit erhöht und meine nicht nur läuferische Komfortzone verschoben wurde (bei Temperaturen, bei denen zu laufen im Grunde Körperverletzung bedeutete) - dafür möchte ich mich an dieser Stelle recht herzlich bedanken.

Während der eine in einer Geschwindigkeit  vor mir die nicht enden wollenden Anstiege nahm, dass ich nicht allzu weit von leichten Minderwertigkeitskomplexen hinterher hechelte, zeigte mir der andere noch diese Schleife und jenen Anstieg und dort den viel schöneren Feldweg immer dann, wenn ich dachte, wir wären gleich fertig und wieder am Auto.

Wer weiß, wann ich am letzten Samstag ohne dieses Roßbächer Bootcamp* im Ziel angekommen wäre???

Gepard, Afrika, Namibia, Katze, Laufen
Dieser ist nach ein paar Trainingseinheiten ausgewandert.
Hier ein paar erfolgreiche andere Teilnehmer: 


Hase, Tier, Säugetier, Lepus, Tierwelt











Skelett Weis Fallen Laufen Stolpern Knoche
Der war zu schwach.
 Tier, Pferde, Freiheit, Mustang, Stute    


*Roßbächer Bootcamp: Eine spezielle Trainingsform, die nur in einem kleinen Ort inmitten des Naturschutzparks Kaufunger Wald praktiziert wird und die es den Laufenden zu einem späteren Zeitpunkt ermöglicht, irgendwie durchzuhalten.

31 Juli 2018

Reinigungskräfte von Orkanstärke


Pow Comic Comic-Buch Kampf Explosion Kraft

Heute kommt wieder die Reinigungskraft. Das ist eine sehr angenehme, freundliche, ruhige Dame - solange sie nicht putzt. Weil sie von solch einer Urgewalt ist, dass es mir Angst macht, versuche ich an den "Putzfrauentagen" immer, woanders zu sein, an einem ruhigen, gemütlichen Ort: Im Fitnessclub oder Einkaufscenter, auf der Autobahn, bei der Arbeit. Gilt es, Dienstags (das ist der Putzfrauentag) eine Zwölf-Stunden-Vertretung zu übernehmen, bin ich sofort dabei. Ich befördere auch gern Eisdielenbedarf nach Berlin, um dort stundenlang im Stau zu stehen, wenn sich gar nichts anderes bietet.
Komme ich doch einmal in die Situation, zuhause bleiben zu müssen, habe ich sehr schnell das Gefühl, mich am Rande eines Tornados zu befinden. Ich sage ganz bewusst nicht "im Auge des Tornados", denn da soll es angeblich ruhig sein. 

Nach der Begrüßung, dem Austausch von Höflichkeiten und einem ersten Glas Wasser legt sie los. Romms, wird der Staubsauger aus der Ecke gezerrt, krawumm, folgen Eimer und Wischgerät, pengpuff, auch das Staubtuch kommt zum Einsatz. 
 Zap Comic Comic-Buch Kampf Explosion Kraft


Das mag für Sie jetzt übertrieben klingen, aber genau so ist es. Nur ein Beispiel: Wir haben so ein hochprofessionelles Bodenwischgerät mit dazugehörigem Eimer. Wenn man es richtig macht, kann man den Wischer irgendwie in einem Aufsatz des Eimers auswringen. Das Teil rotiert dann. Wenn meine liebe Schwiegermutter damit hantiert, hört man allenfalls ein leises Platschen. Ich benutze ganz altmodisch einen geräuschlosen Wischmop, weil ich mit diesem neumodischen Kummuff (nordhessisch für "Zeug, Kram") nicht klarkomme. Die nette Dame schafft es, mit diesem Gerät den Lärm einer im Gleichschritt marschierenden Bundeswehrkompanie nachzuahmen.

So geht es exakt drei Stunden. Der Staubsauger röhrt, der Wischer krakeelt, der 

Staubwedel macht Kapow Comic Comic-Buch Kampf Explosion Kra, und ich bin spätestens zur Halbzeit ein zitterndes Nervenbündel.

Wenn ich putze, hat das immer etwas Meditatives, Ruhiges. Ich halte das, was ich da tue, trotzdem für effektiv, und ich finde auch den Schmutz in den Ecken, weil ich gern einmal den Reinigungsvorgang mit ein paar sportlichen Aktivitäten verbinde.
Aber die nette Dame wurde zur Entlastung meiner lieben Schwiegermutter engagiert. Das funktioniert zwar nicht, weil diese immer schon am Tag vorher saubermacht, damit die Reinigungskraft einen guten Eindruck von uns hat, aber mich hat ja wieder keiner gefragt.

Tatsache ist: Dienstags kann ich endlich einmal das Meditieren auf einem überfüllten Flughafenterminal oder bei Kampfhandlungen proben.
 
Ein Gutes hat der alle zwei Wochen stattfindende, putzende Tornado jedoch: Wenn der Niedersachse nach Nordhessen einmarschiert, kann mich das nicht mehr erschrecken. Ich werde ihm mutig mit dem Wischmop in der Hand entgegentreten. Hintergrund, Eimer, Caucasian, Aufgaben

30 Juli 2018

Wo ist der Clown, der den Stau lustiger macht?

Die folgende Aufzeichnung stammt vom letzten Donnerstag. Da durften wir den vorerst heißesten Tag des Sommers erleben, mein Sprinter hatte eine nicht funktionierende Klimaanlage, was besonders tragisch ist, wenn man erst zu spät merkt, dass die Luft, die aus den Lüftungsschlitzen kommt, nur minimal kühler ist als die Hitze, die einem Backofen unmittelbar nach dem Öffnen entweicht. 

Feuer, Holzbrand, Flammen, Brennen

Aufgrund der Hitze habe ich vergessen, dass ich mir das erzählt habe, aber jetzt habe ich es zufällig wiedergefunden und möchte es Ihnen nicht vorenthalten.

Autobahn, Rettungsgasse, Stau, Auto 


Es ist also Donnerstag, der 26. Juli, wir befinden uns auf der A33, irgendwo bei Paderborn (Ostwestfalen), und es ist recht warm.

"Ich stehe im Stau auf der A33, bei 38° und weit geöffneten Fenstern, weil ohne Klimaanlage. Selbstverständlich habe ich mich an der Bildung einer ordnungsgemäßen Rettungsgasse beteiligt und quetsche mich an die linke Leitplanke, während rechts von mir ein osteuropäischer LKW nach dem nächsten durch eben diese Rettungsgasse hindurchjagt. 
Deshalb fühle ich mich nicht nur gekocht, sondern auch verarscht und verfluche jegliche Form von Warentransport durch LKW, aber das ist nicht das Thema. Auf dem Randstreifen fährt vorbei ein orangefarbenes Fahrzeug, das ebenfalls orange blinkt und auf dessen Rückseite "Fahrbahnunterhaltung" steht.
Jetzt warte ich die ganze Zeit darauf, dass Musik aus unsichtbaren Lautsprechern ertönt, ein Clown herausspringt und ein paar Späße macht Zirkus Clown Lachen Jonglieren Gaukler Bäloder jemand aussteigt und den Wartenden eisgekühlte Getränke serviert. Aber niemand unterhält uns. Wir stehen weiter im Stau. Doof. Warum nennen die das 'Fahrbahnunterhaltung', wenn sie einfach nur blöd herumfahren???"

28 Juli 2018

Die Geschichte meines ersten Hitzehalbmarathons - ich bin eine Überlebende!

An dieser Stelle wieder der Hinweis, dass die am Laufen nicht Interessierten jetzt etwas anderes unternehmen können. Lesen Sie doch in einem meiner alten Blogs, da stehen auch ein paar lustige Sachen drin! Oder gucken Sie sich in meinem Kreta-Blog ein paar Bilder an. 
Sie können natürlich auch eine lauwarme Dusche nehmen; bei den aktuellen Temperaturen kann man damit überhaupt nichts falsch machen.

Auf dem Thermometer hinter mir steht 33°.
Es fängt alles mit der Hinfahrt an, immer Bad Pyrmont, den dunklen Wolken und dem Gewitter entgegen. Dabei muss ich einmal mehr feststellen, wie großartig es mir doch geht: Ich bin gesund, es ist schon seit fast drei Monaten ununterbrochen Sommer mit griechisch-ägyptischen Verhältnissen, nur ohne Meer, es gibt genug zu essen und zu trinken, und ich wohne schön. Außerdem sitze ich hier in meinem Charles und cruise gemütlich durch die Gegend, ich lebe und atme, meine Gliedmaßen funktionieren und heute ist heute.

Gleich werde ich bei zurzeit immer noch 33° meinen ersten Halbmarathon des Jahres laufen.
Nennen Sie mich bekloppt, beschnaddert oder wieauchimmer - ich freue mich darauf! Außerdem ist das ideales Laufwetter!

Es gewittert. Es blitzt, donnert, stürmt und schüttet, und die Temperatur sinkt auf 18,5°. Ideales Laufwetter! 

Ich nähere mich Bad Pyrmont. Hier regnet es nicht mehr, hat aber angenehme 20° bei ziemlich hoher Luftfeuchtigkeit. Ideales Laufwetter!

Ich parke Charles, hole mir meine Startnummer, trage den geschenkten Sportbeutel ohne PVC wieder zurück zum Auto und begebe mich in den Start-Ziel-Bereich. Noch 10 Minuten. Ich bin aufgeregt. So aufgeregt, dass ich beim ersten Gang zur Toilette meine Startnummer liegenlasse. Ich hole sie wieder und suche die nächste - nicht Startnummer, sondern Toilette. Ist immer so vor Wettkämpfen, aber heute habe ich auch schon ca. vier Liter Wasser intus.

Dann laufe ich ein bisschen hin und her, lockern, Lauf-ABC, was man halt so macht, und sortiere mich mittig im Starterfeld ein. Aus den Lautsprechern singt irgendein deutscher Sänger. Macht nichts.
Dann ist es soweit, und es wird von "10" runtergezählt. Warum höre ich nur mich? Brüllt man in Bad Pyrmont den Countdown nicht mit? Da können die Läufer/innen von den Bilstein-Marathonis aber noch einiges lernen...
Startschuss. Los geht's, durch die gut besetzte Fußgängerzone (schattig), an einem sehr schicken Hotel vorbei, bergauf und durch den so genannten "oberen Kurpark". Glaube ich zumindest. Ist mir aber auch egal. Ich bin völlig begeistert, dass ich hier sein darf, und es kullern direkt ein paar Tränchen. Auch egal. Ich heule gern, wenn ich gerührt bin.
Gefühlt geht es jetzt drei Kilometer nur bergauf, das Feld zieht sich auseinander, und ich hänge mich an eine Dame meines Alters, die mir den Eindruck vermittelt, dass sie weiß, was sie da tut.
Huch, da am Rand sitzt eine ältere Dame im Rollstuhl und hält ihre Hand zum Abklatschen hin. Niemand scheint sie zu beachten, und deswegen mache ich eine Schleife, um ihr den Gefallen zu tun. Immerhin sitzt sie da bei schon wieder steigenden Temperaturen und feuert uns an; da hat sie sich auch einen Klatscher verdient. Den ersten Platz wird mich der kleine Umweg nicht kosten... Wir lächeln uns an, und weiter geht's. Lächeln werde ich heute noch sehr oft.

Ich laufe und freue mich und laufe und freue mich und habe alsbald meine beiden "Horst Meier"* ausgemacht: Zwei junge Damen in bunten, engen Klamotten, die nebeneinander herlaufen und mir nicht sympathisch sind. Sie überholen mich bergauf, ich sie bergab, und am Getränkestand stehen sie mir im Weg herum. Gössel (altes plattdeutsches Schimpfwort für große weiße Vögel)!

Die Getränkestände lasse ich nicht nur wegen der Gössel erst einmal aus; ich bin bestens ausgestattet und kann nicht aus Bechern trinken, ohne mir die Hälfte des Getränks über den Balg zu kippen. Dann lieber der Nuckel an meinen eigenen Trinkfläschchen.

Es geht schon wieder bergauf. Ich gehe auch. Immerhin habe ich gerade mal ein Viertel der Strecke geschafft.

Und so geht es ruff un runner, immer um die beiden Horst Meiers herum - und einen jungen, nicht so ganz schlanken männlichen Menschen mit riesigen weißen Kopfhörern, mit dem ich das Überholspiel auch spiele. Seltsam, ich dachte immer, ich wäre eher die Bergaufläuferin. Ist wohl den schon wieder gestiegenen Temperaturen geschildert.

Die Strecke führt die ganze Zeit durch den Wald, immer mal wieder kann ich einen Blick auf Bad Pyrmont erhaschen, und auf einmal sehe ich ein kleines Schild am Wegesrand, das mir verkündet: "10 km bis zum Ziel!" Mein Garmin behauptet zu diesem Zeitpunkt, ich hätte noch fast 11 km zu rennen, und ich freue mich vorsichtig. 

Die netten Streckenbetreuer haben übrigens an zwei Stellen tragbare Sprinkleranlagen aufgestellt, und ich laufe beide Male mit großer Wonne hindurch. Wären nicht noch Menschen hinter mir, würde ich jetzt einfach eine Weile darunter stehenbleiben. Aber den anderen das Wasser versperren gehört sich nicht. Bin ja kein Horst Meier.

Meine Beine sind schon ganz schön schwer, und mein Bustier scheuert. Jetzt überholt mich eine sehr schlanke Blondine in Pink. Die finde ich auch unsympathisch, einfach weil sie schlank und hübsch und jung ist und überhaupt noch nicht angestrengt aussieht. Pah!

Jetzt kommen die Schilder im Kilometertakt, und vor jeder Steigung denke ich, dass das jetzt aber die letzte sein muss. Eigentlich habe ich auch gar keine Lust mehr, aber der Motivationsfuzzi in meinem iPod singt gerade: "Excuses are not invited to this party! Excuses dont live here anymore!" Okay, laufe ich also weiter. Ich hätte ohnehin keine Ahung, wo ich jetzt bin und wie ich zu meinem Auto komme.

Noch drei Kilometer, es geht bergab, und meine linke Wade krampft. Mistkörper, blöder! Jetzt kann er sich doch wirklich mal zusammenreißen! Die Horst Meiers entschwinden. Mist! Mist! Mist! Ich wollte die doch mit einem elfengleichen Schlussspurt kurz vor dem Ziel abhängen! Mist!

Dann geht es wieder, ich versuche angestrengt, nicht allzu schnell zu laufen, vor allem aber locker zu bleiben. Drei Kilometer sind drei Kilometer und damit noch nicht da. Läuferinnenweisheiten...

Da! Nur noch 1000 Meter! Ich kann schon die breite Promenade sehen! Und wieder ein Krampf. Jetzt muss ich tatsächlich gehen. Wie sieht das denn aus? Nochmal Mist!!! 
Eine Rechtskurve, und es geht durch ein Zuschauerspalier ins Ziel, vielleicht noch dreihundert Meter. Scheiß auf Krampf. Ich renne jetzt. Außerdem steht da ein Fotograf neben dem Zieleinlauf, da will ich nicht so fertig aussehen. Wird aber wohl nicht klappen, denn inzwischen hat es sich wieder auf 30° erwärmt, ich habe kiloweise Waldboden überall, weil die vor mir Laufenden den aufgewirbelt haben; sehr wahrscheinlich mache ich keinen allzu frischgestylten Eindruck... Ich renne und grinse im Kreis und höre, wie der Moderator meinen Namen ruft. Geschafft! Von einer netten Dame bekomme ich eine Medaille
umgehängt und von einer anderen eine Blume in die Hand gedrückt. 
Die Zeit ist mir piepegal. Ich lebe, hatte meistenteils Spaß und gehe jetzt die beiden Horst Meiers töten.
Der untergroße junge Mann beugt sich über einen Kinderwagen und grinst ebenfalls im Kreis. Dem gönne ich's. Den Horst Meiers nicht!

Dann finde ich noch ein freundlich aussehendes Paar, das ich um ein Foto bitte. Nachdem ich dem männlichen Teil versichert habe, dass ich niemals versucht hätte, ihn zu überholen, erteilt er die Erlaubnis.

Und so sehen HHH (Hitzehalbmarathonheldinnen) aus:






















*Horst Meier ist eine Erfindung des Laufpapstes Peter Greif. Das ist der Mensch, den man aus welchen Gründen auch immer zutiefst unsympathisch findet und den es zu schlagen gilt. Also nicht mit der Hand, sondern im Rennen. Es gibt immer einen Horst Meier.

27 Juli 2018

Was haben Elektroautos und Jean Reno miteinander zu tun?

Erst einmal gar nichts. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Jean Reno ein Elektroauto fahren würde; in meiner Vorstellung ist er oldschool und demzufolge mit einem sehr alten Peugeot oder Mercedes unterwegs.

Die Verbindung besteht also darin, dass es eigentlich keine gibt. Jean Reno ist attraktiv, ein E-Auto nicht. Jean Reno ist ein begnadeter Schauspieler, ein E-Auto kann allenfalls auf dem mitgelieferten Mäusekino einen Film abspielen. Jean Reno hat inzwischen ein Alter, das ein E-Auto niemals erreichen wird. Das schafft eben nur der besagte Mercedes. Ohne "E". Selbst mein Charles 
Charles I.
ist mit seinen 22 Jahren älter, als ein E-Auto jemals werden wird.

Bei E-Autos frage ich mich ernsthaft, warum für die Normalverdienerin finanzierbare Modelle so grottenhässlich sein müssen, dass jeder Mensch, der auch nur ein klitzekleines Bedürfnis nach Schönheit verspürt, so ein Ding einfach nicht kaufen kann. Sie sind innen aus Plastik, sie riechen nach Plastik, die Bedienelemente sind aus Plastik; kurz, die Dinger sehen aus wie die gummibereiften Kasperkisten, die sie nun einmal sind, Umweltfreundlichkeit hin oder her.

Zugegeben, so ein Tesla kann auch einmal recht formschön sein, aber so ein Tesla kostet auch fast soviel wie eine Etagenwohnung in einer Kleinstadt. 
Mercedes-Benz, W123, T-Modell Kombi
Sowas.
Auto, Volvo, Oldtimer, Jahrgang
Oder sowas.

Warum machen die E-Autos nicht in schön? Warum nehmen die nicht einen alten Mercedes W123 oder einen Buckelvolvo und bauen da einen Elektromotor rein? Das würde auch andere Menschen anziehen, statt nur diese umweltbewussten Oberlehrer, die solche Dinger gern einmal bevölkern und das A... am vorderen Ende einer Schlange sind.
Nein, ganz ehrlich: Scheiß auf Umweltschutz! Solange es keine E-Autos gibt, die meinen Sinn für schöne Formen und Materialien befriedigen, steinalt werden und mit einem Backwarenchauffeursgehalt finanzierbar sind, bleibe ich bei meinem Charles oder seinem Nachfolger.

Bildergebnis für jean reno deep blue seaAchja, Jean Reno: Mir kam gestern in einem Handwerkerauto jemand entgegen, der exakt so aussah wie der junge Jean Reno. Das war ein sehr schöner Anblick. Trotzdem ploppte sofort die Frage in meinem Gehirn auf, ob der Mann  weiß, wem er so ähnlich sieht. Oder ob der Arme überhaupt keine Ahnung hat, wessen Doppelgänger er ist, vielleicht furzt, in der Nase bohrt, dabei strotzedoof daherredet, ohne eine Vorstellung von dem optischen Erbe zu haben, das er da gerade besudelt.

An Vögel habe ich auch gedacht heute früh. Es interessiert mich brennend, wie die das machen, dass sie immer kurz vor der Morgendämmerung anfangen zu zwitschern. Ob die eine innere Uhr haben? Und wenn ja, stellt die sich selbst auf Sommer- oder Winterzeit um???